Drucken

Heiserkeit

Lautes Reden, starkes Rauchen oder eine Erkältung sind oft Ursachen von Heiserkeit. Verantwortlich für Stimmstörungen können aber auch Erkrankungen des Kehlkopfs und andere Einflüsse sein


Heiser: Die Stimmlippen im Kehlkopf sind überlastet, gereizt oder krankhaft geschädigt

Wer hat sich nicht schon einmal heiser geschrien? Bei einer ausgelassenen Feier, einem Popkonzert, einer hitzigen Diskussion. Sänger und Menschen, die viel und laut reden müssen, wie Lehrer zum Beispiel, wissen, wie anfällig ihre Stimme auf Überlastung reagiert. Eine Vielzahl innerer wie äußerer Reize verursacht Heiserkeit. Nervosität lässt die Stimme rau und zittrig werden, trockene Luft und Rauchen ihren Klang dünn und kratzig. Doch auch wenn jemand länger nicht spricht, dauert es oft eine Zeit, bis die Stimme wieder in Gang kommt.

Eine Erkältung schließlich bringt als typisches Symptom Heiserkeit mit sich. Das Sprechen schmerzt und ist mühsam. Die Liste harmloser bis ernsthafter Erkrankungen, die sich auf Kehlkopf und Stimmbänder auswirken, ist lang.

Heiserkeit drückt eine Störung der Stimme aus und hat mit dem Zustand des Stimmapparats und des Kehlkopfes zu tun. Fachleute bezeichnen Stimmstörungen als Dysphonien. Die Stimme tönt nicht mehr voll und klar, sie klingt rau, kratzend, dünn, flach, brummig oder piepsig, mitunter versagt sie ganz. Das fein abgestimmte Zusammenspiel zwischen Atmung, Stimmlippen, Nerven und Muskeln im Kehlkopf ist gestört.



Blick in den Kehlkopf: Die blauen Pfeile zeigen die einströmende Luft, die grünen die ausströmende an

Wie es zu Heiserkeit kommt

Töne entstehen durch Schwingungen der Stimmbänder oder -lippen. Diese beiden mit Schleimhaut überzogenen Bänder liegen waagrecht im Kehlkopf (Larynx), dem oberen Teil der Luftröhre.

Wenn wir einatmen, sind die Stimmlippen geöffnet und entspannt, damit die Luft einströmen kann. Soll ein Ton erzeugt werden, spannen sie sich an und stellen sich entsprechend eng. Der beim Ausatmen aufsteigende Luftstrom drückt dagegen, die Stimmbänder geraten in Schwingung, die Luft vibriert zwischen Kehlkopf und Mundhöhle. Die Tonhöhe verändert sich, je nachdem wie angespannt und damit lang (höhere Töne) oder entspannt und kurz (tiefere Töne) die Stimmlippen sind.

Die Bewegungen der Stimmlippen regeln innere, aber auch äußere Kehlkopfmuskeln, die Lautstärke richtet sich nach dem Druck, den die Luft beim Ausatmen erzeugt. Das erklärt unter anderem, warum Körperhaltung und Atemtechnik so wichtig für gutes Reden oder Singen sind. Schließlich werden die Töne durch die Luft im Rachen, in der Mund- und der Nasenhöhle weiter geformt. Zunge und Lippen des Mundes bilden daraus Geräusche, Laute, Wörter, Melodien.

Das harmonische Auf und Ab der Stimmlippen ist leicht aus dem Takt zu bringen. Ist der Kehlkopf zum Beispiel durch eine Virusinfektion entzündet, schwellen die Schleimhäute auf den Stimmlippen an. Diese können sich dann nicht mehr wie erforderlich öffnen oder schließen. Hauchige, rasselnde, heisere Laute entstehen. Wird die Stimme durch lautes Reden überstrapaziert, können die Stimmbänder anschwellen und nicht mehr richtig schließen. Wer gegen die dann folgende Heiserkeit anredet, riskiert, die Schleimhaut weiter zu schädigen. Es können sich Knötchen bilden, die die Schwingungsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen. Auch seelische Anspannung, eine verkrampfte Körpermuskulatur, falsches Atmen wirken nachteilig auf die Kehlkopffunktionen. Eine Reihe von internistischen und neurologischen Erkrankungen können den Stimmapparat in Mitleidenschaft ziehen.

Heiserkeit: Wann zum Arzt?

Hält eine Heiserkeit länger als zwei bis drei Wochen an, sollten die Betroffenen in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, wenn die Stimmstörung mit Schmerzen, Atemnot und Schluckbeschwerden verbunden ist, sofort. Heiserkeit mit Schluckbeschwerden, hohem Fieber und geschwollenem Hals kann Zeichen für eine lebensbedrohliche bakterielle Entzündung der Kehldeckelschleimhaut über der Stimmritze (Glottis), eine Epiglottitis, sein. Bei einem allergischen Schock oder dem Angioödem, einer anfallsartigen Schwellung der Lider, Lippen und des Gesichts, kann es auch zum Glottisödem kommen. Dabei schwellen die Stimmlippen zu und es drohen schwere Atemnot oder Ersticken.

