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Nackenschmerzen, steifer Hals

Jeder zweite Erwachsene hat mindestens einmal im Leben mit Nackenschmerzen zu tun. Oft dabei: ein steifer Hals, Schmerzen an Schulter und Arm. Mehr zu den Ursachen und was hilft


Verspannte Muskeln machen dem Nacken besonders häufig zu schaffen

Bis der Nacken streikt, hat er oft schon viel weggesteckt – mehr jedenfalls, als uns bewusst ist. Die unangenehm ziehenden oder bohrenden Schmerzen sind meist nur die Spitze des Eisbergs. Auch wenn der kalte Luftzug tags zuvor auf der Reise oder die Sonderschicht am Computer plausible Auslöser sein mögen: In Wirklichkeit haben wir unser „Gestell“ vielfach schon lange überfordert, und zwar von Kopf bis Fuß.

Mit anderen Worten: Hauptursachen für Nackenschmerzen sind Haltungsprobleme und chronisch überlastete Muskeln. Auf Dauer verkürzen und verhärten sie sich, sind bei Druck auf typische Stellen äußerst schmerzhaft. Schon eine geringfügige Zusatzbelastung, auch Stress, kann genügen, und die mühsam aufrecht erhaltene Balance ist dahin. Die Folge: Nichts geht mehr – Schmerzen und das Gefühl der Blockade zwingen zum Innehalten.



Verspannungen am Hals lösen: Sanft mit dem Kopf Widerstand gegen den Druck der Hand ausüben, dann die Seite wechseln

Meist ist es aber nicht zu spät, um einzugreifen. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „Was Sie selbst tun können“ ganz unten.

Viel seltener beruhen Nackenschmerzen auf einer ernsthaften Grunderkrankung, die gezielter Diganostik und Therapie bedarf (siehe nachfolgend im „Kurzüberblick“ und weiter unten). Ein anderes Thema sind Verletzungen der Halswirbelsäule. An den Kopf-Hals-Gelenken, an den unterhalb davon liegenden Halswirbeln und ihren Gelenken, an Bändern und Bandscheiben sind komplizierte Schäden mit neurologischen Komplikationen möglich. Darauf geht dieser Beitrag nicht näher ein.


Kurzüberblick Nackenschmerzen

Nackenschmerzen haben viele Ursachen. An erster Stelle stehen überlastete, verspannte Muskeln – lästig, aber meist harmlos. Manchmal können die Verspannungen auch einen psychischen Hintergrund haben. Ein möglicher, aber natürlich nicht beweisender Umstand sind womöglich begleitende Kopfschmerzen und depressive Verstimmtheit.

Mit zunehmendem Alter tritt Verschleiß am Bewegungsapparat in den Vordergrund. Dann sind (ebenfalls) deutliche Beschwerden wie Schmerzen und Einbußen der Beweglichkeit des Halses möglich.

Mitunter liegt eine chronische Krankheit wie die Fibromyalgie vor. Doch ist der Nacken hier nur eine von vielen Schmerzzonen am Körper.

Keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen sind Verletzungen der Halswirbelsäule, wobei ein einfaches Schleudertrauma in der Regel – auch bei anfangs starken Schmerzen – eine leichtere Verletzung ist, die eine sehr gute Prognose hat. Infektionen im Halsbereich und Gehirn, Rheuma, Tumor-, Stoffwechselkrankheiten sowie andere Gehirnerkrankungen kommen ebenfalls als ernsthafte Ursachen infrage. In der Folge kann es jeweils zu akuten oder chronischen Nackenschmerzen kommen. Meist treten in diesen Fällen noch weitere Symptome auf, etwa Fieber, Schluckbeschwerden, eingeschränkte Beweglichkeit oder Fehlstellung des Kopfes, ein Gefühl der Steifigkeit oder aber eine Instabilität an der Halswirbelsäule.

Mitunter liegen angeborene Fehlbildungen an der Halswirbelsäule vor. Eine eigene Krankheitsgruppe sind die sogenannten zervikalen Dystonien. Dabei kommt es zu unwillkürlichen ungewöhnlichen Kopfstellungen, die durch überaktive Hals- und Nackenmuskeln ausgelöst werden. Dystonie bedeutet so viel wie "Fehl-Anspannung". Je nach Art und Richtung der Bewegungen lassen sich verschiedene Formen unterscheiden. Die Ursachen dieser auch "fokale Dystonien" genannten neurologischen Störungen sind ganz unterschiedlich. Mehr dazu weiter unten.

Erster Ansprechpartner für Diagnose und Therapie ist in der Regel der Hausarzt. Strahlen die Schmerzen in den Arm aus, kribbelt es dort, sind womöglich das Berührungsempfinden und die Beweglichkeit am Oberarm, am Unterarm, an der Hand oder an ein oder mehreren Fingern beeinträchtigt, ist zeitnah ein Neurologe gefragt. Bei Bedarf wird er einen Orthopäden hinzuziehen. Wichtig: Alarmieren Sie bei akuten Symptomen wie starke Kopfschmerzen, Schwindel, hohes Fieber, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen oder Krämpfe umgehend den Notarzt. Das gilt auch bei Verletzungen der Halswirbelsäule.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. So weh ein „nur gestresster Nacken“ mit akut verspannten Muskeln tun kann, so schnell erholt er sich meist auch wieder. Leichte Schmerzmittel beschleunigen die Schmerzlinderung meist. Ärzte raten oft, bald mit sanften Bewegungsübungen zu beginnen. Dringend zu empfehlen ist eine Arbeitsplatzgestaltung nach ergonomischen Gesichtspunkten. Manchmal bringen erst örtliche Betäubungen Linderung. Ärzte kennen verschiedene Injektionstechniken. Entspannungsverfahren wie Biofeedback und progressive Muskelentspannung sind hilfreiche Therapieansätze, wenn sich eine deutliche psychische Komponente erkennen lässt. Bei anhaltender Schmerzproblematik und Anzeichen einer (drohenden) Nervenschädigung, etwa durch einen Bandscheibenvofall, ist eine Operation meist unumgänglich. Das gilt auch bei Instabilität der Halswirbeläule, zum Beispiel infolge einer Rheuma-Erkrankung oder Verletzung.


Was hinter Nackenschmerzen stecken kann

Zu den Ursachen von Nackenschmerzen gehören

  • Muskelverspannungen
  • Fokale zervikale Dystonien
  • Degenerative Erkrankungen des Bewegungssystems wie Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke (Arthrose oder Spondylarthrose), Bildung knöcherner Sporne an den Wirbeln (Spondylose), Verschleiß der Bandscheiben und Wirbelkörper (Chondrose und Osteochondrose)
  • Psychische Faktoren
  • Verletzungen: Muskelzerrungen durch falsche Bewegungen oder eine Beschleunigungsverletzung wie das Schleudertrauma; Wirbelbrüche oder -verrenkungen, Bänderrisse, Schädigungen / Verlagerungen der Bandscheiben
  • Infektionen: der Wirbelknochen, Halsweichteile (Abszess), Gehirnhaut
  • Rheuma und andere Erkrankungen des Bewegungssystems, Stoffwechselkrankheiten, Tumorerkrankungen
  • Fibromyalgie

Schmerzarten am Nacken

Mediziner fassen Nackenschmerzen nach der Entstehung in vier Gruppen zusammen:

  • Mechanisch ausgelöste Nackenschmerzen
  • Nicht mechanisch bedingte Nackenschmerzen
  • Übertragungs-Schmerzen
  • Psychisch ausgelöste Schmerzen

Mechanisch ausgelöste Schmerzen: In diese erste Gruppe gehören die mit Abstand häufigsten Schmerzen durch Verspannungen und Funktionsstörungen der Nackenmuskeln. Die medizinische Sprachregelung ist verwirrend: So spricht der Arzt hier von myofaszialen oder funktionellen, unkomplizierten oder unspezifischen Beschwerden. Zusammen mit verschleißbedingten Schmerzzuständen, die ebenfalls zu den mechanischen Schmerzen gehören, ergibt sich so die „Volkskrankheit Nackenschmerzen“ (siehe auch weiter unten). Der Verschleiß betrifft weiche Strukturen der Wirbelsäule wie Bandscheiben oder Bänder und harte knöcherne wie die Wirbel. Mechanisch ausgelöste Schmerzen kommen allerdings auch bei Verletzungen wie dem Schleudertrauma oder bei Fehlbildungen der Halswirbelsäule vor.

Die Nackensteifigkeit bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis) entsteht durch reflexhafte Anspannung der Nackenmuskeln. Sie ist hier jedoch eine zwanghafte „Schonhaltung“ infolge der Schmerzen, die von der empfindlichen Hirnhaut ausgehen. Auch bei einem Abszess im hinteren Rachenraum (Retropharyngealabszess, siehe unter „Schwellung am Hals“, Kapitel „Abszesse“) kann es reflexartig zu einem steifen Hals kommen. Schilddrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium kann dazu führen, dass umliegendes Gewebe geschädigt wird und es zu Schmerzen kommt. Auch Lymphknoten im Nackenbereich können mitbeteiligt sein, sich derb anfühlen und Schmerzen verursachen.

Nicht mechanisch bedingte Schmerzen: Diese zweite Gruppe betrifft einmal Gelenkschmerzen, die von den kleinen Wirbelgelenken der Halswirbelsäule ausgehen und bei bestimmten Erkrankungen des Bewegungssystems auftreten. Beispiele hier: die rheumatoide Arthritis (Rheuma), die Bechterew-Krankheit und ähnliche Krankheitsbilder (sogenannte seronegative Spondylarthropathien, SPA: mehr dazu im Kapitel "Bechterew & Co. im Beitrag „Schmerzen im Gesäß/Kreuz“). Aber auch spezielle Muskelschmerzen kommen infrage. Ursache kann beispielsweise ein entzündliches Muskelrheuma in Form einer Polymyalgia rheumatica sein. Diese Erkrankung tritt hauptsächlich nach dem 50. Lebensjahr auf und betrifft Frauen deutlich häufiger als Männer. Neben den Muskelschmerzen im Nacken-, Schulter- oder Hüftbereich kann es auch zu schmerzhaften Entzündungen an den Schultergelenken, an den Verbindungen zwischen Brustbein und Schlüsselbein sowie an den Handgelenken und zu damit verbundenen Schmerzen kommen.

Übertragungsschmerzen: Diese Art von Schmerzen spielen offenbar eine Rolle, wenn akute Rücken- oder Nackenschmerzen chronisch werden. Das beginnt unter anderem an sogenannten Triggerpunkten in verspannten und verhärteten Muskeln. In der Nähe liegen Schmerzempfänger (Nozizeptoren), die gewissermaßen auf Dauerbetrieb geschaltet sind und zur Ausbreitung des Schmerzes beitragen.

