Asthma

Asthma ist eine chronische Atemwegskrankheit, die zu Anfällen von Atemnot führen kann. Die Symptome lassen sich mit Medikamenten meist gut behandeln

aktualisiert am 08.12.2015

Inhalieren gegen die Luftnot: Ihre Notfallmittel sollten Asthmatiker immer dabei haben

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nach obenWas ist Asthma bronchiale?

Asthma ist ein Überbegriff für verschiedene Formen chronischer, entzündlicher Erkrankungen der Atemwege. Sie führen zur Verengung der Bronchien, Beklemmung in der Brust, zu Anfällen von Atemnot, Husten und pfeifenden Atemgeräuschen. Die Symptome verändern sich in ihrer Ausprägung.

Unter den verschiedenen Asthmaformen sind das allergische und das intrinsische (nicht allergische) Asthma am besten bekannt. Allergisches Asthma gehört zusammen mit Heuschnupfen und Neurodermitis zu den Krankheiten des atopischen Formenkreises. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass das Immunsystem auf bestimmte äußere Reize überreagiert. Bei den Allergieauslösern kann es sich zum Beispiel um Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben handeln. Neben dem allergischen Asthma, das oft bereits im Kindesalter beginnt, gibt es auch intrinsische Asthmaformen, die häufig erst im Alter von dreißig bis vierzig Jahren beginnen.

Die Therapie besteht in der Behandlung mit entzündungshemmenden und falls nötig mit bronchienerweiternden Medikamenten. Besteht eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Allergieauslöser, wie Tierhaare, sollten diese gemieden werden. So lassen sich die Atemnotanfälle häufig vermeiden.


Schematische Darstellung der Atemwege und eines Bronchus im Querschnitt: Ganz innen die Schleimhaut, dann dunkelrot die Muskelschicht

W&B/Dr. Ulrike Möhle

nach obenUrsachen

Beim Asthma kommen zwei Dinge zusammen: Erstens eine Veranlagung, die dazu führt, dass die entzündeten Bronchien besonders empfindlich auf bestimmte Reize reagieren und zweitens äußere Auslöser, wie zum Beispiel Allergene, Atemwegsinfekte oder kalte Luft, welche die typischen Atemnotanfälle hervorrufen können.


Die asthmatische Entzündung der Atemwege führt zu einer Schwellung der Schleimhaut, einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und einer gesteigerten Produktion von Schleim in den Bronchien. Dies behindert die Atmung. Charakteristischerweise ist die Ausatmung betroffen und es entstehen pfeifende und brummende Atemgeräusche (so genanntes Giemen, auf Englisch "wheezing"). In schweren Fällen bleibt vorübergehend nach jedem Atemzug etwas mehr Luft in den Lungen als normal, der Arzt spricht von einer Überblähung.


Mediziner unterscheiden zwei Hauptformen von Asthma: Zum einen das allergische Asthma, auch extrinsisches Asthma genannt und zum anderen das intrinsische Asthma, früher auch nicht-allergisches Asthma genannt.


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Asthma verstehen, weniger leiden

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Wichtig: Nicht alle Asthma-Erkrankungen lassen sich eindeutig der einen oder anderen Form zuordnen – es gibt auch Mischformen!
 Die Forschung identifiziert immer mehr Asthmaformen, bei denen sich der Grad und die Charakteristika der Entzündung sowie die betroffenen Patienten unterscheiden. Zum Beispiel sind Frauen und Männer häufig in verschiedenem Alter von verschiedenen Asthmatypen betroffen.

Allergisches Asthma
Wie der Name schon andeutet, entsteht allergisches Asthma durch eine allergische Reaktion. Auslöser sind bestimmte Stoffe, die so genannten Allergene, wie beispielsweise Pollen von Pflanzen, Hausstaubmilbenkot oder Tierhaare. Dem allergischen Asthma liegt eine erbliche Veranlagung zu Grunde. Es setzt oft bereits in der Kindheit oder Jugend ein.

Intrinsische (nicht allergische) und weitere besondere Formen von Asthma
Das intrinsische Asthma kann ganz unterschiedliche Ursachen haben:

  • Infektbedingtes Asthma

Infektionen, die meist viral bedingt sind, machen die Atemwege anfällig und lösen eine Atemwegsentzündung aus, die zur Verkrampfung der Bronchien, Verschleimung, Husten und Atemnot führt. Anfangs verschwindet das Asthma nach dem Abklingen der Erkältung, jedoch wird es häufig im Laufe der Jahre chronisch.

  • Medikamentös bedingtes Asthma

Asthmakranke reagieren häufig auf bestimmte Medikamente wie beispielsweise Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure) oder Entzündungshemmer (so genannte nicht-steroidale Antiphlogistika). Dabei handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern um eine genetisch veranlagte Unverträglichkeit von bestimmten Arzneimittel, die jedoch für den Beobachter wie eine allergische Reaktion abläuft.


Bronchien bei Asthma: Angeschwollene Schleimhaut, zäher Schleim, die Bronchialmuskeln ziehen sich zusammen, was die Atemwege verengt

W&B/Dr. Ulrike Möhle
  • Asthma als Reaktion auf chemische oder giftige Stoffe

Bestimmte Reizstoffe aus der Umwelt (Smog, Rauch, Staub, Dämpfe, Ozon) können ebenfalls ein Asthma hervorrufen. Kommt der Betroffene damit im Rahmen seiner Arbeit in Kontakt, spricht man von Berufsasthma.

