Ohnmacht (Synkope)

Plötzlich bewusstlos, vielleicht ein Kollaps, doch schnell wieder bei Sinnen: So verläuft eine Synkope (Ohnmacht). Es gibt harmlose und ernsthafte Ursachen

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 15.12.2014

Droht eine Ohnmacht? Manchmal gibt es Warnzeichen: Kopfdruck, Schwindel, Schweißausbruch, Übelkeit...

Thinkstock/Stockbyte

Nach einer Ohnmacht sind die Betroffenen häufig stark verunsichert: Was ist passiert? Bin ich krank? Stimmt etwas bei mir nicht im Kopf? Kann sich der Vorfall wiederholen? Auch steht die bange, keineswegs banale Frage im Raum, ob man künftig überhaupt noch ans Steuer darf.

Was ist eine Synkope?

Plötzlich bewusstlos, eventuell ein Kollaps oder Sturz, manchmal auch krampfartige Muskelbewegungen, Sekunden später vollständige Erholung: Das spricht für eine Synkope. Auslösend ist ein vorübergehender kompletter Durchblutungsmangel im Gehirn. Dazu kommt es, wenn der Blutdruck zu stark absackt und die Gegenregulation im Herz-Kreislauf-System versagt. In der Folge setzt das Bewusstsein für kurze Zeit aus. Aus dem Stand heraus gleiten die Beine weg, die Muskeln machen schlapp oder eigenartige Bewegungen, der Betroffene sinkt (mit offenen Augen) in sich zusammen.


Bei einer Präsynkope (Beinahe-Synkope) ist die Gehirndurchblutung "nur" vermindert, etwa nach zu schnellem Aufrichten aus einer liegenden Körperhaltung, es kommt zu Schwindel, Benommenheit und Bewusstseinsstörungen, aber nicht zum vollständigen Verlust des Bewusstseins. Das bedeutet nicht, dass eine Präsynkope grundsätzlich harmloser ist als eine Synkope.

Synkopen: Harmlos oder gefährlich?

Das Wort Synkope stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Schlag oder Zusammenprall. Das klingt bedrohlich. Doch es gibt völlig verschiedene Arten von Synkopen. Die Prognose hängt von der Ursache und den Begleitumständen ab, etwa den bei einer Synkope erlittenen Verletzungen. Damit das Vertrauen in die eigenen Kräfte bald zurückkehrt, ist es also wichtig, den Ursachen nachzugehen und sie, wenn nötig und möglich, zu behandeln. Allerdings gibt es bei einem Teil der Fälle – und trotz der vielen in diesem Beitrag beschriebenen, auch ernsten Umstände – schon bald Entwarnung. So ist die Prognose nach einer einmaligen Synkope ohne erkennbare Erkrankung meist gut. Grundsätzlich sollte ein Betroffener nach einer vorübergehenden Bewusstseinsstörung oder Bewusstseinsverlust aber sorgfältig medizinisch untersucht werden.

Die häufigste Form der Synkope sind sogenannte Reflexsynkopen, klassische Fälle von Ohnmacht. Überwiegend betreffen sie gesunde, junge Menschen. Die Kreislaufreflexe funktionieren bei ihnen normalerweise gut. Durch ungewöhnlich starke Reize kann der Kreislauf jedoch zu stark gedämpft werden. Manchmal treten vorher Warnzeichen auf. Betroffene können dann lernen, sie zu erkennen und gegenzusteuern (siehe unten: "Vorbeugung und Selbsthilfe").

Es kann aber auch eine gezielte Behandlung notwendig werden, nicht zuletzt dann, wenn ein erhöhtes Wiederholungs- und Gefährdungspotenzial anzunehmen ist. Bei älteren Menschen ist dies häufiger der Fall als bei Jüngeren. So kommen beispielsweise bestimmte Herz- oder Nervenerkrankungen, die Ausöser von Synkopen sein können, bei älteren Menschen häufiger vor als bei Jüngeren.

Andererseits erleiden einige Betroffene schon in jüngeren Jahren Synkopen, gegebenenfalls sogar einen tödlichen Herz-Kreislaufschock. Ursache ist dann womöglich eine erbliche Herzrhythmusstörung (siehe unten, Abschnitt "Ursachen", Punkt 2: "Herz-Synkopen").

Das Wiederholungsrisiko hängt auch davon ab, wie viele Synkopen der Betroffene bereits erlebt hat. Waren es höchstens ein bis zwei, sind weitere in den nächsten zwei Jahren weniger wahrscheinlich. Waren es mehr, steigt das Wiederholungsrisiko. Auch die Wahrscheinlichkeit für eine ernsthafte Ursache ist dann höher.

Gibt es Warnzeichen?

Mitunter tritt eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit ohne jede Vorwarnung auf. Das kann zum Beispiel bei einer Herzrhythmusstörung der Fall sein. Manchmal gehen Beschwerden wie zwanghaftes Gähnen, Müdigkeit, aufsteigende Übelkeit, Schwindel, Kopfdruck, Schweißausbruch, Kältegefühl, Blässe, Zittern, Herzklopfen voraus. Oder Betroffene berichten von einem plötzlichen Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen und von Ohrensausen. Schmerzen in der Brust, im Nacken oder Rücken sind ebenfalls möglich. Sie können allerdings auch ein Warnzeichen für ein ernsthaftes Ereignis sein, etwa einen Herzinfarkt


Herz-Lungen-Wiederbelebung: Herzdruckmassage kann den Kreislauf wieder in Gang bringen

W&B/Ulrike Möhle

Was tun im Notfall?

Einen Ohnmächtigen sollten Sie sofort aus Menschensammlungen oder einer Gefahrenzone bringen, flach auf dem Rücken lagern und seine Beine hochlegen. Kommt er nicht augenblicklich wieder zu sich, atmet er nicht und reagiert nicht auf Ansprache oder Rütteln am Körper, umgehend den Notarzt alarmieren (Tel.: 112). Unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen, bis der Notarzt eintrifft: Herzdruckmassage, der Betroffene bleibt Rückenlage, die Beine am Boden. Atmet er, ist aber weiterhin bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Rufen Sie, falls nicht schon geschehen, ebenfalls den Notarzt. Mehr dazu im Beitrag "Erste Hilfe".
Auch wenn die Ohnmacht ohne weitere Beschwerden verlief und spontan abgeklungen ist, sollte sicherheitshalber ein Arzt hinzugezogen werden.


Unmittelbare Folgen

Wie glimpflich eine Ohnmacht ausgeht, ist eine Frage der Ursache und Umstände. Ob der Betroffene etwa kollabiert, also umgekippt ist, hängt von der Körperposition ab, die er zuvor eingenommen hatte. Ungefähr jeder dritte Betroffene verletzt sich leicht, zieht sich etwa eine Prellung zu. Auch stärkere Verletzungen wie Knochenbrüche oder Verkehrsunfälle kommen vor, jedoch seltener. Weitere Informationen zum Thema "Synkope und Autofahren" am Ende dieses Beitrags.

Nach dem Ereignis erholen sich die Betroffenen in aller Regel vollständig. Manche fühlen sich noch für einige Zeit etwas schlapp und müde, mitunter auch depressiv oder ängstlich. Hält die Gemütsverstimmung an, sollte man mit dem Arzt beraten, welche Hilfen möglich sind.

Schlimmstenfalls kann es bei bestimmten Herzrhythmusstörungen zum plötzlichen Herztod kommen. Mit den heutigen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten lässt sich ein solcher dramatischer Verlauf teilweise verhindern.


Ursachen von Synkopen

Wenn sekundenlang die Sinne schwinden, kommen zahlreiche Ursachen in Betracht. Im Wesentlichen gibt es drei Gruppen von Synkopen:

  • 1. Reflex-Synkopen: Übersteigerte Kreislaufreflexe lösen hier die Ohnmacht aus; häufigste Form von Synkopen.
  • 2. Herz-Synkopen: Dem Bewussteinsverlust liegen verschiedene Herz- und Gefäßerkrankungen zugrunde. Auch Medikamente können Herz und Kreislauf beeinflussen und eine Synkope auslösen, wie unter 2. und 3. weiter unten beschrieben.

  • 3. Orthostase-Synkopen: Störungen der Blutdruckregulation sind für orthostatische Synkopen verantwortlich, etwa bei niedrigem Blutdruck in Form der orthostatischen Hypotonie.

1. Reflex-Synkopen

Bestimmte Reize können können dazu führen, dass Teile des vegetativen (auch unwillkürlichen, autonomen) Nervensystems, die dämpfend auf Herz und Kreislauf wirken, verstärkt reagieren. Dann kommt es zu einer reflexvermittelten Ohnmacht. Ärzte unterscheiden drei Formen:

  • Vasovagale Synkopen
  • Situative Synkopen
  • Karotis-Sinus-Synkopen

– Vasovagale Synkopen treten vor allem bei eigentlich gesunden, jüngeren Menschen auf: sogenannte "common faints". Faint ist das englische Wort für Ohnmacht. Sie gelten im Prinzip als harmlos. Vasovagal besagt, dass der Vagusnerv in bestimmter Weise auf die Gefäße einwirkt. Überwiegt er gegenüber dem Sympathikus-Nerv, der ebenfalls zum autonomen Nervensystem gehört, lässt die Gefäßspannung nach, der Blutdruck fällt ab, eventuell auch der Puls. Im Extremfall bekommt das Gehirn kurzzeitig nicht genug Blut, und der Betroffene wird ohnmächtig. Manchmal ist hier auch von sogenannten neurokardiogenen Synkopen die Rede. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Teilweise liegt eine familiäre Veranlagung vor.