Von Übertragungsschmerzen ist allerdings auch die Rede, wenn zum Beispiel bei krankhaften Vorgängen in bestimmten Organen Schmerzen am Rücken, an der Schulter, in der Flanke oder im Nacken auftreten.

Psychisch bedingte Schmerzen: Nicht selten haben Nackenschmerzen auch eine psychische Ursache oder Teilursache. Starker Stress im Beruf oder auch in der Beziehung fördert Verspannungen und schlägt sich leicht auf den Nacken nieder.

Aber auch bei einer eigenständigen Krankheit wie dem Fibromyalgiesyndrom (siehe weiter unten) vermuten Ärzte zumindest anteilig psychische Auslöser. Letztlich verdichten sich hier wohl verschiedene Faktoren zu einem komplexen Krankheitsbild mit vielfältigen Schmerzpunkten am Körper und weiteren Symptomen. Welche das sind, darüber lesen Sie im Ratgeber Fibromyalgiesyndrom mehr.

Mechanisch ausgelöste Nackenschmerzen

Fast zwei Drittel der Bevölkerung hat besonders im mittleren Lebensalter erstmals nennenswert mit Nackenschmerzen zu tun, viele sogar mehrmals, manche mindestens einmal pro Woche. Der Ausdruck „Volkskrankheit am Hals“ ist also nicht übertrieben. Dabei kommt es oft auch zu einem mehr oder weniger steifen Nacken.

Funktionsstörungen, Verschleiß und Verletzungen stören die „Mechanik“ am Hals empfindlich. Die Schmerzen sind einseitig und manchmal bis in die Schulter zu spüren. Zugrunde liegen vor allem verspannte, in der Funktion gestörte Muskeln. Gewohnheitsmäßige Fehlhaltungen begünstigen diese mechanischen Beschwerden. Meist wird auch ein gewisser Verschleiß am „Gestell“ erstmals spürbar. Der Arzt stellt die Diagnose in der Regel klinisch, das heißt aufgrund der Krankengeschichte und des körperlichen Untersuchungsbefundes. Die Schmerzen klingen nach einfachen Maßnahmen (siehe Abschnitt „Therapie“ weiter unten) meistens wieder ab.

Mit dem Älterwerden summieren sich Haltungsprobleme, etwa durch jahrelange PC- oder Überkopftätigkeit (Malerarbeit), Muskelverspannungen sowie Verschleiß an Bandscheiben (Chondrose und Osteochondrose) und Wirbeln (Spondylose). Auf den einzelnen Etagen der Halswirbelsäule kann es zu Blockierungen der kleinen Gelenke zwischen den Wirbeln, den sogenannten Facettengelenken, kommen. Gerade nach Ruhephasen tritt dann häufig ein Steifigkeitsgefühl im Nacken auf. Die Facettengelenke können sich entzünden und Nackenschmerzen verursachen, die in Schulter und Arm ausstrahlen. Der Arzt nennt das pseudoradikulär. Dies bedeutet, dass die Beschwerden nicht von gereizten Nervenwurzeln am Rückenmark ausgehen (siehe unten, radikulär). Dennoch können sich auch Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle einstellen. Die Beschwerden neigen dazu, immer wieder aufzuflammen. Dann und wenn sie länger als drei Monate bestehen bleiben, werden sie als chronisch eingestuft. Das ist immerhin bei etwa zehn Prozent der Betroffenen der Fall.

Der Verschleiß kann hauptsächlich drei weitere Probleme nach sich ziehen:

  • Ein akutes oder chronisches Nacken-Arm- oder Schulter-Arm-Syndrom (auch Halswirbelsäulensyndrom, zervikobrachiales Syndrom oder zervikales Wurzelsyndrom genannt). Es verursacht einen „Nackenschuss“ (Zervikalgie oder Zervikobrachialgie), den Hexenschuss am Hals. Dieser kann relativ schnell wieder vergehen, manchmal aber auch für längere Zeit ein unangenehmer Begleiter bleiben (siehe Abschnitt zum zervikobrachialen Syndrom weiter unten).
  • Das Hals-Kopf-Syndrom (zervikozephales Syndrom). Dabei verursachen komplexe Veränderungen an der Halswirbelsäule Nackenschmerzen bis in den Hinterkopf, Durchblutungsstörungen im Kopf beziehungsweise sogenannte vegetativen Symptome. Diese können sich beispielsweise als Schwindel, Ohrensausen oder Augenflimmern äußern.
  • Das seltene Halsmark-Syndrom (zervikomedulläres Syndrom). Es geht mit unterschiedlich ausgeprägten Schädigungen bis hin zu Quetschungen des Rückenmarks im Halsbereich (Halsmark) einher. Zustande kommt es entweder dadurch, dass Bandscheibengewebe sich in der Mittellinie zum Wirbelkanal hin etwas vorwölbt (Protrusion) oder vorfällt (Fachbegriffe: Prolaps, Hernie) und das Halsmark bedrängt. Oder wenn Knochensporne an den Wirbeln den Wirbelkanal immer mehr einengen (Fachbegriff: zervikale Spinalkanalstenose). Es sind auch kombinierte Mechanismen möglich: „weich“ durch Bandscheibengewebe oder verdickte Bänder an der Wirbelsäule plus „hart“ durch angebauten Knochen. Je nachdem, was vorliegt, sind ganz verschiedene Symptome die Folge. Eine Quetschung führt zur mehr oder minder ausgeprägten Querschnittlähmung an Armen und Beinen. Sie ist ein Notfall und muss innerhalb weniger Stunden operativ behoben werden. Langsamer sich entwickelnde Schäden können zunächst Gefühls- und Funktionsstörungen der Hände verursachen, etwa beim Greifen, Schreiben und anderen feinmotorischen Bewegungen. Nach und nach können sie aber größere neurologische Probleme bereiten.

