Amylase und Lipase: Zwei Verdauungsenzyme

Die beiden Enzyme werden in der Bauchspeicheldrüse produziert und bei Bedarf in den Dünndarm abgegeben
aktualisiert am 09.03.2017

Oft geht eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit einem Schmerz einher, der sich gürtelförmig in Oberbauch und Rücken ausbreitet

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Amylase und Lipase sind Verdauungsenzyme, die aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in den Darm abgegeben werden. Ein Anstieg dieser Enzyme im Blut kann beispielsweise ein Hinweis auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein.

Was sind Amylase und Lipase?

Amylase und Lipase sind Verdauungsenzyme. Die Bauchspeicheldrüse stellt sie her und gibt sie bei Bedarf in den Dünndarm ab. Dort helfen sie, die im Magen vorverdauten Nahrungsbestandteile zu zerkleinern, damit sie ins Blut übertreten können. Die Amylase spaltet lange Kohlenhydrate in kleine Zuckerstücke. Die Lipase hilft bei der Aufspaltung der Nahrungsfette.

Wann werden Amylase und Lipase gemessen?

Der Arzt bestimmt die Laborwerte zum Beispiel, wenn der Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) besteht. Zu einem Anstieg von Amylase und Lipase im Blut kommt es vor allem dann, wenn sie infolge einer Pankreatitis oder wegen eines Abflusshindernisses statt in den Darm ins Blut gelangen. So ein Abflusshindernis entsteht zum Beispiel durch einen eingeklemmten Gallenstein im Bereich der gemeinsamen Mündung von Gallengang und Bauchspeicheldrüsengang.

Wie hoch sind die Normalwerte?

  • Amylase

        Blutserum: bis 110 U/l

        Urin: bis 460 U/l

  • Lipase

        Blutserum: bis 67 U/l


In Abhängigkeit von der Labormethode können auch andere Normalbereiche gelten. Zahlreiche Krankheiten, aber auch viele Medikamente können vorübergehende oder leichte Anstiege von Amylase und Lipase verursachen.

Die Bauchspeicheldrüse produziert Amylase und Lipase und gibt sie ab in den Dünndarm

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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