Hautausschlag

Rote Flecken, Bläschen, Schuppen – was steckt hinter einem Hautausschlag? Infos zu häufigen Ursachen wie Infektionen, Medikamente, Allergien oder Hautkrankheiten


W&B/Andreas Hoffmann

Juckende, rote Hautstellen: Oft zeigt sich ein Hautausschlag an den Ellbeugen und Streckseiten der Arme

Hautausschlag: Was tut sich auf der Haut?

Sie reagiert meist prompt und deutlich sichtbar: unsere Haut. Das größte Organ des Körpers ist nicht nur unser äußerer Schutzmantel mit Signalfunktion, es verrät auch viel davon, was in uns abläuft, seelisch und körperlich: Wenn wir aufgeregt sind, röten sich die Wangen, die Pickel sprießen gerne, wenn wir unter Stress stehen, oder wir werden bleich vor Schreck. Die Haut verändert sich und bildet mitunter auffällige Muster, wenn wir etwas nicht vertragen, uns ein Virus eingefangen haben oder mit körpereigenen Angreifern kämpfen.

Denn die Haut ist Helfer und Botschafter des Immunsystems. Aufgrund ihrer Lage und der Fläche, die sie einnimmt, ist sie zum einen äußeren Einflüssen extrem ausgesetzt und wehrt sich erkennbar. Zum anderen reagiert sie auf Abwehraktivitäten im Körperinneren oft mit sichtbaren entzündlichen Veränderungen.

Solche Hautausschläge, Mediziner sprechen von Exanthemen, erfassen meist größere Hautpartien. An den betroffenen Stellen können sich dann in charakteristischer Weise rote bis bräunliche oder weiße Flecken, Stippchen und Girlanden bilden, die flach oder erhaben sind. Auch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, eitrige Pusteln, Knötchen oder Quaddeln sind möglich. Quaddeln sind kleine, weiche, helle bis rosige Schwellungen, die zum Beispiel bei Nesselsucht auftreten. Alle diese kennzeichnenden Elemente eines Ausschlags heißen Effloreszenzen. In diesem Fachbegriff steckt übrigens das lateinische Wort für aufblühen, in Exanthem das griechische dafür. Damit beschreiben die medizinischen Wörter sehr zutreffend das Wesen eines Ausschlags, der auf der Haut aufblüht beziehungsweise sich über bestimmte Bereiche aussät.



Allergischer Hautausschlag mit Rötungen, Knötchen und Quaddeln

Aufschlussreich: Form des Ausschlags, weitere Beschwerden

Das Erscheinungsbild des Ausschlags gibt oft schon erste Hinweise auf eine mögliche Ursache. Zudem ist es wichtig zu beobachten, wann und wo die Veränderungen auftreten, wie sie sich entwickeln und ob andere Beschwerden dazukommen.

Exantheme zeigen sich an der Hautoberfläche und breiten sich unterschiedlich stark aus, manchmal netzartig oder landkartenförmig. Sie bilden sich bevorzugt an Händen und Fingern, Füßen und Zehen, an Ellbogen und -beugen ebenso wie an den Innenseiten der Unterarme, an Knien und Beinen. Kennzeichnend sind zudem Ausschläge am Rumpf, an Rücken und Brustkorb, in der Leistengegend, am Gesäß, in der Genitalregion und im Gesicht. Aus ersten Rötungen und Blasen können sich schließlich Schuppen, Krusten, Wunden und Risse entwickeln.

Juckreiz ist das häufigste Begleitsymptom von Hautausschlägen. Die betroffenen Stellen können außerdem brennen, schmerzen oder überwärmt sein. Der Ausschlag erfasst mitunter auch die Schleimhäute in Mund und Rachen (Fachbegriff dann: Enanthem). Möglicherweise kommen zusätzliche Krankheitszeichen dazu, wie Fieber, Übelkeit, Schwitzen, Schwellungen, Atembeschwerden, Husten, Lymphknotenschwellungen.

Bei Kindern sind zum Beispiel akut aufblühende, gerötete Flecken mit Fieber oft ein deutliches Zeichen für eine der klassischen Kinderkrankheiten wie Windpocken oder Masern. Trockene Haut und schubweise auftretende, stark juckende, entzündete Hautstellen können Ausdruck einer Neurodermitis sein.

Gerötete Hautflächen mit Schwellungen am Bein sind mögliche Symptome einer Wundrose. Auf eine Medikamentennebenwirkung weisen mitunter rote, verdickte, juckende Flecken, aber auch andere Ausschlagtypen hin, die sich häufig über Rücken und/oder Brust sowie beidseitig über die Innenseiten der Arme und Beine erstrecken. Das sind nur einige Beispiele unter den vielen möglichen Formen und Ursachen von Hautausschlägen (siehe dazu weiter unten "Überblick über häufige Ursachen von Hautausschlägen").

Hautausschlag: Wann zum Arzt?

Manchmal hat ein Ausschlag harmlose Auslöser wie einen kratzenden Pullover oder eine neue Creme, die die Haut reizt. Dann heißt es, das Produkt oder das Kleidungsstück wechseln. Tritt die Hautreaktion nach einem Insektenstich auf, genügt es meist, die Stelle zu kühlen oder eine lindernde Salbe aufzutragen. Die Einstichstelle juckt meist kurze Zeit, die Rötung vergeht von selbst wieder. Kommt es hierbei jedoch zu heftigen allergischen Reaktionen, sollten Sie unverzüglich den Arzt aufsuchen oder sogar den Rettungsdienst (112) rufen.