Der Hausarzt wird ansonsten seinen Patienten gegebenenfalls an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einen Facharzt für Phoniatrie (HNO-Arzt mit Spezialisierung auf Hör-, Stimm- und Sprachstörungen) überweisen. Weitere Spezialisten können je nach Verdachtsdiagnose ein Neurologe, ein Facharzt für innere Medizin (Internist) oder auch für allergische Erkrankungen (Allergologe) sein (siehe auch unten "Diagnose von Heiserkeit").

Zu den häufigsten Ursachen von Heiserkeit gehören funktionelle sowie organische Störungen des Stimmapparats. Auf die Stimme können sich viele Faktoren und Krankheiten auswirken. Die wichtigsten Beispiele sind in den folgenden Abschnitten aufgeführt.


Heiser durch Beruf, Lebensumstände, Gewohnheiten

Vielsprecher oder Sänger können ihre Stimme überstrapazieren. Wer sich beruflich häufig in Räumen mit trockener Luft aufhält, Giftstoffen ausgesetzt ist oder wer raucht und zu viel Alkohol trinkt, schadet seiner Stimmgesundheit nachhaltig

  • Überbeanspruchung der Stimme (technogene, ponogene, habituelle Dysphonie)

Menschen, die ihre Stimme überlasten, sind sehr oft heiser. Die Stimme wird dazu auch schnell matt, das Sprechen strengt zunehmend an. Oft brennt oder drückt es im Kehlkopf, der auch vermehrt mit Schleim belegt ist. Häufig betroffen sind Lehrer, Mitarbeiter in Call-Centern, Berufsredner oder Sänger. Wenn jemand zu viel und über längere Phasen zu laut spricht und dabei oft noch gegen einen Geräuschpegel ankämpft, wendet er sehr viel Kraft auf. Die Stimmlippen schlagen dann heftig aufeinander. Durch den starken Reiz röten sie sich, schwellen an und können nicht mehr so gut schwingen. Wer dazu noch falsch atmet und im Schulter- und Halsbereich verkrampft ist, belastet den Stimmapparat zusätzlich.

Die Heiserkeit legt sich, wenn die Stimmlippen nach einer kurzfristigen Überlastung Zeit bekommen, sich wieder zu erholen. Entspannung, die richtige Atemtechnik und Körperhaltung sind wichtig, ebenso wie ausreichende Feuchtigkeit. Das heißt, viel alkoholfreie Getränke trinken, nicht rauchen, auf die richtige Luftfeuchtigkeit achten. Vor allem aber hilft Vielrednern und Sängern eine gute Stimmtechnik, Schäden zu vermeiden.

Wer die auftretende Heiserkeit ignoriert, riskiert weitere Schäden. Die Stimme bleibt belegt und kratzig. Die Stimmlippen können erschlaffen und nicht mehr richtig schließen. Es können sich Knötchen auf den Stimmlippen (sogenannte Sängerknötchen) bilden, die unter Umständen operativ entfernt werden müssen. Eine Stimmtherapie sollte sich dann in der Regel anschließen.

  • Rauchen

Schädigende Auswirkungen für den Stimmapparat haben in erste Linie das Rauchen und Alkoholmissbrauch. Tabakrauch mit den darin enthaltenen Giften reizt die Stimmbänder beständig. Er schädigt zudem langfristig Nerven und Gefäße. Viele Raucher kennen die typischen morgendlichen Hustenattacken und die kratzige Stimme. Das sogenannte Reinke-Ödem betrifft meist Raucherinnen über 30. Sie erleiden eine chronische Entzündung und Schwellung unterhalb der Stimmlippenschleimhaut. Ihre Stimme klingt dadurch rau, tief und männlich. Falls eine erfolgreiche Raucherentwöhnung und Stimmtherapie die Stimmlage nicht verbessern, kann nach genauer Diagnose und Prüfung durch den Phoniater gegebenenfalls ein phonochirurgischer Eingriff am Kehlkopf helfen (siehe auch unten "Entzündungen in Hals und Kehlkopf").

  • Alkohol

Einen schädlichen Reiz auf die Stimmbänder übt auch Alkohol aus. Alkohol ist ein Zellgift, das über die Schleimhäute, teilweise schon im Mund, aufgenommen wird. Unmittelbare Folgen von zu viel Alkohol wie Koordinations- und Bewegungsstörungen betreffen auch die Sprache. Die Schleimhäute können anschwellen. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sind zudem die Hauptrisikofaktoren für Kehlkopfkrebs (siehe Abschnitt "Tumore im Kehlkopfbereich"). Sich aus einer Alkoholabhängigkeit zu befreien, gelingt oft erfolgreicher mit einer Entzugsbehandlung und begleitender psychotherapeutischer Unterstützung.

  • Gift- und Schadstoffe

Wer beruflich oder im privaten Bereich sehr oft giftigen Dämpfen, Abgasen, Feinstaub oder Schadstoffen ausgesetzt ist, hat je nachdem, wie intensiv die Belastung ist, häufig mit anhaltender Heiserkeit und Reizhusten zu kämpfen. Die Schleimhäute sind gereizt und reagieren mit Schwellungen und Rötungen. Auch können ernsthafte Verletzungen beziehungsweise Verätzungen eintreten. Im Umgang zum Beispiel mit Industrie- und Autoabgasen oder Metallen wie Chrom, Blei oder Nickel sollten die Betroffenen die notwendigen Schutz- und Arbeitsbestimmungen unbedingt einhalten.

