Peniskrebs (Peniskarzinom)

Peniskrebs ist sehr selten und tritt meist erst ab dem 60. Lebensjahr auf. Wird der Tumor frühzeitig entdeckt, ist die Prognose gut. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie
aktualisiert am 15.09.2014

Peniskrebs trifft hauptsächlich ältere Männer. Wird ein Peniskarzinom rechtzeitig behandelt, bestehen gute Heilungschancen

iStock/ND1939

Was ist Peniskrebs?

Peniskrebs bildet sich am häufigsten an der Eichel und an der Vorhaut. Unbehandelte Tumoren dehnen sich auf Schwellkörper, Harnröhre und Prostata bis hin zur Bauchdecke aus. Sie können über das Lymphgefäßsystem in die Lymphknoten der Leisten und des Beckens einwandern. Eher selten breitet sich der Krebs auch über den Blutweg in weitere Organe wie die Lunge oder in das Skelett aus.

In 95 Prozent der Fälle handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom, einen bösartigen Tumor, der durch Entartung von Zellen der äußersten Hautschicht entsteht. Manchmal wächst auch ein anderer Hautkrebs, wie das Basalzellkarzinom oder das Maligne Melanom im Bereich des Penis. In sehr seltenen Fällen entwickelt sich das Peniskarzinom auch aus einem anderen Weichteiltumor.


Männliche Anatomie (um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe oben links im Bild klicken)

W&B/Jörg Neisel

Der Penis zählt zu den äußeren Geschlechtsorganen des Mannes. Er enthält Schwellkörper, die sich bei sexueller Erregung mit Blut füllen und den Penis aufrichten. An der Unterseite der Schwellkörper verläuft die Harnröhre (siehe Grafik). An der Penisspitze befindet sich die Eichel, die von der Vorhaut überdeckt wird. Unter der Vorhaut sammelt sich Vorhauttalg, sogenanntes Smegma, das nur durch vollständiges Zurückschieben der Vorhaut und sorgfältiges Waschen mit Wasser und Seife entfernt werden kann.

In Deutschland erkranken jährlich nur einige Hundert Männer an einem Peniskarzinom. Die Krankheit tritt vor allem bei älteren Männern nach dem 60. Lebensjahr auf, aber auch jüngere Männer unter 40 sind betroffen. Weitere Risikofaktoren – neben einem höheren Alter – sind mangelnde Hygiene, Vorhautverengungen, Schleimhaut-Veränderungen sowie Papilloma-Virus-Infektionen (siehe Kapitel Ursachen).

Symptome: Der Tumor entwickelt sich meist schleichend und macht sich beispielsweise durch unspezifische Hautveränderungen wie Schwellungen, chronisch entzündliche Veränderungen oder Verhärtungen an Eichel und Vorhaut bemerkbar. Wenn sich der Krebs ausbreitet und die angrenzenden Lymphknoten befällt, können diese vergrößerten Lymphknoten oft in der Leiste getastet werden.


Beratender Experte: Professor Dr. Christian Stief, Facharzt für Urologie

W&B/Privat

Diagnose: Um Peniskrebs sicher festzustellen, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe und untersucht diese unter dem Mikroskop. Anschließend bestimmt er mithilfe verschiedener bildgebender Verfahren wie einer Ultraschall-Untersuchung, einer Computertomografie oder Magnetresonanz-Tomografie das Stadium der Erkrankung. Peniskrebs wird nach der internationalen TNM-Klassifikation eingeteilt. Auf diese Weise kann standardisiert dokumentiert werden, wie tief der Tumor in das Gewebe eingedrungen ist (T), ob Lymphknoten befallen sind (N) und ob Tochtergeschwüre (Metastasen) in anderen Organen vorliegen (M).


Beratender Experte: PD Dr. Boris Schlenker, Facharzt für Urologie

W&B/Privat

Therapie: Wird der Krebs rechtzeitig entdeckt, kann er operativ entfernt werden. Oft reicht es aus, die Vorhaut zu entfernen oder den Tumor aus der Eichel zu schneiden. Wenn die Erkrankung sehr weit fortgeschritten ist, ist es manchmal nötig, den Penis zu amputieren. Chemotherapie und Bestrahlung kommen meist nur zur Linderung von Beschwerden infrage, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Früherkennung nutzen: Wird die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt, überleben 90 Prozent der Erkrankten länger als fünf Jahre. Daher sollten sich Männer ab dem 45. Geburtstag einmal pro Jahr auf Peniskrebs (und auf Prostatakrebs) untersuchen lassen. Diese Vorsorge-Untersuchung wird von den Krankenkassen getragen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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