Gehen Sie immer zum Arzt, wenn

  • die Ursache für eine Hautveränderung unklar ist,
  • der Ausschlag plötzlich und heftig auftritt,
  • die Hautstelle stark juckt, schmerzt und/oder anschwillt,
  • Beschwerden wie Fieber, Zittern, Atemnot und/oder andere Symptome dazukommen (siehe auch oben),
  • der Ausschlag sich allmählich entwickelt, sich ausbreitet, längere Zeit anhält, auch unter einer schon begonnenen Behandlung,
  • die Hautveränderungen schubweise auftreten,
  • der Ausschlag sich verändert, aus Rötungen Schuppen, Knoten, Pusteln oder Blasen werden,
  • rote Flecken auf Hautblutungen hindeuten,
  • ein Ausschlag bei einem Säugling oder Kind auftritt.

Erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein, der seinen Patienten entweder selbst behandelt oder ihn je nach Verdacht an einen Hautarzt oder einen anderen Spezialisten überweisen wird. Für Kinder ist in der Regel der Kinderarzt zuständig.

Was hinter Hautausschlägen steckt

Exantheme im engeren Sinn sind meist Ausdruck für bestimmte Infektionskrankheiten und für Abwehrreaktionen, die sich entweder im Körper abspielen und die Haut miteinbeziehen oder diese direkt betreffen. Zu den häufigsten Ursachen gehören Infektionen durch Viren und Bakterien, gefolgt von Medikamentennebenwirkungen, Allergien und infektiösen Hautkrankheiten. Als Auslöser infrage kommen zudem nicht infektiöse, entzündliche Hauterkrankungen (Ekzeme oder Dermatitiden), für die äußere oder innere Faktoren verantwortlich sein können. Hier spielen bestimmte Autoimmunkrankheiten, Gefäßentzündungen und sogenannte Systemerkrankungen eine wichtige Rolle.

Bei inneren Krankheitsprozessen, zum Beispiel bei viral oder bakteriell bedingten Infektionskrankheiten, tritt der Ausschlag meist beidseitig auf. Einseitig begrenzte Veränderungen sind eher Hinweise auf von außen einwirkende Reize oder Krankheitserreger, zum Beispiel bei Kontaktekzemen oder Pilzinfektionen. Aber auch hier gibt es Überschneidungen und Ausnahmen.

Manche Menschen bekommen einen Hautausschlag ohne feststellbaren Auslöser (idiopathischer Hautausschlag).

Zudem beeinflusst die Psyche das Geschehen auf der Haut. Stress und seelische Belastungen können Hautprobleme begünstigen beziehungsweise bekannte Hautreaktionen verstärken.

Überblick über häufige Ursachen von Hautausschlägen



Windpocken: Typisch ist ein stark juckender Ausschlag mit Bläschen

– Infektionskrankheiten

Hautausschläge treten vor allem bei Infektionen auf, insbesondere durch Viren, aber auch durch Bakterien.

  • Virusinfektionen: Sie kommen häufig im Kindesalter vor und lösen neben Fieber ganz charakteristische Hautausschläge aus. Zu den typischen Kinderkrankheiten gehören Masern, Röteln, Ringelröteln, Windpocken (siehe Bild) sowie das Dreitagefieber. An der von sogenannten Coxsackie-Viren hervorgerufenen Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkranken ebenfalls überwiegend kleinere Kinder. Charakteristisch sind hier neben hohem Fieber unter anderem Bläschen und Knötchen an Händen und Füßen sowie Aphthen im Mund.


Gürtelrose: Schmerzende Herpes-zoster-Bläschen

  • Virusinfektionen bei Erwachsenen: Im Erwachsenenalter rufen wiederauflebende Infektionen mit Herpes-zoster-Viren schmerzende Hautausschläge etwa im Rücken-Brust-Bereich, im Gesicht oder am Ohr hervor (Gürtelrose, siehe Bild). Bestimmte, erneut aktiv werdende Herpes-simplex-Viren sind für die bei manchen Menschen regelmäßig aufblühenden Fieberbläschen am Mund verantwortlich. Herpes-simplex-Viren aus demselben Spektrum stecken oft auch hinter juckenden Ausschlägen mit Rötungen und Bläschen im Genitalbereich (Herpes genitalis).
    Beim Pfeifferschen Drüsenfieber, verursacht durch das Epstein-Barr-Virus, kommt es mitunter zu juckenden Rötungen oder Quaddeln. Hier kann allerdings auch eine gleichzeitige Therapie mit Antibiotika eine auslösende Rolle spielen (siehe unten).
    Bei einer durch Viren ausgelösten Leberentzündung (Virus-Hepatitis) können neben grippeähnlichen Symptomen, Gelbsucht, Druckschmerz im rechten Oberbauch, Übelkeit und anderen Beschwerden auch Gelenkschmerzen und schnell vorübergehende Hautausschläge auftreten. Eine chronische Hepatitis geht mitunter mit Ausschlägen an Handflächen, Fußsohlen und oft heftigem Juckreiz am Körper einher (siehe auch unten "Porphyrien" unter "Erbliche Veranlagung und Hautausschlag").
  • Bakterielle Infektionen: Infektionen durch Bakterien, die zu Hautausschlägen führen, sind in erster Linie Scharlach, die Lyme-Borreliose und Syphilis im zweiten Stadium. Eine Borrelien-Infektion nach einem Zeckenstich weist sich oft durch eine typische, sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreitende Rötung aus (Wanderröte, Erythema migrans, siehe Ratgeber "Lyme-Borreliose").
  • Weitere Infektionskrankheiten: Eine Reihe von Tropenkrankheiten, zum Beispiel das Dengue-Fieber, kann mit Hautausschlägen einhergehen. Im Vordergrund stehen aber hier grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber und starken Gelenk- und Muskelschmerzen. Krankheitssymptome, die nach einer Reise auftreten, sollte immer der Arzt abklären. Denken Sie daran zu erwähnen, dass Sie im Ausland waren.


Medikamente, etwa bestimmte Antibiotika, lösen mitunter einen Ausschlag aus

– Medikamentennebenwirkungen

Neben Infektionen zählen Reaktionen auf bestimmte Arzneimittel zu den Hauptursachen von Hautausschlägen. Diese können dann sehr unterschiedlich aussehen, etwa aus Flecken, Knötchen oder flüssigkeitsgefüllten Blasen bestehen, und jucken. Außer bei Allergien und Überempfindlichkeitsreaktionen zeigt sich die Hautveränderung meist ein bis zwei Wochen nach Beginn der Medikamenteneinnahme, oft sogar erst, wenn die Therapie schon beendet ist. Auch kommt es verstärkt zu Hautausschlägen, wenn jemand eine Virusinfektion hat und gleichzeitig ein Medikament nimmt, zum Beispiel Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure bei einer Erkältung. Dann lässt sich nicht immer genau ermitteln, ob das eine oder das andere die Ursache war. Ältere Menschen reagieren ebenfalls sensibler auf unterschiedliche Medikamente.

Zu den Medikamenten, die am häufigsten Hautreaktionen hervorrufen, gehören

  • Antibiotika (etwa Penicilline, Sulfonamide oder Cephalosporine, Tetrazykline – hier kann es zu einer sogenannten Phototoxie in Verbindung mit Sonnenlicht kommen, siehe unten)
  • Nicht steroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure
  • Gerinnungshemmer
  • Goldsalze (zur Rheumatherapie)
  • Kortisonpräparate
  • Antiepileptika
  • Gichtmittel
  • Diabetesmedikamente wie Glinide
  • Krebsmedikamente
  • wasserausschwemmende Mittel (Diuretika) und andere

Unter den pflanzlichen Arzneimitteln ist der Mönchspfeffer zu nennen, der manchmal zu juckenden Hautausschlägen führt. Menschen, die Johanniskrautpräparate einnehmen, sollten sich nicht direkt der Sonne aussetzen, da sonst sonnenbrandähnliche Reaktionen auftreten können. Korianderöl kann allergische Hautreaktionen auslösen, ebenso in seltenen Fällen Kümmelöl.

! Kommt es zu heftigen und unmittelbaren Hauterscheinungen wie Rötungen und Blasenbildung kurz nach Einnahme eines Medikaments, sollten Sie sich sofort an den Arzt wenden beziehungsweise den Rettungsdienst (112) rufen. Fieber, Atemnot, Schwellungen und andere Symptome können alarmierend dazukommen. Auch wenn erst nach einiger Zeit Ausschläge auftreten, ist es wichtig, den Arzt aufzusuchen. Setzen Sie kein Medikament, das der Arzt Ihnen verschrieben hat, von sich aus ab und ändern Sie auch nicht die Dosis selbsttätig.



Latexhandschuhe im Beruf: Nicht jeder verträgt sie

– Allergien, Unverträglichkeiten, Schadstoffe

Bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe (Allergene) lösen bei manchen Menschen Abwehrmechanismen aus, die sich sehr oft auch in Hautausschlägen zeigen. Allergene können direkt von außen auf die Haut einwirken oder über die Schleimhäute, das heißt also über die Atmungs- und Verdauungswege in Form von Luftpartikeln oder Nahrungsbestandteilen, in den Körper gelangen. Dann treten allergische Symptome wie Jucken, Schnupfen, Husten auf. Lesen Sie mehr dazu im Ratgeber "Allergien".

  • Kontaktekzeme und andere entzündliche Reaktionen: Mit entzündlichen Hautreaktionen wehrt sich die Haut oft gegen aggressive oder schädliche Substanzen, mit denen sie in Berührung kommt. Solche Kontaktekzeme können allergisch oder nicht allergisch bedingt sein. Manchmal kommt beides zusammen vor. Zudem kann ein allergisches Hautekzem entstehen, wenn ein Stoff, auf den der Körper allergisch reagiert (ein Allergen), innerlich aufgenommen wird. Nicht allergisch bedingte Ekzeme reichen von irritativ (gereizte Haut) bis hin zu toxisch (stärker geschädigte Haut). Auslösend ist hier ein ganzes Spektrum von Kontaktstoffen, darunter Schad- und Giftstoffe (Toxine). Mitunter begünstigen auch vorbestehende Hautkrankheiten ein Kontaktekzem.
    Konkret: Menschen, die viel mit scharfen Putzmitteln, bestimmten Pflanzen oder Stoffen wie Latex umgehen, bekommen mit der Zeit häufig gerötete, juckende Ausschläge an den Händen und anderen direkt betroffenen Hautstellen. Fallen die Reaktionen besonders heftig aus, bilden sich Bläschen und Blasen, die stark jucken und aufplatzen können. In der Folge schuppt und verkrustet die Haut möglicherweise. Sie erholt sich aber oft wieder vollständig. Kann die Haut jedoch nicht in Ruhe ausheilen und ist sie weiter über längere Zeit dem Schadstoff ausgesetzt, wird das Kontaktekzem manchmal auch chronisch. Der erkrankte Hautbereich dehnt sich weiter aus, schuppt dann zum Beispiel, fühlt sich trocken an, verhärtet und es entwickeln sich Falten und Furchen.
    Bei der Mundrose reagiert die Gesichtshaut möglicherweise überempfindlich auf zu intensive oder falsche Pflege. Vor allem um den Mund herum, aber auch an Wangen, Kinn und Nase, bildet sich ein Ausschlag mit trockenen, geröteten Stellen, Knötchen und mitunter auch Bläschen. Weitere Informationen dazu finden Sie im Ratgeber "Mundrose (periorale Dermatitis)".