Eine weitere Rolle können die Folgen von Bestrahlungen, zum Beispiel im Rahmen einer Krebserkrankung, spielen.

Grundsätzlich ist es wichtig, im privaten wie im beruflichen Bereich dafür zu sorgen, dass die Räume bei Bedarf ausreichend belüftet werden und die Luftfeuchtigkeit stimmt. Viel trinken hilft, die Schleimhäute zu befeuchten, und Bewegung im Freien trägt dazu bei, den Kehlkopf zu reinigen und seine Widerstandskraft zu stärken.


Heiserkeit in der Pubertät, in den Wechseljahren, im Alter

Hormonelle und entwicklungsbedingte Veränderungen, zum Beispiel in der Pubertät oder den Wechseljahren, bewirken stimmliche Veränderungen, die oft mit Heiserkeit verbunden sind. Auch im Alter wird die Stimme manchmal brüchig und schwach

  • Pubertät

Vor allem heranwachsende junge Männer haben im Stimmbruch mit Heiserkeit zu kämpfen. Der Kehlkopf wächst in der Pubertät oft schneller, die Stimmbildung kommt nicht entsprechend nach. Die Stimme kippt zwischen hohen kindlichen und tieferen erwachsenen Tönen. Sie klingt mal rau und kratzig, dann wieder piepsig oder schwach und überschlägt sich nicht selten. Mit der Zeit finden die meisten Jungen dann ihren eigenen, richtigen Erwachsenenton. In einigen Fällen kann diese Stimmentwicklung entweder ungewöhnlich lange anhalten oder nicht vollständig abgeschlossen werden. Eine Fistelstimme bleibt. Fachleute sprechen von Mutationsstörungen der Stimme. Dahinter können sich auch psychische Zusammenhänge verbergen. Ein gezieltes Stimmtraining und gegebenenfalls psychologische Unterstützung beeinflussen die Stimmlage meist positiv.

  • Hormonelle Umstellungen bei Frauen

Frauen erleben in der Schwangerschaft oder allein während der Menstruation, dass ihre Stimme heiser und tief klingt. Die hormonellen Veränderungen bewirken mitunter, dass die Schleimhaut an den Stimmlippen verdickt. Schwangere haben dann manchmal auch ein Kloß- oder Trockenheitsgefühl im Hals, der häufig verschleimt ist.

In den Wechseljahren gerät der Hormonspiegel der Frauen aus dem Takt und verändert sich nachhaltig. Die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron gehen zurück, männliche Hormone erstarken. Sie können dafür verantwortlich sein, dass die Stimme dann tiefer und heiserer klingt als früher. Entspannungstechniken und eine gesunde Lebensweise mit viel körperlicher Bewegung unterstützen nicht nur das Wohlbefinden in diesen Jahren des Umbruchs, sondern auch die Stimmlage positiv.

  • Alter

Mit dem Älterwerden verlieren auch die Muskelfasern im Kehlkopf an Elastizität, vor allem, wenn die Stimme nicht in Übung bleibt. Die Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen nimmt ab. Singen mit der richtigen Technik ist übrigens ein gutes Mittel, die Stimme fit zu halten. Dazu kommen im Alter eine Reihe von Veränderungen an den Nerven und Blutgefäßen sowie Krankheiten, die Einfluss auf die Stimmbildung haben. Rheumatische Erkrankungen können Entzündungen mit Verdickungen an den Stimmlippen (Bambusknötchen) hervorrufen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel gegen Bluthochdruck, kann zu Heiserkeit führen.


Heiserkeit bei Entzündungen im Hals und im Kehlkopf

Virusinfektionen in den oberen Luftwegen, also im Nasen-Rachen-Raum, führen häufig auch zu Entzündungen im Hals- und Kehlkopfbereich. Diese äußern sich unter anderem in Heiserkeit

  • Akute Laryngitis

Eine Erkältung oder Grippe wird durch bestimmte Viren hervorgerufen. Sie breitet sich meist auch auf den Kehlkopf aus und verursacht eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Die Kehlkopfschleimhaut ist entzündet. Die Stimmlippen sind gerötet und schwellen an. Die natürliche Schwingung ist beeinträchtigt. Die Stimme klingt rau, das Sprechen fällt schwer, mitunter bricht die Stimme auch ab. Dazu kommen Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, Schmerzen beim Sprechen.

Die Beschwerden klingen mit den Erkältungssymptomen ab, wenn die Stimme entsprechend geschont wird. Warme Kräutertees, Pastillen und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit unterstützen die Heilung (siehe auch Abschnitt „Therapie und Selbsthilfe“).

  • Chronische Laryngitis

Heilt eine akute Laryngitis nicht aus, setzt sie sich unter Umständen dauerhaft fest. Eine chronische Laryngitis kann sich im Zuge einer anderen chronischen Erkrankung des Nasen-Rachen-Raums, etwa einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), oder der Bronchien, wie einer chronischen Bronchitis, entwickeln.

Rauchen und Alkoholmissbrauch fördern chronische Erkrankungen der oberen Atemwege (siehe dazu auch Reinke-Ödem bei Rauchern im vorhergehenden Abschnitt). Menschen, die sich viel in trockener staubiger Luft aufhalten oder schädlichen Dämpfen ausgesetzt sind, können ebenfalls eine chronische Kehlkopfentzündung bekommen. Zu den möglichen Auslösern gehört auch eine Refluxkrankheit (siehe Abschnitt "Schilddrüsenprobleme, Rheuma, Sodbrennen").

  • Diphtherie, Pseudokrupp

Zunehmende Heiserkeit, bellender Husten und Atemnot können, vor allem bei Kindern, auf eine Diphtherie im Kehlkopf hinweisen. Diese auch als echter Krupp oder Diphtherie-Krupp bezeichnete hochansteckende Erkrankung kann mit schweren Erstickungsanfällen einhergehen. Diphtherie ist heute dank der Impfung stark zurückgegangen. Vor allem bei Kindern tritt häufiger der sogenannte Pseudokrupp auf. Der Kehlkopf entzündet sich akut (siehe oben akute Laryngitis). Auslöser sind hauptsächlich Viren. Typischerweise setzt oft nachts plötzlich ein trockener, bellender Husten ein. Dazu kommen ziehende Atemgeräusche beim Einatmen, leichtes Fieber, Heiserkeit, bei schwereren Verläufen Atemnot und Erstickungsanfälle. Mehr dazu und zu notwendigen Maßnahmen finden Sie im Ratgeber "Pseudokrupp".

Wichtig sind besonders für chronisch Erkrankte ein gesunder Lebensstil, unterstützende medizinische Maßnahmen, die der Arzt mit seinem Patienten individuell festlegen wird, sowie regelmäßige Kontrollen beim HNO-Arzt. Es geht auch darum, bösartige Veränderungen im Kehlkopf und an den Stimmlippen wie Tumore rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Haben sich Knötchen oder Polypen gebildet, wird der Arzt sie eventuell operativ entfernen. Stimmtraining kann die Stimme so schulen, dass eine bestehende Heiserkeit nicht noch durch falsches Sprechen verstärkt wird.


Psychische Ursachen für Heiserkeit

Seelische Faktoren wie Aufgeregtsein, Angst und Depressionen verursachen Stimmstörungen (psychogene Dysphonien). Heiserkeit ist ein Ausdruck davon

Dass vor Aufregung die Stimme wegbleibt, ist eine Erfahrung, die schon viele Menschen gemacht haben. Angst schnürt einem den Hals zu, oft ist nur noch ein Krächzen statt wohlgeformter Wörter zu hören. Wer unter einer Depression leidet, spricht oft langsam mit rauer, matter Stimme. Die Psyche ist eng mit der Stimme vernetzt. Wie jemand sich fühlt, hören andere an dem Klang der Stimme. Nerven und Muskeln reagieren auf seelische Vorgänge.

Psychisch bedingte Heiserkeit tritt oft unvermittelt auf, ohne dass die Betroffenen ihre Stimme übermäßig strapaziert hätten. Sie fühlen sich aber oft seelisch belastet und unter Druck. Es gibt keine Hinweise auf eine körperliche Erkrankung, die Auslöser für die Stimmprobleme sein könnte. Die Heiserkeit kann ebenso plötzlich wieder vergehen. Manchmal bleibt sie bestehen, auch in Erholungsphasen wie etwa im Urlaub. Dann verstärkt sie sich mitunter sogar noch.

Seelische Erkrankungen führen zudem oft zu Verhaltensweisen, die den Stimmapparat zusätzlich belasten, wie Rauchen, hoher Alkoholkonsum, wenig Bewegung.

Heiserkeit ist häufig eine Begleiterscheinung einer Ess-Brech-Sucht (Bulimie). Gelangt die bei den Brechattacken aufsteigende Magensäure in den Kehlkopf, kann zu Rötungen, Schwellungen und vermehrter Schleimbildung kommen. Heiserkeit ist dann eine Folge der gereizten Stimmlippen.

Entspannungstechniken und – je nach Krankheitsbild – psychotherapeutische Verfahren, wie etwa eine Verhaltenstherapie, können helfen, Psyche und Sprechen zu harmonisieren. Mit einer entspannten, selbstbewussten Sprechtechnik legt sich meist auch die Heiserkeit.


Heiserkeit als Folge von Operationen und Nervenschäden

Kehlkopfverletzungen und -lähmungen, etwa der Nerven, die die Beweglichkeit der Stimmbänder mit steuern, sind ein häufiger Grund für Heiserkeit. Schäden können nach Operationen auftreten, zum Beispiel nach einer Schilddrüsenoperation

  • Operationsfolgen, Verletzungen

Häufig tritt Heiserkeit nach einer Intubation, etwa bei einer Operation, auf. So kann bei einer Vollnarkose der Beatmungsschlauch die Stimmlippen verletzen. Kleinere Risse und Schwellungen heilen in der Regel kurze Zeit nach dem Eingriff wieder ab. Nimmt die Heiserkeit nach einer Operation jedoch zu, kann sich entzündliches Gewebe neu gebildet haben. Eingeatmete oder verschluckte Fremdkörper können Stimmlippen und Kehlkopf ebenfalls reizen oder verwunden und eventuell unverzügliche (Not-)Behandlung erfordern.

