Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Sonnenhut, Echinacea

Sonnenhut, im Lateinischen Echinacea genannt, soll das Immunsystem stärken und Erkältungen vorbeugen

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 17.12.2012

Sonnenhut (Echinacea purpurea)

W&B/Annette Falck

Die Blütenköpfe des Sonnenhuts sehen dem stacheligen Rücken eines Igels ähnlich. Daher stammt wohl auch der lateinische Name der Pflanze: Echinacea. Er leitet sich vom griechischen echinos = Igel ab.

Der Sonnenhut stammt aus Nordamerika. Unter den indigenen Völkern galt er für lange Zeit als bewährtes Heilmittel. Das Kraut sollte Zahnschmerzen lindern, Wunden verheilen lassen und gegen Schlangenbisse helfen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein findiger Deutscher auf die Heilpflanze aufmerksam. Er verkaufte ein Gebräu der Pflanze als "Meyers Blutreiniger" – mit großem Erfolg. Später wurde Echinacea auch in Europa bekannt.


Wie sieht Sonnenhut aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Drei Sonnenhutarten, die in Nordamerika heimisch sind, werden derzeit als Heilkraut genutzt: der schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea angustifolia), der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) sowie der blasse Sonnenhut (Echinacea pallida). Der Schmalblättrige wird bis zu 50 Zentimeter hoch und ist borstig behaart. Die Pflanze besitzt einen aufrechten Stängel und trägt lanzettliche, ganzrandige Blätter. Die Blütenköpfe bestehen aus einem kegelförmigen Blütenboden, der mit Schuppen und röhrenförmigen Scheibenblüten besetzt ist. Die Randblüten sehen linealisch und blass-purpurn aus.

Der Purpur-Sonnenhut (E. purpurea) wächst höher: Er erreicht eine Höhe von 80 Zentimetern und hat eiförmige, am Rand gezähnte Blätter.
 Der blasse Sonnenhut (E. pallida) unterscheidet sich von den anderen beiden Arten durch seine rosa bis weiß gefärbten Randblüten sowie durch seine Größe. Er kann bis zu einem Meter in die Höhe wachsen.
 Sonnenhut gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae) und blüht von Mai bis August.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als pflanzliche Arznei dient beim schmalblättrigen Sonnenhut die Wurzel. In ihr kommen sogenannte Alkamide vor sowie ätherisches Öl und Kaffesäure-Abkömmlinge wie die Substanz Echinacosid.
 Beim Purpur-Sonnenhut wird das Kraut verwendet, also alle Pflanzenteile außer der Wurzel. Es enthält die gleichen Stoffgruppen wie der schmalblättrige Sonnenhut, jedoch in unterschiedlichen Mengen. Der blasse Sonnenhut kommt als Arzneipflanze seltener zum Einsatz, da in ihm die Alkamide fehlen. In seinen Wurzeln stecken unter anderem sogenannte Ketoalkene und Ketoalkenine. Sonst entsprechen die Inhaltsstoffe den anderen beiden Arten.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Sonnenhut?

Sonnenhut-Gewächse – insbesondere Echinacea purpurea sowie Echinacea angustifolia – sollen sich positiv auf das Immunsystem auswirken. In Laborversuchen konnten Wissenschaftler zeigen, dass die Alkamide mit Immunzellen wechselwirken. Auch die Kaffeesäure-Abkömmlinge scheinen eine Rolle zu spielen.

Allerdings haben Studien bisher zu keinen eindeutigen Ergebnissen geführt. Es ließ sich weder bestätigen, dass eine Erkältung deutlich milder und kürzer verläuft, wenn der Erkrankte Echinacea einnimmt. Noch, dass man mit Sonnenhut einem grippalen Infekt vorbeugen kann. Wenn überhaupt, kam es in den Studien nur zu leicht positiven Effekten.

Wer Echinacea als Immunstimulans einnehmen möchte – ob in Form von Tropfen oder Tabletten – sollte damit gleich bei den ersten Anzeichen einer Erkältung beginnen. Wer die Heilpflanze vorbeugend anwenden möchte, sollte das pflanzliche Arzneimittel nicht länger als acht Wochen einnehmen. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder in der Apotheke beraten.

Darüber hinaus wird Echinacea in der Homöopathie eingesetzt – ebenfalls gegen Infekte.

Wichtige Hinweise:

Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte Sonnenhut nicht anwenden.

Auch wenn die Wirkungen nicht bestätigt sind, raten Experten von Sonnenhut ab, wenn Menschen eine eingeschränkte Immunabwehr haben oder Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



Bildnachweis: W&B/Annette Falck
Partnersuche im Internet

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Interessantes zum Thema

Frau läuft durch hohes Gras

Das Immunsystem: Wie der Körper uns vor Infektionen schützt

Der Mensch wird ständig von Keimen – wie etwa Viren oder Bakterien – angegriffen. Mit dem Immunsystem ist der Körper dagegen weitgehend geschützt… »

Heilpflanzen mit ähnlicher Wirkung

Heilpflanzen wie Beinwell, Hollunder, Ringelblume und Malve

Das Heilpflanzen-Lexikon

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Heilpflanzen von A wie Anis bis Z wie Zitronenmelisse »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages