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Heilpflanzen-Lexikon:
Rosskastanie

Rosskastanienextrakte sollen die Funktion der Venen unterstützen und gegen Krampfadern helfen


Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Im Frühjahr präsentiert sich die Rosskastanie mit prächtigen Blüten, im Herbst mit stattlichen Früchten. Woher ihr Name genau stammt, ist noch nicht geklärt. Ein Zusammenhang mit Pferden besteht vermutlich. Denn erstens fressen die Tiere hin und wieder Rosskastanien. Zweitens sollen türkische Soldaten früher ihre Pferde mit den Samen der Baumart gefüttert haben, als die Tiere krank waren. Rosskastanien sind, im Gegensatz zu Esskastanien, für den Menschen ungenießbar.

In bayerischen Biergärten wachsen auffallend oft riesige alte Kastanien – das ist kein Zufall. Früher pflanzten Brauereien Rosskastanien über die Bierkeller. Die Bäume spendeten Schatten und hielten das Bier kühl. Heute genießen die Menschen die Biergarten-Atmosphäre. Leider macht sich oft ein Insekt, die Miniermotte, über Rosskastanien her. Die Raupen fressen die Blätter und entziehen dem Baum die Nährstoffe, so verwelkt er schon im Sommer.


Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist ein Baum, der bis zu 30 Meter in die Höhe wächst. Die Blätter ordnen sich fingerförmig an und befinden sich an langen Stielen. Sie sind schmal und werden bis über 20 Zentimeter lang. Ihre Ränder sind gekerbt bis gesägt. Im Frühling bilden sich weiße oder rosafarbene Blüten, die am Grund rötliche oder gelbe Flecken aufweisen. Zahlreiche Blüten bilden einen kegelförmigen Blütenstand. Die Frucht besteht aus einer kugeligen, grünlichen Kapsel mit weichen Stacheln, in der sich die braunen, flachkugeligen Samen befinden.
 Die Rosskastanie gehört zu den Rosskastaniengewächsen (Hippocastanaceae) und blüht im Mai.
 Die Baumart stammt aus Südosteuropa und dem Kaukasus. Angepflanzt kommt sie fast in ganz Europa vor.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Rosskastaniensamen. Sie enthalten drei bis zehn Prozent eines komplex zusammengesetzten Saponingemisches. Ein Anteil davon heißt Aescin. Dieser Wirkstoffkomplex besteht aus mehr als 30 verschiedenen Einzelsubstanzen.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

In Laborversuchen weist Aescin verschiedene Effekte auf: Es dichtet die Gefäßwände ab und verhindert so, dass sich Wasser im Gewebe ansammelt. Außerdem wirkt es leicht entzündungshemmend. Aus diesen Gründen kommen Extrakte aus Rosskastanien in pflanzlichen Mitteln gegen Beschwerden bei Venenschwäche und Krampfadern vor. Entsprechende Salben, Gels, Kapseln oder Tabletten können jedoch lediglich milde Symptome lindern. Zum Beispiel, wenn die Knöchel abends leicht angeschwollen sind oder sich die Beine schwer anfühlen. Ähnlich wie die Rosskastanie wirkt rotes Weinlaub.

Achtung: Rosskastanienextrakte ersetzen nicht die Standardtherapie – wie etwa das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Die pflanzliche Medizin kommt lediglich unterstützend infrage. Treten oben genannte Symptome neu oder verstärkt bei Ihnen auf, dann gehen Sie bitte zum Arzt.

Wichtige Hinweise:

Zubereitungen aus Rosskastanie rufen nur selten Nebenwirkungen hervor. Meist handelt es sich dann um Magenbeschwerden, bei Anwendung auf der Haut auch um Juckreiz.

Wer blutverdünnende Mittel einnehmen muss, darf Rosskastanie nur in Rücksprache mit dem Arzt verwenden.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 29.09.2008, aktualisiert am 18.05.2012
Bildnachweis: Pixtal/RYF

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