Verletzungen bei einem Unfall oder einer Operation schädigen mitunter auch die Nerven, die die Muskeln im Kehlkopf steuern, und damit eine oder beide Stimmlippen lähmen (Kehlkopflähmung). Die Stimmlippen schließen und öffnen sich dann nicht mehr richtig. Anhaltende Heiserkeit und eine schwache Stimme sind die Folge. Atemprobleme können dazu kommen. Eine häufige Ursache für Lähmungen in diesem Bereich sind Operationen in der Halsgegend, hier vor allem Schilddrüsenoperationen. Auch Eingriffe an der Halswirbelsäule sowie Herz- und Gefäßoperationen kommen infrage.

  • Nervenschäden

Der hauptverantwortliche Nerv im Kehlkopfbereich ist der Nervus vagus. Zwei Äste dieses zehnten Hirnnervs versorgen den Kehlkopf: Einmal der obere Kehlkopfnerv (Nervus laryngeus superior), der die äußeren Muskeln steuert, zum anderen der untere Nervus laryngeus inferior, auch Nervus Recurrens genannt. Er ist für die innere Kehlkopfmuskulatur zuständig sowie für die Schleimhaut im Stimmlippenbereich. Fällt er aus, etwa durch eine Verletzung bei einer Kropfoperation, bleibt ein Stimmband gelähmt. Auch ohne Verletzung kann nach einem solchen Eingriff durch Schwellungen eine vorübergehende Heiserkeit auftreten. Seltener ist eine Lähmung beider Stimmlippen. Je nach Ausmaß kann es zu bedrohlicher Atemnot kommen (siehe unten, Abschnitt: "Sind beide Stimmlippen gelähmt ..."). Ist der Nervus vagus geschädigt, fallen noch weitere Muskelbereiche aus. Schwere Stimm-, Schluck- und Atemstörungen sind mögliche Folgen.

Schädigungen in anderen mitbeteiligten Nervenbahnen im Gehirn, die für Muskelbewegungen zuständig sind, können ebenfalls zu Kehlkopflähmungen führen, etwa ein Schlaganfall oder eine Multiple Sklerose. Auffallend sind dann häufig neben Heiserkeit auch deutliche Schwierigkeiten beim Artikulieren und Sprechen. Schluckbeschwerden kommen möglicherweise hinzu, natürlich jeweils auch andere krankheitsbezogene Symptome (siehe auch Abschnitt "Erkrankungen des Gehirns").

Eine weitere Ursache für Nervenschädigungen stellen mitunter Tumore dar, die die zuständigen Nervenbahnen in Mitleidenschaft ziehen. Das können unter anderen ein Schilddrüsentumor, ein Tumor im Bereich des Nervus vagus, ein Tumor an der Schädelbasis, ein Gehirntumor oder Bronchialkrebs sein (mehr unter "Tumore im Kehlkopfbereich").

Nervenschädigend wirken manchmal auch Giftstoffe, einige Medikamente, etwa Mittel zur Chemotherapie bei Krebserkrankungen oder bestimmte, selten verordnete Antibiotika.

  • Gefäßprobleme

Patienten, die an Bluthochdruck, Arteriosklerose oder einer Bindegewebserkrankung leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Gefäßschädigungen. So kann sich eventuell die Hauptschlagader (Aorta) aufweiten und eine Aussackung, ein Aneurysma, bilden. Die Symptome hängen von der Lage und Größe und von der Beschaffenheit der Gefäßwand im verformten Bereich ab. Ein Aneurysma, das am Bogen der Hauptschlagader oberhalb des Herzens liegt, kann das nahe gelegene Stimmband beeinträchtigen und zu Heiserkeit, außerdem zu Schluckstörungen führen. Ein Leitsymptom bei einem Aorten-Aneurysma im oberen Gefäßabschnitt sind Brustschmerzen.

Wenn eine Stimmlippe gelähmt ist, passt die gesunde ihre Schwingungen oft an die veränderte Situation an. Gezieltes Sprechtraining hilft ihr dabei.

Sind beide Stimmlippen gelähmt, kommt es, je nachdem, in welcher Stellung sich die Stimmbänder befinden, zu starken Atemproblemen. Stehen sie sehr eng beieinander, besteht sogar Erstickungsgefahr, die eine Operation, eventuell zunächst notfallmäßig, erfordert. Sind die Bänder weit auseinander, können die Betroffenen oft kaum noch normal artikuliert sprechen, sondern nur noch hauchend flüstern. Auch hier können Operationen angezeigt sein, zum Beispiel eine Festigung der Stimmlippen zur Mitte hin (Phonochirurgie).


Heiserkeit als Hinweis auf Tumore im Kehlkopfbereich

Heiserkeit ist eines der wichtigsten Anfangssymptome bei Kehlkopftumoren. Diese können gutartig, aber auch bösartig sein

Anhaltende und mit der Zeit stärker werdende Heiserkeit, für die es keinen deutlichen Zusammenhang mit anderen Ursachen gibt, wie etwa Stimmüberlastung oder eine Infektion, können auf Veränderungen und Wucherungen im Kehlkopfgewebe hinweisen. Schmerzen, ein Fremdkörper- und Kloßgefühl im Hals, Atemprobleme, Husten und Gewichtsabnahme können je nach Schweregrad, Stadium und Lage des Tumors dazukommen.