Wenn die Haut heftig reagiert – raus aus der Sonne!

  • Reaktionen auf Sonnenlicht: Unter Sonneneinwirkung entstehen in Verbindung mit Haut- und Sonnenschutzcremes oder Parfums mitunter allergische Reaktionen wie Hitzepickel. Aber auch starke Ausschläge mit Rötungen, Knötchen und Bläschen sind möglich. Eine Sonnenallergie kann unterschiedliche Ursachen haben. So müssen sich manche Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, vor Sonnenlicht schützen, da es auch dann zu sogenannten photoallergischen Reaktionen kommen kann. Auch der Sonnenbrand ist ein Exanthem.

Wichtig zu wissen: Hautausschläge bei Allergien entwickeln sich oft als Nesselsucht (Urtikaria) mit juckenden, flüssigkeitsgefüllten Erhebungen, Quaddeln. Größere Schwellungen im Gesicht, an Händen, Füßen oder Genitalien, sogenannte Angioödeme (frühere Bezeichnung Quincke-Ödeme), kommen manchmal dazu. Sie können lebensbedrohlich sein, wenn sie im Mund-Rachen-Raum auftreten und die Atmung behindern.

Achtung Schockreaktion: Auf gewisse Allergene, zum Beispiel auch auf Insektengift, insbesondere von Bienen oder Wespen, reagieren einige Menschen mit einer gefährlichen Allergie, die sich bis hin zu einem anaphylaktischem Schock steigern kann. Auf brennende, juckende Quaddeln, vor allem an Handflächen und Fußsohlen, aber auch am ganzen Körper, folgen Atemnot, Blutdruckabfall, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen und Bewusstseinstrübung. Treten erste Anzeichen für einen Schock auf, ist sofort der Rettungsdienst (112) zu rufen (nach einem Insektenstich, etwa von einer Biene, gleich den Stachel entfernen!). Ein anschließender Allergietest in der Klinik sowie eine spezielle Immuntherapie (Hyposensibilisierung) können erneuten Schocks vorbeugen. Menschen, die wissen, dass sie mit gefährlichen Symptomen reagieren, haben oft ein Notfallset dabei, das ein Antihistaminikum und Kortison enthält.

– Hauterkrankungen

Nahezu jede Hauterkrankung zeigt sich durch jeweils typische Hautveränderungen. Diese sind oft auf bestimmte Stellen begrenzt und entsprechen nicht dem medizinischen Bild eines Hautausschlags, etwa bei Warzen oder Hauttumoren. Ausnahmen sind hier Dellwarzen sowie bei den Tumoren das Kaposi-Sarkom oder der Paget-Tumor der Brust (siehe weiter unten).

Auch Pigmentstörungen, etwa Vitiligo oder Altersflecken, zählen nicht zu den Hautausschlägen. Das gilt ebenso für Blutungen in der Haut, die durch Bluterkrankungen oder Gefäßstörungen ausgelöst werden können (sogenannte Petechien oder Purpura-Erkrankungen). Ausschlagähnliche Symptome gibt es jedoch bei Gefäßentzündungen wie der Purpura Schönlein-Henoch und der Purpura pigmentosa progressiva (siehe weiter unten unter "Autoimmunerkrankungen").

Hautausschläge sind nur für einige Hautkrankheiten typisch. Sie treten meist plötzlich auf der Hautoberfläche auf, verteilen sich oft beidseitig auf mehrere Bereiche oder breiten sich von einem Areal ausgehend weiter aus. Solche Exantheme können sich in unterschiedlicher Weise verändern. Hier die wichtigsten Hautkrankheiten, die mit Ausschlägen einhergehen, im Überblick:

  • Neurodermitis: Kennzeichnend sind Hautausschläge vor allem für chronisch-entzündliche Erkrankungen wie die Neurodermitis. Diese trifft insbesondere Kinder, seltener Erwachsene. Ausführliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie gibt der Ratgeber "Neurodermitis (atopische Dermatitis)".


Ausschlag bei Schuppenflechte (Psoriasis)