„Autogrammstunde abgebrochen, Fans ohnmächtig“... auch das kommt vor

Shotshop/Danstar

Entsprechende Reize für den Vagus gibt es jede Menge. Etwa Erschrecken, Angst und andere intensive Gefühlsregungen, psychischer Stress. Auch das Umkippen nach langem Stehen oder die Ohnmacht der Fans beim Pop-Konzert fällt in diese Kategorie (siehe dazu aber auch weiter unten: Abschnitt 3. "Orthostase-Synkope", Absatz: "Auch hier sind Orthostase-Probleme möglich").

Alkohol, eventuell auch Drogen, stickige Luft und drangvolle Enge sind dem Reflex-Kollaps förderlich. Manch einer kippt schon beim Anblick von ein paar Tropfen Blut um.

Oder: Jemand knickt mit Wucht beim Joggen ein, verspürt einen Ruck am Knöchel und heftigen Schmerz. Daraufhin bricht ihm kalter Schweiß aus allen Poren, es wird ihm übel, er ist kalkweiß und ihm schwinden die Sinne. Die Reflexe und Reaktionen passieren Schlag auf Schlag: Blutdruck und Puls fallen ab, die Gefäße weiten sich, die Muskeln erschlaffen, das Bewusstsein klinkt sich kurz aus.

Manchmal bleiben die Auslöser (Trigger) solcher Synkopen unklar. "Aus Sicht des Körpers" ist diese k.o.- (knock-out-) Symptomatik so etwas wie eine Entspannungsreaktion gegen den Schmerz. So deuten es zumindest einige psychosomatisch denkende Ärzte. Und: Tatsächlich reagieren manche Menschen empfindlicher gegenüber Schmerzen und entwickeln leichter Ohnmachtsreaktionen als andere. Übrigens: Tiere kennen keine Ohnmacht.

– Situative Synkopen: Solche Synkopen hängen mit bestimmten körperlichen Aktivitäten zusammen. Bei manchen Patienten erhöht trompetenartiges Naseschneuzen, heftiges Niesen oder auch starkes Husten bei Bronchitis den Druck im Brust- oder Bauchraum dermaßen, dass in dem Moment Herz und Gehirn zu wenig Blut zufließt. So gibt es auch die Sykope des Blasinstrumentenspielers oder des Gewichtshebers (erst verstärktes Atmen in der Hocke, dann rasches Aufrichten in den Stand und Hochstemmen des Gewichtes mit angehaltenem Atem, dabei Anspannen der Bauh und Atemmuseln). Ein zu schwacher Harnstrahl aufgrund einer vergrößerten Prostata oder ein zu träger Darm verleiten oft zu starkem Pressen auf der Toilette. Auch dann kann es zu einer Ohnmacht kommen. Nervenreflexe aus dem Brust- und Bauchraum lösen in all diesen Fällen den Kollaps aus.

Lungenhochdruck, also ein erhöhter Druck in den Lungengefäßen, kann anfangs symptomlos sein, sofern keine andere, spezielle Krankheit zugrunde liegt. Mitunter haben die Betroffenen leichte Atemnot, wenn sie sich körperlich etwas belasten. Im Laufe der Zeit kann es auch zu Synkopen kommen, etwa bei Anstrengungen oder beim Husten.

– Karotis-Sinus-Synkopen: Solche Ohnmachtsanfälle beruhen auf einer Besonderheit an der Halsschlagader, der Arteria carotis. In ihrer Gabelung (lat. sinus) seitlich am Hals liegt ein kleines Nervenknäuel mit feinsten Sensoren, den Barorezeptoren oder Dehnungsfühlern. Je mehr sich die Gefäßwand dehnt, sprich: je mehr der Blutdruck steigt, desto stärker werden sie gereizt. In der Folge senden sie Signale an das Kreislaufzentrum im Gehirn, das sofort eine Drucksenkung im Körper auf den Sollwert veranlasst. Barorezeptoren finden sich auch am oberen Bogen der Hauptschlager (Aorta).

Mitunter reagieren die Fühler auf Druck von außen überempfindlich – beispielsweise beim Drehen des Kopfes oder bei zu engem Hemdkragen. Wegen des vermeintlich zu hohen Blutdrucks kommt es dann zu einem Puls- und Blutdruckabfall, womöglich auch zu einer Synkope.


Eine Karotis-Sinus-Synkope ist bei Patienten unter 40 Jahren eher ungewöhnlich. Bei älteren Menschen dagegen kommt ein überempfindlicher Karotis-Sinus als Ursache einer Ohnmacht häufiger vor.

2. Herz-Synkopen

Herzkrankheiten, die mit Synkopen einhergehen können, lassen sich zwei Gruppen zuordnen: auf der einen Seite Herzrhythmusstörungen, auf der anderen Seite strukturelle Veränderungen des Herzgewebes: der Herzkranzgefäße, des Herzmuskels, der Herzscheidewand, Herzklappen und Herzhülle. In der Folge kann es zu ernsthaften Herzrhtyhmusstörungen kommen, und / oder der Blutauswurf aus dem Herzen ist gestört. Auch akute Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta) können hier eine Rolle spielen.

– Herzrhythmusstörungen: Sowohl schnelle als auch langsame Herzrhythmusstörungen können bewirken, dass das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet wird und eine Synkope auftritt. Das Herz schlägt also entweder erheblich zu schnell oder zu langsam, oder es ist sehr unregelmäßig und macht Pausen. Der normale Ruhepuls Erwachsener liegt ungefähr bei 60 bis 80 Schlägen pro Minute.
Bewusstseinsstörungen bei zu langsamer Herzfrequenz (Bradykardie oder Bradyarrhythmie; Brady- bedeutet langsam, -kardie bezieht sich auf das Herz) oder bei Pausen können zum Beispiel durch das Syndrom des kranken Sinusknotens – der Sinusknoten ist der Haupttaktgeber entstehen, oder bei einer ausgeprägten Blockierung im Reizleitungssystem des Herzens (AV-Block II. Grades Typ Mobitz oder AV-Block III. Grades; AV steht für die Reizüberleitung vom Herzvorhof auf die Herzkammer). Das Reizleitungssystem setzt sich aus speziellen Zellen zusammen, die die elektrischen Erregungen vom Taktgeber des Herzens an die Herzmuskelzellen weiterleiten. Anfälle mit Bewusstlosigkeit bei zu langsamem Herzschlag oder Herzpausen heißen auch Adam-Stokes-Anfälle.


Kammerflimmern im EKG (untere Linie)

W&B/Jörg Neisel

Schnelle Herzrhythmusstörungen können dazu führen, dass das Herz zu wenig Blut fördert und der Blutdruck abfällt. Wird das Gehirn vorübergehend nicht mehr durchblutet, ist eine Ohnmacht die Folge.

Rhythmusstörungen mit schnellem Puls umfassen supraventrikuläre oder ventrikuläre Tachykardien oder Tachyarrhythmien: gehäufte oder salvenartige Extraschläge (Extrasystolen) aus den Vorhöfen oder Herzkammern. Extrasystolen können teilweise als  Herzstolpern verspürt werden. Je nach Art und Ausprägung sowie Zustand des Herzens haben sie ganz unterschiediche Bedeutung. Manchmal sind ventrikuläre Extrasystolen Vorläufer einer Kammertachykardie oder von Kammerflimmen. Dieses geht mit völlig ungeordneten, extrem schnellen Aktionen der Herzkammern einher, die praktisch einem Herzstillstand entsprechen, da das Herz kein Blut mehr pumpt. Ohne Behandlung verläuft diese schwerwiegende Herzrhythmusstörung tödlich.

– – Angeborene Herzrhythmusstörungen: Herz-Synkopen kommen häufiger, aber nicht nur, bei älteren Menschen vor. Gelegentlich erweist sich bei jüngeren, gesund wirkenden Menschen eine angeborene Herzrhythmusstörung als Ursache einer Synkope oder eines Herzschocks. Häufig sind es sogenannte Ionenkanalerkrankungen. Über Ionenkanäle strömen elektrisch geladene Natrium- Kalium- und Kalziumionen durch die Wand der Herzmuskelzellen – eine Grundvoraussetzung für die Herztätigkeit. Krankheitsbilder mit Funktionsstörungen der Ionenkanäle und damit verbundenen Herzrhythmusstörungen sind zum Beispiel das Lange-QT-(LQT-)Syndrom (ein Oberbegriff für mehrere Erkrankungen), das kurze QT-Syndrom, das familiäre Sinusknoten-Syndrom, das Brugada-Syndrom und andere.

– – Etwas anders verhält es sich bei der ebenfalls angeborenen, arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie (ARVC), einer Erkrankung der rechten Herzkammer mit Neigung zu Rhythmusstörungen. Hier verfettet das Muskelgewebe in der rechten Herzkammer; sie vergrößert sich im Laufe der Zeit, was dann die Arrhythmien auslösen kann.

Symptome: Beim LQT-Syndrom ist anfallsweises Herzrasen (sogenannte Torsade de pointes, eine spezielle Form der Kammertachykardie) mit Schwindelanfällen, Synkopen und Kreislaufschock möglich. Schlimmstenfalls kommt es zum plötzlichen Herztod. Die Veränderung im Herzen kann aber auch symptomlos bleiben.
Das familiäre Sinusknoten-Syndrom, ebenfalls synkopenverdächtig, geht mit längeren Pausen des Herzrhythmus, aber auch langsamen und schnellen Herzschlägen im Wechsel einher.
Beim Brugada-Syndrom können sehr schnelle oder ungeordnete Herzschläge aus den Herzkammern eine Ohnmacht oder einen Herzstillstand auslösen.
Die ARVC führt mitunter bei jungen Menschen im Zuge körperlicher Belastungen – häufig beim Sport – zu schweren Herzrhythmusstörungen, Synkopen und plötzlichem Herztod.