Einige weitere Asthmaformen:

  • Ein besonderer Asthmatyp ist das Asthma von stark übergewichtigen Frauen, das meist um das 30. Lebensjahr herum auftritt und auf die klassische Asthmabehandlung nicht gut anspricht.
  • Schwer zu behandeln ist auch das Asthma der Raucher, das wiederum besondere Eigenschaften aufweist.
  • Belastungsasthma ist eine Asthmaform mit wenig oder fehlenden entzündlichen Veränderungen und wird heute korrekterweise Verkrampfung der Bronchien unter Belastung (Belastungsbronchospasmus) genannt. Diese Asthmapatienten haben keine Beschwerden, wenn sie sich nicht stark belasten. Schwimmen, Langlaufski und Schlittschuhlaufen sind Sportarten in denen sehr viele Sportler an Belastungsasthma leiden. Hiervon zu unterscheiden sind nicht optimal behandelte Asthmapatienten mit Symptomen auch im Ruhezustand, die auf körperliche Belastung mit einer Verstärkung der Atemnot reagieren. Der Bronchospasmus kann sowohl während der Belastung, als auch danach, wenn der Patient die körperliche Aktivität bereits beendet hat, auftreten. 

Raucht das Baby passiv mit, erhöht das das Risiko für Atemwegskrankheiten

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nach obenRisikofaktoren

Bestimmte Umstände und Voraussetzungen können Asthma begünstigen:
• Allergische Menschen, die an Heuschnupfen, Neurodermitis oder Milchschorf erkrankt sind oder waren, haben ein höheres Risiko für Asthma.
• Nikotin: Rauchen ist Gift für die Atemwege und erhöht deren Anfälligkeit. Auch Passivrauchen steigert das Risiko für Atemwegserkrankungen. Darüberhinaus vermindert das Rauchen die Wirkung der wichtigsten Asthmamedikamente.
• Atemwegsinfekte: Häufige Atemwegsinfekte machen die Luftwege anfällig und können den Boden für Asthma bereiten.
• Geringes Gewicht bei der Geburt: Diese Kinder leiden später häufiger unter Asthma als normalgewichtige Neugeborene.
Übergewicht und Bewegungsmangel im Kindesalter erhöhen ebenfalls das Asthmarisiko.


Atemnot: Notfallmedikamente können bei einem Asthmaanfall helfen

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nach obenSymptome

Der Begriff "Asthma" stammt aus dem Griechischen und bedeutet Keuchen. Das weist bereits auf ein wichtiges Symptom hin: Atemnot, die anfallsartig und bevorzugt in der Nacht auftritt. Zudem können pfeifende oder brummende Geräusche vorwiegend beim Ausatmen entstehen. Auch ein chronischer Husten kann auf Asthma hinweisen. Viele Patienten haben gar keine Atemnot, sondern klagen über Beklemmungsgefühle in der Brust oder es stehen Schmerzen bei Einatmen kalter Luft im Vordergrund. Im akuten Anfall kann es auch zu Herzrasen (Tachykardie) und bei massiver Atemnot zu einer bläulichen Verfärbung der Lippen und Haut kommen. Dann ist schnellstes Handeln angesagt und es sollte unbedingt der Notarzt alarmiert werden!

Die genannten Krankheitszeichen schwanken in ihrer Ausprägung und in ihrem Schweregrad. Weiterhin typisch ist für Asthma, dass die Beschwerden völlig oder zumindest teilweise wieder abklingen und zwar entweder von selbst oder nach Einnahme bestimmter Medikamente. Sie können aber jederzeit erneut wieder in Erscheinung treten. Nach einem beschwerdefreien Zeitraum kann es beispielsweise zu vorübergehenden Perioden mit Husten und Atemnot oder auch zu einem akuten Asthmaanfall kommen.

Komplikationen

Eine gefürchtete Komplikation bei Asthma ist der Status asthmaticus, also der lebensbedrohliche Asthmaanfall, der sich nicht so einfach mit Medikamenten durchbrechen lässt und daher über 24 Stunden und länger anhält. Dabei kann es dazu kommen, dass der Gasaustausch in der Lunge versagt und der Asthmapatient nur noch ungenügend mit Sauerstoff versorgt wird. Bei einem schweren Asthmaanfall mit starker Luftnot, die sich bei Gabe der vom Arzt verordneten Notfallmedikamente nicht rasch bessert, sollte man daher unbedingt den Notarzt rufen. Als Folge eines schweren Anfalls kann es auch zu einer akuten Überblähung der Lungen kommen.


Die Lungenfunktionsprüfung hilft dabei, Asthma zu diagnostizieren

W&B/Christine Schneider

Diagnose


Zu Beginn befragt der Arzt den Betroffenen, um sich ein genaues Bild von den Beschwerden zu machen. Dabei wird er auch auf frühere Krankheiten und Erkrankungen in der Familie eingehen, sich nach Allergien und nach den Reizen erkundigen, welche die Beschwerden auslösen.

Anschließend untersucht er den Patienten und hört die Lungen ab, um herauszufinden, ob typische asthmatische Atemgeräusche vorliegen. Unbedingt notwendig, um die Diagnose Asthma stellen zu können, ist dann ein Lungenfunktionstest. Zusätzlich kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen, zum Beispiel um bei allergischem Asthma die Auslöser dingfest zu machen oder um andere Krankheiten auszuschließen.

Lungenfunktionsprüfung

Bei der Spirometrie vollführt der Patient unter Anleitung verschiedene Atemmanöver während er mit Hilfe eines Mundstücks in ein Gerät atmet. Auf diese Weise ist es möglich, Rückschlüsse auf verschiedene Atemvolumina zu ziehen. Wenn man den Atemwegswiderstand und auch das Residualvolumen (die Luftmenge, die nach einer maximalen Ausatmung in der Lunge noch verbleibt) bestimmen will, führt man die Messung in einer geschlossenen Glaskabine durch, das Verfahren heißt Ganzkörperplethysmographie. Wichtig bei der Spirometrie ist vor allem der Wert der so genannten Sekundenluft (FEV1). Denn je stärker die Bronchien verengt sind, umso weniger Luft kann in einer Sekunde ausgeatmet werden.

Bei der Peak-Flow-Messung, die auch mit kleineren Geräten und zur Selbstkontrolle zuhause erfolgen kann, wird die maximale Strömungsgeschwindigkeit der ausgeatmeten Luft bestimmt (Einheit: Liter pro Minute) – der so genannte Spitzenfluss. Dabei ist nicht ein langes, sondern ein möglichst kraftvolles und schnelles Ausatmen erforderlich.

Untersuchungen der Lungenfunktionen dienen auch dazu, den Verlauf des Asthmas zu kontrollieren. Durch den Vergleich der Werte aus älteren und neueren Messungen lassen sich mögliche Veränderungen in den Atemwegen über längere Zeit verfolgen. Die Lungenfunktionsprüfung hilft dem Arzt, sich ein genaues Bild über den Zustand des Asthmapatienten unter Behandlung zu machen und so die Therapie zu steuern. Ein "kontrolliertes" Asthma liegt vor, wenn der Patient keine Symptome und eine normale Lungenfunktion hat.

• Provokationstest
Ist das Ergebnis der normalen Spirometrie unauffällig und besteht trotzdem der Verdacht auf das Vorliegen eines Asthmas kann ein Provokationstest zum Nachweis eines überempfindlichen (hyperreagiblen) Bronchialsystems weiterhelfen, um die Diagnose zu sichern. Der Patient atmet eine Testsubstanz ein, welche die Bronchien, falls sie überempfindlich sind, verengt. Ist der Wert der Sekundenluft (FEV1) um mindestens 20 Prozent geringer als ohne künstliche Reizung, spricht dies für ein überempfindliches Bronchialsystem. Die Verengung der Bronchien kann auch durch Einatmung von kalter Luft oder durch körperliche Belastung provoziert werden

• Bronchospasmolyse-Test
Dabei wird eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt. Wenn die Bronchien verengt sind, inhaliert der Patient anschließend ein Medikament zur Erweiterung. Ist der gemessene FEV1-Wert mindestens 15 Prozent besser als ohne Medikament, ist der Verdacht auf Asthma begründet und eine Therapie ist notwendig.


Der Prick-Test trägt dazu bei, Allergieauslöser zu finden

W&B/Winfried Fischer

Allergietests

Wie erwähnt, ist Asthma oftmals allergisch bedingt. Deshalb ist es sehr wichtig herauszufinden, ob vielleicht eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe besteht. Dies geschieht durch Hauttests und Blutuntersuchungen. In seltenen Fällen kann auch eine Provokationstestung mit den vermuteten Allergenen erforderlich sein.

Beim sogenannten Prick-Test werden verschiedene Teststoffe in Form jeweils eines Tröpfchens auf die Haut, meist am Unterarm aufgebracht und die Haut anschließend mit einer Lanzette angeritzt. Zeigen sich nach etwa fünfzehn Minuten kleine Schwellungen (Quaddeln) mit oder ohne Rötung auf der Haut, deutet das auf eine Allergie gegen die betreffende Substanz hin. Der Prick-Test besagt jedoch nicht unbedingt etwas darüber, ob das jeweilige Allergen auch für die Entstehung der Asthmaanfälle eine Rolle spielt.

Möglicher Allergieauslöser können aber auch zusätzlich anhand bestimmter Blutwerte ermittelt werden. Bei vielen Asthmatikern ist der Antikörper-Spiegel des Immunglobulins E (IgE) im Blut erhöht. Die Bestimmung von IgE-Antikörpern gegen bestimmte Allergene, wie zum Beispiel Katzenhaare, ist ebenfalls möglich. Ein positives Ergebnis spricht jedoch erst zusammen mit dazu passenden Daten aus den Untersuchungen und der Krankengeschichte dafür, dass dieses Allergen nicht nur zu einer Sensibilisierung geführt hat, sondern auch für das Asthma (mit)verantwortlich ist.

Nicht ungefährlich ist ein inhalativer Allergenprovokationstest. Dabei atmet der Asthmatiker das fragliche Allergen ein. Anschließend wird seine Reaktion beobachtet und die Lungenfunktion gemessen. Da es dabei manchmal auch zu schweren Atemnotanfällen sofort nach der Testung oder auch bis zu sechs Stunden später kommen kann, muss der Test unter ärztlicher Kontrolle und mehrstündiger Überwachung von Ärzten erfolgen, die mit der Methode Erfahrung haben. Heute wird die Allergenprovokation fast ausschließlich bei Fragestellungen zu beruflichen Allergenen eingesetzt.

