Hämorriden: Anzeichen, Hausmittel, OP

Hämorriden können lästiges Nässen, Jucken, Brennen oder Bluten am Po und Schmerzen beim Stuhlgang verursachen. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Behandlung

aktualisiert am 01.02.2017

Unangenehme Probleme im Analbereich? Manchmal sind Hämorriden die Ursache. Nicht aussitzen, sondern behandeln lassen! Die Therapie ist meistens einfach und effektiv

Thinkstock/Pixland

Was sind Hämorriden?

Vergrößerte Hämorriden (alte Schreibweise: Hämorrhoiden) entstehen im äußersten Darmabschnitt nahe dem Darmausgang (siehe Grafik). Dort befindet sich bei jedem Menschen ein gut durchblutetes ringförmiges Gewebepolster – das Hämorridal-Geflecht. Es erfüllt eine wichtige Aufgabe: Das Gewebe dichtet den Darm sicher nach außen ab.


Vergrößerte Hämorriden bilden sich in einem Adergeflecht (hier blau dargestellt) am äußeren Ende des Mastdarms. Um die komplette Grafik zu sehen, bitte auf die Lupe oben links klicken

W&B/Jörg Neisel

Das Gewebepolster funktioniert wie ein Schwellkörper: Beim Stuhlgang entspannt sich der Schließmuskel, und das Blut fließt aus dem Hämorridalpolster ab. Anschließend strömt das Blut in die Hämorriden zurück, so dass sie wieder an Volumen zunehmen und den After sicher verschließen.

Wie entstehen vergrößerte Hämorriden?

Die Blutgefäße in diesem Gewebepolster können sich allerdings aus verschiedenen Gründen erweitern, sie leiern sozusagen aus, so dass sich das Polster knotig vergrößert. Als wichtigste Ursache für solche vergrößerten Hämorriden gilt zu starkes Pressen und Nachpressen beim Stuhlgang, zum Beispiel bei chronischer Verstopfung.

In Kapitel zwei finden Sie weitere Ursachen und Risikofaktoren.

Manche Experten sind überzeugt, dass ein Toilettenhocker zu starkes Pressen verhindern kann und damit eine wirksame Maßnahme zur Verhinderung von Hämorrhoiden darstellt.

Hämorriden bei Schwangerschaft

In etwa die Hälfte aller Frauen hat während oder direkt nach der Schwangerschaft Beschwerden im Analbereich. Denn der Körper verändert sich so, dass er Hämorriden begünstigt: Erstens sorgen die Schwangerschaftshormone dafür, dass der Beckenboden und das benachbarte Bindegewebe weich und weit werden. Zweitens drücken Kind und Gebärmutter auf die Gefäße im Analbereich. Am Ende der Schwangerschaft sind schließlich die Presswehen eine weitere Belastung für das Gebiet. Was zu tun ist, wenn während oder nach einer Schwangerschaft Hämorriden auftreten, lesen Sie bei unserem Partnerportal www.baby-und-familie.de.


Wie Hämorriden erkennen?

Vergrößerte Hämorriden bleiben manchmal völlig unbemerkt. Oft bereiten sie jedoch Probleme, zum Beispiel Juckreiz, Blutungen, Nässen oder Druckgefühl am After. Dann handelt es sich um ein Hämorridalleiden. Allerdings können auch viele andere Erkrankungen am After zu diesen Beschwerden führen.

Kapitel drei erklärt die vier Stadien des Hämorrhoidalleidens und Kapitel vier beschreibt die Symptome eingehend.


Beratender Experte: Dr. Tobias Grundei, Facharzt für Chirurgie, Proktologe (Enddarmspezialist)

W&B/Privat

Was hilft bei Hämorrhoiden?

Anale Beschwerden sind weit verbreitet. Viele Betroffene trauen sich jedoch lange nicht zum Arzt, weil ihnen die Probleme im Analbereich peinlich erscheinen. Dabei ist eine frühe Therapie fast immer unproblematisch und wirkungsvoll. Von alleine bessert sich das Leiden häufig nicht, im Gegenteil.

Was ebenfalls für den Arztbesuch spricht: Hinter vermeintlichen Hämorriden-Symptomen können sich auch ernste Krankheiten verbergen, bei denen eine frühe Diagnose und Behandlung entscheidend ist.

Mehr zu Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden in den Kapiteln Untersuchung, Hausmittel und Medikamente und OP und andere Therapien.

Weiterführende Informationen

Ein zusätzlicher Ratgebertext verrät, welche weiteren Ursachen zu Blut am After oder einer Blutung aus dem Darm führen können.

Lesen Sie außerdem, welche Irrtümer es darüber hinaus in Bezug auf Hämorriden gibt.


Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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