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Heilpflanzen-Lexikon:
Teufelskralle

Teufelskralle, genauer gesagt die Teufelskrallenwurzel, wirkt leicht entzündungshemmend und soll bei Rheuma, Arthrose und Rückenschmerzen helfen


Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)

Die Teufelskralle ist ein anspruchsloses Gewächs, das in der afrikanischen Savanne gedeiht. Die Pflanze ist mit scharfen Widerhaken ausgestattet, die leicht im Fell von Tieren hängen bleiben – so verbreitet sich das Kraut. Die Bezeichnung Teufelskralle hängt wohl damit zusammen, dass sich die Tiere teilweise schwer an den Widerhaken verletzen.

In ihrer Heimat wird die Teufelskralle schon seit langem als Heilpflanze gegen Schmerzen, Fieber und Magen-Darm-Probleme eingesetzt. Anfang des 20. Jahrhunderts soll ein Deutscher darauf aufmerksam geworden sein und die Pflanze in Europa eingeführt haben.


Wie sieht die Teufelskralle aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) besitzt eine knollige Wurzel und bildet bis zu 1,5 Meter lange Triebe aus, die auf dem Boden liegen. Die Blätter sehen graugrün aus und sind gelappt. In den Blattachseln befinden sich große, rot bis violett gefärbte Blüten. Die verholzenden Früchte werden bis zu 15 Zentimeter groß und tragen lange, verzweigte Arme mit Widerhaken.
 Die Teufelskralle gehört zu den Sesamgewächsen (Pedaliaceae) und ist in den Savannen Südafrikas und Namibias beheimatet.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Wurzelausläufern. Darin kommen zu etwa ein bis drei Prozent sogenannte Iridoide vor. Zu diesen Bitterstoffen gehört auch die Substanz Harpagosid. Daneben sind Phenolglykoside und reichlich Kohlenhydrate enthalten.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Teufelskralle?

In Laborversuchen haben Forscher festgestellt, dass Teufelskrallenwurzel entzündungshemmend und leicht schmerzstillend wirkt. Welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind, ist noch nicht genau bekannt. Die Substanz Harpagosid spielt aber vermutlich eine zentrale Rolle.

Aufgrund dieser Wirkungen kann Teufelskralle möglicherweise Menschen mit Rheuma, Arthrose oder Rückenschmerzen helfen. Es gibt inzwischen zahlreiche Studien dazu, allerdings mit widersprüchlichen Ergebnissen.

Klären Sie am besten mit dem Arzt ab, ob es in Ihrem Fall sinnvoll ist, ein Präparat mit  Teufelskralle einzunehmen oder eher nicht. Wichtig: Das pflanzliche Mittel ersetzt nicht die Standardtherapie bei Rheuma oder Gelenkbeschwerden. Teufelskralle kann die Behandlung jedoch ergänzen.

Weniger bekannt ist, dass die in der Wurzel enthaltenen Bitterstoffe die Verdauung anregen und den Appetit steigern.

Tipp: Ein Tee aus Teufelskrallenwurzel eignet sich, wenn Sie ihn kurzfristig gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl anwenden. Wer die Heilpflanze für längere Zeit einnimmt – zum Beispiel bei Gelenkproblemen – sollte Kapseln oder Tabletten bevorzugen. Denn der Tee schmeckt bitter und die wirksamen Inhaltsstoffe kommen darin oft in zu niedriger Konzentration vor.

Wichtige Hinweise:

Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Effekte machen sich teilweise erst nach mehrwöchiger Einnahme bemerkbar. Bei akuten Schmerzen hilft Teufelskralle daher kaum.

Teufelskrallenwurzel ruft nur selten Nebenwirkungen hervor, kann allerdings manchmal zu Magenbeschwerden führen. Wer an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür leidet, sollte das Heilkraut nicht anwenden. Vorsicht gilt auch bei Gallensteinleiden.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.




Bildnachweis: Okapia/Klaus Wanecek

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 11.10.2012
Bildnachweis: Okapia/Klaus Wanecek

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