Chlorid: Ein wichtiger Elektrolyt

Chlorid ist an fast allen Stoffwechselvorgängen unseres Körpers beteiligt

von Dr. Andreas Baum, aktualisiert am 17.06.2014

Erhöhte Chloridspiegel treten unter anderem bei chronischem Durchfall auf

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Chlorid ist ein Elektrolyt – ein Anion. Es ist an fast allen Körperfunktionen beteiligt und wird beispielsweise bei Störungen des Wasserhaushalts oder des Säure-Basen-Haushalts bestimmt.


Was ist Chlorid?

Chlorid gehört, neben Natrium und Kalium, zu den wichtigsten so genannten Elektrolyten (im weitesten Sinn sind das elektrisch negativ oder positiv geladene Teilchen). Chlorid wird durch die Nahrung in Form von Kochsalz (Natriumchlorid) aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden. Es beeinflusst fast alle Stoffwechselvorgänge, unter anderem den Wasserhaushalt, die Nervenleitung und den Herzrhythmus. Außerdem spielt es eine Rolle in der Regulation des Säure-Basen-Haushalts.

Wann ist der Chloridwert erniedrigt?

Erniedrigte Chloridspiegel im Blutserum kommen unter anderem vor bei:

  • Patienten mit Magensonde (vor allem in der Intensivmedizin)
  • Einnahme bestimmter harntreibender Medikamente (zum Beispiel Furosemid, Etacrinsäure, Chlorothiazid)
  • bestimmten Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Cushing-Syndrom, Hyperaldosteronismus)

Wann ist der Chloridwert erhöht?

Erhöhte Chloridspiegel kommen unter anderem vor bei:

  • Übersäuerung des Körpers
  • abnorm gesteigerter Atmung (Hyperventilation)
  • Einnahme chloridhaltiger Medikamente
  • Behandlung mit Carboanhydrase-Hemmern (zum Beispiel bestimmte Wirkstoffe gegen Epilepsie oder Grünen Star/erhöhten Augeninnendruck)

  • chronischem Durchfall

Welcher Wert ist normal?

Die Chloridkonzentration im Blutserum beträgt bei Erwachsenen normalerweise zwischen 98 und 107 mmol/l, bei gesunden Kindern kann sie zwischen 95 und 112 mmol/l schwanken.


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



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