Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck)

Beim Lungenhochdruck liegt ein erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf vor. Ursache sind oft chronische Erkrankungen des Herzens oder der Lunge. Mehr zu Symptomen, Diagnose und Therapie

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 30.04.2014

Bei pulmonaler Hypertonie ist der Blutdruck im Gefäßsystem der Lunge erhöht (Lungenhochdruck)

W&B/J. Steffens, Medical Art Service

Der Lungenkreislauf ist der Blutkreislauf vom Herzen zur Lunge und wieder zurück. Man spricht auch vom "kleinen Kreislauf". Ein erhöhter Blutdruck im kleinen Kreislauf heißt Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie). Beschwerden sind stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Kreislaufprobleme. Je nach Ursache und Schwergrad kann die Erkrankung lange stabil bleiben – oder auch in kurzer Zeit lebensbedrohlichen Rechtsherzversagen führen.

Ursachen: Wie entsteht ein Lungenhochdruck?

Der Lungenhochdruck entsteht, wenn Lungengefäße aufgrund verschiedener Auslöser verengt sind, bindegewebig umgebaut werden oder die Gesamtzahl der Lungengefäße durch Verschlüsse (Embolien) abnimmt. Auch erkrankungsbedingte Veränderungen des Lungengewebes, die mit Sauerstoffmangel einhergehen, führen zum Lungenhochdruck. Die häufigsten Auslöser sind chronische Erkrankungen des Herzens, Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) an der Lunge und die Einnahme bestimmter Medikamente oder Drogen. Ein Lungenhochdruck als eigenständiges Krankheitsbild ohne Auslöser (sogenannter idiopathischer Lungenhochdruck) ist selten.


Rechter Vorhof (im Bild dunkelblau) und rechte Herzkammer werden als rechtes Herz bezeichnet. Zum linken Herz gehören linker Vorhof (im Bild dunkelrot) und linke Herzkammer (Zum Vergrößern auf die Lupe oben links klicken!)

W&B/Martina Ibelherr

Symptome: Was sind die Beschwerden bei einem Lungenhochdruck?

Im Frühstadium verursacht der Lungenhochdruck wenig oder allenfalls milde Symptome. Erst später treten zunehmend Beschwerden in Form einer deutlichen Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit auf. Blut kann sich vor dem Herzen stauen. Dann lagert sich Flüssigkeit im Gewebe ein – erkennbar zum Beispiel daran, dass die Beine anschwellen.

Weitere mögliche Beschwerden sind Atemnot bei Belastung und unter Umständen eine diskrete Blaufärbung der Haut an Händen und Füßen. Oft ähneln die Symptome des Lungenhochdrucks denen der Grunderkrankung und werden deshalb nicht gleich erkannt. Mehr erfahren Sie im Kapitel Symptome.

Diagnose: Wie kann der Arzt eine pulmonale Hypertonie feststellen?

Bei Verdacht auf einen Lungenhochdruck sucht der Arzt nach verschiedenen Zeichen für eine Belastung des rechten Herzens (Was Ärzte unter dem "rechten Herz" verstehen, erklärt die Grafik oben). Neben der körperlichen Untersuchung stehen verschiedene technische Verfahren zur Verfügung. In der Regel ordnet der Arzt Röntgenaufnahmen der Lunge an und schreibt ein EKG. Mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens kann der Arzt die Herzfunktion beurteilen und den Druck in den Lungengefäßen abschätzen. Mit Hilfe eines Rechts-Herzkatheters (sogenannter "kleiner Herzkatheter") ist der Blutdruck im Lungengefäßsystem direkt messbar. Mehr dazu im Kapitel Diagnose.


Beratender Experte: Dr. med. Peter Haidl, Internist mit Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde

W&B/Privat

Therapie: Wie behandelt man einen Lungenhochdruck?

Wenn der Arzt einen Lungenhochdruck festgestellt hat, gibt es verschiedene Behandlungsansätze: Üblicherweise muss sich der Betroffene eher schonen. Die optimale Therapie der Grunderkrankung kann ein Fortschreiten des Lungenhochdruckes bremsen. In bestimmten Fällen ist auch eine Ausheilung möglich.

Daneben versucht man, den Blutdruck in den Lungengefäßen mit Medikamenten zu senken. Diese Therapie ist jedoch nicht immer erfolgreich. In besonders schweren Fällen, in denen bereits eine nicht mehr behandelbare Schädigung des rechten Herzens vorliegt, besteht die letzte Behandlungsmöglichkeit in der Transplantation von Herz und Lunge. Genaueres lesen Sie Im Kapitel Therapie.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/J. Steffens, Medical Art Service, W&B/Martina Ibelherr
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