Die häufigste der drei Konstellationen ist sicher das zervikobrachiale Syndrom im Nacken-Arm- beziehungsweise Schulter-Arm-Bereich, alias „Hexenschuss am Hals“. Falls hier verlagertes Bandscheibengewebe der Auslöser ist, liegt dieses seitlich und bedrängt so die Nervenwurzeln. Es kommt also nicht zu einer Quetschung des Halsmarkes, wie weiter oben beschrieben. Bandscheibenvorfälle sind jedoch an der Halswirbelsäule viel seltener als an der Lendenwirbelsäule. Häufiger engen knöcherne Veränderungen der Wirbelsäule den Wirbelkanal seitlich ein. Die dabei entstehenden Symptome beruhen auf eingeklemmten Wurzeln (= radikulär) von Nerven. Diese Wurzeln treten seitlich im Wirbelkanal aus dem Rückenmark aus. Am Hals bilden sie die Reihe C 5 bis C 8. C steht für cervikal beziehungsweise zervikal und bezieht sich auf die entsprechenden Etagen oder Segmente des Halsmarks. Jeder zugehörige C-Nerv ist einem bestimmten Bereich an Schulter, Arm und Hand für Muskeln (Motorik) und Gefühlsempfindungen (Sensibilität) zuständig.

Symptome: Neben heftigen Nackenschmerzen mit erheblicher Muskelverspannung sind Schmerzausstrahlungen in Richtung Schulter und Arm möglich. Eventuell kommt es auch zu Muskelschwäche, Gefühlsstörungen und Kribbeln an bestimmten Stellen am Arm – von der Schulter bis zu einzelnen Fingerspitzen kann jede Etage betroffen sein. Die Beschwerden können zeitweise wieder vergehen und dann erneut, eventuell auch verstärkt auftreten. Manchmal stellen sie sich nach besonders intensiven Arbeitsphasen am Computer ein, nach ungewohnter Überkopfarbeit oder sonstigen übermäßigen – auch plötzlichen – Belastungen der Halswirbelsäule. Die Betroffenen versuchen mitunter, dem Schmerz durch bestimmte Kopfhaltungen, zum Beispiel eine Vor- und Seitneigung, auszuweichen (akuter Schiefhals“, nicht zu verwechseln mit der zervikalen Dystonie, siehe unten).

Sehr selten kommt ein sogenanntes Nacken-Zunge-Syndrom vor. Kennzeichnend sind hier anfallsartige Schmerzen am Hinterkopf und im Nacken bei plötzlichem Kopfdrehen. Dazu entsteht ein Gefühl, als ob eine Zungenhälfte eingeschlafen ist. Zugrunde liegt vermutlich eine Veränderung im Bereich des Kopfgelenkes, wodurch die Nervenwurzel C2 (zur Bedeutung des Buchstabens C siehe weiter oben) gereizt wird.

Schmerzen in der Nacht und eine Muskelschwäche im Schulter-Arm-Bereich sind zudem bei Reizzuständen und Entzündungen in der Umgebung des Schultergelenks möglich möglich (insbesondere, wenn man auf der entsprechenden Seite liegt).

Kurzfristige Taubheitsgefühle, die bald wieder abklingen, können eine Frage der Schlafposition sein.

Schleudertrauma

Wegen des großen Bewegungsspielraums der Halswirbelsäule spielen Beschleunigungsverletzungen hier eine große Rolle. Ein Beispiel dafür ist das Schleudertrauma. Sofern keine größeren Verletzungen, etwa von Wirbeln oder Bandscheiben, vorliegen, entspricht es sozusagen einer Zerrung an der Halswirbelsäule beziehungsweise Halsmuskeln. Die indirekt einwirkenden Kräfte, die den Kopf erst nach hinten und dann nach vorne werfen, sind zum Beispiel typisch für Auffahrunfälle.
Symptome: Stunden oder Tage nach dem Ereignis entwickeln bei einem (einfachen) Schleudertrauma meist sehr starke Nackenschmerzen, eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule (steifer Hals), Kopf- und Nackenschmerzen. Die Schmerzen können zum Beispiel in die Schulter oder Arme ausstrahlen. Bei Bewegungen können sie sich verstärken. Daher nehmen viele Patienten eine Ausweich- oder Schonhaltung ein (Schiefhals, siehe unten). Manche Betroffenen verspüren in der akuten Phase Übelkeit und Schwindel. Dieser hält manchmal noch längere Zeit an.

Falls keine weiteren Verletzungen vorliegen, sind die Beschwerden für den Arzt jedoch selten objektivierbar. Etwa ein Fünftel der Betroffenen hat nach einem Jahr immer noch Probleme mit dem Hals, meistens wegen Muskelverspannungen. Verschleiß kann, muss aber nicht – als Verletzungsfolge – früher einsetzen oder sich verstärken. Umgekehrt können Verletzungen bestehende Verschleißprobleme verschärfen, sodass es beispielsweise in der Folge zu einem Nacken-Arm-Syndrom (siehe oben) kommt. Oft ist es unmöglich, Ursache und Wirkung voneinander zu trennen. Studien haben gezeigt, dass zum Beispiel Betroffene, die ausreichend von der Harmlosigkeit des Beschwerdebildes informiert wurden und sich schnelle Besserung versprachen, sich tatsächlich früher erholten als jene, die in der Folge mit chronischen Schmerzen rechneten.

