Zu hoher Alkoholkonsum kann zahlreiche und schwerwiegende Schäden hinterlassen
Ein Glas zuviel: Das beeinträchtigt das Wahrnehmungsvermögen
Alkoholkonsum hat eine direkte und unmittelbare Wirkung auf den Körper, die bereits kurz nach dem Konsum auftritt. Ein zu hoher Alkoholkonsum über längere Zeit kann darüber hinaus aber auch Schäden hervorrufen, die erst nach Monaten oder Jahren deutlich werden. Eine Alkoholsucht verläuft wiederum oft in bestimmten Phasen mit jeweils charakteristischen Verhaltensweisen.
Die Wirkungen des Alkohols auf die Gesundheit lassen sich unterteilen in:
• Die unmittelbaren körperlichen und psychischen Symptome nach dem Konsum von Alkohol (wie Erweiterung der Gefäße, Koordinations- und Bewegungsstörungen, ...)
• Direkte körperliche und psychische Folgen der Alkoholsucht, wie zum Beispiel verminderter Appetit und Gewichtsabnahme, Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Übelkeit, Zittern, erhöhte Reizbarkeit, ...
• Die Folgeschäden des Alkoholkonsums
Hoher Alkoholkonsum erhöht das Risiko für viele verschiedene Krankheiten deutlich. Hierzu zählen neben Leberentzündungen, Leberzirrhose oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen auch Verletzungen, Unfälle, Krebs (insbesondere Tumore der Mundhöhle, des Rachens, der Leber und der weiblichen Brust), Erkrankung der Speiseröhre und des Magens (Entzündungen, Geschwüre, Krebs), Erkrankungen von Herz- und Gefäßsystem (Herzrhythmusstörungen, Herzvergrößerung, ...), Folsäuremangel und eine daraus folgende Blutarmut, Potenzstörungen, Immunstörungen, Schäden am Nervensystem bis hin zu vorgeburtliche Schädigungen des Embryos, wie unter anderem Minderwuchs, geistige Behinderung oder Herzfehler.
Zu den sozialen Folgen gehören oft Schwierigkeiten in der Familie und Probleme am Arbeitsplatz, Verlust von Freunden und Bekannten, Führerscheinentzug oder Konflikte mit dem Gesetz. Alkoholsucht führt in vielen Fällen auch zum sozialen Abstieg und verursacht enorme gesellschaftliche Folgekosten.
Die Phasen der Alkoholabhängigkeit
Obwohl sich die individuellen Formen der Erkrankung oft sehr unterscheiden, gilt folgender Verlauf als typisch:
Zunächst wird immer häufiger getrunken, um Probleme zu bewältigen und bestimmte Situationen besser erträglich zu machen. Ein täglicher Alkoholkonsum kann die Folge sein. Zu einem Rausch muss es dabei nicht kommen.
In einer nächsten Stufe wird Alkohol immer wichtiger, die Gedanken kreisen fast nur noch um das Thema Trinken und darum, sich Alkohol zu beschaffen und die eigenen Trinkgewohnheiten vor Freunden, Familie und Kollegen zu verheimlichen. Dazu kommt ein fortschreitender Kontrollverlust: Betroffene greifen zwanghaft zur Flasche, egal zu welcher Tageszeit. Andere Pflichten, Interessen und soziale Kontakte werden wegen des Alkoholkonsums vernachlässigt. Bei vermindertem Alkoholkonsum treten körperliche und psychische Entzugserscheinungen auf.
Schließlich beherrscht die Alkoholsucht vollständig den Tagesablauf und das Verhalten der Betroffenen. Alkoholsüchtige beginnen meist schon nach dem Aufstehen mit dem ersten hochprozentigen Getränk, sind oft tagelang betrunken und können selbst einfache Dinge ohne Alkohol im Blut nicht mehr erledigen. Geistige Fähigkeiten wie Kritik- und Urteilsfähigkeit lassen stark nach. Körperliche Symptome und Schäden sind jetzt unübersehbar. In vielen Fällen erfolgt spätestens dann ein rascher sozialer Abstieg.
www.apotheken-umschau.de;
20.02.2009, aktualisiert am 08.03.2010
PhotoDisc/ RYF
Anzeige