  • Gutartige Veränderungen

Es gibt harmlose Gewebeveränderungen wie Stimmlippenknötchen als Folge einer Überlastung der Stimme. Deshalb werden sie auch „Sängerknötchen“ oder bei Babys „Schreiknötchen“ genannt. Sie vergehen meist von alleine, wenn die Stimme geschont und gegebenenfalls die Sprech- beziehungsweise Singtechnik verbessert wird. Auch Polypen oder Papillome gehören in die Reihe gutartiger Veränderungen. Stimmlippenzysten liegen unter der Stimmlippenschleimhaut. Je nach Indikation können solche Veränderungen in einem mikrochirurgischen Eingriff entfernt werden. Mit einem angepassten Training erholt sich die Stimme dann auch wieder.

  • Krebsvorstufen und bösartige Tumore

Bestimmte Gewebeveränderungen oder weißliche Auflagen im Kehlkopfraum beziehungsweise auf den Stimmlippen können eine Krebsvorstufe darstellen. Der HNO-Arzt wird die geeignete Behandlung einleiten. Möglicherweise werden sie chirurgisch entfernt.

Zu den bösartigen Tumoren gehören kleinere Tumore an den Stimmlippen sowie unterschiedliche Krebsformen an verschiedenen Stellen des Kehlkopfs. Je nach Krebsdiagnose werden größere operative Eingriffe notwendig sein sowie weitere Maßnahmen im Rahmen einer Krebstherapie. An Kehlkopfkrebs erkranken mehr Männer als Frauen, vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte. Zu den Hauptursachen gehören das Rauchen und Alkoholmissbrauch. Auch Schadstoffe können eine Rolle spielen. Menschen, die jahrelang hohen Konzentrationen von Schadstoffen wie Asbest oder Arsen, Nickel oder Chrom ausgesetzt waren, haben ein stärkeres Erkrankungsrisiko.

Geschädigte Stimmbänder können manchmal durch aufbauende plastische Operationen teilweise wieder funktionstüchtig werden. Ein spezielles Stimmtraining hilft Krebspatienten auch nach einer eventuellen notwendigen Kehlkopfentfernung, sich über die Speiseröhre (Ersatzstimmbildung) beziehungsweise mit Hilfe operativ eingesetzter Ventile zu artikulieren oder elektronische Sprechhilfen einzusetzen, zum Beispiel computerfähige Sprechprogramme. Wichtig ist für alle Krebspatienten, dass sie sich psychotherapeutische Unterstützung holen.


Angeborene Fehlbildungen im Kehlkopf, die Heiserkeit verursachen

Wenn die Stimme heiser klingt und schnell müde wird, ohne dass andere Überlastungs- und Krankheitszeichen dazu kommen, können auch anatomische Ursachen im Bau des Kehlkopfs und der Stimmbänder verantwortlich sein

Bei einem asymmetrisch gewachsenen Kehlkopf sind die beiden Seiten nicht gleich lang. Die Fehlstellung erschwert die Stimmbildung. Heiserkeit ist dann ein häufiges Symptom. Das Sprechen strengt zudem an, so dass sich Überlastungsschäden einstellen können (siehe oben Heiserkeit bei Vielsprechern im Abschnitt "Heiser durch Beruf, Lebensumstände, Gewohnheiten").

Manchmal befinden sich auf den Stimmlippen selbst Furchen oder es bestehen Verwachsungen zwischen den Bändern (Segel). Eine gezielte Sprechtherapie kann das Sprechen erleichtern und dauerhafter Heiserkeit begegnen.

Kehlkopfspalten und Stimmlippenlähmungen können angeboren sein. Anatomische Probleme im Kehlkopfbereich können auch mit einer genetischen Erkrankung wie dem Down-Syndrom zusammenhängen.


Heiserkeit bei Erkrankungen des Gehirns

Neurologische Erkrankungen, wie die Parkinson-Krankheit, die Folgen eines Schlaganfalls oder von Hirntumoren wirken auf die Stimme. Heiserkeit ist ein häufiges Begleitsymptom

Typisch ist ein verwaschenes, heiseres Sprechen für Parkinson-Erkrankte. Die zugrunde liegende Nervenstörung im Gehirn hemmt die Bewegungsabläufe. Die langsamer werdenden Bewegungen und die zunehmende Muskelsteife treffen auch die Muskeln, die an der Stimmbildung beteiligt sind. Die Betroffenen sprechen oft monoton, undeutlich und geraten ins Stottern.

Heiseres Sprechen kann auch ein Erst- beziehungsweise Begleitsymptom für weitere Erkrankungen des Zentralnervensystems sein, wie eine Multiple Sklerose oder eine amyotrophe Lateralsklerose. Dies ist ebenfalls eine Erkrankung, bei der Nervenzellen, die Muskelbewegungen steuern, zugrunde gehen. Heiserkeit tritt manchmal auch im Rahmen einer Epilepsie auf.

Ein Schlaganfall, eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis), Hirntumore sowie Hirnblutungen wirken sich mitunter ebenfalls auf die Stimme aus.

Auch Lähmungen der Nerven, die vom verlängerten Rückenmark ausgehen, beeinträchtigen die Stimme. Dazu gehören neben den Kehlkopflähmungen (siehe dort) Lähmungen der Zunge, der Lippen, des Gesichts.

