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Heilpflanzen-Lexikon:
Eukalyptus, Eukalyptusöl

Eukalyptus (Eucalyptus globulus) – beziehungsweise sein ätherisches Öl – löst zähen Schleim aus den Bronchien und hilft so gegen Husten und Schnupfen


Eukalyptus (Eucalyptus globulus)

Eine raue und unwirtliche Gegend ist der australische Busch. Manche Pflanzen- und Tierarten allerdings kommen in der kargen Landschaft zurecht – zum Beispiel der Eukalyptusbaum. Das Gewächs ist ein wahrer Überlebenskünstler: Es benötigt kaum Wasser, verträgt große Hitze und keimt sogar nach verheerenden Buschbränden wieder aus. Zudem beherbergen Eukalyptusbäume eine ganz spezielle Tierart: den Koalabär. Diese kleinen Beuteltiere fressen mit Vorliebe die aromatisch riechenden Blätter des Eukalyptus und ruhen sich in den Ästen der hohen Bäume aus.

Eukalyptusbäume lassen sich vielseitig nutzen. Das Holz eignet sich für Möbel aller Art. Aus den Stämmen fertigen die australischen Ureinwohner das Didgeridoo – das beliebte Blasinstrument aus "Down under". In den Blättern steckt reichlich ätherisches Öl, welches als Arznei verwendet wird.


Wie sieht Eukalyptus aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Eukalyptus (Eucalyptus globulus) ist ein bis zu 60 Meter hoch werdender Baum mit glattem Stamm. Die jungen Blätter sehen oval bis eierförmig aus und sind blaugrün gefärbt. Die älteren Folgeblätter haben eine sichelartige Form, sind graugrün gefärbt und besitzen glatte Ränder. Beim Zerreiben riechen die Blätter stark aromatisch. Die Blüten sehen weißlich aus. Eukalyptus gehört zu den Myrtengewächsen (Myrtaceae) und ist in Australien beheimatet. Angebaut wird die Baumart weltweit in warmen Klimagebieten.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich wirksam sind die Eukalyptusblätter. In ihnen kommt zu 1,2 bis 3,5 Prozent ätherisches Öl vor. Es enthält größtenteils die Substanz 1,8-Cineol, daneben alpha-Pinen und Limonen. Außerdem finden sich Gerbstoffe und sogenannte Phloroglucin-Verbindungen, zum Beispiel Eukalypton, in den Blättern.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Eukalyptus?

Eukalyptusöl, besonders die Substanz Cineol, löst fest sitzenden Schleim aus den Bronchien und den Nasennebenhöhlen. Zugleich fördert es den Abtransport des Sekrets, wodurch der Schleim leichter abgehustet werden. Das Öl wirkt zudem leicht krampflösend, hemmt das Wachstum von Bakterien und hat auf Haut und Schleimhaut einen kühlenden Effekt. Manche Inhaltsstoffe weisen eine antientzündliche Wirkung auf – zumindest in Laborexperimenten.

Wer erkältet ist, kann mit Eukalyptusöl verschleimten Husten behandeln und eine verstopfte Nase befreien. Das aromatisch riechende Öl können Erkrankte inhalieren, als Hustenbonbon lutschen oder als Kapsel einnehmen. Eukalyptusöl zeigt auch bei einer akuten Bronchitis sowie bei einer Nasennebenhöhlenentzündung positive Effekte.

Eukalyptus befindet sich darüber hinaus in zahlreichen Erkältungsbädern und in Balsam zum Einreiben. Häufig kommt das Öl dort kombiniert mit anderen ätherischen Ölen vor, zum Beispiel aus Rosmarin, Thymian und Latschenkiefer. Gelangt Eukalyptusöl auf die Haut, regt es die Durchblutung an und wirkt angenehm kühlend. Die aufsteigenden Dämpfe sollten Erkältete tief einatmen.

Wichtige Hinweise:

Wenden Sie Eukalyptusöl nicht in konzentrierter Form an, sonst reizt es die Schleimhäute zu stark. Möchten Sie das Öl inhalieren oder auf die Haut auftragen, dann setzen Sie es immer in verdünnter Form ein. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten. Verwenden Sie Eukalyptus als Badezusatz, achten Sie ebenso auf die richtige Dosierung. Haben Sie Herz- oder Kreislaufbeschwerden, Krampfadern oder einen fieberhaften Infekt, dann klären Sie die Anwendung vorher mit Ihrem Arzt ab.

Heilpflanzen, die ätherische Öle enthalten, dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund angewendet werden, da dies bei den Kleinen Atemnot auslösen kann. Dies gilt insbesondere, wenn im Öl die Substanzen Kampfer oder Menthol vorkommen.

Auch Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit dem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen. Inhalieren mit ätherischen Ölen ist für sie tabu, da dies einen Asthmaanfall auslösen kann. Wer eine entzündliche Magen-Darm-Erkrankung, Gallenleiden oder Leberbeschwerden hat, darf Eukalyptus ebenfalls nicht einnehmen.

Eukalyptusöl kann bei empfindlichen Menschen zu Magenschmerzen führen. Selten können auch Übelkeit oder Durchfall als Nebenwirkung auftreten. Wer das Öl in Kapselform einnimmt, atmet es anschließend über Lunge und Nase wieder aus. Das ruft einen aromatischen Geruch hervor, der nichts Negatives bedeutet!


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.




Bildnachweis: iStock/bphillips

Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 20.09.2012, erstellt am 08.12.2008
Bildnachweis: iStock/bphillips

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