Zur Diagnose siehe entsprechenden Abschnitt weiter unten. Die Behandlung besteht je nach Krankheitsbild in einer antiarrhythmischen Therapie, einer Katheterablation oder beidem. Möglicherweise setzt der Arzt auch einen Herzschrittmacher oder einen automatischen Defibrillator (AICD: autmatischer implantierbarer Cardioverter-Defibrillator) ein.


– – Herzrhythmusstörungen durch Medikamente: Einige Medikamente sind in der Lage, ein LQT-Syndrom am Herzen nachzuahmen. Dazu gehören paradoxerweise bestimmte Antiarrhythmika, die normalerweise Herzrhythmusstörungen eindämmen sollen, sodann Psychopharmaka, einige Antibiotika, gefäßerweiternde Medikamente sowie bestimmte Antihistaminika gegen Allergien und Nesselsucht. Gegenseitig sich verstärkende Medikamentenwirkungen können im Einzelfall ebenfalls ausschlaggebend sein.

Störungen der Herzarbeit durch andere Einflüsse: Theoretisch sind auch defekte Schrittmacher oder Defibrillatoren (AICD) eine Quelle für Herz-Synkopen. Die Geräte werden aber regelmäßig kontrolliert, sodass das Ausfallrisiko eher gering ist.

Störungen der Herzarbeit durch strukturelle Herzerkrankungen: Manche Herzkrankheiten haben zur Folge, dass das Herz seine Schlagkraft nicht an den momentanen Bedarf anpassen kann. Wenn dann noch gestörte Kreislaufreflexe  dazukommen, hat das womöglich eine Ohnmacht zur Folge. Dazu kommt es mitunter bei einem Herzklappenfehler wie zum Beispiel einer Aortenklappenstenose, bei einem Herzinfarkt oder bei anderen Erkrankungen des Herzmuskels, sogenannten Kardiomyopathien. Hier können verdickte Wandbereiche die Förderleistung des Herzens einschränken. Selten sind Herztumoren, etwa sogenannte Vorhofmyxome, die Ursache einer Ohnmacht, etwa wenn sie die Bewegungen der Herzklappen stören. Diese gewährleisten normalerweise zusammen mit dem Herzmuskel, dass das Herz sich ausreichend mit Blut füllt und dieses auch wieder auswirft. Erkrankungen des Herzbeutels (Perikard) oder Anomalien der Herzkranzgefäße sind ebenfalls manchmal Auslöser von Synkopen. Zu nennen sind außerdem defekte künstliche Herzklappen und akute Erkrankungen der Aorta, der Hauptschlagader des Körpers (akutes Aortensyndrom).


Der Blutdruck ist schnell kontrolliert

Banana Stock/ RYF

3. Orthostase-Synkopen

Die dritte Gruppe von Synkopen umfasst Ohnmachten aufgrund eines Blutdruckabfalls in dem Augenblick, wo der Betroffene eine aufrechte Körperhaltung (griech. Orthostase) einnimmt. Besonders spürbar wird das beim Aufstehen aus dem Bett. Ein im Stehen deutlich absinkender Blutdruck heißt orthostatische Hypotonie. Tritt dabei Bewusstlosigkeit auf, liegt eine orthostatische oder Orthostase-Synkope vor.

Wie kommt es dazu?


Ausschlaggebend ist wiederum das vegetative (willkürliche, autonome) Nervensystem. Bei einer orthostatischen Hypotonie geht es vor allem um den Anteil, der die Sympathikusnerven umfasst. Eine leichte Blutdruckdelle beim Wechseln aus der Horizontalen in die Vertikale ist normal. Der Körper fängt das aber dank des aktiv werdenden Sympathikus gleich wieder auf.

Eine orthostatische Synkope kann nun nicht nur infolge momentan zu stark dämpfender Reflexe entstehen, sondern auch bei einer chronischen Schädigung des autonomen Nervensystems (autonome Insuffizienz). Arbeitet der Sympathikus nicht richtig, spannen sich Gefäße in der Körperperipherie beispielsweise nicht mehr ausreichend an, erweitern sich vielmehr. Damit fließt zu wenig Blut zum Herzen zurück. Im Stehen fällt der systolische Blutdruck dann oft merklich ab. Bei einigen Patienten verlangsamt sich zudem der Puls deutlich. Im Liegen ist eine Orthostase-Synkope ausgeschlossen. Ärzte unterscheiden hier zwischen einer ausgeprägten, frühen (innerhalb von 15 Sekunden nach Stehbeginn) orthostatischen Hypotonie und einer verzögerten Form (später als drei Minuten nach Stehbeginn und meist ohne verlangsamten Puls). Um dies festzustellen, wird der Blutdruck mehrmals im Liegen und Stehen gemessen (siehe unten, Abschnitt "Diagnose").

Mitunter kann eine Ohnmacht auch ein frühes Anzeichen einer erst später erkennbaren Störung des autonomen Nervensystems sein. Solche Störungen treten im Allgemeinen eher bei Menschen mittleren und höheren Alters auf. Es ist somit durchaus möglich, dass eine Synkope (zunächst) ursächlich unklar bleibt (idiopathische Synkope).

Symptome der Orthostase-Ohnmacht: Die möglichen Begleit- oder Warnsymptome sind ähnlich wie bei Reflexsynkopen: Sie reichen von Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Herzklopfen, Schweißausbrüchen über Seh- und Hörstörungen (Ohrensausen oder Druck auf dem Ohr) bis hin zu Nacken-, Rücken- oder Brustschmerzen. Es kann zu einer Beinahe-Synkope oder Synkope kommen. Allerdings können je nach Ausprägung und Krankheitsbild Beschwerden fehlen oder andere Symptome dazukommen.


Blutdruckmessen

Zur Orientierung: Puls- und Blutdruck

  • Normale Pulsfrequenz (in Ruhe; Erwachsene): etwa 60 bis 80 Schläge pro Minute
  • Normaler Blutdruck: 120 bis 139 mmHg (systolischer Druck und zuerst gemessener Wert) / 80 bis 89 mmHg (diastolischer Druck, das ist der zweite Messwert). 
  • Bluthochdruck (Hypertonie): ab 140 / 90 mmHg
  • Niederdruck (Hypotonie): unter 105 / 60 mmHg


Auch hier sind Orthostase-Probleme möglich:

– Krampfadern: Zum einen kommen hier die Beinvenen ins Spiel. Ausgeprägte Krampfadern im Venensystem schwächen nicht nur die Beine selbst, sondern auch den Kreislauf und begünstigen dann Orthostase-Probleme: In den stark geweiteten Beinvenen versackt zu viel Blut (venöses Pooling).

– Jacuzzi-Synkope: Auch bei den heißen Temperaturen im Sitz-Pool erweitern sich die Venen und "poolen" das Blut. Kreislauflabilen Menschen kann es schwindelig werden, oder es kommt sogar zu einer kurzen Ohnmacht ("Jacuzzi-Synkope"). Saunagänger verlieren beim Schwitzen viel Flüssigkeit. Wer vor dem Saunen und danach nicht genug trinkt, macht eventuell schlapp.

– Medikamente: Eine wichtige Rolle bei der orthostatischen Hypotonie beziehungsweise Orthostase-Synkope spielen auch Medikamente: etwa solche, die die Gefäßspannung (den Tonus) reduzieren wie bestimmte Blutdrucksenker und Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen. Sodann kommen starke Schmerzmittel und einige Psychopharmaka in Betracht, schließlich wassertreibende Mittel (Diuretika), gegebenenfalls auch Abführmittel.

– Bettlägerigkeit macht dem Kreislauf ebenfalls erheblich zu schaffen. Wer danach wieder auf die Beine will, muss anfangs häufig gegen Schwindel beim Aufstehen und drohende Ohnmacht ankämpfen. Regelmäßige Gymnastikübungen im Bett können Kreislauf und Muskeln stärken und die Startschwierigkeiten etwas abmildern.

– Orthostase-Unverträglichkeit (Intoleranz): Darunter verstehen Ärzte den Umstand, dass es manche Menschen bei längerem Stehen zunehmend ein Schwächegefühl, Benommenheit und weitere Beschwerden entwickeln, die auch als Warnsymptome einer Präsynkope oder Synkope interpretiert werden können. Manchmal lässt sich dann auch ein sehr schneller Puls feststellen, ohne dass jedoch der Blutdruck absinkt (auch POTS-Syndrom, posturales Tachykardie-Syndrom).

Reflex-Stehsynkope: Bei manchen Betroffenen, die einen niedrigen Blutdruck haben, kann längeres Stehen eine Ohnmacht auslösen – sozusagen eine Kombination aus Reflex- und Orthostase-Synkope.


Orthostase: Was kann sonst noch dahinter stecken?

