Brustkrebs auf der Spur im Video

Die Diagnose Mammakarzinom ist ein Schock. Verlässliche Information ist dann besonders wichtig. Im Video schildert eine Betroffene, was ihr vor und nach einer brusterhaltenden Operation geholfen hat
von Corinna Hilss (Redaktion) / Philipp Rabe, Tilo Abele (Kamera) / Eric Demiriz (Schnitt), aktualisiert am 11.11.2015

Brustkrebs wird in Deutschland rund 71.000 Mal pro Jahr diagnostiziert. Somit zählt Brustkrebs – auch Mammakarzinom genannt – zu den häufigsten Tumorerkrankungen bei Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Brustkrebs. Vor allem ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Zahl der Neuerkrankungen zu. Am höchsten ist das Risiko laut Krebsinformationsdienst zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr. Auch Männer können an einem Tumor im Brustgewebe erkranken. Allerdings ist das sehr selten.

Im Video schildert Ingrid R. aus Regensburg, wie sie gelernt hat mit der Diagnose "beidseitiger Brustkrebs" umzugehen. Prof. Dr. Olaf Ortmann, Direktor am Klinikum für Frauenheilkunde im St. Josef Krankenhaus in Regensburg erklärt, wie die Krankheit mit Methoden der onkologischen Gynäkologie therapiert werden kann. Besonders wichtig ist eine frühe Diganose. Denn diese verbessert die Heilungschancen.

Brustkrebs entwickelt sich schmerzlos über Jahre hinweg

Ein Risikofaktor bei Brustkrebs ist die genetische Veranlagung. Bereits die Mutter der 58-jährigen Ingrid R. erkrankte an Brustkrebs. Bei einer Mammografie wurde bei Ingrid R. ein Tumorbefund in beiden Brüsten festgestellt. "Danach kam eine Gewebe-Entnahme und dann kam das Ergebnis drei Tage später. Das war ein Schock für mich", beschreibt die Verwaltungsangestellte die Erstdiagnose.

Nach einigen Voruntersuchungen stand fest: Die Regensburgerin soll brusterhaltend operiert werden. Ziel war, beide Tumore vollständig zu entfernen. Vor dem Eingriff wurden viele Untersuchungen durchgeführt, unter anderem Ultraschallaufnahmen. Ingrid R. hatte Glück, denn die Tumoren wiesen die niedrigste Aggressivitätsstufe auf. Die Lymphknoten waren nicht befallen und Fern-Metastasen, also Tochtergeschwülste außerhalb der Brust, wurden auch nicht festgestellt. Ihre Prognose ist somit positiv. "Brustkrebs wird oft zufällig entdeckt, denn Brustkrebs entwickelt sich oft schmerzlos über Jahre hinweg", erklärt Gynäkologe Ortmann.

Die typischen Anzeichen treten zum einen nicht zwingend bei jeder Patientin auf. Zum anderen können auch gutartige Veränderungen ähnliche Symptome auslösen. Dennoch sind dies die zentralen Symptome, die auf ein Mammakarzinom hindeuten können:

  • Veränderungen von Größe und Form der betroffenen Brust
  • beim Abtasten sind möglicherweise neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen zu spüren
  • Brustwarze ist eingezogen
  • Brustwarze sondert klares oder blutiges Sekret ab
  • grübchenartige Hauteinziehung, sogenannte Orangenhaut

 

Früherkennung durch Brustabtasten

Oberärztin Dr. Johanna Christ, die behandelnde Ärztin von Ingrid R., empfiehlt: "Ich rate dazu, selbst regelmäßig die Brust abzutasten, das kann man in jedem Alter machen." Wichtig ist es der Expertin zufolge auch, zu den jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen zu gehen. Ab dem 30. Lebensjahr tastet er die Brust und die dazugehörigen Lymphknoten ab. Ab dem 50. bis zum 70. Lebensjahr wird alle zwei Jahre eine Mammografie als Screeninguntersuchung als Kassenleistung angeboten.

Wenn ein Mammakarzinom wie bei Ingrid R. frühzeitig festgestellt und behandelt wird, sind die Chancen auf Heilung heutzutage sehr hoch. Professionellen und unabhängigen Rat erhalten Sie kostenfrei beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: Telefon 0800 - 420 30 40, täglich von 8 bis 20 Uhr, oder per E-Mail unter krebsinformationsdienst@dkfz.de.


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