Die Behandlung richtet sich stets nach der Grunderkrankung. Logopädische Therapien unterstützen die Sprechfähigkeit und können damit auch anhaltende Heiserkeit mildern.


Weitere Ursachen für Heiserkeit: Schilddrüsenprobleme, Rheuma, Sodbrennen

Einige internistische Erkrankungen beeinflussen Schleimhäute und Nerven im Kehlkopfbereich

Schilddrüsenerkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, können zu trockenen Schleimhäuten im Kehlkopf und damit zu Heiserkeit führen. Auch blutdrucksenkende Medikamente rufen mitunter als Nebenwirkung Heiserkeit hervor.

Verdickungen auf den Stimmlippen, die an Bambusstäbchen erinnern, sogenannte Bambusknötchen, können ein erstes Symptom für eine rheumatische Erkrankung sein.

Allergien verursachen oft Reaktionen im Nasen-Rachen-Raum. Die Schleimhäute schwellen an. Schnupfen, Husten und Heiserkeit sind häufige Symptome.

Bei Sodbrennen beziehungsweise einer Reflux-Erkrankung kann die aufsteigende Magensäure den Kehlkopf reizen. Das geschieht vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden. Zur Heiserkeit kommen oft ein Brennen im Hals und Hustenanfälle.

Zu den Medikamenten, die Heiserkeit verursachen können, gehören neben den erwähnten Bluthochdruckmitteln auch Asthma-Sprays. Oft werden die Stimmlippen geschont, wenn die Betroffenen nach der Anwendung den Mund ausspülen, die Zähne putzen oder etwas essen.


Diagnose von Heiserkeit

Die Krankengeschichte und gegebenenfalls eine Kehlkopfspiegelung gehören zu den wichtigsten Untersuchungshilfen

Erste Hinweise erhält der Arzt durch die Krankengeschichte. Eine berufsbedingte Überbeanspruchung der Stimme lässt sich dann schon häufig klären. Möglicherweise kann hier die Untersuchung durch einen Phoniater (Facharzt für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen) angezeigt sein, der die Stimme mit unterschiedlichen Tests prüft. Es gibt heute zahlreiche technische Verfahren, um die Stimmfunktion zu beurteilen. Sie helfen dem Arzt zusammen mit den anderen weiterführenden Untersuchungen wesentlich bei der Planung der Therapie, die je nach Ursache medikamentös (zum Beispiel bei einer Reflux-Krankheit), operativ (etwa bei einem Stimmbandpolypen), logopädisch oder psychotherapeutisch ausgerichtet sein kann. So kann ein Sprachheiltherapeut wegweisende Hilfe geben.

Eine Infektion mit Erkältungs- oder Grippeviren weist sich durch Symptome aus wie Halsschmerzen, Schnupfen, Abgeschlagenheit, oft auch Kopf- und Gliederschmerzen und eventuell Fieber.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt sieht sich den Nasen-Rachen-Raum an und tastet den Hals ab. Ob sich auf den Stimmlippen schon Knötchen gebildet haben und ob weitere Schädigungen vorliegen, ob der Kehlkopf zum Beispiel entzündet ist, wird der Arzt bei Bedarf durch eine Laryngoskopie beziehungsweise eine Endoskopie feststellen. Bei einer Videolaryngoskopie werden starre oder biegsame Endoskope durch den Mund oder die Nase in den Kehlkopfraum geführt. Diese optischen Geräte liefern Untersuchungsbilder über eine angeschlossene beziehungsweise integrierte Kamera auf einen Monitor. Weiteren Aufschluss geben nötigenfalls bildgebende Verfahren wie beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung, eine Computer- oder Kernspintomographie, Bluttests sowie Gewebeproben.

Zur Abklärung einer möglichen Ursache im Bereich der Nerven und des Gehirns setzen Neurologen gezielt ihre speziellen Untersuchungstechniken ein.


Therapie und Selbsthilfe bei Heiserkeit

Die Stimme schonen steht ganz oben, wenn Überlastung oder Entzündungen die Heiserkeit verursacht haben. Die Behandlung richtet sich immer nach der Grunderkrankung. Ein Stimmtraining gehört in vielen Fällen mit zur Therapie

Wer heiser ist, sollte in erster Linie seine Stimme schonen. Ganz schlecht ist es, sich ständig zu räuspern. Das verstärkt die Beschwerden nur, denn die Schleimhäute reiben dann aufeinander. Es entstehen Druck- und Reibestellen. Besser ist es, zu husten oder zu schlucken, um sich vom Schleim zu befreien. Auch Flüstern schont die Stimme nicht, im Gegenteil, die Stimmlippen müssen zum Flüstern sehr viel mehr Kraft aufwenden. Deshalb heißt es bei einer Erkältung oder Stimmüberlastung, wenig und nicht zu laut sprechen, viel trinken, allerdings keine sehr kalten Getränke und keinen Alkohol. Auch scharf gewürzte Speisen wirken sich ungüngstig auf die Stimme aus. Wichtig ist zudem, auf ausreichend befeuchtete Raumluft zu achten und vor allem nicht zu rauchen.