Neurologische Erkrankungen: Damit verbundene Störungen können grundsätzlich auf allen Ebenen des autonomen Nervensystems liegen: im Gehirn, im Rückenmark (zusammen bilden sie das zentrale Nervensystem) oder im Bereich der Körpernerven (peripher). Je nach Krankheitsbild und betroffenen Organen sind zahlreiche Symptome möglich, etwa ausgeprägte Verstopfung, Mundtrockenheit und anderes mehr. Eine instabile Blase (Harninkontinenz) oder Impotenz (erektile Dysfunktion) können im Einzelfall dem Auftreten einer entsprechenden neurologischen Krankheit schon einige Jahre vorausgehen.
Manchmal nehmen die autonomen Nerven bei Verletzungen des Rückenmarks Schaden.
Leitsymptom in Bezug auf den Kreislauf ist ein Blutniederdruck im Stehen: Der Kreislauf nicht bedarfsgerecht aktiviert wird (asympathikotone orthostatische Hypotonie). Manche Betroffenen neigen dann auch zu Ohnmachten.


– – Primäres autonomes Versagen:
Hier kommt es im Rahmen spezieller Krankheitsbilder, etwa dem Bradbury-Egglestone-Syndrom, zu Störungen aufgrund eines degenerativen Prozesses in Schaltstellen des autonomen Nervensystems. Das genannte Syndrom zeigt sich ab dem mittleren Lebensalter, häufiger bei Männern als bei Frauen. Die eigentliche Ursache ist unklar.
Leitsymptome
sind wie zuvor bei der orthostatoschen Hypotonie beschrieben der niedrige Blutdruck im Stehen mit Benommenheit, Sehstörungen und Synkopen. Eventuell kommt es auch zu Schmerzen im Nacken und Rücken, im Stehen möglicherweise zunehmend. Die Betroffenen leiden außerdem unter Blasen- und Darmstörungen sowie an Störungen der Schweißbildung, erkrankte Männer zudem an Impotenz.
– – Parkinson & Co., Multiple Sklerose: Auch degenerative Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie die Parkinson-Krankheit, parkinsonähnliche Krankheitsbilder, eine sogenannte Multisystematrophie wie das Shy-Drager-Syndrom oder die Multiple Sklerose können unter anderem das autonome Nervensystem erfassen. Ärzte sprechen dann von einem sekundären automomen Versagen, da die Ursachen eigenständige Krankheitsbilder sind.
Symptome bei Parkinson-Krankheit: Schon relativ früh können orthostatische Probleme, dazu auch typische Anzeichen der Parkinson-Krankheit wie Muskelsteife, bestimmte Formen von Zittern und verlangsamte Bewegungen auffallen. Je nach Ausprägung treten noch weitere Störungen des autonomen Nervensystems wie Sprech- und Schluckstörungen, Gangstörungen und Fallneigung auf.

Weitere Informationen zum Thema Parkinson finden Sie im Ratgeber "Parkinson-Krankheit." Und über die "Multiple Sklerose" erfahren Sie hier mehr.

– Innere Erkrankungen: Ein Diabetes mellitus (Typ 1, Typ 2) oder Veränderungen bei chronischem Nierenversagen oder im Rahmen einer Amyloidose (hier kommt es zu Ablagerungen krankhafter Eiweißstoffe im Körper) können im Laufe der Zeit speziell die Nerven des autonomen Systems angreifen (autonome Neuropathie). Je nachdem, welches Organ oder Organsystem betroffen ist, kann dies vielfältige Symptome bis hin zu Synkopen zur Folge haben.


Nicht krankhaft: Konstitutionelle oder essenzielle Hypotonie

Schlanke, hochgewachsene junge Menschen, vor allem Frauen, neigen häufig zu niedrigem Blutdruck. Ärzte nennen das konstitutionelle oder essenzielle arterielle Hypotonie. Der systolische Blutdruck liegt bei unter 105 zu 60 mmHg. Manche Betroffenen fühlen sich morgens etwas schlapp, sie brauchen länger, um in Gang zu kommen. Andere leiden häufiger unter Schlafstörungen, Müdigkeit, kalten Händen und kalten Füßen, was gegebenenfalls gegen eine sogenannte vegetative Dystonie abzugrenzen ist. Zu einer Ohnmacht kommt es bei einer essenziellen Hypotonie eher selten. Wenn deutlichere Beschwerden, etwa Sehstörungen oder Schwindel auftreten, sollte ein Arzt das abklären.

Über Ursachen, Diagnose und Therapie des niedrigen Blutdrucks gibt der Ratgeber "Blutniederdruck (Hypotonie)" näher Auskunft.


Andere akute Bewusstseinsstörungen

Zahlreiche Erkrankungen können Bewusstseinsstörungen und in dem Zusammenhang oder aber isoliert Stürze verursachen. Auslösend sind hier aber keine vorübergehenden funktionellen Durchblutungsstörungen im Gehirn. Daher handelt es sich definitionsgemäß nicht um Synkopen. Dennoch sind die Übergänge manchmal fließend, die Ursachen mitunter dieselben.

Innere Erkrankungen

– Herz-Kreislaufschock (kardiogener Schock): Zum Beispiel Herz kann eine Herzrhythmusstörung das eine Mal eine Ohnmacht, das andere Mal einen Kreislaufschock auslösen. Wenn dann lebenswichtige Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden, besteht akute Lebensgefahr (zum Beispiel bei Kammerflimmern, siehe oben).

– Unterzuckerschock (Hypglykämie) bei Diabetes: Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel (unter 70 mg/dl beziehunsgweise 3,9 mmol/l) führt zum Energiemangel der Gehirnzellen. Hat ein Bewusstloser Diabetes, kann er in einen Unterzuckerschock geraten sein. Das ist ebenfalls lebensgefährlich, denn der Betroffene ist nicht mehr in der Lage, sich zu helfen. Gefährdet sind vor allem Diabetiker, die mit Insulin oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten behandelt werden. Einige Anzeichen von Unterzucker (Hypoglykämie) wie Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Sinnesstörungen, Zittern und Blässe überschneiden sich mit denen einer Synkope. Bei Unterzucker kommt es anfangs außerdem häufig zu Heißhunger. Für eine Synkope ist das allerdings nicht typisch.

Nach längerer Krankheitsdauer oder im höheren Lebensalter nehmen Betroffene die Hypoglykämie manchmal jedoch nicht mehr wahr, da die Warnzeichen nachlassen. Das hängt damit zusammen, dass die Nerven, die entsprechende Signale senden, durch den Zucker geschädigt sind (autonome Neuropathie, siehe oben). Auch gewöhnt sich der Körper nach wiederholten Hypoglykämien offenbar daran und schlägt nur spät Alarm. Um bei Anzeichen noch rechtzeitig gegenzusteuern, hilft dem Diabetiker oft ein Stück Traubenzucker, der schnell ins Blut übertritt. Dazu reichlich Flüssigkeit trinken lassen, wenn der Betroffene noch bei Bewusstsein ist.


Gefäßerkrankungen (internistisch-neurologische Probleme)

– Gefäßbedingte Durchblutungsstörungen im Gehirn
gehören zu wichtigen Ausschlussdiagnosen (Differenzialdiagnosen) der Synkope.

– – TIA / Schlaganfall: Die Durchblutungsstörungen im Gehirn – ein Schlaganfall, vor allem sein Vorläufer, die TIA (transitorisch-ischämische Attacke) – beruhen hier auf krankhaften Gefäßveränderungen im Hals- oder Gehirnbereich oder eingeschwemmten Blutgerinnseln (Embolien, etwa bei Vorhofflimmern, siehe oben). In der Folge ist die Blutversorgung in einem bestimmten Gehirnbereich gestört. Dann können verschiedene neurologische Ausfallerscheinungen wie Sehstörungen, Schwäche eines Armes oder Beines, Gefühlsstörungen, Schwindel, Benommenheit oder Gangunsicherheit auftreten. Bei Bewusstlosigkeit kann eine spezielle Form der TIA (siehe nachfolgend) oder des Schlaganfalls vorliegen, mitunter auch eine Hirnblutung. Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren des Schlaganfalls gehört Bluthochdruck.

Der Ratgeber "Schlaganfall" informiert Sie umfassend über das Krankheitsbild, Diagnose und Therapie.

– – Subclavian-steal-Syndrom (Anzapfsyndrom): Aus der Schlüsselbeinschlagader, Arteria subclavia, zweigt die Wirbelsäulenarterie ab. Sie speist den hinteren Hirnkreislauf. Mitunter ist die Schlüsselbeinarterie vor dem Abgang der Wirbelarterie eingeengt. Wenn die Betroffenen den gleichseitigen Arm stark beanspruchen, zum Beispiel bei Überkopfarbeit, wird er unzureichend durchblutet. Der Ausgleich erfolgt, indem der Blutfluss in der Wirbelarterie sich umkehrt. Das Blut fließt dann nicht zum Gehirn, sondern zum Arm. Dabei wird Blut auch vom Partnergefäß auf der Gegenseite  abgezweigt (Subclavian-steal-Syndrom oder Anzapfsyndrom). Zu einer Mangeldurchblutung im Gehirn kommt es vor allem dann, wenn der hintere Hirnkreislauf weitere Engstellen aufweist.
Symptome: Es kann zu synkopenähnlichen Bewusstseinsstörungen kommen, die Experten heute aber zu den TIAs zählen (siehe oben). Schwindel, Seh- und Hörstörungen auf der betroffenen Seite, meist links, sind die "milderen" Beschwerden. Der Arm kann bei Belastung schmerzen. Auffälliges Zeichen ist ein Blutdruckunterschied von mehr als 20 mmHg zwischen den Armen (niedrigerer Wert auf der erkrankten Seite). Eventuell hört der Arzt auch ein Strömungsgeräusch über dem Schlüsselbein. Nach einer Bypassoperation am Herzen mit einem Brustgefäß erneut auftretende Brustschmerzen können auch auf eine Verengung der Schlüsselbeinarterie hindeuten.