  • Psoriasis, Lichen und andere "Flechten"-Erkrankungen: Schubweise auftauchende Hautveränderungen, die aus roten, entzündeten, mitunter juckenden Platten mit weiß-silbrigen Schuppen bestehen, weisen auf die auch Schuppenflechte genannte Psoriasis hin. Wissenswertes dazu im Ratgeber "Schuppenflechte (Psoriasis)".
    Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Hautkrankheiten, die allgemein als Flechten, medizinisch auch Lichen, bezeichnet werden, wie die Knötchenflechte (Lichen ruber planus). Bei dieser seltenen, chronischen Hautkrankheit entwickeln sich auf Haut und Schleimhäuten Gruppen oder größere Flächen mit stark juckenden, rötlichen Knötchen, die weiß gestreift sein können. Sie treten häufig an den Innenseiten von Handgelenken und Knöcheln, an den Unterschenkeln und über dem Sitzbein und mitunter auch im Bereich der äußeren Geschlechtsteile, häufiger bei Frauen als bei Männern, auf (siehe dazu auch Ratgeber "Schmerzen beim Sex der Frau"). Bei bestimmten Formen können zudem Haare und Nägel befallen sein. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Mitunter lösen Medikamente eine Lichen-Erkrankung aus.
    Für die ansteckende Eiterflechte (Impetigo) bei Kindern sind Streptokokken- oder Staphylokkoken-Bakterien verantwortlich (siehe auch unten "Hautinfektionen").
    Die Röschenflechte (Pityriasis rosea) kann bei Menschen mittleren Alters aus noch nicht geklärter Ursache akut ausbrechen. Die entzündliche Erkrankung heilt meist von selbst wieder aus. Typischerweise bildet sich anfangs eine gerötete, schuppende Platte in der Körpermitte. Es folgt, oft schubweise, ein juckender Ausschlag, der sich vom Rumpf bis über die Oberarme und Oberschenkel erstrecken kann.
    Schuppende, rote, Knötchen entwickeln sich auch bei einer seltenen Hauterkrankung unbekannter Ursache, der Pityriasis lichenoides. Sie kann chronisch, etwa nach einer überstandenen Infektion, auftreten und weitgehend harmlos sein, aber auch akut und heftig einsetzen und von Fieber begleitet sein. Der Ausschlag brennt dann häufig und es bilden sich mitunter schmerzende Geschwüre.

  • Hautinfektionen durch
    – Pilze
    : Unter den Hautpilzerkrankungen können einige Formen der sogenannten Tinea zu Entzündungsherden auf der Haut führen, etwa an den Armen und am Oberkörper (Tinea corporis, Tinea superficialis, Erreger sind Fadenpilze).
    Hefepilze
    (Candida) finden sich auch bei gesunden Menschen im Mund, im Magen-Darm-Trakt und auf den äußeren Geschlechtsorganen. Ist die Immunabwehr gestört, vermehren sie sich auf Schleimhäuten und Haut und führen zu Entzündungen. Eingehend informiert der Ratgeber "Soor und andere Candida-Infektionen". Säuglinge leiden nicht selten an einer Windeldermatitis. Candida-Pilze können sich in dem feuchten, wenig luftdurchlässigen Milieu einer Windel leicht auf der gereizten Haut ausbreiten. Feuchtigkeit hält sich besonders in Hautfalten, etwa auch bei übergewichtigen Erwachsenen. Pilzinfektionen kommen deshalb dort häufiger vor.
    Pilze wie Hefepilze rufen spezielle Hautveränderungen hervor, häufig mit farblich veränderten, manchmal schuppenden Flecken, die sich gleichmäßig ausbreiten wie bei der Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor, der auslösende Pilz heißt Malassezia Furfur).
    – Bakterien
    : Bei der Wundrose (Erysipel) können Bakterien wie Streptokokken über Hautverletzungen in das Gewebe eindringen und eine Entzündung mit geschwollenen, roten Hautflächen auslösen, etwa an den Füßen, den Beinen oder im Gesicht. Dazu kommen meist heftige Krankheitszeichen wie Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen. Ein Erysipel muss sofort behandelt werden, da sonst unter Umständen Komplikationen drohen wie eine akute Venenentzündung oder eine Blutvergiftung.
    – Parasiten
    : Die Krätze (Skabies) ist eine parasitäre Hauterkrankung. Parasiten wie Milben rufen einen stark juckenden, allergischen Hautausschlag hervor. Weitere Parasiten, die entzündliche, oft stark juckende Hautreaktionen auslösen sind Kopf- und Kleiderläuse. Für die Pedikulosis mit ausschlagähnlichen, juckenden Flecken im Bereich von Scham-, Brust- und Achselhaaren sind Filzläuse verantwortlich (siehe dazu Ratgeber "Lausbefall").
    – Viren
    : Eine ansteckende Virusinfektion der Haut sind Dellwarzen (Mollusca contagiosa). Die Erkrankung tritt insbesondere in tropischen Gegenden auf. Die Knötchen, eigentlich teilweise entzündliche Hautwucherungen, können sich ausschlagartig ausbreiten, vor allem an den Lidern, im Gesicht, am Hals, unter den Achseln, am Oberkörper und in der Genitalregion.


Nesselausschlag mit Quaddel

  • Nesselsucht (Urtikaria): Allergische und andere Körperreaktionen führen bei manchen Menschen zu einem stark juckenden Ausschlag mit Quaddeln. Schwellungen (Angioödeme) kommen häufig dazu (siehe auch oben unter "Allergien"). Bestimmte Reize wie Kälte (Kälteurtikaria), Wärme, Druck, aber auch Stresssituationen können hier eine auslösende Rolle spielen.
  • Seborrhoisches Ekzem: Fettige, oft gelbliche Schuppen, darunter gerötete Hautflecken an Haaransätzen und im Gesicht weisen auf ein seborrhoisches Ekzem hin. Diese volkstümlich Gneis genannte Hauterkrankung kommt vor allem bei Männern sowie bei Säuglingen vor. Der Hautausschlag kann sich von Kopf und Gesicht aus weiter verbreiten. Mögliche Auslöser sind eine Überfunktion der Talgdrüsen und weitere Faktoren, die eigentliche Ursache ist aber noch nicht geklärt (mehr Informationen dazu im Ratgeber "Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis)"). 
  • Akne: Die häufigste Hautkrankheit, die Akne, kann sich vor allem bei schwereren Formen ausschlagartig ausbreiten. Pickel, Knötchen, eitergefüllte Pusteln sprießen bevorzugt im Gesicht, aber auch im Rücken- und Brustbereich, an Oberarmen, Schultern und anderen Körperstellen. Ausführlich zu Ursachen, Formen, Symptomen, Diagnose und Therapie informiert der Ratgeber "Akne").
  • Hauttumore wie Basaliom oder Melanom zeigen sich in der Regel durch örtlich begrenzte Hautveränderungen. Zu Hautausschlägen kommt es in Ausnahmefällen wie beim sogenannten Kaposi-Sarkom, einem vom Blutgefäßsystem ausgehenden Tumor, oder beim Paget-Tumor der Brust (siehe dazu im Ratgeber "Knoten in der Brust" das Kapitel "Krebserkrankungen").
    Ausschlagähnliche Hautzeichen ruft auch der seltene, sogenannte extramammäre Paget-Krebs hervor. Charakteristisch sind hier mitunter juckende oder schmerzende, zungenförmige Flächen oder Platten im Bereich des Anus, der Genitalien und/oder der Achselhöhlen.

