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Thrombozyten: Die Blutplättchen

Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung


Computermodelle von festen Bestandteilen des Blutes: Neben einem roten und einem weißen Blutkörperchen sind drei Blutplättchen zu sehen

Kurz gesagt:

Die Thrombozyten (Blutplättchen) sind für die Blutgerinnung wichtig. Sind sie erhöht oder erniedrigt, kann das auf verschiedene Erkrankungen der Blutbildung im Knochenmark hindeuten. Ein möglicher Hinweis auf erniedrigte Thrombozytenzahlen oder Funktionsstörungen der Blutplättchen sind punktförmige (petechiale) Einblutungen in der Haut.


Was sind Thrombozyten?

Die Blutplättchen gehören wie die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu den zellulären Bestandteilen des Blutes. Sie sehen aus wie kleine Scheibchen und besitzen keinen Zellkern.

Thrombozyten sind ein wichtiger Bestandteil des Gerinnungssystems. Schneiden wir uns in den Finger, fängt die Wunde schnell an zu bluten. Jetzt kommt das Gerinnungssystem ins Spiel. An die Verletzung des Gefäßes heften sich zunächst aktivierte Blutplättchen an. Mithilfe bestimmter Gerinnungsfaktoren vernetzen sie sich und bilden einen Blutpfropf, der die Wunde abdichtet.

Die Thrombozyten spielen bei der Entstehung der Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) oder von Gefäßverschlüssen wie dem Herzinfarkt eine zentrale Rolle.


Wann sind die Thrombozyten vermehrt?

Eine erhöhte Thrombozytenzahl kommt unter anderem vor:

  • in Verbindung mit Entzündungsreaktionen und nach Operationen
  • nach Entfernung der Milz
  • nach großen Blutverlusten bei Unfall/Operationen
  • bei Erkrankungen des Knochenmarks (Polyzythämie/ Thrombozythämie)

Wann sind die Thrombozyten vermindert?

Eine erniedrigte Thrombozytenzahl kommt unter anderem vor bei:

  • Krebserkrankungen durch Verdrängung des normalen Knochenmarks (zum Beispiel Leukämie)
  • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
  • Einnahme bestimmter Medikamente (unter anderem Chemotherapeutika)
  • Autoimmunkrankheiten (beispielsweise der Morbus Werlhof, bei dem meist Antikörper gegen Blutplättchen vorliegen)
  • starkem Verbrauch von Thrombozyten (zum Beispiel bei Infektionen)
  • Blutverlust

Welche Thrombozytenzahl ist normal?

140 bis 360 Tausend/μl Blut

Neben der Zahl der Thrombozyten ist ihre Funktion und Aktivierbarkeit für die Blutgerinnung von Bedeutung.

Hinweis: Wenn Thrombozyten im Abnahmeröhrchen verklumpen, kann eine verminderte Thrombozytenzahl gemessen werden, obwohl die Zahl der Blutplättchen im Blut des Patienten normal ist. Der Labormediziner spricht dann von einer Pseudothrombozytopenie. Weshalb die Thrombozyten zuweilen in der Blutprobe verklumpen, ist noch nicht hinreichend geklärt.


Blutbild-Messgerät

Durchflusszytometrie zur Zählung fester Blutbestandteile


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Michael Spannagl, Labor für Immungenetik und molekulare Diagnostik, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München




Bildnachweis: W&B/Fotolia, Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber

www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 23.05.2014, erstellt am 16.12.2008
Bildnachweis: W&B/Fotolia, Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber

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