Morbus Menière (Menière-Krankheit)

Plötzlich dreht sich alles, außerdem rauscht und brummt es in einem Ohr? Dann könnte ein Morbus Menière die Ursache sein. Drehschwindel-Attacken, Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwerhörigkeit sind typische Symptome

aktualisiert am 25.08.2014

Schwindelig? Rauschen oder Druck im Ohr? Möglicherweise lautet die Diagnose dann Morbus Menière

W&B/Martin Ley

Was ist Morbus Menière?

Morbus Menière oder Menière-Krankheit heißt eine eher seltene Erkrankung des Innenohrs. Am häufigsten betroffen sind Menschen im mittleren Alter. Charakteristisch ist die Kombination aus drei Symptomen:

  • Drehschwindel-Attacken: Mit nur kurzer Vorwarnung scheint sich alles zu drehen, den Betroffenen wird schwindelig und übel. Manche müssen sich übergeben. Solche Schwindelanfälle können Minuten bis Stunden anhalten und in unterschiedlichen Abständen wiederkehren.

  • Ohrgeräusche (Ohrensausen, Tinnitus): Meist nur in einem Ohr nehmen Betroffene Töne oder Geräusche war, die Andere nicht hören können – zum Beispiel ein tiefes Brummen oder Rauschen. Diese Ohrgeräusche treten zusammen mit dem Schwindel auf oder halten darüber hinaus an. Oft werden sie bei einem Schwindelanfall lauter.
  • Schwerhörigkeit: Die Betroffenen hören schlechter – meist nur auf einem Ohr. Üblicherweise handelt es sich um dasselbe Ohr, das auch die Ohrgeräusche produziert. Manche spüren außerdem einen Druck auf diesem Ohr. Die Symptome bestehen nur während der Schwindelattacke oder auch unabhängig davon. Das Ausmaß dieser Hörminderung kann schwanken.

Im individuellen Fall weichen die Beschwerden auch einmal von diesem klassischen Muster ab. Die Symptome können sich zum Beispiel nacheinander einstellen – das macht es unter Umständen schwieriger, die Diagnose zu sichern. Welche Anzeichen auf Morbus Menière hindeuten können, erfahren Sie im Kapitel Symptome und Verlauf.

Welche Ursachen hat die Krankheit?

Offenbar kommt es bei Morbus Menière zu einer Flüssigkeitszunahme im Hör- und Gleichgewichtsorgan. Welche Ursachen dahinter stecken, ist nicht geklärt. Es existieren verschiedene Theorien. Genauere Informationen lesen Sie im Kapitel Ursachen.


Beratender Experte: Professor Dr. med. Dr. med. habil. T.P.U. Wustrow

W&B/Privat

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Der Arzt (üblicherweise der Hals-Nasen-Ohren-Arzt) fragt nach der Krankengeschichte und den Beschwerden des Patienten. Außerdem untersucht er die Ohren und die Funktion des Gleichgewichtsorgans. Zusätzliche Untersuchungen wie Hörtests oder eine Magnetresonanztomografie helfen, andere Krankheiten als mögliche Ursache auszuschließen, zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder ein Akustikusneurinom. Ausschlaggebend für die Diagnose Morbus Menière sind die charakteristischen Symptome.

Welche Therapie hilft bei Morbus Menière?

Zur Behandlung der Menière-Krankheit eignen sich verschiedene Medikamente. Sie können akute Beschwerden lindern oder weiteren Menière-Attacken vorbeugen (Anfallsprophylaxe). Bringen sie nicht den gewünschten Erfolg, kommen unterschiedliche Operationstechniken infrage. Hier müssen Arzt und Patient mögliche Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen. Mehr zu den Therapiemöglichkeiten bei Morbus Menière erfahren Sie im Kapitel Therapie.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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