– Autoimmunerkrankungen

  • Autoimmunerkrankungen der Haut: Gegen eigene Hautzellen richten sich die Abwehrkräfte des Körpers bei einem Pemphigoid (bullöses Pemphigoid) und bei den Pemphigus-Erkrankungen. Durch die entzündlichen Vorgänge bilden sich Blasen, Krusten und Gewebeschäden an der Hautoberfläche. Ein Phemphigoid kann in der Schwangerschaft auftreten, allerdings selten. Sehr viel häufiger entwickelt es sich im höheren Alter, oft im Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen oder mit neurologischen und psychischen Störungen. Typisch sind rote Ausschläge mit Knötchen und nachfolgend juckenden, flüssigkeitsgefüllten Blasen, oft am Hals, unter den Achseln, an Oberarmen, Oberschenkeln und in der Nabelgegend. Mehr dazu im Ratgeber "Bullöses Pemphigoid".
    Beim Pemphigus vulgaris, der häufigsten Pemphigus-Krankheit, befällt der Ausschlag kennzeichnenderweise vor allem die Schleimhaut der Mundhöhle. Zudem können Blasen und Hautschäden am Körper entstehen. Lesen Sie dazu den Ratgeber "Pemphigus-Krankheiten".
    In die Reihe dieser Erkrankungen gehört ebenfalls die Dermatitis herpetiformis. Diese zeigt sich möglicherweise auch im Zusammenhang mit autoimmunologischen Erkrankungen wie der Zöliakie.
  • Kollagenosen und andere Systemerkrankungen: Schmetterlingsförmige, rote Hautausschläge im Gesicht, schuppende Ausschläge an den Händen und anderen Körperteilen kennzeichnen neben anderen Beschwerden den systemischen Lupus erythematodes. Die autoimmunologische Bindegewebserkrankung (Kollagenose) erfasst vor allem die Haut sowie andere Organe und deren Gefäße. Zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie lesen Sie den Ratgeber "Lupus erythematodes".
    Eine entzündliche Systemerkrankung ist die Sarkoidose. Hier bilden sich Gewebeknötchen in der Haut und in anderen Organen. Rote, schmerzhafte Knötchen an den Beinen sind oft ein Zeichen dafür (zu weiteren Symptomen, zu Ursachen, Diagnose und Therapie siehe Ratgeber "Sarkoidose (Morbus Boeck)").
    Bei der Behçet-Erkrankung entwickeln sich Pusteln und andere Hautveränderungen. Hauptsymptome dieser Systemerkrankung unbekannter Ursache mit körperweit verteilten Gefäßentzündungen sind aber vor allem Aphthen im Mund und mitunter auch an den Genitalien. Weitere Krankheitszeichen sind Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, entzündliche Gelenkschwellungen.
    Das sogenannte Sweet-Syndrom kennzeichnen flüssigkeitsgefüllte Knoten und Verdickungen, insbesondere an den Innenseiten von Armen und Beinen, an Hals und Nacken und im Gesicht. Dazu kommen Fieber und Gelenkschmerzen. Die Ursache ist noch ungeklärt, oft geht der Beschwerdekomplex mit einer rheumatoiden Arthritis, mit einer chronisch-entzündlichen Darmkrankheit oder mit Krebserkrankungen wie Lymphomen und Leukämien einher. Hiervon sind vor allem Frauen betroffen. 
  • Gefäßentzündungen: Autoimmunologische Vorgänge spielen ebenfalls eine Rolle bei Gefäßentzündungen wie der Purpura Schoenlein-Henoch, die vorwiegend bei kleinen Kindern auftritt. Charakteristisch sind Hautausschläge mit Hauteinblutungen, die zumeist an den Beinen beginnen und sich bis über das Gesäß ausbreiten können. Gelenkbeschwerden und weitere Krankheitszeichen kommen dazu.
    Eine seltene Gefäßentzündung bei Kindern unter fünf Jahren ist das Kawasaki-Syndrom. Hohes Fieber, Bindehautentzündungen, Rötungen im Mundbereich sind erste Zeichen. Schließlich röten sich Handflächen und oft auch Fußsohlen, die Haut an den Fingern beginnt zu schuppen, die Lymphknoten schwellen an.
    Ausschläge mit Hauteinblutungen kennzeichnen auch andere Purpura-Erkrankungen wie die Purpura pigmentosa progressiva. Auslöser sind Gefäßentzündungen und andere Gefäßstörungen. Die Ursache ist häufig unbekannt, infrage kommen mitunter verspätet einsetzende allergische Reaktionen auf Medikamente oder Lebensmittel. Auch hier beginnt der mitunter schuppende und juckende Ausschlag an den Beinen. Gesäß, Oberkörper und Arme können mit betroffen sein. 
  • Darmerkrankungen: Chronisch entzündliche Darmkrankheiten wie Morbus Crohn, bei denen autoimmunologische Vorgänge sowie andere Faktoren zum Tragen kommen können, gehen neben charakteristischen Symptomen wie Durchfall und Bauchschmerzen oft auch mit entzündlichen Hautveränderungen einher.

