Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Isländisch Moos

Isländisches Moos enthält Schleimstoffe, die gegen Halsschmerzen helfen und trockenen Reizhusten lindern
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Isländisch Moos (Cetraria islandica)

Thinkstock/Hemera

Isländisches Moos gilt als Delikatesse – jedenfalls unter Rentieren. Ihnen macht das bittere Aroma des Gewächses anscheinend nichts aus. Doch auch in einem isländischen Gericht findet sich das Moos als Zutat: und zwar in der "Fjallagrasasupa". Durch ein ausgeklügeltes Zubereitungsverfahren entfernen Hobbyköche die Bitterstoffe.

Isländisch Moos wächst nicht nur auf Island, sondern überall im hohen Norden. Außerdem ist es – botanisch gesehen – kein Moos, es gehört zu den Flechten. Der deutsche Name führt daher ein wenig in die Irre. Im 17. Jahrhundert entdeckten Isländer die Flechte als Heilmittel. Kurze Zeit später setzten Heilkundige das isländische Moos in ganz Europa gegen Atemwegskrankheiten und andere Leiden ein.


Wie sieht isländisches Moos aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Isländisches Moos (Cetraria islandica) ist eine Flechtenart, die vier bis zwölf Zentimeter groß wird. Die Triebe sehen blattähnlich aus, sind jedoch gekrümmt oder röhrenartig eingerollt. An der Oberseite weisen die Triebe eine braune bis braungrüne Farbe auf, auf der Unterseite sind sie weißgrün gefärbt. Die Flechte schmeckt bitter. Bei Flechten bildet ein Pilz mit einer Alge eine Lebensgemeinschaft. Sie wachsen strauchartig, gabelig oder geweihartig. Isländisches Moos gehört zu den Strauchflechten (Parmeliaceae). Es kommt in arktischen Gebieten und gebirgigen Regionen vor und wächst auf Heiden, in Mooren und Nadelwäldern.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als pflanzliche Arznei kommt der Flechtenkörper (Thallus) zum Einsatz. Er enthält zu mehr als 50 Prozent langkettige Zuckermoleküle, die Schleim bilden. Hauptsächlich setzen sich diese Zuckerketten aus den Substanzen Lichenan und Isolichenan zusammen. Daneben finden sich auch andere Zucker, zum Beispiel Galactomannane und Glucane. Für den bitteren Geschmack von Isländisch Moos sind Flechtensäuren wie die Fumarprotocetrarsäure verantwortlich.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Isländisch Moos?

Die schleimbildenden Zuckerstoffe, die in Isländisch Moos stecken, legen sich wie eine Schutzschicht über die Schleimhaut in Mund, Rachen und Magen. Durch den Film, den sie bilden, beruhigen sie die Schleimhaut, wenn sie gereizt ist. Dadurch kann isländisches Moos Halsschmerzen, Heiserkeit und trockenen Reiz-Husten lindern. Auch gegen eine entzündete Magenschleimhaut können Zubereitungen aus der Flechte helfen. Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass Inhaltsstoffe aus Isländisch Moos das Wachstum von Bakterien hemmen und sich womöglich auch günstig auf das Immunsystem auswirken.

Wichtige Hinweise:

Isländisch Moos war nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl radioaktiv belastet. Auch heute ist dies zum Teil noch der Fall. Experten raten daher davon ab, die wild wachsende Flechte zu sammeln. Zubereitungen aus Isländisch Moos, die in Apotheken erhältlich sind, werden dagegen vorab geprüft und gelten als unbedenklich.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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