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Darmpolyp – immer ein Risiko?

Polyp gleich Polyp? Wie gefährlich sind diese Gebilde im Darm überhaupt?


Bei der Darmspiegelung entdeckte Polypen werden abgetragen und feingeweblich untersucht

90 Prozent aller Darmpolypen sind sogenannte adenomatöse Polypen (Adenome), das heißt Neubildungen, die grundsätzlich entarten können. Dabei bedeutet “adenomatös”, dass die Gewebeneubildungen von den Drüsen der Darmschleimhaut ausgehen. Eine andere Art von Polypen, sogenannte hyperplastische Polypen, sind harmlos und spielen keine Rolle. “Hyperplastisch” wiederum bedeutet, dass die Neubildung einer reinen Zellvermehrung ohne qualitative oder “charakterliche” Zellveränderungen entspricht. Allerdings haben neue Untersuchungen gezeigt, dass es unter dieser Gruppe sogenannte sägezahnartige Polypen gibt, die ebenfalls ein Entartungsrisiko bergen.

Sechs Prozent der Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens ein Dickdarmkarzinom, das in der Regel aus einer adenomatösen Vorstufe entsteht. Die Entwicklungszeit von einem Adenom zu einer Krebsgeschwulst, also einem Karzinom, beträgt zehn bis 15 Jahre; in dieser Zeit können Früherkennungsmaßnahmen wie Stuhlbluttest und Darmspiegelung (als derzeit einzige Kassenleistungen) zur Feststellung, die Darmspiegelung auch zur Entfernung von Polypen beziehungsweise polypartigen Neubildungen eingesetzt werden.

 
Also: Adenome sind grundsätzlich Krebsvorstufen – sie entarten jedoch nicht in jedem Fall. Eine individuelle Voraussage zur Entartung ist derzeit nicht möglich. Deshalb gilt unverändert die Forderung, alle Adenome zu entfernen.

 




Prof. Dr. med. J. F. Riemann
Ehem. Direktor der Med. Klinik C
Klinikum der Stadt Ludwigshafen gGmbH


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surfmed/www.apotheken-umschau.de; 19.10.2007, aktualisiert am 26.04.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF

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