Eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostata). Sie führt zu Beschwerden wie Schmerzen im Dammbereich und Problemen beim Wasserlassen
Männerorgan: Die Prostata liegt direkt unter der Harnblase
Was ist eine Prostataentzündung?
Die Vorsteherdrüse (Prostata) liegt unterhalb der Blase und wird von der Harnröhre durchzogen. Ihre Größe ist mit der einer Kastanie vergleichbar. Die Prostata ist aus einzelnen Drüsenkörpern zusammengesetzt, in denen ein flüssiges, leicht trübes Sekret produziert wird. Bei einem Samenerguss wird das Sekret in die Harnröhre gepresst und mischt sich dort mit Flüssigkeit aus den Samendrüsen und den Spermien zum Sperma. Eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine Entzündung der Vorsteherdrüse.
Es gibt akute und chronische Prostataentzündungen. Insgesamt ist schätzungsweise die Hälfte aller Männer im Laufe ihres Lebens einmal von einer Prostatitis betroffen. Die häufigste Form ist dabei das chronische Beckenschmerzsyndrom (häufig als „abakterielle“ chronische Prostatitis bezeichnet). In einigen Fällen des Beckenschmerzsyndroms werden Entzündungszellen in Urin oder Sperma gefunden (chronisch entzündliches Beckenschmerzsyndrom), andernfalls sind die Proben frei von solchen Zellen (nichtentzündliches Beckenschmerzsyndrom). Zur einer akuten Prostataentzündung kommt es vor allem dann, wenn Bakterien die Vorsteherdrüse befallen (akute bakterielle Prostatitis). Heilt eine solche Bakterieninfektion nicht aus, so kann sie sich zu einer chronisch-bakteriellen Prostatitis entwickeln.
Eine Prostataentzündung führt zu unterschiedlichen Krankheitszeichen (Symptomen). In den meisten Fällen empfindet der Betroffene ein Druckgefühl im Dammbereich nahe des Afters und Schmerzen im Unterbauch sowie im Bereich des unteren Rückens. Oft treten auch Probleme beim Wasserlassen auf. So verspürt der Betroffene zwar einen häufigen Harndrang, kann jedoch nur kleine Mengen urinieren. Möglich sind auch Störungen der Sexualfunktion wie Erektionsschwierigkeiten und Schmerzen beim Samenerguss. Eine Infektion mit Bakterien führt teilweise zusätzlich zu Fieber.
Beim Verdacht auf eine Prostataentzündung wird der Arzt den Patienten zunächst untersuchen. So tastet der Urologe die Vorsteherdrüse vom Enddarm her ab. Sie ist meistens geschwollen und teilweise schmerzhaft. Mittels einer Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kann die Veränderung des Prostatagewebes im Rahmen der Entzündung eingegrenzt werden. Insbesondere die Bildung eines Abszesses lässt sich so nachweisen. Um herauszufinden, ob Bakterien die Entzündung verursacht haben, werden Proben von Urin, Blut und gegebenenfalls Sperma im Labor untersucht.
Die Behandlung der Prostataentzündung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Sind Bakterien der Auslöser, so sind Antibiotika wirksam. Um den geeigneten Wirkstoff zu finden, wird zunächst eine Bakterienkultur angelegt. Damit lässt sich prüfen, um welchen Erreger es sich handelt und welches Antibiotikum die Erreger wirkungsvoll bekämpft. Andere Formen der Prostataentzündung werden unter anderem mit sogenannten Alphablockern und entzündungshemmenden Mitteln behandelt.
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13.09.2005, aktualisiert am 09.03.2010
W&B/Jörg Neisel
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