Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Ingwer

Ingwer ist nicht nur ein Gewürz, er wirkt sich auch auf die Gesundheit aus: Die Knolle kurbelt die Verdauung an, lindert Schmerzen und hilft gegen Reiseübelkeit

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 08.04.2014

Ingwer (Zingiber officinale)

W&B/Reiner Schmitz

Kandiszucker, Limonade,  Tee, Gebäck, Glühwein, Lebkuchen, Curry-Mischungen – Ingwer lässt sich wahrlich vielseitig verwenden. Wo genau die knollige Pflanze herstammt, liegt im Dunkeln. Wird das Gewürz doch seit Jahrtausenden im östlichen Asien angebaut. Auch als Heilpflanze blickt Ingwer auf eine lange Geschichte zurück. So wurde er bereits in altertümlichen chinesischen Schriften erwähnt, später fand er sich auch in mittelalterlichen Kräuterbüchern.

Wie sieht Ingwer aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Gewürzpflanze. Er besitzt einen reich verzweigten Wurzelstock, der gelblich-braun gefärbt ist und aromatisch riecht. Die Blätter werden bis zu 20 Zentimeter lang und sehen lineal-lanzettlich aus. Die gelben Blüten ordnen sich in einer kurzen Ähre an. Ingwer gehört zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und wächst im tropischen Südostasien.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich im Wurzelstock. In diesem kommt zu 1,5 bis drei Prozent ätherisches Öl vor, das unter anderem die Substanzen Zingiberen, Curcumen und beta-Eudesmol enthält. Daneben stecken in der Ingwerwurzel Scharfstoffe, die der Knolle ihren typischen Geschmack verleihen. Dazu zählen die sogenannten Gingerole und Shogaole.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Ingwer?

Wer Ingwer isst, bemerkt sofort die enthaltenen Scharfstoffe. Denn dem Betreffenden wird es plötzlich warm, die Nase trieft und der Gaumen brennt. Die Scharfmacher entfalten daneben Wirkungen, die nicht so offensichtlich sind: Zum Beispiel bewirken sie, dass mehr Magensäure gebildet wird. Das regt zum einen den Appetit an, zum anderen bringen die Scharfstoffe die Verdauung auf Trab. Substanzen, die in Ingwer stecken, können zudem gegen Reiseübelkeit helfen, da sie Übelkeit und Brechreiz vermindern.

Auch Schmerzen können die Scharfstoffe lindern, wie Studien zeigen. Ebenso steuern die Substanzen Entzündungen entgegen. Aufgrund dieser Effekte kann Ingwer unter anderem – unterstützend zur Standardtherapie – entzündliche Gelenkschmerzen positiv beeinflussen.

Dieselben Inhaltsstoffe haben vermutlich auch Effekte auf die Blutstillung. Beachten Sie daher bitte die nachfolgenden Empfehlungen.

Wichtige Hinweise:

Ingwer enthält Bestandteile mit arzneilichen Wirkungen. So ist zum Beispiel nicht auszuschließen, dass Ingwer das Blutungsrisiko erhöht. Patienten, die eine vermehrte Blutungsneigung haben oder eine Therapie durchführen, die die Blutungsbereitschaft erhöht ("Blutverdünnung": Gerinnungshemmer, Thromboseprophylaxe), sollten sich vor der Anwendung von Ingwer unbedingt bei ihrem Arzt erkundigen, ob Ingwer für sie infrage kommt und was bei der Einnahme zu beachten ist. Auch andere Therapien könnte Ingwer beeinflussen. Daher ist es gut, in jedem Fall vorher mit dem Arzt darüber zu sprechen. Wer einen sensiblen Magen hat oder an Gallensteinen leidet, sollte Ingwer nicht einnehmen. Dies gilt ebenfalls für Schwangere. Denn Inhaltsstoffe aus Ingwer können Wehen auslösen. Auch stillende Frauen sollten sicherheitshalber keinen Ingwer anwenden. Beachten Sie bei Präparaten immer die Packungsbeilage.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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