Schiefhals (Torticollis)

Der akute schmerzhafte Schiefhals kann eine Extremform der Muskelverspannung am Nacken sein. Bei Erwachsenen kann er zum Beispiel ganz plötzlich durch eine Fehlbeanspruchung oder „Zug“ entstehen (siehe oben). Auch Seh-, Hör- oder Gleichgewichtsprobleme können zu einer verdrehten oder schiefen Kopfhaltung führen. Auf Dauer sind dann ebenfalls verspannungsbedingt Schmerzen möglich. Daneben kommen verschiedene Erkrankungen und Verletzungen im Halsbereich (Halswirbelsäule, Halsweichteile) infrage.

Zeichnet sich bei einem akuten Schiefhals unklarer Ursache nach drei Tagen keine Besserung ab, sollte dringend ein Arzt hinzugezogen werden.

Weitere mögliche Ursachen sind Krankheiten oder Stöungen des Gehirns. In diese Kategorie gehören zum Beispiel sogenannte fokale zervikale Dystonien, früher Torticollis spasmodicus genannt. Dystonien sind seltene neurologische Krankheitsbilder. Fokale Dystonien bezeichnen Bewegungs- und Haltungsstörungen eines Körperbereiches, hier am Hals (zervikal). Bei einem Teil der Dystonien ist ide Urssche unbekannt (Fachbegriff: idiopathisch oder primär). In dieser Gruppe ist die zervikale Form die häufigste Ausprägung. Sie zeigt sich erstmals im mittleren Erwachsenenalter, meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Zu Beginn kommt es häufiger zu starken Muskelverspannungsschmerzen. Die Bewegungsstörung entsteht dadurch, dass Muskeln sich unwillkürlich wiederholt und langsam zusammenziehen. Manchmal treten aber auch rascher wechselnde Muskelaktionen, sogenannte Myoklonien oder Zuckungen, auf. Auch Zittern gehört häufiger zu den Begleitsymptomen. Bei den oft sehr abnorm anmutenden Bewegungen des Halses/Kopfes gibt es beispielsweise solche mit einer Dreh-, einer Rückwärts (Retro-) und einer Seitwärtskomponente. Das Krankheitsbild wird als vergleichsweise „gutartig“ eingeschätzt. Der Neurologe kann es nach Diagnosestellung häufig mit örtlichen Injektionen von Botulinum-Toxin behandeln.

Nicht mechanisch ausgelöste Nackenschmerzen

Hier kommen zahllose Ursachen infrage, die das Bewegungssystem (mit)betreffen. Dabei geht es um Erkrankungen innerer Organe, des Skelettsystems, Infektionen und vieles mehr.

Die entsprechenden Krankheitsbilder reichen von Rheuma oder Knochenkrankheiten wie der Paget-Erkrankung (sogenannte Osteosklerose), stoffwechselbedingten Erkrankungen des Skeletts und Muskelkrankheiten über bakterielle Entzündungen der Bandscheiben oder Wirbel bis zu bösartigen Veränderungen. In der Regel reihen sich die Nackenschmerzen dann in eine Kette mit ernsthafteren Symptomen ein, etwa deutliche Schmerzen am Rücken, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, Beschwerden an anderen Gelenken, sichtbare Veränderungen wie Skelettverformungen, auch durch spontane Brüche, Schwellungen, Muskelschmerzen.

Übertragungs-Schmerzen am Nacken

Übertragungs- oder fortgeleitete Schmerzen entstehen nicht dort, wo sie empfunden werden, sondern an anderer Stelle im Körper.

Das noch nicht genau erforschte Phänomen spielt offenbar zusammen mit anderen Faktoren eine Rolle, wenn zum Beispiel akute Rücken- oder Nackenschmerzen chronisch werden. In verspannten und verkürzten Muskeln bilden sich sogenannte Triggerpunkte. Sie senden Signale an nahe gelegene Schmerzempfänger (Nozizeptoren). Diese können auf verschiedenste Reize reagieren, auch solche, die von der Haut oder dem Bindegewebe ausgehen. Bleiben die Schmerzempfänger durch die anhaltende Reize ständig „auf Sendung“, bleibt auch der Schmerz aktiv. Schmerzsignale können dann auch auf entfernte Schmerzempfänger überspringen oder sogar das zentrale Nervensystem erreichen, dadurch einen größeren Kreis ziehen und sich festsetzen.

Ein Übertragungs-Schmerz stammt manchmal auch aus erkrankten inneren Organen. Es wird in diesem Zusammenhang auch von fortgeleiteten oder ausstrahlenden Schmerzen gesprochen. So treten beispielsweise bei einem Herzinfarkt nicht selten Schmerzen zwischen den Schulterblättern bis nach oben zum Nacken auf. Natürlich kommt es in diesem Fall meist zu weiteren Symptomen wie Schmerzen in der Brust (Leitsymptom!), Blässe, Unruhe, Schweißausbruch, Übelkeit, Kreislaufschwäche, eventuell auch zu einem Schock. Manchmal wirkt der oder die Betroffene aber kaum beeinträchtigt. Dann können die Rücken- und Nackenschmerzen auf eine falsche Spur führen. Ein Hinweis in die richtige Richtung kann beispielsweise sein, dass solche Schmerzfortleitungen nicht von Bewegungen der Wirbelsäule abhängig sind.