Für alle Allergietests gilt: Medikamente, welche allergische Reaktionen unterdrücken, müssen meist einige Zeit vorher abgesetzt werden. Üblicherweise werden die Tests dann durchgeführt, wenn der Patient nur sehr wenig oder keine Symptome hat. Genauere Informationen dazu gibt Ihnen jedoch Ihr untersuchender Arzt.

Weitere Untersuchungen

Eine Röntgenuntersuchung kann helfen, etwaige andere Erkrankungen der Lunge auszuschließen.

  • Blutgasanalyse

Sie dient dazu, zu untersuchen, wie gut die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff über die Lungen sowie die Entsorgung des bei Stoffwechselprozessen im Körper entstehenden Kohlenstoffdioxid funktioniert. Dazu wird Blut aus einem Ohrläppchen oder Blutgefäß entnommen und auf den Gehalt an Sauerstoff und Kohlendioxid getestet. Überprüft wird dabei auch der Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Schwere Erkrankungen der Atemorgane verschlechtern zunächst die Sauerstoffversorgung. Erst später ist auch der Abtransport von Kohlendioxid behindert. Bei Asthma ist das jedoch extrem selten.

  • Sputum-Untersuchung

Hierbei wird der abgehustete Schleim, das so genannte Sputum, untersucht. Die Untersuchungstechnik ist sehr aufwendig, die Untersuchung der Zellen im Auswurf wird nur in speziellen Zentren angeboten. Finden sich bestimmte weiße Blutkörperchen, eosinophile Granulozyten genannt, kann das ein Anzeichen für Asthma sein. Es gibt aber auch Asthmaformen, wo die neutrophielen weißen Blutkörperchen vorherrschend sind. Letzteres Krankheitsbild spricht auf die heute verfügbare Asthmatherapie nicht sehr gut an. Auch Bakterien können im Sputum enthalten sein und statt auf Asthma auf eine Infektion der Atemwege hinweisen.

nach obenEinteilung in Schweregrade

Durch die Behandlung können sich bei Asthma die Symptome und die Lungenfunktion bessern. Deshalb ist es sinnvoll, bei Patienten unter Therapie zunächst die Asthmakontrolle zu erfassen. Hierzu gehören folgende Faktoren:

1.    Bestehen Asthmasymptome tagsüber mehr als 2x pro Woche?
2.    Bestehen jemals Asthmasymptome nachts?  
3.    Muss der Patient mehr als zweimal pro Woche sein Bedarfsspray benützen?
4.    Ist der Patient bei seinen Aktivitäten durch das Asthma behindert?

Das Asthma gilt als kontrolliert, wenn

  • tagsüber Symptome nicht oder maximal zweimal pro Woche auftreten
  • folglich Inhalationen mit dem Bedarfsspray weniger als zweimal pro Woche erforderlich sind
  • keine nächtlichen Symptome bestehen
  • die Aktivitäten durch das Asthma nicht beeinflusst werden und
  • die Lungenfunktion normal ist

Falls nicht alle Kriterien zutreffen, spricht man von teilweise kontrolliertem Asthma. Falls mehr als drei Kriterien nicht erfüllt sind (zum Beispiel nächtliche Asthmaanfälle, häufige Symptome tagsüber und eine eingeschränkte Lungenfunktion), ist das Asthma nicht kontrolliert. Neben dem Erreichen der Asthmakontrolle ist es genauso wichtig, das Risiko für zukünftige Asthmaverschlechterungen zu senken.

Der Schweregrad des Asthmas hängt davon ab, wie viele Medikamente nötig sind und wie gut es gelingt im Verlauf das Asthma kontrolliert zu halten. Daraus folgt auch, das der Asthma Schweregrad erst im Verlauf einer mehrmonatigen Beobachtung und Behandlung festgestellt werden kann und sich mit der Zeit auch ändern (verbessern oder verschlechtern) kann.

1.    Leichtes Asthma: Mit der Therapiestufe 1 oder 2 (siehe unten) ist eine Kontrolle des Asthmas erreichbar
2.    Mittelschweres Asthma: Zur Asthmakontrolle Therapiestufe 3 erforderlich
3.    Schweres Asthma: Wenn der Patient Therapiestufe 4 oder 5 zur Kontrolle benötigt oder wenn das Asthma ungeachtet der Therapie auf Stufe 4 oder 5 unkontrolliert bleibt.


Ob Dosieraerosol, Vernebler oder Pulverinhalator: Asthmamedikamente richtig anwenden will gelernt sein

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nach obenTherapie

Asthma ist zwar nicht heilbar, aber mit Medikamenten lässt sich die Krankheit gut kontrollieren. Damit kann den Patienten ihre Lebensqualität weitgehend erhalten werden: Bei optimaler Therapie besteht volle körperliche Leistungsfähigkeit.
Eine erfolgreiche Behandlung von Asthma ruht auf mehreren Säulen:

1. Medikamente, um die Beschwerden zu lindern und die Asthmaanfälle in den Griff zu bekommen

2. Meiden der Auslöser der Erkrankung (so weit möglich) und Hyposensibilisierung (falls im Einzelfall erfolgversprechend)

3. Ergänzende Maßnahmen

4. Schulung des Patienten

5. Ständige Kontrolle des Krankheitsverlaufs durch den Arzt und den Betroffenen

Hilfe bei akuten Asthmaanfällen

Im Notfall sollte man wissen, was zu tun ist. Auch wenn Asthmapatienten zwangsläufig Erfahrungen im Umgang mit akuten Anfällen sammeln: Jeder Anfall erfordert umgehendes, richtiges Handeln. Zumal sich durch die beklemmende Atemnot bei akuten Asthmaanfällen oft Angst vor dem Ersticken einstellt und die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt ist. Daher gilt:

  • Ruhe bewahren
  • Notfallmedikamente unverzüglich wie vom Arzt verordnet inhalieren (Achtung: Anzahl der insgesamt verabreichten Hübe notieren oder merken, da sie für den Notarzt relevant sein kann!)

