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Heilpflanzen-Lexikon:
Ingwer

Ingwer ist nicht nur ein Gewürz, er wirkt sich auch auf die Gesundheit aus: Die Knolle kurbelt die Verdauung an, lindert Schmerzen und hilft gegen Reiseübelkeit


Ingwer (Zingiber officinale)

Kandiszucker, Limonade,  Tee, Gebäck, Glühwein, Lebkuchen, Curry-Mischungen – Ingwer lässt sich wahrlich vielseitig verwenden. Wo genau die knollige Pflanze herstammt, liegt im Dunkeln. Wird das Gewürz doch seit Jahrtausenden im östlichen Asien angebaut. Auch als Heilpflanze blickt Ingwer auf eine lange Geschichte zurück. So wurde er bereits in altertümlichen chinesischen Schriften erwähnt, später fand er sich auch in mittelalterlichen Kräuterbüchern.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Ingwer (Zingiber officinale) ist eine tropische Gewürzpflanze. Er besitzt einen reich verzweigten Wurzelstock, der gelblich-braun gefärbt ist und aromatisch riecht. Die Blätter werden bis zu 20 Zentimeter lang und sehen lineal-lanzettlich aus. Die gelben Blüten ordnen sich in einer kurzen Ähre an. Ingwer gehört zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und wächst im tropischen Südostasien.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich im Wurzelstock. In diesem kommt zu 1,5 bis drei Prozent ätherisches Öl vor, das unter anderem die Substanzen Zingiberen, Curcumen und beta-Eudesmol enthält. Daneben stecken in der Ingwerwurzel Scharfstoffe, die der Knolle ihren typischen Geschmack verleihen. Dazu zählen die sogenannten Gingerole und Shogaole.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Wer Ingwer isst, bemerkt sofort die enthaltenen Scharfstoffe. Denn dem Betreffenden wird es plötzlich warm, die Nase trieft und der Gaumen brennt. Die Scharfmacher entfalten daneben Wirkungen, die nicht so offensichtlich sind: Zum Beispiel bewirken sie, dass mehr Magensäure gebildet wird. Das regt zum einen den Appetit an, zum anderen bringen die Scharfstoffe die Verdauung auf Trab. Substanzen, die in Ingwer stecken, können zudem gegen Reiseübelkeit helfen, da sie Übelkeit und Brechreiz vermindern.

Auch Schmerzen können die Scharfstoffe lindern, wie Studien zeigen. Ebenso steuern die Substanzen Entzündungen entgegen. Aufgrund dieser Effekte kann Ingwer unter anderem – unterstützend zur Standardtherapie – rheumatische Beschwerden positiv beeinflussen.

Wichtige Hinweise:

Wer an Gallensteinen leidet, zu hohen Blutdruck oder einen sensiblen Magen hat, sollte Ingwer nicht einnehmen. Dies gilt ebenfalls für Schwangere. Denn Inhaltsstoffe aus Ingwer können Wehen auslösen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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www.apotheken-umschau.de; 14.11.2008, aktualisiert am 18.11.2011
Bildnachweis: W&B/Reiner Schmitz

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