Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Gemeiner Erdrauch

Gemeiner Erdrauch (Fumaria officinalis), auch gewöhnlicher Erdrauch genannt, hilft bei leichten Gallenbeschwerden
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Gemeiner Erdrauch (Fumaria officinalis)

RYF/Mauritius/Siepmann

Hexen und Zauberer lösten sich durch ihn in Rauch auf. Mit seiner Hilfe riefen sie die Geister der Verstorbenen – es geht um den gemeinen Erdrauch. Was an diesen Sagen dran ist, wird sich heute nicht mehr klären lassen. Immerhin deutet die lateinische Bezeichnung des Erdrauchs – Fumaria – auf eine derartige Verwendung hin. Fumaria bedeutet so viel wie Rauch. Allerdings gibt es für den lateinischen Namen auch andere Erklärungen: Durch die graugrünen Blätter sieht der Erdrauch ein wenig "angeräuchert" aus. Außerdem wurde die Pflanze früher wohl als Räuchermittel benutzt.

Heilkundige schätzten den gemeinen Erdrauch (Fumaria officinalis) bereits in der Antike als Blutreinigungsmittel. Im Mittelalter kam die Heilpflanze gegen Hauterkrankungen und Gallenstörungen zum Einsatz. Danach geriet das Kraut eine Weile in Vergessenheit.


Wie sieht gemeiner Erdrauch aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Der gemeine Erdrauch ist eine etwa 30 Zentimeter große Pflanze mit bläulich bereiftem, stark verästeltem Stängel. Die graugrün gefärbten Blätter ordnen sich wechselständig an und sind doppelt gefiedert. Die zierlichen Blüten sind rosa bis dunkelrot gefärbt und besitzen an der Spitze einen schwarzroten Fleck. Sie stehen in lockeren Trauben. Die Frucht ist zwei bis drei Millimeter klein. Der gemeine Erdrauch gehört zu den Erdrauchgewächsen (Fumariaceae) und blüht von April bis Oktober. Beheimatet ist die Pflanze in Europa und Asien. Dort wächst sie an Straßenrändern, auf Schuttplätzen, Äckern und in Gärten.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Verwendet wird das gesamte Kraut, also alle Pflanzenteile außer der Wurzel. Das Kraut enthält bis zu 1,25 Prozent Alkaloide. Dazu gehören unter anderem die Substanzen Protoberberin, Protopin und Fumarilin. Außerdem finden sich in Erdrauch sogenannte Phenolcarbonsäuren – wie die Fumarsäure.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft gemeiner Erdrauch?

Den Alkaloiden schreiben Wissenschaftler eine leicht krampflösende Wirkung zu. Außerdem sollen die Inhaltsstoffe die Gallentätigkeit unterstützen. Erdrauch kann daher bei krampfartigen Beschwerden im Bereich der Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts helfen.

Häufiger als die Heilpflanze an sich kommen künstlich hergestellte Abkömmlinge ihrer Inhaltsstoffe zum Einsatz, genauer gesagt der Fumarsäure. Diese Wirkstoffe helfen bei Schuppenflechte (Psoriasis), indem sie eine überschießende Reaktion des Immunsystems unterdrücken. Allerdings weisen Mittel, die eine Form der Fumarsäure enthalten, auch teils heftige Nebenwirkungen auf, weshalb sie unbedingt unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden sollten. Hinweis: Reine Fumarsäure, wie sie im gemeinen Erdrauch vorkommt, wird nicht in den Körper aufgenommen. Pflanzliche Zubereitungen aus Erdrauch helfen bei der Hautkrankheit daher nicht.

Wichtige Hinweise:

Die Alkaloide, die sich im gemeinen Erdrauch befinden, können Bauchschmerzen hervorrufen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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