– Erbliche Veranlagung und Hautausschläge

  • Reiter-Krankheit: Nach Magen-Darm-Infektionen oder Infektionen der Geschlechts- und Harnorgane, etwa durch Chlamydien, kann sich als Folgeerkrankung eine reaktive Arthritis oder Reiter-Krankheit entwickeln. Bei dieser entzündlichen Gelenkerkrankung spielt eine erbliche Veranlagung mit einem bestimmten Immunmerkmal eine Rolle. Es kommt zu Entzündungen an Gelenken, vor allem im Knie- und Fußbereich, im Harnleiter, an den Augen. Dazu treten Hautausschläge auf, bei Männern im Bereich der Geschlechtsorgane, der Mundschleimhaut, an Handflächen und Fußsohlen und/oder am ganzen Körper.
  • Familiäres Mittelmeerfieber: Es gibt Fiebererkrankungen, die nicht erregerbedingt, sondern erblich sind, wie das familiäre Mittelmeerfieber. Das Immunsystem wird hier aufgrund bestimmter Genveränderungen immer wieder von selbst aktiv. Bei diesem Krankheitsbild begleiten oft Hautausschläge die fieberhaften Krankheitsschübe. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber "Fieber", Kapitel: "Erbliche Fiebererkrankungen").
  • Porphyrien: Extrem lichtempfindlich sind Menschen, die an bestimmten Formen der Porphyrie leiden. Porphyrien sind meist angeborene, seltene Stoffwechselerkrankungen. Die Porphyria cutanea tarda kann erblich bedingt sein, aber auch spontan oder aufgrund unterschiedlicher Einflüsse auftreten, etwa im Zusammenhang mit einer Hepatitis C. Bei dieser Porphyrieform bilden sich an besonders dem Licht ausgesetzten Hautbereichen wie an den Händen, den Armen und im Gesicht rötliche, juckende Stellen, Blasen und Geschwüre. Die Haut verändert sich Laufe der Erkrankung, verhärtet und strafft sich in den erkrankten Bereichen.


Bei der Hautärztin: Prüfender Blick auf den Ausschlag

Diagnose bei Hautausschlag: Das Hautpuzzle zusammenfügen

Wesentliche Vorinformationen liefern dem Arzt das Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) und Informationen zur Krankengeschichte. Wichtig ist es für den Arzt zu wissen, wann und an welcher Stelle der Ausschlag zuerst aufgetreten ist, wie er anfangs ausgesehen hat, ob er sich ausgebreitet und/oder verändert hat, ob er sich schubweise zeigt (zum Beispiel unter bestimmten Umgebungseinflüssen wie Heizungsluft), ob die betroffenen Stellen jucken. Teilen Sie ihm auch mit, ob Sie noch andere Beschwerden haben. Der Arzt wird sich zudem erkundigen, ob Ihr Partner, jemand in der Familie oder unmittelbaren Umgebung ebenfalls einen Ausschlag hat und ob Sie schon öfter Hautprobleme hatten. Beruf und Lebensumstände sind ebenfalls von Interesse. Weitere Fragen können sein, welche Medikamente Sie einnehmen, ob Sie sich anders ernähren, neue Kleidung tragen, andere Hygieneartikel als üblich verwenden.

Es folgt eine eingehende körperliche Untersuchung. Der Arzt wird die Hautveränderungen genau begutachten. Als Hilfsmittel verwendet der Hautarzt dabei häufig Spatel aus Holz oder durchsichtigem Kunststoff, um Hautreaktionen zu prüfen, etwa durch Streichen oder Druck, und um die Größe der veränderten Stellen zu messen.



Pricktest: Auf der Suche nach allergieauslösenden Substanzen

Je nach Verdacht können sich Allergietests anschließen, etwa ein Prick-Test. Auch Blutuntersuchungen auf bestimmte Antikörper ordnet der Arzt möglicherweise an. Über spezielle Antikörper und Entzündungszeichen im Blut lassen sich zum Beispiel Autoimmunkrankheiten feststellen. Blutanalysen sichern zudem die Diagnose von Infektionen mit Viren oder Bakterien. Über Pilzinfektionen geben Laboruntersuchungen von erkrankten Gewebeteilchen sowie von Abstrichen Aufschluss.

Um spezielle Hauttumore auszuschließen, setzen Dermatologen ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) ein, das einen noch präziseren Blick auf Hautflecken und -erhebungen ermöglicht, sowie Ultraschalluntersuchungen. Hiermit kann der Arzt auch unklare Schwellungen exakter bestimmen. Je nach Verdacht sind außerdem Untersuchungen von Gewebeproben angezeigt.



Ausgewählte Cremes und Salben lindern Juckreiz und Entzündungen

Therapie: Ausschlagursachen behandeln, Hautprobleme lindern

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Infektionen behandelt der Arzt je nach Erregertyp, etwa mit Antibiotika bei bakteriellen Infektionen wie Scharlach. Bei Virus-Infektionen im Kindesalter kommen Antibiotika nur zum Einsatz, wenn bakterielle Komplikationen drohen. Sonst geht es meist darum, die Symptome zu lindern, etwa den Juckreiz durch den Ausschlag. Salben und Medikamente, zum Beispiel Antihistaminika, können hier hilfreich sein. Insbesondere bei Erkrankungen durch wiederauflebende Herpes-Viren wie einer Gürtelrose, verschreiben die Ärzte auch Virustatika. Das sind Mittel, die verhindern können, dass sich die Viren weiter vermehren. Antibiotika, Viren- und Pilzmittel gibt es auch in Form von Cremes und Salben zum Auftragen auf die erkrankten Hautstellen.