Die Therapie kann in einer Aufdehnung des Gefäßes mit Einlegen einer Gefäßstütze oder eine Bypass-Operation bestehen. Anschließend erhält der Patient ein Medikament, das die Blutgerinnung beeinflusst.

Neurologische Erkrankungen

– Einen epileptischen Anfall wird der Arzt bei einer Synkope mitunter ebenfalls ausschließen, insbesondere wenn es während der Ohnmacht zu auffälligen Muskelbewegungen kommt.

- Epilepsie: Eine epileptische Attacke dauert je nach Art und Ausprägung zwischen wenigen Sekunden bis ein oder zwei Minuten, in schweren Fällen deutlich länger. Die Anfälle können mit vollem Bewusstsein, völliger geistiger Abwesenheit (Absence) oder dem Verlust des Bewusstseins einhergehen. Im letzteren Fall sind die Betroffenen danach oft noch länger schläfrig und nicht ausreichend orientiert. Für eine Synkope ist das nicht typisch. Beim epileptischen Anfall kann es außerdem zu unkontrollierbaren Zuckungen von Muskelgruppen kommen, zu plötzlichen Verkrampfungen oder beidem. Auf einen epileptischen Hintergrund können zudem ein seitlicher Zungenbiss während des Anfalls und eine bläuliche Hautfarbe hinweisen. Sie entsteht durch eine vorübergehend gestörte Atmung. Möglich ist auch ein Stuhl- oder Urinabgang (bei einer Synkope höchstens Letzteres). Anfälle mit bestimmten Muskelverkrampfungen können Muskelschmerzen nach sich ziehen. Auch nach einer Synkope mit "Muskelentäußerungen" (konvulsive Synkope) bestehen manchmal Muskelschmerzen.

Eingehende Informationen über die vielfältigen Erscheinungsformen der Epilepsie und die Therapie der Erkrankung finden Sie im Ratgeber "Epilepsie".


Hirnstromkurve (EEG)

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- Drop Attacks: Darunter verstehen Mediziner Sturzanfälle, die nicht mit einer Epilepsie zusammenhängen und auch keine Synkope sind. Die Betroffenen stürzen durch einen plötzlichen Verlust der Muskelspannung und der Haltungskontrolle, bleiben jedoch bei Bewusstsein. Die Hirnstromkurve (EEG), ein wichtiges diagnostisches Instrument in dieser Situation, ist normal.


Verschiedene Ursachen kommen infrage. Im Umfeld der Drop Attacks sehen Ärzte einige seltene neurologische Krankheitsbilder, teilweise aber auch medikamentös bedingte Stürze bei älteren Menschen. Zudem kommen solche Sturzattacken mitunter bei Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren vor – die Ursache bleibt meist unklar, und die Sturzneigung vergeht wohl auch wieder.

– Kataplexie: Störungen wie die Kataplexie reihen sich hier ebenfalls ein. Bei Kataplexie (der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Schrecklähmung) kommt es zu einem plötzlichen Spannungsverlust der Muskeln im Rahmen einer starken Gefühlsregung wie Ärger, Schreck, Erregung. Freude, Lachen. In schweren Fällen führt dies dazu, dass der Betreffende in sich zusammensackt. Kataplexie kommt im Rahmen der Narkolepsie vor, einer speziellen Form der Schlafstörung mit sekunden- bis minutenlangen Schlafattacken tagsüber.

Der Ratgeber "Schlafstörungen" beschreibt die verschiedenen Formen gestörten Schlafes ausführlich.

– Migräne: Patienten mit Migräne haben etwas häufiger Synkopen als Menschen ohne Migräne. Allerdings zeigen sich beide Attackenformen nicht gleichzeitig. Bei der Basilarismigräne, einer sehr seltenen Migräneform, treten vor allem am Hinterkopf pulsierende Schmerzen auf. Vorherrschende Beschwerden sind Anfälle von Drehschwindel und Gangunsicherheit mit Sturzgefahr, was die Betroffenen zwingt, sich hinzulegen. Vorausgeht eine sogenannte Aura mit verschiedensten Wahrnehmungsstörungen, die bis zu sechzig Minuten dauern kann. Es kommt aber nicht zur Bewusstlosigkeit.

Lesen Sie mehr im Ratgeber "Migräne".


Zu Gehirnerkrankungen und Atmungsstörungen siehe weiter unten (Abschnitt "Hyperventilation").

Weitere Ursachen: Vergiftungen, Störungen der Blutsalze, Blut- und Flüssigkeitsverlust, Hyperventilation, Operationsfolgen (häufig Notfälle!)


Vergiftungen, Störungen der Blutsalze: Benommenheit oder Bewusstlosigkeit können auch Zeichen einer Vergiftung, eines Entzuges (Alkohol, Drogen) oder einer schweren Entgleisung des Blutsalzes Natrium (Hyponatriämie) sein. Für Letzteres gibt es wiederum eine ganze Reihe möglicher Ursachen, darunter Erkrankungen der Nieren, Nebennieren, des Darmes (schwere Durchfälle), der Leber, nach Gehirnverletzungen oder neurochirurgischen Eingriffen. Vergiftungen können auch die Atmung beeinträchtigen.

- Starker Blutverlust, Flüssigkeitsmangel: Von orthostatischen Ohnmachten grenzen Ärzte Kollapszustände ab, die durch einen starken Blutverlust oder Flüssigkeitsmangel verursacht werden. Das Blut besteht normalerweise zu etwa 45 Prozent aus Flüssigkeit (Plasma) und dieses wiederum zu 95 Prozent aus Wasser. Bei einer schweren Blutung oder massivem Flüssigkeitsmangel kann eine Synkope auftreten, oder es droht sogar ein Kreislaufschock. Das heißt, die zirkulierende Blutmenge ist zu gering, um die Durchblutung lebenswichtiger Organe aufrechtzuerhalten. Mögliche Ursachen für einen Flüssigkeitsmangel sind starkes Schwitzen, auch nach intensivem Sport, Fieber, heftige Durchfälle oder wiederholtes starkes Erbrechen.

– Veränderte Atmung, zum Beispiel Hyperventilation: Unter Hyperventilation ("Lufthunger") versteht man eine zu schnelle oder zu tiefe Atmung. Dabei sinkt der Kohlenstoffdioxidgehalt im Blut (Hypokapnie), da das Gas vermehrt abgeatmet wird. In der Folge sind Verkrampfungen möglich, die sich zum Beispiel an den Händen als Pfötchenstellung zeigen. Ärzte sprechen hier von einer Hyperventilationstetanie durch Verschiebungen des Kalziums im Körper. Begleiterscheinungen sind oft Symptome wie Schwitzen, kalte Hände, kalte Füße und Kribbeln. Bei ausgeprägter Hyperventilation kommen auch Konzentrations- und Bewusstseinsstörungen vor. Auslösend sind manchmal Panik- und Angstzustände oder starke Schmerzen.

Einer chronischen Hyperventilation liegen häufiger Herz- oder Lungenerkrankungen zugrunde. Ursache der veränderten Atmung ist dann in der Regel Sauerstoffmangel.

Bei manchen Stoffwechselstörungen versucht der Körper, die krankhafte Stoffwechsellage über eine veränderte Atmung auszugleichen.

Gehirnerkrankungen können ebenfalls die Atmung beeinflussen. In der Folge von Atmungsproblemen sind lebensgefährliche Störungen der Blutgase Sauerstoff und Kohlendioxid, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen und Benommenheit, eventuell Bewusstlosigkeit möglich.

– Nach Magenverkleinerung (Dumping-Syndrome): Zu rasche Entleerung eines operativ verkleinerten Magens (sogenannte Billroth-II-Operation und Vagotomie) kann von starken Darmreaktionen, eventuell auch Kreislaufreaktionen mit Herzklopfen, Schweißausbrüchen, Blutdruckabfall und seltener einer Synkope gefolgt sein. Die Symptome können sofort, etwa nach 15 bis 30 Minuten, oder erst ein bis drei Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Es werden unterschiedliche Mechanismen angenommen. Teilweise hilft hier eine angepasste Ernährung mit kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt, versetzte Flüssigkeitsaufnahme, eventuell kommen auch bestimmte Medikamente oder auch eine operative Korrektur infrage. Die beschriebenen Reaktionen sind von einer Ohnmacht nach dem Essen (postprandiale Synkope) abzugrenzen (siehe weiter oben unter Reflex-Synkope, Abschnitt "Situative Synkope").


Psychisch vermittelte Ohnmachtsanfälle

Psyche und Ohnmacht: Hier gibt es durchaus Verbindungen. Psychogene Pseudosynkope nennen Ärzte solche Anfälle. Sie sind aber ebenfalls keine Synkopen. Unter anderem fehlen typische Auslöser für einen Durchblutungsmangel im Gehirn. Allerdings kann eine sogenannte vasovagale Synkope mitunter auch psychisch ausgelöst sein (siehe oben: "1. Reflex-Synkopen").

Konkret können sogenannte Konversionssyndrome psychisch bedingte Ohnmachtsanfälle – sogenannte Pseudosynkopen – auslösen. Konversion bedeutet, dass psychische Bewusstseinsinhalte, also etwa Gefühlswahrnehmungen und Befindlichkeiten, unbewusst verdrängt werden. In die (Symbol-)Sprache des Körpers übertragen, äußern sie sich körperlich. Ohnmachten gehören zu den dissoziativen neurotischen Konversionsstörungen, die auch mit Bewusstseinsveränderungen einhergehen. Dissoziativ bedeutet, dass jemand unterschiedliche Persönlichkeits- oder Identitätszustände (er)lebt.