Psychische Ursachen von Nackenschmerzen

Nacken-, Rücken- und Kreuzschmerzen wurzeln auch oft in der Psyche, oder die Psyche greift irgendwann in das Schmerzgeschehen ein.

Dann können sich die Schmerzen verändern, manchmal auch im Körper oder Kopf festsetzen. Dass seelische beziehungsweise sogenannte psychosoziale Faktoren, also Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren, maßgeblich mit darüber entscheiden, ob ein Rücken- oder Nackenschmerz überwunden oder chronisch wird, ist seit langem bekannt und anerkannt. Das soll nicht heißen, dass dem immer bewusste Gedanken und Reaktionen zugrunde liegen. Bei psychischen Erkrankungen nämlich, etwa bei Depressionen, können Schmerzen am Bewegungsapparat sogar das einzige Symptom sein, während die psychischen Störungen selbst kaum wahrgenommen werden.

Sodann gibt es beispielsweise psychisch bedingte oder mitverursachte (psychogene) Weichgewebeschmerzen. Es sind subjektiv sehr stark erlebte Schmerzen im Bereich von Sehnen, Muskeln, Nerven (Neuralgien) und Bindegewebe. Krankhafte Veränderungen des Bewegungssystems sind zwar oft vorhanden, erklären aber nicht unbedingt das Ausmaß der emotional verstärkten Beschwerden. Auch hier spielen psychosoziale Faktoren oft eine wichtige Rolle.

Fibromyalgie

Auch bei der Fibromyalgie, einem Krankheitsbild mit wechselhaften Muskel- und Gliederschmerzen, gibt es komplexe Interaktionen zwischen Körper und Seele. Die Betroffenen leiden zudem unter vielfältigen anderen körperlichen wie auch psychischen Symptomen, zum Beispiel nicht erholsamer Schlaf, Müdigkeit, Erschöpfung. Auch über Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit oder Schwellungen von Händen, Füßen und im Gesicht klagen Betroffene häufiger. Eine Depression kann als weitere Erkrankung hinzutreten.

Die Ursache ist unbekannt. Diskutiert werden Zusammenhänge mit einer genetischen Veranlagung (das Fibromyalgiesyndrom kommt häufig in Familien vor), eine gestörte Schmerzverarbeitung und veränderte Schmerzwahrnehmung, hormonelle Störungen, eine Störung in bestimmten Hirnbereichen wie Hypothalamus und Hirnanhangsdrüse oder verschiedener Hormonsysteme und Nervenbotenstoffe, psychische Faktoren sowie psychosozialer Stress, eventuell auch Veränderungen im Immunsystem. Manchmal entwickelt sich eine Fibromyalgie im Anschluss an eine andere Erkrankung, beispielsweise eine körperliche Verletzung oder ein seelisches Trauma, eine Operation oder eine orthopädische Erkrankung.


Diagnose

Grundsätzlich zuständig ist zunächst einmal der Hausarzt oder Orthopäde. Wenn nötig, werden Ärzte anderer Fachrichtungen hinzugezogen, etwa ein Neurologe, Internist / Rheumatologe / Endokrinologie (Facharzt für innere Erkrankungen / rheumatische Erkrankungen einschließlich Muskelerkrankungen / hormonelle Störungen), Psychiater oder Psychotherapeut.

Unkomplizierte Nackenschmerzen mit vorwiegender Muskelverspannung diagnostiziert der Arzt klinisch. Das heißt, dass ihm das Beschwerdebild, die Krankengeschichte und der körperliche Befund bei fehlenden weiteren Symptomen vorerst als Hinweise genügen. Bei der körperlichen Untersuchung stehen der Körperbau, die Beweglichkeit des Kopfes, Halses, der Schultern, Arme und der übrigen Gelenke im Mittelpunkt. Der Arzt beurteilt den Spannungszustand der Muskeln, die Muskelkraft, die Muskelreflexe, die Berührungsempfindlichkeit. Er prüft außerdem, ob die Wirbelsäule beim Beklopfen irgendwo schmerzt oder ob sich spezielle, schmerzauslösende Körperstellen finden lassen.

Bei Auffälligkeiten oder Komplikationen und je nach Ausprägung der dann vorhandenen Symptome werden mehr oder weniger dringlich weitere Schritte notwendig sein.
Dies gilt vor allem bei:

  • zunehmenden oder von Anfang an sehr starken Schmerzen,
  • weiteren dringlichen behandlungsbedürftigen Situationen wie Muskelschwäche, Gefühlsstörungen, Schwindel, Sehstörungen und andere neurologische Symptome
  • Notfällen wie Lähmungen, Bewusstseinsstörungen, hohes Fieber, Krämpfe,
  • Verletzungen

Die weiterführende Diagnostik umfasst dann bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, eine Computertomografie oder Magnetresonanztomografie zur Darstellung der (Hals-)Wirbelsäule, gegebenenfalls auch des Halses oder Kopfes, Blutuntersuchungen, kardiologische Verfahren, darunter eine Elektrokardiografie (EKG), Untersuchungen beim Neurologen. Zuständig für die Diagnose und Therapie kann letztendlich auch ein Psychiater sein, sodann ein Onkologe, also ein Krebsspezialist oder auch ein Hals-Nasen-Ohrenarzt. Geht es um eine Operation an der Wirbelsäule, fällt diese Aufgabe, abhängig von der individuellen Situation, einem Neurochirurgen, orthopädischen Chirurgen oder Unfallchirurgen zu.

