Sjögren-Syndrom

Das Sjögren-Syndrom gehört zu den Autoimmunerkrankungen. Entzündungen von Tränen- und Speicheldrüsen führen zum Austrocknen von Schleimhäuten

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 17.07.2014

Trockene, brennende Augen? Das kann auf ein Sjögren-Syndrom hindeuten

iStock/J.L.Matt

Das Sjögren-Syndrom ist eine chronisch-entzündliche, rheumatische Erkrankung.  Entzündet sind sekretbildende Drüsen, vor allem die Tränen- und Speicheldrüsen (Fachbegriff: Sialadenitis). Durch die Entzündung vermindert sich die Sekretmenge. Folge: Die Schleimhäute trocknen leicht aus.

Wer ist von einem Sjögren-Syndrom betroffen?

Ein Sjögren-Syndrom kann als eigenständige Erkrankung auftreten (primäres Sjögren-Syndrom) oder im Zusammenhang mit anderen Krankheiten des Immunsystems, zum Beispiel rheumatoider Arthritis (sekundäres Sjögren-Syndrom). Innerhalb der rheumatischen Erkrankungen ist sie nach der rheumatoiden Arthritis die zweithäufiste. Betroffen sind deutlich mehr Frauen als Männer. Meist stellt der Arzt die Erkrankung erst nach den Wechseljahren fest.


Was sind typische Beschwerden bei Sjögren-Syndrom?

Typisch für ein Sjögren-Syndrom sind trockene Augen und ein trockener Mund. Seltener kommt es auch zu anhaltender Trockenheit der Schleimhäute in der Nase und im Scheidenbereich. Mediziner bezeichnen das als Sicca-Symptomatik.

Durch den Mangel an schützendem Sekret drohen am Auge Bindehautentzündungen und andere entzündliche Veränderungen der Schleimhäute. Bei schweren Verlaufsformen kann es zu Hornhautschäden kommen.

Weitere Symptome können vielfältig sein: Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen, der Lymphknoten und von Gelenken sowie Gelenkschmerzen können sich einstellen. Krampfartige Gefäßverengungen können phasenweise zu einer schmerzhaften Minderdurchblutung einzelner Finger führen, dem sogenannten Raynaud-Phänomen.

Wie verläuft ein Sjögren-Syndrom?

Vergleichsweise selten sind auch innere Organe wie Lunge, Niere oder Blutgefäße von der Erkrankung betroffen – bei schwerem Verlauf Nerven in Form einer Polyneuropathie und selten das Gehirn. Die Betroffenen tragen außerdem ein erhöhtes Risiko, an einer bösartigen Erkrankung der Lymphdrüsen (Lymphom) zu erkranken. In den meisten Fällen verläuft ein primäres Sjögren-Syndrom jedoch gutartig. Die Prognose bei einem sekundären Sjögren-Syndrom ist vor allem von der Grunderkrankung abhängig.


Beratender Experte: Dr. med. Christian Tomiak, Internist mit Schwerpunkt Rheumatologie

W&B/Privat

Wie behandelt man ein Sjögren-Syndrom?

Solange ein Sjögren-Syndrom auf die sekretbildenden Drüsen beschränkt bleibt, werden überwiegend die Symptome behandelt. Ziel ist es, die betroffenen Schleimhäute feucht zu halten. Die Betroffenen sollten beispielsweise ausreichend trinken. Vor allem in der Heizperiode ist auf eine gute Luftfeuchtigkeit zu achten. Bei trockenen Atemwegen können Inhalationen helfen. Zusätzlich lässt sich die Sekretproduktion durch verschiedene Medikamente anregen. Genaueres erfahren Sie im Kapitel Therapie.

Bei schwerem Verlauf mit Beteiligung von Blutgefäßen oder inneren Organen kann eine immunsuppressive Therapie erforderlich sein. Wegen des erhöhten Risikos für ein Lymphom sind bei Patienten mit bestimmten Risikofaktoren regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Dazu gehört eine hohe Krankheitsaktivität, Organbeteiligung und insbesondere Gefäßentzündungen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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