Wegen des Verlustes der Körperkontrolle während der Ohnmacht wirken die Muskeln schlaff. Manchmal kommt es aber auch zu sich windenden oder krümmenden Bewegungen. Verletzungen sind durchaus möglich. Im Unterschied zu den eigentlichen Synkopen dauern psychisch bedingte Ohnmachtsattacken bis zu 15 Minuten bei geschlossenen Augen. Die Anfälle können sich in kurzen Zeitabständen, mitunter sogar mehrmals am Tag, wiederholen. Die Bewusstseinsveränderung ist unterschiedlich ausgeprägt. Die Betroffenen reagieren teilweise auf suggestives Ansprechen. Früher und bis weit in die Geschichte der Ohnmacht zurück wurden psychogene Ohnmachten als hysterisch bezeichnet. Die Diagnose und Therapie obliegt einem Facharzt für Psychotherapie und Psychiatrie. Hilfreich können zum Beispiel verhaltenstherapeutische Verfahren sein, darunter auch Entspannungstherapien.


Auch Hilfeleistende, die bei dem Ohnmachtsanfall dabei waren, können wichtige Hinweise geben

Thinkstock/Hemera

Diagnose: Den Synkopen auf der Spur

Es geht darum zu erkennen, ob eine Ohnmacht wirklich eine Synkope war, was die Ursache ist, ob Gefahr besteht oder ob es Entwarnung geben kann.

Der Arzt wird den Betroffenen zunächst eingehend befragen: zu seinem Befinden in der Zeit vor dem Ereignis und früher (Anamnese). Ganz wichtig für den Arzt  zu wissen ist, ob der Patient schon einmal einen Ohnmachtsanfall hatte und wenn ja, wie lange das her ist. Es stellen sich aber noch viele andere Fragen.

Den Arzt interessiert zum Beispiel Folgendes (Anamnese):

Leidet der Betroffene an einer Krankheit, etwa Parkinson, Diabetes, Epilepsie?
Nimmt er Medikamente ein, und wenn ja, welche?
In welcher Körperposition ereignete sich der Kollaps?
Gab es einen möglichen Auslöser?
Vollführte der Betroffene unmittelbar vorher bestimmte Kopf- oder Armbewegungen?
Bei welcher Aktivität passierte der Kollaps ansonsten?
Gab es begünstigende Faktoren oder Anzeichen?
Hat der Betroffene zuvor Schmerzen verspürt, und wenn ja, wo?
Verspürte er vorher Herzstolpern oder Heißhunger?

Fragen an bei dem Vorfall Anwesende (Fremdanamnese):

Welcher Umstand / Auslöser lag vor?
Bei einem Kollaps oder Sturz: Wie war das genau: Stürzte der Betroffene oder sackte er in sich zusammen?
Wie lang dauerte die Bewusstlosigkeit?
Hatte der Betroffene Krämpfe, zeigte er auffallende Bewegungen oder hatte er eher schlaffe Muskeln?
War die Hautfarbe auffällig?
Wie wirkte der Betroffene, als er wieder bei Bewusstsein war? War er zum Beispiel verwirrt oder schläfrig, konnte sich an nichts mehr erinnern, oder zeigte er sich klaren Bewusstseins und normal orientiert?


Aufzeichnung der Herzstromkurve (EKG)

W&B/Martin Ley

Erste klinische Untersuchungsschritte

Oft gibt bereits die anschließende gründliche körperliche Untersuchung weiteren Aufschluss. Dabei tastet der Arzt auch die Gefäßpulse ab. Am Bauch und Hals hört er behutsam nach Gefäßgeräuschen. Es folgen Puls- und Blutdruckmessungen, zunächst im Liegen (auch an beiden Armen) und über mindestens drei Minuten im Stehen. Auch die Ableitung einer Herzstromkurve (EKG) gehört zur grundlegenden Untersuchung nach einer Synkope.

Erweiterte Kreislauf-Tests mit Puls- und Blutdruckmessungen sind zur Erkennung einer Orthostase-Problematik ein Stehtest (auch Schellongtest) und zum Aufspüren einer Reflexsynkope ein Kipptischtest (mehr dazu weiter unten). Dieser spezielle Test, der in verschiedenen Herzkliniken durchgeführt wird, kann auch bei vermuteter Orthostase-Synkope trotz negativen Schellong-Tests sinnvoll sein. Der Arzt wird genau prüfen, inwieweit er angezeigt ist. Auf eine Karotis-Sinus-Synkope kann das positive Ergebnis eine sogenannten Karotis-Sinus-Massage hinweisen.

Auf Basis dieser Erstbefunde – etwa eines verdächtigen Puls- und Blutdruckverhaltens oder eines auffälligen EKG – ergibt sich manchmal schon die Diagnose oder aber eine Verdachtsdiagnose, die es weiter zu erhärten gilt. Dazu dienen verschiedene spezielle Herz- und Kreislaufuntersuchungen.


Karotis-Sinus-Druckversuch (schematisch; Halsschlagader zum besseren Verständnis hervorgehoben)

W&B/Martina Ibelherr

Untersuchungsverfahren zur Abklärung von Synkopen

– Stehversuch nach Schellong: Zuerst wird der Blutdruck im Liegen gemessen, dann engmaschig im Stehen, jeweils über ein Zeitintervall von drei bis zehn Minuten. Sinkt der systolische Blutdruck nach drei Minuten im Stehen um mehr als 20 mmHg (oder um mehr als 30 mmHg, falls der Blutddruck im Liegen erhöht ist) beziehungsweise fällt er unter 90 mmHg odernimmt der diastolische Druck um mehr als 10 mmHg ab, weist der Test in Verbindung mit entsprechenden Beschwerden auf eine orthostatische Hypotonie hin. Ergibt sich ein Pulsanstieg von mehr als 30 pro Minute oder liegt der Puls bei über 120 Schlägen pro Minuten nach zehn Minuten im Stehen, ohne dass der Blutdruck sinkt, aber mit Beschwerden wie bei orthostatischer Hypotonie, weist dies auf ein sogenanntes POTS hin (siehe oben: Abschnitt 3. "Orthostase-Synkopen", und dort: "Orthostase-Probleme im "Alltag").

– Kipptischtest. Er dient dazu, eine Ohnmacht unklarer Ursache beziehungsweise eine Reflex- oder Reflex-Stehsynkope (insbesondere, wenn Warnsymptome fehlen) zu erkennen. Durch die Kippstellung werden die Bedingungen, die zu einer plötzlichen Ohnmacht führen können, nachgeahmt. Das Versacken des Blutes fordert die gegensteuernden Reflexe heraus. Greifen sie jedoch nicht, dann sinken Blutdruck und / oder Herzschlag kritisch ab, was eine Präsynkope oder Synkope auslösen kann. Der Test ist positiv bei einem Blutdruckabfall unter 90 mmHg systolisch und / oder Rückgang des Herzschlags auf unter 40 Schläge pro Minute oder sogar einer Pause von drei Sekunden oder länger sowie jeweils Symptomen einer Synkope oder Präsynkope. Ein positiver Test stützt die Verdachtsdiagnose. Der Test kann auch zur Abklärung von psychogenen Synkopen oder Synkopen mit auffallenden Bewegungsmustern (konvulsive Synkopen) mit gleichzeitiger Aufzeichnung der Gehirnströme (EEG) erfolgen. Außerdem kann er zum Einüben von körperlichen isometrischen Gegenmanövern bei Neigung zu wiederholten Ohnmachten mit spürbaren Vorzeichen hilfreich sein.

Der Betroffene, an die nötigen Messgeräte angeschlossen, liegt zunächst horizontal für 15 Minuten auf dem Rücken. Danach wird er mitsamt Unterlage um etwa 60 Grad nach oben gekippt und verbleibt mindestens drei Minuten in dieser Lage, jenach Ergebnis oder Fragestellung auch länger, beziehungsweise bis zum Eintritt einer Synkope. Gegebenenfalls setzt der Arzt ein Medikament ein, um den "Reflex-Stress" beim Test noch zu verstärken. Bei dann immer noch unklaren Ergebnissen stehen dem Arzt spezielle neurologische Tests zur Prüfung des vegetativen (autonomen) Nervensystems sowie verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung.

– Karotis-Sinus-Druckversuch: Das ist ein klinischer Test, der bei Patienten infrage kommt, bei denen sich aufgrund der bisherigen Befunde noch keine genaue Ursache der Synkope finden lässt beziehungsweise bei denen der Arzt einen überaktiven Karotis-Sinus als Auslöser vermutet. In der Regel wird eine bestimmte Altersgrenze, in Deutschland vorzugsweise ab 60 Jahren, für den Test angesetzt (es gibt hier derzeit unterschiedliche Vorgaben). Bei dem Test "massiert" der Arzt die Halsschlagader sehr behutsam an typischer Stelle nacheinander auf beiden Seiten über zehn Sekunden, wobei der Patient jeweils zuerst eine liegende, bei negativem Ergebnis anschließend eine aufrechte Haltung (nach Möglichkeit auf dem Kipptisch) einnimmt. Parallel laufen kontinuierliche Blutdruckmessungen und eine EKG-Aufzeichnung.

