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Vitamin D3 (1,25-Dihydroxy-Vitamin D3), Calcitriol

Calcitriol, oder wissenschaftlich 1,25-Dihydroxy-Vitamin D3, steuert gemeinsam mit dem Parathormon den Kalzium-Stoffwechsel des Körpers. Diagnostisch hilfreich ist die Messung des Calcitriols vor allem bei zu hohen oder zu niedrigen Kalziumwerten im Blut, um der verursachenden Krankheit auf die Spur zu kommen

Was ist Calcitriol?

Calcitriol ist eine Form des Vitamins D3. Nach der Produktion des noch unfertigen Vitamins in der Leber wird es in der Niere zum fertigen Calcitriol. Calcitriol bewirkt, dass Kalzium in den Knochen eingebaut wird. Außerdem ist es entscheidend dafür, dass Kalzium und Phosphat vom Darm aufgenommen werden können. Deshalb kommt es bei einem Mangel an Calcitriol zur Rachitis (bei Kindern) oder Osteomalazie (bei Erwachsenen), weichen Knochen.

Besonders hohe Calcitriol-Werte haben Kinder und Schwangere, da das Vitamin wichtig für den Knochenbau während des Wachstums ist.


Welcher Calcitriol-Wert ist normal?

Der normale Calcitriol-Wert schwankt je nach Alter des Patienten. Bei Kindern sind 40 - 100 ng/l normal, bei Erwachsenen unter 50 Jahren 30 - 80 ng/l, über dem 50. Lebensjahr 25 - 60 ng/l (63 - 125 pmol/l). Bei Schwangeren sind Werte zwischen 40 - 130 ng/l (100 - 325 pmol/l) normal (nach "Labor und Diagnose" von Lothar Thomas).


Wann ist der Calcitriol-Wert zu niedrig?

Bei der Rachitis, weichen Knochen im Kindesalter wegen Vitamin D-Mangels, ist die Calcitriol-Konzentration normalerweise erniedrigt. Bekommt der Patient allerdings zur Behandlung Vitamin D, steigt der Calcitriol-Spiegel sofort deutlich an und bleibt über den Normwerten, bis die Rachitis nach mehreren Monaten geheilt ist. Das Gleiche gilt für die Osteomalazie, die Knochenweiche im Erwachsenenalter. Um eine Rachitis sicher feststellen zu können, muss neben Calcitriol deshalb immer auch die Calcitriol-Vorstufe Calcidiol (25-Hydroxy-Vitamin D3) gemessen werden.

Wenn die Niere nicht mehr richtig arbeitet, bei der so genannten Niereninsuffizienz, sinkt die Calcitriol-Konzentration im Blut.


Wann ist der Calcitriol-Wert zu hoch?

Zu viel Calcitriol im Blut kommt zum Beispiel bei der Sarkoidose vor (Morbus Boeck). Auch bei bösartigen Tumoren wie Lymphomen steigt der Vitamin D3-Spiegel im Körper an. Eine überaktive Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) lässt den Calcitriol-Spiegel ebenfalls steigen. Bei nierentransplantierten Patienten ist der Calcitriol-Spiegel häufig nach der Operation erhöht. Arbeiten die Rezeptoren für Calcitriol aufgrund eines erblichen Defektes nicht korrekt, ist der Calcitriol-Spiegel ebenfalls zu hoch.

Eine Vergiftung mit Vitamin D3 fällt meist nicht durch einen zu hohen Calcitriol-Wert auf, sondern durch einen zu hohen Calcidiol-Wert (25-Hydroxy-Vitamin D3). Der Calcitriol-Wert ist dagegen üblicherweise normal.


Kurz zusammengefasst:

Calcitriol (1,25-Dihydroxy-Vitamin D3) steuert gemeinsam mit Parathormon den Kalziumhaushalt des Körpers. Ein Mangel führt zur Erweichung der Knochen (Rachitis, Osteomalazie). Der Körper braucht Calcitriol sowohl, um Kalzium und Phosphat im Darm aufzunehmen, als auch um Kalzium in den Knochen einzubauen. Verschiedene Krankheiten können den Calcitriolspiegel steigen lassen.

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Sie müssen im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.



Dennis Ballwieser / www.apotheken-umschau.de; 27.11.2011, aktualisiert am 02.12.2011

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