Eine Sehnenscheidenentzündung tritt vor allem im Bereich von mittel- bis großen Gelenken auf, häufig am Handgelenk. Sie bereitet ziemliche Schmerzen. Weitere mögliche Symptome sind Schwellung und Rötung im Verlauf der Sehne
Ohne Computer geht heutzutage nichts mehr. Wer zu viel damit arbeitet, kann eine Sehnenscheidenentzündung provozieren
Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?
Mediziner sprechen von einer Sehnenscheidenentzündung oder Tendovaginitis, wenn sich die Hülle, die eine Sehne umgibt, entzündet. Sehnen verbinden die Muskeln mit den Knochen und verlaufen an den Stellen, an denen sie einer besonderen Belastung und Reibung ausgesetzt sind, innerhalb von Sehnenscheiden. Also beispielsweise an der Hand, der Schulter oder der Achillesferse.
Die Sehnenscheiden verhindern, dass sich die Sehnen zu sehr abnutzen. Im Inneren dieser Schutzhülle befindet sich eine Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit), durch die die Sehne hin und her gleiten kann.
Ständiges Klicken mit der Maus kann die Sehnenscheiden (grün) überstrapazieren
Wird dieses ausgeklügelte Schutzsystem überlastet, unter anderem durch zu viel Sport oder monotone Computerarbeit, entzündet sich die Sehnenscheide (mechanische Tendovaginitis). Das ruft bei jeder Bewegung Schmerzen an der betreffenden Stelle hervor – beispielsweise am Handgelenk. Zusätzlich kann der Bereich anschwellen und rot werden. Typische Beispiele: der „SMS-Daumen“ (durch zu intensives SMS-Schreiben mit dem Handy) oder die „Werferschulter“ (unter anderem bei Speerwerfern). Darüber hinaus kann eine Infektion oder entzündliches Rheuma (rheumatoide Arthritis) zum Bild einer nicht-mechanischen Sehnenscheidenentzündung führen.
Beim sogenannten Karpaltunnelsyndrom sind die Beugesehnenscheiden entweder entzündlich (bei Rheuma) oder hormonell (zum Beispiel während der Wechseljahre) bedingt angeschwollen. Hierbei ist zusätzlich ein Nerv im Bereich des Handgelenks eingeklemmt und löst Schmerzen oder Taubheit aus.
Wer eine Sehnenscheidenentzündung hat, hält meist schon automatisch Hand oder Arm ruhig. Und genau das empfehlen auch Ärzte ihren Patienten. Bandagen oder Schienen helfen, das Gelenk ruhig zu stellen. Ist die betroffene Stelle zudem angeschwollen und gerötet, können Kühlkompressen die Beschwerden lindern. Sind die Schmerzen zu stark, empfehlen sich Schmerzmittel, die zugleich die Entzündung eindämmen. Meist dauert eine akute Tendovaginitis wenige Tage. Manchmal wird sie jedoch chronisch und heilt erst nach Wochen bis Monaten aus.
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13.09.2005, aktualisiert am 10.07.2010
W&B/ Szczesny, Image Source/RYF
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