Ein Karotis-Sinus-Syndrom besteht, wenn unter der Massage eine Pulslosigkeit von drei Sekunden oder mehr und / oder ein Blutdruckabfall von über 50 mmHg (beides entspricht einem überempfindlichen, hypersensitiven Karotis-Sinus) mit Synkope auftritt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, allerdings nicht sicher bewiesen, dass der überempfindliche Karotissinus auch die Ursache der Synkope ist. Nicht ganz auszuschließen sind bei diesem Test bestimmte Komplikationen – sie sind aber selten. Bei einem Patienten mit Durchblutungsstörungen des Gehirns (eine kürzlich aufgetretene transitorisch ischämische Attacke = TIA beziehungsweise ein Schlaganfall), nachgewiesener Verkalkung der Halsschlagader mit Einengungen des Gefäßes oder einem Herzinfarkt innerhalb der letzten drei Monate wird der Arzt von der Untersuchung absehen. Zumindest bei hörbaren Strömungsgeräuschen über der Halsschlagader stellt er dem Test eine Untersuchung der Halsgefäße mit Ultraschall (siehe unten) voran, falls kein entsprechender aktueller Befund vorliegt.

– Spezielle Herzdiagnostik: Bei Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung zeichnet der Arzt, falls noch nicht geschehen, eine Herzstromkurve (12-Kanal-EKG) auf. Seltener ist ein Langzeit-EKG über 24 Stunden angezeigt. Darüber hinaus kommen zur Herzrhythmusanalyse spezielle Techniken infrage, etwa Aufzeichnungen mit Rekordern: Haben sich unklar gebiebene Synkopen wiederholt, besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko, dringender Verdacht auf eine Ursache im Herzen sowie die Frage, ob ein Herzschrittmacher angezeigt ist, kann ein sogenannter implantierbarer Loop-Recorder weiterhelfen. Unter anderem wegen der Möglichkeit, die Daten an ein eingebundenes Kontrollzentrum zu übermitteln, haben die Rekordertechniken inzwischen deutlich an Bedeutung bei der Diagnose von Synkopen gewonnen. Elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) mittels Herzkatheter setzen Ärzte zur Abklärung von Synkopen eher dann ein, wenn Herzrhythmusstörungen aufgrund einer strukturellen Herzerkrankung als Ursache von Synkopen angenommen werden und wenn zugleich eine Behandlung wie eine Katheterablation erwogen wird.
Eine mutmaßliche Erkrankung des Herzmuskels oder der Herzklappen lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) feststellen oder abgrenzen. Ist eine Synkope nach körperlicher Belastung aufgetreten, erfolgt ein Belastungs-EKG (Ergometrie). Zeigen sich dabei Hinweise auf eine Herzkranzgefäßerkrankung, wird der Arzt eine Herzkatheteruntersuchung befürworten (Koronarangiografie).

– Hirnstromkurve (EEG): Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache, etwa eine Epilepsie, ist die Aufzeichnung eines Elektroenzephalogramms aufschlussreich. Andere Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit oder eine Durchblutungsstörung des Gehirns erschließen sich dem Arzt klinisch-neurologisch oder mithilfe bestimmter bildgebender Verfahren und Laboranalysen, zum Beispiel die Untersuchung des Hirnwassers (Liquorpunktion).

– Farbdoppler-Untersuchung der Halsgefäße: Eine Ultraschalluntersuchung der Halsarterien (Farbduplexsonografie) lässt den Zustand dieser wichtigen, das Gehirn versorgenden Gefäße seitlich am Hals erkennen. Durch den vergleichsweise dünnen Schläfenknochen hindurch sind anteilig auch Hirngefäße darstellbar. Schließlich lassen sich mit dem Farbdoppler die Wirbelarterien im hinteren Halsbereich (Verterbaralarterien, extrakranieller Anteil) untersuchen. So ergeben sich bei entsoprchendem Verdacht Rückschlüsse auf Ursachen einer gestörten Gehirndurchblutung, etwa infolge einer Arteriosklerose.

– Abklärung psychischer Ursachen: Geht die Verdachtsdiagnose in Richtung einer psychogenen Synkope, ist nach Ausschluss körperlicher Ursachen ein Check-up bei einem Facharzt für Psychotherapie und Psychiatrie sinnvoll. Er wird auch die Frage im Auge behalten, ob eventuell ein derzeit eingenommenes Psychopharmakon für die Ohnmacht mitverantwortlich sein könnte. Diese Frage lässt sich in enger Zusammenarbeit zwischen dem Hausarzt, Kardiologen und Psychiater klären.


– Laboruntersuchungen dienen dazu, etwa einen Herzinfarkt oder eine Blutarmut zu erkennen. Auch bestimmte innere Erkrankungen, die Entgleisungen der Blutsalze oder des Stoffwechsels auslösen können, spiegeln sich meist im Blut wider.

Fazit: Auch wenn die Ursache einer Synkope nach Durchführung der jeweils relevanten Untersuchungen vorerst eventuell offen bleibt: Es sollte klar sein, ob der Betroffene vermehrt gefährdet ist, eine weitere Ohnmacht zu erleiden, möglicherweise auch mit einem lebensbedrohlichen Verlauf. Natürlich ist immer auch die Möglichkeit einer Bewusstseinsstörung infolge einer zunächst nicht erkannten oder nicht beachteten Kopfverletzung zu berücksichtigen, was sich aber in der Regel im Rahmen der Anamnese und der weiteren Untersuchung doch meist klären lässt. Bei älteren Patienten ist außerdem eine Sturzproblematik aufgrund einer Gangunsicherheit und anderer, damit zusammenhängender Faktoren auszuschließen, wie etwa eine Osteoporose oder die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.


Wann in die Klinik?

Hat jemand Beschwerden wie starke Brustschmerzen (Angina pectoris), Atemnot, eine blasse, kaltschweißige Haut, bläuliche Lippen und starke Schwäche, muss er sofort in eine Klinik gebracht werden. Dasselbe gilt bei Bewusstlosigkeit, die nicht in Sekundenschnelle wieder vergeht, und Schock (siehe dazu auch oben, Abschnitt: "Was tun im Notfall?"). Generell wird der Arzt einen Patienten bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Herz-, Lungen- oder Gefäßerkrankung (etwa auch einen Schlaganfall) und / oder sonstigen auffälligen Befunden in eine Klinik überweisen.

Synkopen: Therapie

Die Behandlung nach der Akutsituation hängt von der Ursache ab.

– Reflexsynkope: Nach einer einzelnen vasovagalen Reflexsynkope oder wenn diese sehr selten auftreten (weniger als zweimal pro Jahr; es gibt dazu unterschiedliche Angaben), keine Verletzungen nach sich gezogen haben und sich durch Vorzeichen ankündigen, ist keine Therapie notwendig. Nützlich sein können aber die weiter unten genannten Empfehlungen zur Selbsthilfe, insbresondere auch bei situativen Reflexsynkopen. Patienten, die sich durch wiederholte Ohnmachten stark beeinträchtigt fühlen, können ein Kipptisch- oder Stehtraining versuchen. Dieses bieten manche spezialisierte Kliniken an. Seltener ist bei einer Reflexsynkope ein Herzschrittmacher sinnvoll, etwa wenn gleichzeitig ein extrem langsamer Herzschlag festgestellt wurde. Solche Reflexsynkopen werden auch kardiodepressorisch genannt, weil sie das Herz dämpfen, und sind gegen orthostatische Synkopen abzugrenzen. Generell wird der Arzt die Notwendigkeit, bei einem Patienten einen Schrittmacher einzusetzen, sehr gründlich überprüfen. Zu dem Medikament Midodrin siehe nächster Absatz.

– Orthostatische Synkope: Wichtig ist hier zum einen die Behandlung einer möglichen Grundkrankheit. Zum anderen können bestimmte Medikamente, die die Gefäßspannung erhöhen, etwa Sympathomimetika oder Alpha-1-Adrenorezeptoragonisten wie Midodrin, infrage kommen. Auch sogenannte Mineralokortikosteroide (Fludrocortison) kommen mitunter zum Einsatz. Der Arzt wird diese Optionen wegen der möglichen Nebenwirkungen und Gegenanzeigen genau prüfen. Weitere Tipps im Abschnitt "Vorbeugung und Selbsthilfe".


Schrittmacher: Das Gehäuse sitzt unter der Haut, die Elektroden liegen im Herz

W&B/Sallwey/Szczesny

– Karotis-Sinus-Syndrom: Hier kommt es zu Synkopen aufgrund eines hypersinsitiven Karotis-Sinus (siehe oben, Abschnitt: 1. Reflex-Synkopen). Die Patienten erhalten in der Regel einen Herzschrittmacher.

– Herz-Synkopen: Hier kommt es auf die genaue Ursache und die Art und Ausprägung der zugrunde liegenden Herzerkrankung an. Herzrhythmusstörungen mit nachweislich sehr langsamem Herzschlag oder Pausen und Synkopen (auch Synkopen oder Präsynkopen unter körperlicher Belastung) machen einen Schrittmacher notwendig. Schnelle Rhythmusstörungen, die den Patienten gefährden, lassen sich oft durch spezielle Medikamente (Antiaarrhythmika) unterbinden. Manchmal erreicht der Arzt dieses Ziel mittels einer Katheterablation im Herzen.

Unter Umständen setzen Ärzte auch einen speziellen Schrittmacher ein, nämlich einen sogenannten implantierbaren Defibrillator (AICD, siehe oben). Er kann besondere Formen schneller Rhythmusstörungen durch Abgabe eines Stromimpulses durchbrechen. Bei allen diesen Fragestellungen spielt immer auch die zugrunde liegende Herzerkrankung eine Rolle. Sie kann zusätzliche Behandlungsmaßnahmen und Medikamente nötig machen.

Ob Sport oder körperliche Belastung nach einer Herz-Synkope empfehlenswert ist, entscheiden Ärzte bei jedem Patienten individuell.

