Was sind Retikulozyten?
Retikulozyten sind die Vorstufe der roten Blutkörperchen. Man kann sie also auch als jugendliche Erythrozyten bezeichnen. Sie wandern aus dem Knochenmark in das Blut, dort erfolgt die endgültige Reifung zum Erythrozyten innerhalb von circa einem Tag.
Durch eine spezielle Färbemethode kann man Erythrozyten und Retikulozyten auseinander halten. Dabei kann man bei letzteren netzartige Strukturen entdecken. Daher kommt auch der Name – Reticulum ist das lateinische Wort für Netz.
Warum wird der Retikulozyten-Wert gemessen?
Dieser Wert ist vor allem bei einer Blutarmut interessant. Ist er hoch, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Körper versucht, einen Erythrozytenmangel zu beheben, in dem er vermehrt unreife Zellen ins Blut abgibt. Ist der Retikulozyten-Wert niedrig, dann liegt wahrscheinlich eine Anämie durch Blutbildungsstörung vor.
Durch die Messung lässt sich außerdem sehr gut kontrollieren, ob eine Therapie im Falle eines Eisen- oder Vitaminmangels angeschlagen hat. Sind die Werte hoch, dann spricht das dafür, dass der Körper wieder ausreichend mit dem benötigten Stoff versorgt wird. Er hat die Blutbildung wieder aufgenommen.
Wie hoch sind die Normalwerte?
Erwachsene: 5 bis 23 / Tsd. Erythrozyten
Wann sind die Werte erhöht?
Die Werte sind zum Beispiel erhöht bei:
Wann sind die Werte erniedrigt?
Blutbildungsstörungen oder eine Hemmung der Bildung von Blutkörperchen durch Medikamente (zum Beispiel bei Chemotherapie) können zu erniedrigten Retikulozytenzahlen führen.
In Kürze: Retikulozyten sind die Vorläuferzellen der Erythrozyten. Die Bestimmung des Wertes wird zur Analyse der Ursache einer Blutarmut genutzt. Außerdem ist er nützlich um zu kontrollieren, ob eine Therapie mit Folsäure, Eisen oder Vitamin B12 bei einer Anämie anschlägt.
Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten individuell zu erklären.
www.apotheken-umschau.de; 11.12.2008, aktualisiert am 26.06.2010
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