Bei der Fibromyalgie fehlen objektivierbare Zeichen insgesamt. Daher ist die Diagnose nicht einfach zu stellen und bedarf des Experten. Das zuständige Fachgebiet wäre hier zum Beispiel die psychosomatische Medizin. Angesichts der Symptomenvielfalt sind aber zunächst meist Fachärzte für Innere Medizin, Orthopädie und Neurologie gefragt, um andere Krankheiten auszuschließen.

Dies gilt ebenso für die psychisch bedingten oder mitverursachten Weichgewebeschmerzen.


Therapie

Verspannungsbedingte Nackenschmerzen klingen meist von alleine nach wenigen Tagen bis Wochen wieder ab. Ein kurze Zeit eingenommenes einfaches Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol, Diclofenac oder Ibuprofen oder Auflegen von Kälte- oder Wärmepackungen können die Genesung beschleunigen. Entzündungshemmende Arzneimittel setzt der Arzt ein, wenn er eine entzündliche Komponente der Beschwerden feststellt.

Eventuell verordnet er physikalische Anwendungen wie Strom- oder Ultraschallbehandlungen. Sie fördern die Durchblutung und Stoffwechselprozesse im Gewebe, können entkrampfend wirken und zur Schmerzlinderung beitragen.

Von Halskrawatten, etwa nach einem einfachen Schleudertrauma, ist man weitgehend abgekommen, da stillgelegte Muskeln nur weiter geschwächt werden.

Physiotherapie wird der Arzt nur in bestimmten Situationen verordnen. Massagen können verspannte Muskeln im Nacken, am Schultergürtel und Rücken lockern. Schwachpunkte an der Wirbelsäule werden durch die passenden Übungen sanft, aber gezielt gestärkt. Am Hals sind das die tragenden und bewegenden Funktionen. Verspannte Muskeln sind verkürzt und müssen daher gedehnt werden. Dann sind sie bald auch wieder beweglicher. Die Übungsbehandlung ist zum Beispiel bei Krankheitsbildern, die in die Gruppe der Spondylarthropathien gehören wie etwa die Bechterew-Erkrankung sehr wichtig. Nebenbei kann man außerdem lernen, die Haltung zu optimieren.

Chirotherapie oder „Manuelle Medizin“ findet im Halsbereich äußerst zurückhaltend Anwendung. Vorher müssen auf jeden Fall kritische Veränderungen an der Wirbelsäule ausgeschlossen werden. Man sollte also immer nur den kundigen Arzt oder den Physiotherapeuten nach ärztlicher Verordnung an den Hals heranlassen. Ein sinnvolles Einsatzgebiet für sogenannte Traktions- oder Zugbehandlungen ist der „akute Schiefhals“.

Zudem gibt es Entspannungsverfahren. Biofeedback ermöglicht es, den Spannungszustand von Muskeln und die Hauttemperatur zu messen und die Daten zur Erfolgskontrolle beim bewussten Entspannen einzusetzen. Gelockerte Muskeln werden besser durchblutet, was Schmerzen lindern hilft. Diese Verfahren finden oft im Rahmen sogenannter multimodaler Therapien Anwendung, die bei chronischen Rückenschmerzen eine wichtige Rolle spielen. Multimodal bedeutet, dass verschiedenste Therapierichtungen sich zu einem individuell abgestimmten Konzept schließen. Dabei stehen psychosoziale Behandlungsansätze im Vordergrund. Bei einer Depression zum Beispiel können aber zusätzlich Antidepressiva notwenig sein.

Bevor – außerhalb von Notfällen – ein operativer Eingriff an der Halswirbelsäule erwogen wird, stehen dem Arzt weniger belastende Eingriffsmöglichkeiten wie verschiedene Schmerz- und Gelenkblockaden zur Verfügung. Manchmal ist aber eine Operation tatsächlich der bessere oder einzige Weg. LIegt den Nackenschmerzen eine andere Erkrankung zugrunde, so behandelt der Arzt diese gezielt.


Praktische Tipps für einen entspannteren Nacken

  • Finden Sie innerlich Abstand zum „kranken“ Nacken, nehmen Sie ihn an und richten Sie den Blick zuversichtlich nach vorne.
  • Wärmeanwendungen, etwa mithilfe von Rotlicht, durchblutungsfördernden Salben oder Wärme-Pflastern (Wirkstoffe sind beispielsweise Nonivamid, Cayenne-Pfeffer; Beratung in der Apotheke empfehlenswert) können unter anderem bei schmerzhaften Muskelverspannungen und -zerrungen hilfreich sein. Fragen Sie dazu auch Ihren Arzt und Apotheker.
  • Vermeiden Sie Überlastungen, aber auch übertriebene Schonung wie etwa Bettruhe.
  • Beginnen Sie langsam mit leichten Übung zur Muskeldehnung, die Sie dann regelmäßig fortführen und steigern.
  • Korrigieren Sie gegebenenfalls Ihre Haltung unter Anleitung eines/r Physiotherapeuten/in und lernen Sie, wie Sie Ihren Hals entspannen können.
  • Stress sollten Sie so gut wie möglich meiden oder abbauen.
  • Arbeiten Sie in einer wirbelsäulenfreundlichen Sitzposition (ergonomischer Arbeitsplatz, regelmäßige Pausen nicht vergessen).
  • Meiden Sie Zugluft und Feuchtigkeit .
  • Wählen Sie eine optimale Matratze, und sorgen Sie eventuell auch für einen flachen Ausgleich der Nackenwölbung.
  • Einen Sehfehler sollten Sie korrigieren.


