Schematische Darstellung der Atemwege und eines Querschnitts durch einen Bronchus: Innen die Schleimhaut, rot die Schicht der Bronchialmuskulatur
Beim Asthma kommen zwei Dinge zusammen: Erstens eine Veranlagung, die dazu führt, dass die entzündeten Bronchien besonders empfindlich auf bestimmte Reize reagieren und zweitens äußere Auslöser, wie zum Beispiel Allergene, Atemwegsinfekte oder kalte Luft, welche die typischen Atemnotsanfälle hervorrufen können.
Die asthmatische Entzündung der Atemwege führt zu einer Schwellung der Schleimhaut, einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und einer gesteigerten Produktion von Schleim in den Bronchien. Dies behindert die Atmung. Charakteristischerweise ist die Ausatmung betroffen und es entstehen pfeifende und brummende Atemgeräusche (so genanntes Giemen, auf Englisch "wheezing"). In schweren Fällen bleibt nach jedem Atemzug etwas mehr Luft in den Lungen als normal, weshalb sie sich zunehmend aufblähen. Bestimmte Risikofaktoren können das Auftreten der Erkrankung begünstigen.
Veränderung der Atemwege bei Asthma: Die Schleimhaut schwillt an, es entsteht vermehrt Schleim und die Bronchialmuskulatur zieht sich zusammen
Asthmaformen
Mediziner unterscheiden zwei Hauptformen von Asthma: Zum einen das allergische Asthma, auch extrinsisches Asthma genannt und zum anderen das nicht allergische Asthma, das so genannte intrinsische Asthma. Wichtig: Nicht alle Asthma-Erkrankungen lassen sich eindeutig der einen oder anderen Form zuordnen – es gibt auch Mischformen!
Allergisches Asthma
Wie der Name schon andeutet, entsteht allergisches Asthma durch eine allergische Reaktion. Auslöser sind bestimmte Stoffe, die so genannten Allergene, wie beispielsweise Pollen von Pflanzen oder Tierhaare. Dem allergischen Asthma liegt eine erbliche Veranlagung zu Grunde. Es setzt oft bereits in der Kindheit oder Jugend ein.
Nicht allergische und besondere Formen von Asthma
Das nicht allergische Asthma kann ganz unterschiedliche Ursachen haben:
• Infektbedingtes Asthma
Infektionen machen die Atemwege anfällig und lösen eine chronische Atemwegsentzündung aus, die zur Verkrampfung der Bronchien, Verschleimung, Husten und Atemnot führt. Anfangs verschwindet das Asthma nach dem Abklingen der Erkältung, jedoch wird es häufig im Laufe der Jahre chronisch.
• Medikamentös bedingtes Asthma
Asthmakranke reagieren häufig auf bestimmte Medikamente wie beispielsweise Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure) oder Entzündungshemmer (so genannte nicht-steroidale Antiphlogistika). Dabei handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern um eine genetisch veranlagte Unverträglichkeit von bestimmten Arzneimittel, die jedoch für den Beobachter wie eine allergische Reaktion abläuft.
• Asthma als Reaktion auf chemische oder giftige Stoffe Bestimmte Reizstoffe aus der Umwelt (Smog, Rauch, Staub, Dämpfe, Ozon) können ebenfalls ein Asthma hervorrufen. Kommt der Betroffene damit im Rahmen seiner Arbeit in Kontakt, spricht man von Berufsasthma.
• Belastungsasthma:
Nicht optimal behandelte Asthmapatienten können auf körperliche Belastung mit einer Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus) reagieren. Der Bronchospasmus kann sowohl während der Belastung, als auch danach, wenn der Patient die körperliche Aktivität bereits beendet hat, auftreten.
Ein besonderer Fall ist der reine Belastungsbronchospasmus: bei ansonsten völlig gesunden (also nicht asthmakranken) Hochleistungssportlern tritt er unter oder nach sehr starker körperlicher Belastung auf. Schwimmen, Langlauf und Schlittschuhlaufen sind Sportgruppen in denen sehr vielen Sportlern an Belastungsbronchospasmus leiden.
Risikofaktoren
Bestimmte Umstände und Voraussetzungen können ein Asthma begünstigen:
• Allergische Menschen, die an Heuschnupfen, Neurodermitis oder Milchschorf erkrankt sind oder waren, haben ein höheres Risiko für Asthma.
• Nikotin: Rauchen ist Gift für die Atemwege und erhöht deren Anfälligkeit. Auch Passivrauchen steigert das Risiko für Atemwegserkrankungen. Darüberhinaus vermindert das Rauchen die Wirkung von Asthmamedikamenten.
• Atemwegsinfekte: Häufige Atemwegsinfekte machen die Luftwege anfällig und können den Boden für Asthma bereiten.
• Geringes Gewicht bei der Geburt: Diese Kinder leiden häufiger unter Asthma als normalgewichtige Neugeborene.
• Übergewicht und Bewegungsmangel im Kindesalter erhöhen ebenfalls das Asthmarisiko.
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16.11.2005, aktualisiert am 02.03.2011
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