Das gilt auch für Kortison. Es ist das wichtigste Medikament bei vielen Allergien, bei Autoimmunerkrankungen und zahlreichen Hauterkrankungen. Die Ärzte verschreiben den entsprechenden Wirkstoff jeweils gezielt zur innerlichen oder äußerlichen Anwendung. Bei Autoimmunerkrankungen und schweren Formen der Psoriasis sind mitunter weitere Immunsuppressiva, also das Immunsystem unterdrückende Medikamente, angezeigt.

Bei Hautkrankheiten steht oft die örtliche Behandlung der erkrankten Hautpartien im Vordergrund. Das geschieht mit speziellen Salben, Cremes, Tinkturen, Badezusätzen oder Verbänden, die unterschiedliche Wirkstoffe enthalten, wie Jod, Teer, Harnstoff, Schwefel und andere Substanzen. Sogenannte Immunmodulatoren, Wirkstoffe, die das Immunsystem beeinflussen, können in Form von Salben vor allem bei entzündlichen Erkrankungen wie der Neurodermitis hilfreich sein.

Bestimmte Hautkrankheiten sprechen sehr gut auf Lichttherapien (Phototherapien) mit UV-Strahlung an, die die Ärzte beispielsweise ausgewählt bei Psoriasis, Pityriasis lichenoides, Lichen ruber, Neurodermitis oder Sklerodermie einsetzen. Darüber hinaus können Aufenthalte in anderen Klimazonen, etwa am Meer oder im Hochgebirge, für Menschen mit Psoriasis und Neurodermitis wohltuend sein.

Vorbeugung: Die Haut schützen, gesund leben

Häufig verursachen Infektionen unangenehme Hautausschläge. Persönliche Anlagen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, wie empfindlich die Haut auf die zahlreichen Reize von außen wie innen reagiert. Aber unsere schützende Hülle, die gleichzeitig Sinnesorgan sowie Wärme- und Feuchtigkeitsregler ist, braucht auch selbst Schutz. Sie können einiges tun, um Ihre Haut in ihrer Abwehrarbeit zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem:

  • eine vernünftige Hautpflege und Körperhygiene. Hier kann sowohl ein Zuviel, als auch ein Zuwenig schaden.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Haut nicht zu trocken wird, nicht zu oft und zu lange intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, aber dennoch genügend an frischer Luft atmen kann. In Schuhen und enger Kleidung dicht abgeschlossene, aber feuchte Hautstellen werden leicht wund und sind der ideale Nährboden für Krankheitserreger wie Pilze.
  • Die Haut mag keine klirrende Kälte. Bei frostigen Temperaturen will sie gut eingepackt sein.
  • Halten Sie Reiz- und Schadstoffe soweit es geht von der Haut fern – etwa, indem Sie Schutzhandschuhe (eventuell latexfrei, bei Latexallergien auf jeden Fall) tragen, wenn Sie mit aggressiven Substanzen umgehen. Manche Haut verträgt auch bestimmte Zusätze und Parfumstoffe in Körperpflegemitteln nicht. Hier heißt es, beobachten und ausprobieren.

Mehr Tipps und Infos zu Hautpflege und Hautschutz im Spezial "Hilfe bei Hautkrankheiten".

Ein starkes Immunsystem ist die beste Hilfe gegen unterschiedliche Erreger. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung an der frischen Luft, einem ausgewogenem Speiseplan und regelmäßigen Entspannungsphasen unterstützen Abwehrkräfte und Psyche.

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Fachliteratur für diesen Ratgeber

Moll I: Dermatologie. 7. Auflage, Stuttgart Georg Thieme Verlag 2010
Herold G et al.: Innere Medizin, Köln Gerd Herold 2015
Altmeyer P: Die Online-Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie und Umweltmedizin. Berlin Heidelberg Springer Verlag 2015. Online: http://www.enzyklopaedie-dermatologie.de (Abgerufen am 30.06.2015)
Deutsche Dermatologische Gesellschaft: Kontaktekzem. Leitlinie 08/2013, awmf-Reg.Nr. 01/055. Online: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013-055.html (Abgerufen am 30.06.2015)
Deutsche Dermatologische Gesellschaft: Diagnostik und Therapie des
Pemphigus vulgaris/foliaceus und des bullösen Pemphigoids. Leitlinie 12/2014, awmf-Reg.Nr. 013/071 (Abgerufen am 30.06.2015)

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff

 




Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF, Mauritius Images/Michael Weber, W&B/Christine Schneider, W&B/Winfried Fischer, W&B, W&B/Simon Katzer, Digital Vision/RYF, Thinkstock/iStockphoto, Brand X Pictures/RYF, W&B/ TU München Klinik für Dermatologie, Mauritius Images/Photoresearchers, W&B/Andreas Hoffmann

Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF, Mauritius Images/Michael Weber, W&B/Christine Schneider, W&B/Winfried Fischer, W&B, W&B/Simon Katzer, Digital Vision/RYF, Thinkstock/iStockphoto, Brand X Pictures/RYF, W&B/ TU München Klinik für Dermatologie, Mauritius Images/Photoresearchers, W&B/Andreas Hoffmann

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