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Heilpflanzen-Lexikon:
Artischocke

Artischocke (Cynara scolymus) lindert Blähungen, hilft bei Völlegefühl und wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus


Artischocke (Cynara scolymus)

Riesige Blütenköpfchen besitzt sie, die Artischocke. Die violett gefärbten Blüten sitzen dabei wie ein Krönchen auf den wuchtig grünen Hüllblättern. Im Inneren versteckt sich eine Delikatesse: die zartbitter schmeckenden Artischockenherzen. Ob eingelegt in Öl oder frisch zubereitet: Artischockenherzen und -blätter passen zu Salaten oder Nudelgerichten – und sind dazu noch ein kalorienarmes Rezept.

Bereits im alten Ägypten war die Artischocke (Cynara scolymus) bekannt, als Arzneipflanze und bekömmliche Speise. Über Jahrhunderte hinweg konnten sich jedoch nur wohlhabende Bürger das seltene Gemüse leisten.


Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Die Artischocke kann eine Höhe von 1,5 Metern erreichen, sieht distelartig aus und besitzt einen dicken, verzweigten Stängel. Die großen Blätter sind tief fiederspaltig und tragen teilweise Dornen. Sie sind oberseits glatt, die Unterseite dagegen ist filzig behaart. Die Blütenköpfe sind ebenfalls sehr groß. Sie setzen sich aus eiförmigen, großen Hüllblättern und röhrigen, violett gefärbten Blüten zusammen. Die Artischocke gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae), blüht im Juli und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Heute wird sie ausschließlich angebaut.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich wirksam sind die Artischockenblätter. Und zwar die, die sich am Grund des Stängels befinden, nicht die am Blütenköpfchen befindlichen Hüllblätter, die als schmackhaftes Gericht dienen. Artischockenblätter enthalten zu etwa 0,5 Prozent Flavonoide, vor allem die Substanz Luteolin, und deren Verwandter, das Cynarosid. Zu 0,02 bis zwei Prozent finden sich Caffeoylchinasäure-Abkömmlinge in den Blättern. Des Weiteren bis zu vier Prozent Bitterstoffe, zum Beispiel den Pflanzeninhaltsstoff Cynaropikrin.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Bitterstoffe wie das Cynaropikrin bewirken, dass sich mehr Magensäure bildet. Sie regen damit den Appetit an. Flavonoide und Caffeoylchinasäure-Abkömmlinge steigern die Produktion von Gallensäuren in der Leber und regen die Gallenblase dazu an, mehr Gallensäuren in den Darm abzugeben. Dort erleichtern sie die Verdauung von Fetten. Außerdem legen wissenschaftliche Untersuchungen nahe, dass die Artischocke die Lebertätigkeit unterstützt und sich günstig auf den Cholesterinspiegel auswirkt.

Extrakte aus Artischockenblättern helfen aufgrund dieser Wirkungen bei mangelndem Appetit, lindern Blähungen und vermindern Völlegefühl – dies insbesondere nach einer fettigen Mahlzeit. Ob die Heilpflanze womöglich vor den Folgen eines zu hohen Cholesterinspiegels schützen kann, etwa einer Arteriosklerose, muss in groß angelegten Studien erst untersucht werden.

Wichtige Hinweise:

Menschen, die auf Artischocke und andere Korbblütler allergisch reagieren, dürfen Artischocken-Extrakte nicht einnehmen. Wer an Gallensteinen oder an einem Verschluss der Gallenwege leidet, sollte auf Artischocke ebenfalls verzichten.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 08.12.2008, aktualisiert am 25.03.2011
Bildnachweis: W&B/Annette Falck

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