„Der einzige Wermutstropfen ist...“, so beschreibt man gerne das einzig Negative an etwas sonst Schönem oder Positivem. Der Ausdruck hat seinen Ursprung im bitteren Geschmack des Wermuts.
Das Kraut an sich ist fast ungenießbar, doch mit Alkohol und anderen Kräutern gemischt, entsteht eine beliebte, grünliche Spirituose – das Produkt heißt Absinth und entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zum Kultgetränk. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Spirituose allerdings wegen des teils auftretenden „Absinthrausches“ verboten. Schuld daran war der Inhaltsstoff Thujon. Inzwischen ist Absinth in Deutschland wieder auf dem Markt, die Schnäpse und Liköre dürfen aber den gesetzlich festgelegten Höchstgehalt an Thujon nicht überschreiten.
Wermut ist aber nicht erst seit der Erfindung von Absinth bekannt. Die Pflanze wurde bereits im „Papyrus Ebers“, der bekanntesten medizinischen Schrift aus dem alten Ägypten, als Heilkraut erwähnt.
Und auch heute noch wird Wermut als Heilpflanze geschätzt. Das Gewächs hilft bei Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
05.08.2005, aktualisiert am 21.07.2010
Bildnachweis: Panthermedia/Adelheid Möller
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