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Heilpflanzen-Lexikon:
Benediktenkraut

Benediktenkraut (Cnicus benedictus) regt den Appetit an und hilft bei Blähungen und Völlegefühl
aktualisiert am 22.12.2016

Benediktenkraut (Cnicus benedictus)

YourPhotoToday/Otmar Diez

Der heilige Benedikt soll das Kraut einst als Allheilmittel empfohlen haben. Fortan fand sich das Benediktenkraut in zahlreichen Klostergärten des gleichnamigen Ordens. Auch andere Heilkundige schwörten im Mittelalter auf die verdauungsfördernden Effekte der Pflanze. Und tatsächlich stecken in Benediktenkraut Bitterstoffe, die den Appetit anregen und Blähungen oder Völlegefühl vertreiben.

Trotzdem findet sich die Pflanze nur selten in Teemischungen oder pflanzlichen Arzneimitteln. Weitaus häufiger zählt das Kraut zur Mixtur von Kräuterlikören und Magenbittern.


Wie sieht Benediktenkraut aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Benediktenkraut wird bis zu 40 Zentimeter hoch und ist eine behaarte, distelartige Pflanze. Am vierkantigen, borstigen Stängel sitzen große, längliche Blätter. Sie bilden stachelige Abschnitte aus und sind klebrig. Um die gelben Röhrenblüten herum befinden sich Hüllblätter mit Dornen an der Spitze. Benediktenkraut gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae) und blüht von Juni bis Juli. Es kommt im Mittelmeergebiet und in Kleinasien vor. Dort wächst es an Ackerrändern und auf steinigen, trockenen Flächen.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich verwendet wird das ganze Kraut, also alles außer der Wurzel. Es enthält Bitterstoffe vom Sesquiterpenlacton-Typ, vor allem die Substanz Cnicin. Daneben findet sich etwas ätherisches Öl, das unter anderem aus den Stoffen Fenchon und Citral besteht. In größeren Mengen kommen Mineralstoffe vor: Zehn bis 18 Prozent an Kalium- und Magnesiumsalzen stecken im Kraut.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Benediktenkraut?

Die Bitterstoffe regen Geschmacksnerven auf der Zunge an. Dadurch fördern sie reflektorisch die Speichel- und Magensäurebildung. Zudem wird das Verdauungshormon Gastrin im Magen freigesetzt, welches die Magen-Darm-Tätigkeit anregt. Diese Mechanismen lösen Hunger aus und bringen die Verdauung in Gang.

Extrakte aus Benediktenkraut können daher Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen lindern. In Kombination mit anderen verdauungsfördernden Heilpflanzen – etwa Tausendgüldenkraut, Angelikawurzel und Wermut – kommen getrocknete Pflanzenteile des Krauts auch in Magen-Darm-Anregungstees vor.

Wichtige Hinweise:

Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte auf Benediktenkraut verzichten.

Soll Benediktenkraut den Appetit anregen, empfiehlt es sich, die Zubereitung eine halbe Stunde vor dem Essen einzunehmen. Wer Verdauungsbeschwerden lindern möchte, verwendet das Mittel nach dem Essen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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