Gurgeln mit Salzlösung oder Salbeitee lindert die Beschwerden, auch Inhalieren mit Salzwasserdampf oder Kamillenlösung (hier Vorsicht bei Allergien gegen Korbblütler) befeuchtet die gereizten Schleimhäute. Bonbons oder Pastillen mit Salbei oder Isländisch Moos helfen Erkältungsgeplagten, aber auch allen, die viel sprechen oder singen.

Die ärztliche Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Ein Sprechtraining bei einem Stimmheiltherapeuten (Logopäden) ist häufig die Grundlage, wenn es darum geht, eine nachhaltig gestörte Stimmfunktion wieder zu normalisieren und durch eine verbesserte Sprechtechnik, Schäden vorzubeugen. Bestehende Fehlbildungen können durch angepasstes Stimmtraining oft ausgeglichen werden, indem die gesunde Stimmlippe sich an die kranke beziehungsweise weniger bewegliche anpasst.

Entzündungen oder Verletzungen heilen oft von selbst aus. Doch dabei spielen natürlich immer auch die genaue Ursache und das Verletzungsbild eine Rolle. Chronische Entzündungen wie eine chronische Laryngitis oder Rhinitis (chronischer Schnupfen) können sich auch unter einer medizinischen Behandlung nur bessern, wenn die Betroffenen gesünder leben, das Rauchen sowie übermäßigen Alkoholkonsum aufgeben.

Knötchen, die sich nicht zurückbilden, Polypen oder Tumoren müssen meist in einer Operation entfernt werden. Auch bei Fehlbildungen oder Kehlkopflähmungen festigen Chirurgen die geschädigte Stimmlippe und richten sie zum Beispiel zur Mittellinie aus. Sind beide Stimmlippen gelähmt, muss oft ein Spalt erhalten werden (Glottiserweiterung), um die Atmung zu erleichtern. Das bedeutet allerdings, dass die Stimmfunktion vermindert ist.

Internistische und neurologische Erkrankungen
behandeln die zuständigen Fachärzte mit passenden Medikamenten und entsprechenden therapeutischen Maßnahmen. Doch auch hier kann ein paralleles Stimmtraining sinnvoll sein, etwa bei einer Parkinson-Krankheit.

Was der Stimme allgemein hilft:
Singen hält die Stimme jung. Doch auch hier kommt es auf eine gute Technik an. Wichtig ist auch, Stress abzubauen, sich viel körperlich zu bewegen, ausreichend zu trinken, lautes Sprechen und Schreien zu vermeiden beziehungsweise der Stimme danach immer wieder Pausen zu gönnen, damit sie sich regenerieren kann. Wer seine eigene, gute Stimmlage findet und schädigende Einflüsse wie Rauchen meidet, erhält seine Stimme fit. Unvermeidbare Heiserkeit vergeht dann umso schneller, ohne dauerhafte Beeinträchtigungen zu hinterlassen.

 


Fachliteratur und Fachredaktion

Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Thieme Verlag, 2008

Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie, Thieme Verlag 2012
Herold, G.: Innere Medizin, 2012
Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP): Leitlinien Stimmstörung, 2011, AWMF online, abgerufen am 28.01.2013
Deutsche Krebshilfe e.V. (Hrsg.): Krebs im Rachen und Kehlkopf. Die blauen Ratgeber, Deutsche Krebshilfe 2011
Angerstein, W.: Psychogene Dysphonien Teil 1, Wenn die Stimme versagt, in HNO-Nachrichten, 2011;41(6)

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: W&B/ Martina Ibelherr, W&B/Corbis GmbH

Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 24.04.2014,
Bildnachweis: W&B/ Martina Ibelherr, W&B/Corbis GmbH, W&B

Arzt bewerten und so 1 Euro spenden

Helfen Sie anderen, einen guten Arzt zu finden. Für jede Arztbewertung spendet die Weisse Liste 1 Euro an die Stiftung "Humor hilft heilen" »

Jetzt mitmachen »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Bitte beachten Sie!

Dieses Informationsangebot ersetzt keinen Arztbesuch. Bei unklaren Beschwerden sollten Sie stets Ihren Arzt konsultieren. Lesen Sie hier mehr dazu »

Symptome-Finder

Testen Sie Ihr Wissen

Erkältungs-Quiz

Was wissen Sie über Husten, Schnupfen und Fieber?  »

Immunsystem-Quiz

Wie können Sie Erkältungen vorbeugen und Ihre Körperabwehr stärken? Kennen Sie die besten Tipps? »

Gut zu wissen

Treffpunkt Rachen

Im Rachen treffen sich Luft- und Speiseröhre. Wie wichtig er ist und was ihm schadet  »

Schluss mit Rauchen

So werden und bleiben Sie Nichtraucher. Die besten Tipps, wie Sie mit dem Rauchen aufhören »

Entspannung pur

Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Verfahren, damit Körper und Seele wirksam entspannen  »

Experten-Rat

Themenübersicht

Fragen und Antworten zu Gesundheitsproblemen unserer Zeit »

Experten-Sprechstunde: HNO-Krankheiten

Darf ich bei einer Mittelohrentzündung fliegen? Wie schnell heilt ein Loch im Trommelfell? Fachärzte informieren »

Alle Symptome von A bis Z

Suchen Sie hier nach Symptomen und ihren Ursachen alphabetisch von A bis Z. Beachten Sie bitte auch den Hinweis rechts  »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages