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Heilpflanzen-Lexikon:
Fenchel

Fenchelfrüchte lindern – als Tee – Blähungen und Völlegefühl, helfen aber auch bei Husten und Erkältung


Fenchel (Foeniculum vulgare)

Fenchel (Foeniculum vulgare) ist ein Wunder der Vielfalt. Er lässt sich als Bonbon, Zahncreme, Seife, Salami, Likör, Gewürz, Gemüse und Heilpflanze verwenden. Fenchel stellt zugleich eines der ältesten Gewürze der Welt dar: Bereits 3000 v. Chr. soll man ihn in Mesopotamien genutzt haben. Im antiken Griechenland empfahlen Heilkundige stillenden Frauen, Fencheltee zu trinken um die Milchbildung anzuregen. Seit dem Mittelalter ist die Wirkung bei Verdauungsbeschwerden bekannt.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Fenchel wird bis zu zwei Meter hoch und besitzt einen aufrechten, kahlen, fein gerillten Stängel. Die Blätter sind mehrfach fiederschnittig, die oberen fädig. In hüllenlosen Dolden ordnen sich gelbe Blüten in vier bis 25 unterschiedlich langen Strahlen an.


Es gibt zwei Fenchelarten, die angebaut werden: Bitter- und Süßfenchel. Die Frucht der beiden unterscheidet sich durch folgende Merkmale: Die des bitteren Fenchels sieht gelblich- bis grünlich-braun aus, riecht stark würzig und schmeckt leicht bitter. Die des süßen Fenchels ist in ihrer Farbe deutlich heller, riecht würzig und weist ein süßliches Aroma auf. Fenchel gehört zu den Doldengewächsen (Apiaceae) und blüht von Juli bis Oktober.  Er kommt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und wird heute in den gemäßigten Zonen Europas, Asiens, Afrikas und Südamerikas angebaut.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Fenchelfrüchten, denn sie beinhalten reichlich ätherisches Öl. Bei bitterem Fenchel enthält das Öl zu 50 bis 70 Prozent die Substanz trans-Anethol, zu 12 bis 25 Prozent Fenchon, zu zwei bis acht Prozent Estragol.

Süßer Fenchel weist wesentlich mehr des süß schmeckenden trans-Anethols auf: etwa 80 bis 95 Prozent. Dafür finden sich nur ein Prozent Fenchon und etwas Estragol.  In beiden Fenchelsorten  kommen fettreiches Öl sowie Flavonoide vor, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Medizinisch kommt vor allem bitterer Fenchel zum Einsatz. Das ätherische Öl, insbesondere die Substanzen trans-Anethol und Fenchon, lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern zugleich dessen Abtransport aus den Atemwegen. Fenchelfrüchte können daher Erkältungsbeschwerden wie Husten und Schnupfen lindern.

Außerdem wirkt das Öl verdauungsfördernd und krampflösend, weshalb Fenchel als Tee gegen Blähungen und Völlegefühl hilft. Hierbei wird Fenchel häufig mit ähnlichen wirkenden Kräutern kombiniert – meist mit Anis und Kümmel.

Fencheltee hat sich auch für junge Mütter bewährt, da er die Milchbildung anregt. Fenchelhonig ist ein Hausmittel, das vor allem Babys und Kleinkindern bei Erkältung und Blähungen hilft. Wichtig: Fragen Sie in der Apotheke nach Arznei-Fenchelhonig, der kindgerecht dosiert ist!

Wichtige Hinweise:

Fenchelfrüchte sehen ähnlich aus wie die giftigen Schierlingsfrüchte. Sollten Sie Fenchel wild sammeln, besteht Verwechslungsgefahr! Sonst kommt dies heutzutage sehr selten vor, da Fenchel vorwiegend aus Kulturen stammt.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt vorsichtshalber, Gewürze und Kräutertees, die Estragol oder Methyleugenol enthalten, nicht zu oft und nur in kleinen Mengen anzuwenden. Denn es gibt Hinweise, dass beide Substanzen Krebs auslösen können – allerdings wurde dies bislang nur in Tierversuchen entdeckt. Estragol und Methyleugenol kommen nur im ätherischen Öl in nennenswerten Mengen vor. In Tees ist die Konzentration deutlich niedriger und gilt damit derzeit als unbedenklich. Schwangere und stillende Mütter sollten sich dennoch von Ihrem Arzt oder in der Apotheke dazu beraten lassen.

Reines Fenchelöl immer nur stark verdünnt einsetzen! Vorsicht: Stark riechende ätherische Öle können bei Säuglingen und Kleinkindern zu lebensbedrohlichen Atemstörungen führen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung der Präparate und Tees in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 12.09.2005, aktualisiert am 18.08.2011
Bildnachweis: Fotolia/Sunnyfrog/2010

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