Weitere ausführliche Informationen zu Ursachen, Diagnostik und Therapie von Nackenschmerzen finden Sie außerdem im Beitrag Rückenschmerzen in den Kapiteln „Andere Ursachen:spezifisch“, „Therapie: spezifisch“ und „Selbsthilfe“.

 


Fachliteratur:

Grifka J,  Kuster M (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie, 1. Aufl. 2011, Springer

Diagnostik und Therapie des akuten Zervikalsyndroms, MMW Fortschr. Med. 37, Nr. 22 / 2002 (144. Jahrg.)

Mengel, MB, Schwiebert LP, Familiy Medicine, 5. Auflage, London McGrawHill Medical Lange, 2009

Robert-Koch-Institut, Berlin (Hrsg.): Rückenschmerzen, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 53, Dez. 2012

Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Schmerztherapie (DIVS): Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms, Leitlinie Nr. 041/004, 2012. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/041-004l_S3_Fibromyalgiesyndrom_2012-04_01.pdf (abgerufen am 16.10.2013)

Leitlinien für DIagnostik und Therapiein der Neurologie. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Dystonie, in: Extrapyramidalmotorische Störungen, Leitlinie Nr. 030/039, 2012. Online: http://www.dgn.org/component/content/article/45-leitlinien-der-dgn-2012/2389-ll-11-2012-dystonie.html?q=zervikale+dystonie (Abgerufen am 16.10.2013)


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Wie kommt es zu einem steifen Hals?

Was kann die Halswirbel blockieren und einen steifen Hals verursachen?

Blockierungen der Halswirbelsäule haben sehr viele Ursachen. Akut können sie zum Beispiel nach einem Beschleunigungstrauma (früher auch als Schleudertrauma nach einem Auffahrunfall bezeichnet) oder aber nach längerer Fehlbelastung sowie nach „Zugluft“ auftreten. Ursache für chronische Blockierungen sind Fehlhaltungen oder Fehlstellungen der Wirbelsäule (etwa durch eine bestehende Skoliose oder beruflich wie auch sportlich bedingt) und Verschleißerkrankungen. Vor allem akute Blockierungen können durch Wärme und manuelle Therapie (Wiederherstellen der normalen Bewegungsausmaße von Gelenken) gelöst werden. Eine Alternative ist das Einspritzen örtlich wirkender Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) in die schmerzenden Muskeln rund um die Halswirbelsäule. Auch neurologische Erkrankungen, Probleme im Hals-Nasen-Ohren-Bereich sowie innere Krankheiten können Ursachen von Blockierungen sein. Danach ist zu suchen, wenn die übliche Behandlung keinerlei Erfolg bringt.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Kann auch die Halswirbelsäule an Schwindel schuld sein?

Wenn gelegentliche Schwindelanfälle auftreten oder die Schulter schmerzt und die Finger kribbeln, kann durchaus die Halswirbelsäule dafür verantwortlich sein (siehe oben im Text). Ursache ist ein sogenannter Engpass, der die Nerven „malträtiert“. Allerdings können auch eingeengte Durchgänge zwischen Muskeln (Muskellücken neben der Halswirbelsäule, in denen die Nerven verlaufen), solche Beschwerden hervorrufen. Die klinische Untersuchung zeigt, ob Blockierungen im Bereich der Halswirbelsäule vorhanden sind. Schmerzhafte Druckpunkte im Verlauf der Nerven können auf Engpässe hinweisen. Das Röntgenbild der Halswirbelsäule macht knöcherne Einengungen in diesem Bereich sichtbar. Noch genauer kann das mit einer MRT (Magnetresonanztomografie) oder einer CT (Computertomografie) abgeklärt werden. Wenn das Kribbeln oder die Taubheitsgefühle bereits mehrere Tage anhalten, sollte das unbedingt von einem Neurologen untersucht werden, öfter auftretender Schwindel durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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Was hilft beim Halswirbelsäulensyndrom?

Gute Mittel zur Behandlung des Halswirbelsäulen- oder Zervikalsyndroms (siehe vorhergehende Frage) sind Massagen und Chirotherapie. Dadurch können die Muskeln gelockert und Blockierungen der Halswirbelsäule gelöst werden. Risiken bestehen nur bei einem Bandscheibenvorfall, der sich jedoch mit einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder einer Computertomografie (CT) vorher ausschließen lässt.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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Wie kommt es zum Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule?

Weshalb ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule auftritt, ist nicht bekannt. Es gibt auch keine bekannten sicheren Methoden, diese Erkrankung zu vermeiden.

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth

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Ist nach Bandscheibenoperation am Hals eine Halskrawatte nötig?

Nach einer Bandscheibenoperation ohne Bandscheibenersatz oder Versteifung ist es nicht unbedingt nötig, eine Halskrawatte zu tragen. Ein spezielles Training zur Stabilisierung wird nicht empfohlen. Allgemein wird eine stabilisierende Krankengymnastik durchgeführt, bei der die Halsmuskulatur trainiert wird. Das ist immer noch der beste Schutz für die Wirbelsäule.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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Bildnachweis: Thinkstock/Goodshot, W&B/Privat, Jupiter Images GmbH/French Photographers Only

www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 16.10.2013, erstellt am 05.06.2009
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