Der Kutschersitz kann das Atmen erleichtern

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  • Das Atmen lässt sich durch bestimmte Körperhaltungen und Atemtechniken 
erleichtern. Die Muskeln, die normalerweise die Arme an den Körper heranführen, können in diesen Stellungen dabei helfen, den Brustkorb zu weiten. In Schulungen oder von Ihrem Arzt können sich Asthmatiker solche Haltungen und Techniken zeigen lassen.
  • Wenn nach zehn Minuten noch keine deutliche Besserung eingetreten ist: Erneut Notfallmedikamente inhalieren und gegebenenfalls, falls von Arzt für diese Fälle verordnet, auch eine Kortikosteroidtablette einnehmen.

Wichtig: Falls nötig, einen Notarzt rufen (insbesondere dann, wenn der Patient blau anläuft, er kaum noch sprechen kann, der Puls bei Erwachsenen mehr als 110 Schläge pro Minute beträgt oder die Beschwerden trotz der Eigenbehandlung nach 15 Minuten nicht besser werden)

1. Medikamente
Die Wirkstoffe werden verschiedenen Gruppen zugeordnet:

  • Kortikosteroide zum Inhalieren hemmen die Entzündung in den Bronchien. Sie sind deshalb das wichtigste Mittel in der Asthmabehandlung. Diese Medikamente ähneln dem in der Nebenniere hergestelltem Kortison. Bei dauerhafter Anwendung bewirken diese Sprays ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion und hemmen die allergische Reaktion. Die Dosis passt der Arzt je nach Schweregrad des Asthmas an mit dem Ziel, eine volle oder zumindest teilweise Kontrolle des Asthmas zu erreichen (siehe Kapitel Diagnose). Bei einer sehr schweren Erkrankung kann es notwendig sein Kortikosteroide als Tabletten einzunehmen. Mögliche Nebenwirkungen der inhalierten Kortikosteroide sind Heiserkeit und Pilzbefall der Mundschleimhaut (Mund-Soor). Vorbeugen kann man letzterem teilweise, indem man die Medikamente vor den Mahlzeiten inhaliert oder anschließend den Mund spült. Bei langfristigem Gebrauch von Kortikosteroiden als Tabletten kann es unter anderem zu einer Gewichtszunahme, zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, Knochenentkalkung (Osteoporose) und Störungen des Mineralhaushalts kommen.
  • Kurzwirksame Betamimetika ("Bedarfsspray", auch "Notfallspray" genannt) werden inhaliert und helfen bei Bedarf, wenn plötzlich Atemnot oder ein Hustenanfall auftritt, indem sie die Atemwege erweitern und so die Luftnot lindern. Asthmatiker sollten solche Medikamente deshalb immer greifbar haben. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Herzrasen, Zittern, Unruhe und Schlaflosigkeit.
  • Langwirksame Betamimetika erweitern ebenfalls die Bronchien. Ihre Wirkung hält länger an als die der kurzwirksamen Betamimetika, kann bei manchen Präparaten aber auch später einsetzen. Langwirksame Betamimetika sind Medikamente zur Dauertherapie, werden ein bis zweimal täglich inhaliert und praktisch nur in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden eingesetzt.
  • Leukotrienrezeptorantagonisten verhindern, dass die Leukotriene, Botenstoffe, die an der Entwicklung der Entzündungsreaktion mitbeteiligt sind, ihre Wirkung entfalten können. Leuktotrienrezeptorantagonisten sind nicht bei allen Patienten wirksam. Zeigt sich nach ein bis zwei Monaten Behandlungsdauer noch keine Besserung, kann das eventuell ein entsprechender Hinweis sein. Diskutieren Sie dann mit Ihrem Arzt das weitere Vorgehen.
  • Methylxanthine (zum Beispiel Theophyllin) wirken ähnlich wie Betamimetika: Sie erweitern die Bronchien, allerdings deutlich schwächer als Betamimetika. Sie regen zusätzlich das Atemzentrum im Gehirn sowie die Atemmuskulatur an. Ihnen wird auch eine antientzündliche Wirkung zugesprochen. Auf diese Weise lindern sie die Luftnot. Da Methylxanthine jedoch weniger wirksam sind als Betamimetika und zahlreiche und zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen haben, sind sie nur als Reservemedikament angezeigt, wenn die übrigen Therapieoptionen nicht ausreichen.
  • Anticholinergika erweitern ebenfalls die Bronchien. Bei nichtkontrolliertem Asthma können sie neben inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Betamimetika als Zusatzbehandlung eingesetzt werden.

Therapie in Stufen

Ziel der Behandlung ist es, eine vollständige oder – falls das nicht möglich ist – zumindest eine teilweise Kontrolle des Asthmas zu erreichen. Hierfür passt der Arzt die Behandlung dem aktuellem Befinden und Symptomen des Patienten und den Lungenfunktionswerten, also dem Grad der Asthmakontrolle, an. Man unterscheidet:

  • Basistherapie: Das sind die inhalativen Kortikosteroide. Wenn sie alleine nicht ausreichen, um die Asthmakontrolle zu erreichen, müssen
  • zusätzliche Medikamente zur Basistherapie gegeben werden. Die erste Wahl zur Ergänzung sind langwirksame Betamimetika, die zweite Wahl Leukotrienantagonisten, Anticholinergika, Theophyllin und Kortisontabletten.
  • Bedarfsmedikation: Alle Asthmapatienten bekommen zusätzlich schnell wirksame bronchialerweiternde Mittel (kurzwirksame Betamimetika), eventuell als Kombinationspräparat mit dem inhaierbaren Kortikosteroid in einem Spray. Im letzteren Fall nimmt der Patient die gleiche Kombination als Basistherapie und zusätzlich wenn nötig als Notfalltherapie (MART=Maintainance And Reliever Treatment, also Basis- und Bedarfstherapie)

Je nach Notwendigkeit und mit dem Ziel der Asthmakontrolle vor den Augen werden fünf Therapiestufen gebildet:


Stufe 1:  ausschließlich kurzwirksame Betamimetika zum Inhalieren für Patienten mit ganz leichtem sporadisch auftretendem Asthma. Sobald ein Patient mehr als zweimal pro Woche diese Notfallmedikamente benötigt, braucht er bereits zusätzlich die nächste Stufe;
Stufe 2: inhalatives Kortikosteroid, in niedriger Dosis für tägliche Inhalationen. Medikamente für die  zweite Wahl, also wenn inhalative Kortikosteroide nicht gegeben werden können: Leukotrienantagonisten, Theophyllin
Stufe 3: inhalatives Kortikosteroid in niedriger Dosis in Kombination mit einem langwirksamen Betamimetikum. Zweite Wahl: anstelle des langwirksamen Betamimetikums Leukotrienantagonist oder Theophyllin.
Stufe 4: inhalatives Kortikosteroid in hoher Dosis in Kombination mit einem langwirksamen Betamimetikum. Zweite Wahl: hochdosiertes inhalatives Kortikosteroid in Kombination mit langwirksamen Betamimetikum und zusätzlich langwirksames Anticholinergikum oder Leukotrienantagonist oder Theophyllin.
Stufen 5: zusätzlich zur Therapie auf Stufe 4 bei Patienten mit allergischem Asthma das biologische Medikament Omalizumab (enthält Antikörper gegen die allergische Reaktion). Zweite Wahl: Kortikosteroid Tabletten als Dauertherapie


2. Meiden der Auslöser
Sind die Auslöser von Asthmaanfällen bekannt, sollten die Betroffenen sie so gut wie möglich meiden. Das gilt sowohl für Allergene, wie auch andere asthmaauslösende Reize wie kalte Luft, Nebel oder Stäube. Atemwegsinfekte bei Asthma sind meistens durch Viren ausgelöst, nur falls ein bakterieller Infekt sich daraus entwickelt, sollte der Arzt antibiotisch behandeln.

Stellt der Arzt die Diagnose eines durch Medikamente bedingten Asthmas, wird er das verursachende Mittel absetzten und dem Patienten einen Allergiepass mit Nennung des Auslösers und von Alternativen ausstellen. Bestimmte Arzneimittel, wie Betablocker, sind Asthmatikern nur in Ausnahmefällen zu verordnen, wenn unbedingt nötig (z.B. nach Herzinfarkt), weil sie die Bronchien verengen und damit Atemnotsanfälle auslösen können. Asthmapatienten sollten ihre behandelnden Ärzte darauf hinweisen, dass Sie unter Asthma leiden! Der Arzt kann dies dann bei der Auswahl der Medikamente berücksichtigen.

Bei einer Allergie gegen Pollen oder Hausstaubmilben kommt eine Hyposensibilisierung in Frage, bei der das Immunsystem langsam wieder an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt wird. Die Therapie dauert in der Regel drei bis fünf Jahre und sollte nur von einem Spezialisten durchgeführt werden.
 Bei dieser Methode, die auch als spezifische Immuntherapie bekannt ist, werden in regelmäßigen Abständen Extrakte des entsprechenden Allergens unter die Haut gespritzt oder täglich als Tabletten oder Tropfen gegeben.


Sport ist auch für Asthmatiker möglich

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3. Ergänzende Maßnahmen
Medikamente spielen zwar eine sehr wichtige Rolle in der Therapie der chronischen Atemwegskrankheit, doch es gibt zahlreiche weitere Maßnahmen, die Asthmatikern ebenfalls helfen. Allerdings ersetzen diese Maßnahmen eine Therapie mit Medikamenten nicht, sondern ergänzen diese nur!

  • Richtig Atmen im Asthmaanfall

Atmen bei Asthma will gelernt sein – auch wenn sich das eigenartig anhört. Doch eine ganze Reihe von Atemtechniken kann helfen, besser Luft zu bekommen. Sie sind leicht zu erlernen, verbessern die Lebensqualität und sind eine wichtige Hilfe für Notfälle. Viele Ärzte und Physiotherapeuten bieten spezielle Atemkurse für Asthmatiker an.

  • Sport

Asthma und Sport sind kein Widerspruch – ganz im Gegenteil. Regelmäßiges körperliches Training gehört unbedingt mit zur Behandlung. Denn es verbessert die Lungenfunktionen und den Gasaustausch, steigert die Herzleistungsfähigkeit und die Sauerstoffnutzung in den Muskeln. So gilt regelmäßiges Ausdauertraining in Kombination mit den individuell richtigen Medikamenten heute als optimale Asthmatherapie. Sportliche Überforderung sollte jedoch vermieden werden. Besprechen Sie daher unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Sportarten in welchem Leistungsumfang für Sie geeignet sind.

  • Psychologische Unterstützung

Die meisten Asthmapatienten können so eingestellt werden, dass sie keine Symptome haben. Allerdings ist die tägliche Inhalation von Medikamenten nicht jedermanns Sache mit der Folge, dass keine Asthmakontrolle erreicht wird. Ein kleiner Teil der Patienten erlangt auch trotz vorschriftsmäßiger Therapie keine Asthmakontrolle. Asthmapatienten müssen daher lernen, mit ihrer Erkrankung zu leben. Keine einfache Aufgabe. Denn chronisch krank und ständig auf Medikamente angewiesen zu sein, bedeutet auch einen gewissen Kontrollverlust. Mutlosigkeit, Zweifel und das Gefühl, ohnehin nichts bewirken zu können, stellen sich dann schnell ein. Psychotherapeutische Unterstützung kann dem Patienten in solchen Fällen sehr gut helfen, wieder zuversichtlicher im Umgang mit seiner Krankheit zu werden. Dabei empfiehlt es sich, Angehörige und Lebenspartner in die Behandlung mit einzubeziehen.


Entspannungstechniken bauen Stress ab

W&B/Bernhard Huber
  • Entspannung lindert

Emotionaler Stress kann Asthmaanfälle auslösen oder bestehende asthmatische Beschwerden verschlimmern. Entspannungstechniken bauen Stress ab, verbessern die Lebensqualität und erleichtern den Umgang mit Asthma. 

Wer eine Entspannungstechnik erlernen möchte, sollte das zunächst mit dem Arzt besprechen. Denn er kann beurteilen, welches Verfahren am besten infrage kommt und hilft mit Informationen zu Angeboten und Kursen weiter.

  • Klimawechsel

Häufig tut Patienten mit Asthma ein vorübergehender Klimawechsel gut. Denn das Umstellen auf eine veränderte Temperatur, Luftzusammensetzung, Sonneneinstrahlung sowie andere Windverhältnisse oder Höhenlagen und die Entspannung im Urlaub können positive Auswirkungen auf den Körper haben. Bei Pollenallergien hilft es generell, Regionen aufzusuchen, in denen die betreffenden Pollen zur für den Patienten zuhause kritischen Zeit noch oder schon nicht mehr fliegen.

4. Patientenschulung
Viele Asthmapatienten müssen sich darauf einstellen, dass sie diese Krankheit ihr Leben lang begleiten könnte. Deshalb sollten die Betroffenen lernen, wie sie ihren Alltag mit der Krankheit bewältigen können und vor allem, wie sie mit ihren Beschwerden – auch in akuten Notfällen – umgehen. Dazu gehört die richtige Anwendung der jeweils verordneten Medikamente und die Kenntnis der Maßnahmen, die bei Asthmaanfällen erforderlich sind. 

All das vermitteln spezielle Schulungsprogramme für Asthmatiker. Diese haben sich als sehr wirkungsvolle Hilfe für die Patienten erwiesen. Es empfiehlt sich, beim Arzt nach solchen Lehrgängen zu fragen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Patientenschulung.


Die Peak-Flow-Messung zeigt, wie gut das Asthma unter Kontrolle ist

W&B/Jörg Neisel

5. Regelmäßige Kontrolle der Erkrankung durch den Arzt und den Betroffenen
Wie für alle chronisch Kranken sind auch für Asthmapatienten regelmäßige Arztbesuche
sinnvoll. So ist gewährleistet, dass die Therapie stets auf aktuellem Stand und der eigenen Situation angemessen ist. Nebenwirkungen können frühzeitig erkannt oder rechtzeitig verhindert werden.

Regelmäßige Lungenfunktionsprüfungen sind zudem unbedingt erforderlich, um die Therapie dem jeweiligen Krankheitsstadium anzupassen. Auch Selbstmessungen durch den Patienten können sinnvoll sein. Als Vergleich dient der persönliche Peak-Flow-Bestwert, also der höchste Peak-Flow-Wert, der ermittelt werden konnte, als der Patient gerade beschwerdefrei war. 

Die Ergebnisse der Peak-Flow-Messungen werden dann nach dem Ampelschema ermittelt. Ein Peak-Flow von 80 bis 100 Prozent des Bestwertes bedeutet "grün" – alles in Ordnung. Liegen die Werte zwischen 60 und 80 Prozent des Bestwertes, steht die Ampel auf "gelb" – der Verengung der Atemwege muss entgegen gewirkt werden, indem die Therapie angepasst wird. Bei Peak-Flow-Werten von weniger als 60 Prozent liegt ein Notfall vor. Patienten sollten unverzüglich ihre Notfallmedikamente anwenden und einen Arzt kontaktieren.


Pulverinhalator: Beim Einatmen wird Wirkstoff frei

W&B/Szczesny

nach obenInhalieren will gelernt sein

Viele Wirkstoffe können inhaliert werden – die schnellste und wirksamste Art der Behandlung. Denn beim Inhalieren gelangen die Medikamente auf direktem Wege dorthin, wo sie gebraucht werden – in die Atemwege. Der "Umweg" über Darm und Blutkreislauf entfällt und daher genügen üblicherweise kleinere Wirkstoffmengen. 

Wie die Arzneien inhaliert werden, hängt vom jeweils verwendeten Inhalationssystem ab. Jedes hat seine Vor- und Nachteile – gemeinsam mit dem Arzt muss das individuell am besten passende ausgewählt werden. Wenn möglich, sollte für alle erforderlichen Medikamente die gleiche Art von Inhalationssystem verwendet werden. Grundsätzlich gilt: Vor dem Inhalieren muss man tief ausatmen und nach dem Inhalieren den Atem kurz anhalten. So haben die Wirkstoffe Zeit, sich in der Lunge abzusetzen.

  • Dosieraerosol: Aus einem kleinen Kanister wird der Wirkstoff durch Druck auf das Ventil in Form winzigster Tröpfchen (Aerosol) freigesetzt und über ein Mundstück sofort nach der Freisetzung ("synchron") eingeatmet. Der Wirkstoff kommt in der Lunge jedoch nur dann an, wenn gleichzeitig ausgelöst und tief eingeatmet wird. Anschließend fünf Sekunden die Luft anhalten und langsam ausatmen. Dosieraerosole können ohne oder mit Spacer angewendet werden.
  • Spacer: Dabei handelt es sich um eine Vorsatzkammer, mit der die Koordination beim Inhalieren aus einem Dosieraerosol erleichtert wird. Denn oftmals haben Patienten mit dem gleichzeitigen Drücken und Einatmen der Wirkstoffe ihre Probleme. Hier hilft der Spacer: Er wird wie ein Mundstück auf das Fläschchen mit dem Inhalationsmedikament aufgesetzt. Nach dem Sprühstoß füllt sich zuerst die Luftkammer des Spacers mit dem Aerosol, das sich dann einfach einatmen lässt. Es ist aber wichtig, sofort nach dem Auslösen mit dem Einatmen zu beginnen.
  • Pulverinhalator: Es gibt verschiedene Pulverinhalator-Systeme. Alle haben den Vorteil, dass sie das Medikament direkt durch das Einatmen freisetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass kräftig genug eingeatmet wird. Das jedoch kann bei starker Verengung der Atemwege – etwa während eines Asthmaanfalls bei Erwachsenen – sowie bei Kindern schwierig sein.

Vernebler: Gut für Kinder geeignet

W&B/Jörg Neisel
  • Vernebler: Mit Hilfe von Druck durch Düsen oder mechanische Schwingungen wird hier die Wirkstofflösung vernebelt – es entsteht ein Aerosol, das aus zahllosen feinsten Tröpfchen besteht. Dieser "Nebel" wird dann inhaliert. Da das Aerosol vergleichsweise langsam aus dem Gerät austritt, steht zum Einatmen mehr Zeit zur Verfügung. Zudem muss nicht so kräftig eingeatmet werden. Beides macht den Vernebler geeignet für Kinder und akute Asthmaanfälle.

In den letzten zwei Jahren sind so viele neue Inhalationssysteme (besonders Pulverinhalatoren und Vernebler) auf dem Markt erschienen, dass manchmal selbst die verschreibenden Ärzte den Überblick über die richtige Inhalationstechnik verlieren.
Es ist davon auszugehen, dass bei optimaler, dem verwendeten Spray, Pulverinhalator oder Vernebler angepasster Inhalationstechnik etwa 20 – 30% des inhalierten Medikamentes dort hinkommt, wo es wirken sollte: In den Bronchien. Bei nicht ausreichender Technik kommt unter Umständen gar nichts an. Nicht ausreichende Inhalationstechnik ist die bei Weitem häufigste Ursache für eine ungenügende Asthmakontrolle. Die Deutsche Atemwegsliga hat für jeden auf dem Markt befindlichen Pulverinhalator und für jedes Spray Videofilme von etwa zwei Minuten Dauer angefertigt. Auf der Webseite www.atemwegsliga.de unter "Richtig inhalieren" kann jeder sein Inhalationsmedikament aufrufen und anschauen, wie man richtig inhaliert.


Unser Experte: Dr. med. Peter Kardos

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nach obenBeratender Experte

Dr. med. Peter Kardos ist Facharzt für Innere Medizin, Allergologe und Schlafmediziner. Seit 1979 ist er als niedergelassener Arzt sowie als Belegarzt am Zentrum für Allergologie, Pneumologie &. Schlafmedizin der Klinik Maingau vom Roten Kreuz tätig. Arbeitsschwerpunkte sind die "Diagnostik und Therapie des Hustens", "Klinische Pharmakologie" sowie "Asthma und COPD". Er ist Mitglied in zahlreichen medizinischen Fachgesellschaften wie zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, American Thoracic Society, European Respiratory Society, European Academy of Allergy and Clinical Immunology und der Deutschen Atemwegsliga, deren Schatzmeister er seit 2003 ist. Dr. Kardos war und ist maßgeblich an der Erstellung zahlreicher Leitlinien und Empfehlungen beteiligt, von denen besonders die Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Asthma beziehungsweise COPD zu nennen sind. Er ist federführender Autor der Leitlinie Husten der DGP und der Kurzfassung der Leitlinien Asthma und COPD, die Ärzten einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft ermöglichen.


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, W&B/Szczesny, W&B/Winfried Fischer, W&B/Christine Schneider, W&B/Privat, Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD, W&B/Jörg Neisel, W&B/Bernhard Huber, Jupiter Images GmbH/Comstock Images, Jupiter Images GmbH/Bananastock
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