Mehr Informationen über den unregelmäßigen Herzschlag finden Sie im Ratgeber "Herzrhythmusstörungen".

In einigen Fällen, etwa bei einem Herzfehler, kann auch ein Eingriff am Herzen infrage kommen. Andere auslösende Erkrankungen behandelt der Arzt so gezielt wie möglich.

Vorbeugung und Selbsthilfe

Wichtig ist bestmöglich vorzubeugen und im Falle eines Falles gegenzusteuern. Dazu gibt es bewährte Ratschläge und Empfehlungen.

Praktische Tipps

Vasovagale Reflexsynkope:

Die hier meist jüngeren Betroffenen können Ärzte in der Regel nach Abschluss der Untersuchungen beruhigen. Sie werden ihnen meist bestätigen, dass das Problem eher harmlos ist, nicht behandelt werden muss, und dass die Aussichten gut sind. Das hilft, wieder Mut zu fassen und den Alltag ganz normal wie vorher auch zu gestalten. Mit einem kleinen neuen Akzent:

Vermeiden Sie Situationen, die eine Ohnmacht auslösen können, wie langes Stehen, überfüllte, warme und stickige Räume, Stress, besonders auch Alkohol.
Wenn Sie zu denjenigen gehören, die spüren, dass eine Ohnmacht aufkommt: Lernen Sie diese Warnzeichen wie zum Beispiel Schwindel, Kältegefühl, Schweißausbrüche, Benommenheit richtig einzuschätzen und verhalten Sie sich nach Möglichkeit entsprechend: Gehen Sie schnell an die frische Luft. Oder, falls es knapp wird: Setzen oder legen Sie sich hin, um einer eventuellen Bewusstlosigkeit zuvorzukommen.
Gegendruckmanöver: Gehen Sie mit Muskelkraft gegen eine aufkommende Kreislaufschwäche vor: Überkreuzen Sie die Beine im Stehen und pressen Sie sie fest zusammen. Spannen Sie die Gesäßmuskulatur an. Und Fingerhakeln: Verschränken Sie die Finger fest ineinander und ziehen Sie die Hände mit beiden Armen auseinander. Oder gehen Sie, wenn möglich, tatsächlich in die Hocke. Alle diese Übungen lassen den Blutdruck meist steigen.

Situative Reflexsynkope:

Vermeiden Sie zu starkes Naseschneuzen und Husten oder schweres Heben.
Essen Sie gesund und leicht. Bereiten Sie Ihre Mahlzeiten also in kleineren Portionen zu: So können Sie ein Blutdrucktief nach dem Essen vermeiden.
Von gesunder Kost kann auch der Darm profitieren, sodass die Verdauung besser klappt und Sie sich zu starkes Pressen und damit mögliche Synkopen ersparen.
Nehmen Sie vom Arzt verordnete Medikamente regelmäßig ein. Zum Beispiel halten Sie eine chronische Atemwegserkrankung so besser unter Kontrolle und sind weniger von Hustenreiz geplagt. Das hilft, Hustensynkopen zu vermeiden.
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Trinken hilft dem Kreislauf

Thinkstock/Stockbyte

Orthostatische Synkope:

– Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, um das erforderliche Blutvolumen aufrechtzuerhalten. Trnken Sie genügend, bei Hitze entsprechend mehr. Normalerweise sollten es mindestens zwei Liter täglich sein, sofern es keine medizinischen Einschränkungen gibt. Wenn Sie keinen Bluthochdruck haben (der eine orthostatische Hypotonie nicht ausschließt), sollten Sie täglich bis zu zehn Gramm Kochsalz aufnehmen, also fast doppelt so viel, wie sonst empfohlen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.
Kompressionsstrumpfhosen unterstützen die Arbeit der Venen, sodass mehr Blut zum Herzen zurückfließt und damit auch in den Kreislauf und Kopf. Klären Sie mit Ihrer Krankenkasse ab, ob sie in diesem Fall die Kosten übernimmt oder sich daran beteiligt.
Bei Warnsymptomen einer Ohnmacht: Versuchen Sie es mit Gegendruckmanövern (siehe oben). Auch schnelles Trinken kalten Wassers kann helfen.
Schlafen Sie nachts mit leicht erhöhtem Kopf / Oberkörper (etwa zehn bis 20 Grad). Dadurch pendelt sich der Blutdruck nachts und morgens besser ein, und eine Orthostase lässt sich eher vermeiden.
Langsam aus dem Bett: Begeben Sie sich stets behutsam aus der liegenden in die aufrechte Position.
Medikamente: Der Arzt sollte regelmäßig überprüfen, was Sie einnehmen – vom Schlafmittel bis zum Blutdrucksenker. Auch Ihre Apotheke informiert Sie zu möglichen Neben- und Wechselwirkungen Ihrer Medikamente.
Bewegen Sie sich nach Maßgabe des Arztes körperlich so gut es geht, stärken Sie den Kreislauf, verbessern Sie die Muskelkraft, vor allem in den Beinen und am Bauch, sowie die Koordination.


Kalte Güsse nach Kneipp bringen den Kreislauf auf Trab

W&B/Bernhard Huber

Ob auch Anwendungen nach Kneipp sinnvoll sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Übrigens:

Für ältere Menschen werden Kurse zur Sturzvorbeugung angeboten. Dabei geht es unter anderem um Gleichgewichts- und Krafttraining. Es gibt verschiedene Anbieter. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt. Oder auch bei Ihrer Krankenkasse, die eventuell Präventionsmaßnahmen finanziell unterstützt, etwa für mehr Fitness im Alter.

Führen eines Fahrzeugs:

Zur Beurteilung der Fahr (und Flug-)tauglichkeit werden in Deutschland die vom Bundesministerium für Verkehr herausgegebenen "Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung" beziehungsweise für die Luftfahrt eine entsprechende Verordnung der EU herangezogen. Die Fahr (oder Flug-)tauglichkeit hängt von der Risikobeurteilung im Einzelfall ab. Wenn Betroffene bisher einem Beruf mit besonderen Sicherheitsanforderungen nachgehen, etwa als Fahrzeugführer oder Piloten oder schwere Maschinen steuern, müssen vorbeugende Strategien und Vorsichtsmaßnahmen individuell zwischen Arzt und Patient sowie mit dem Arbeitgeber besprochen werden. Unabhängig davon ist der Arbeitgeber in Sektoren wie den genannten gehalten, die gesundheitliche Eignung eines Mitarbeiters regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Um zum Beispiel die Fahrtüchtigkeit zu beurteilen, gibt es für die beurteilenden Ärzte Empfehlungen. Diese beruhen auf veröffentlichten Richtlinien der Kardiologen. Zum Beispiel sieht die Lage nach einer einzelnen, milden Reflexsynkope ohne weitere gesundheitliche Besonderheiten für einen Privatfahrer günstig aus. Dagegen ist bei wiederholten oder ausgeprägten Reflexsynkopen die Fahrtüchtigkeit für Privat- wie Berufsfahrer zunächst nicht gegeben. Greift eine Therapie gut, kann sich die Beurteilung ändern. Je nach Krankheitsbild können aber auch dauerhaft Einschränkungen der Fahrtauglichkeit bestehen, etwa für Patienten mit bestimmten Herzkrankheiten und einem automatischen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (AICD). Der Arzt dokumentiert seine Empfehlung schriftlich.


Fachliteratur:

Guidelines for the diagnosis and management of syncope (version 2009),
European Heart Journal (2009) 30, 2631-2671. DOI:10.1093/eurheartj/ehp298. Online:

http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/ehj/30/21/2631.full.pdf. Abgerufen 13.11.2014

Gerold G: Innere Medizin, 2014

Longo , Fauci, Kasper, Hauser, Jameson, Loscalzo: Harrisons Innere Medizin, Deutsche Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Charité. Herausgegeben von Dietel M, Suttorp N, Zeitz M; McGraw-Hill, Berlin ABW Wissenschaftsverlag, 18. Ausgabe, 2012

Mattle H, Mumenthaler M.: Neurologie, 13., vollständig neu bearbeitete Auflage, Stuttgart Georg Thieme Verlag, 2014

Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Anfälle und Bewusstsseinsstörungen. Synkopen. Federführend: Diehl Rolf R. Entwicklungsstufe S1. Stand: September 2012. Gültig bis: 2016. AWMF-Registernummer: 030/072. Abgerufen 10.11.2014

Greve I, Geier F, Popp S et al.: Prävalenz und prognostische Bedeutung von Beinahe-Synkope und Synkope – Prospektive Erhebung von 395 Fällen in einer Notaufnahme (SPEED-Studie). Dtsch Arztebl Int 2014, 111 (12): 197-204. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0197

Günther S, Mudra H, Reichelt A et al.: Akuter Kiefer-Thorax-Schmerz und Synkope bei einem 41-jährigen Patienten. Internist 2014 55:1209-1213. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014. DOI: 10.1007/s00108-0143529-3

Klein, HH, Krämer A, Pieske BM, et al.: Positionspapier: Fahreignung bei kardiovaskulären Erkrankungen. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2010, Kardiologe 2010. DOI: 10.1007/s12181-010-0308-9
Online: http://leitlinien.dgk.org/files/2010_Positionspapier_Fahreignung.pdf. Abgerufen: 19.11.2014


Von Scheidt W, Seidl K, Dahm JB et al.: Kommentar zu der Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Synkopen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie 2009. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011, Kardiologe 2011 5:5-12. Online: http://leitlinien.dgk.org/files/2011_Kommentar_Synkopen.pdf. Abgerufen: 19.11.2014


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