computergesteuertes Röntgenschichtverfahren. Die ein Strahlenbündel aussendende Röntgenröhre rotiert bei der modernen Spiralcomputertomografie um den Patienten, während der Untersuchungstisch kontinuierlich vorgeschoben wird. Die gegenüberliegenden Detektoren messen, wie stark die Strahlung vom Körper abgefangen wird. Die Vorschubsgeschwindigkeit des Untersuchungstisches, d. h. die Dicke der entstehenden Spiralwindungen, entscheidet über die Detailgenauigkeit der Aufnahmen. Es entstehen etwa 100 000 Messwerte, aus denen vom Computer eine Ortsverteilung der Schwächungswerte errechnet und in ein Fernsehbild (Computertomogramm) umgesetzt wird.
Im Allgemeinen werden Strukturen, die wenig Röntgenstrahlen durchlassen (z. B. Knochen), weiß, solche, die viel Röntgenstrahlen durchlassen (z. B. Luft), schwarz dargestellt; alle anderen liegen als Grautöne dazwischen. Bei bestimmten Fragestellungen kann durch Gabe von Röntgenkontrastmittel die Aussagekraft der Untersuchung erhöht werden; diese Strukturen erscheinen ebenfalls weiß.
Die Computertomografie hat in der Röntgendiagnostik viele invasive Verfahren verdrängt. Ihre Vorteile gegenüber konventionellen Röntgendarstellungen liegen in der höheren Bildauflösung, der besseren Darstellung von Weichgeweben und der besseren räumlichen Zuordnungsmöglichkeit von Veränderungen anhand der Schichtaufnahmen. Dafür ist die Strahlenbelastung eines Thorax-CT etwa 40-mal höher als die einer Röntgenaufnahme, sodass aus strahlenhygienischen Gründen die Indikation zur Computertomografie streng gestellt werden muss. Sie dient v. a. zur Diagnostik von Erkrankungen des Gehirns (z. B. Hirnblutungen, Hirntumoren) und Veränderungen im Bereich des Oberkörpers (Thorax), Bauches (Abdomen), Bewegungsapparates und Skeletts sowie zum Tumornachweis in allen Körperabschnitten.
Die häufigsten Untersuchungen sind Schädel-CT (CCT), Hals-CT, Oberkörper-CT (Thorax-CT), Bauch-CT (Abdomen-CT) und Becken-CT. Außerdem sind Darstellungen aller Gliedmaßen möglich.
Am Herzen (Kardio-CT) können verkalkte Plaques an den Herzkranzgefäßen dargestellt werden. Eine Computeranalyse ermöglicht es, das Ausmaß der Verkalkungen zu berechnen und damit ein direktes Maß für die Plaquebelastung der Herzkranzgefäße zu gewinnen. Im Rahmen der gleichen Untersuchung kann ein Kontrastmittel verabreicht werden, um dadurch auch die durchbluteten Areale der Herzkranzgefäße in Relation zur Gefäßwand darzustellen (CT-Koronarografie).
Durchführung: Eine besondere Vorbereitung oder Nachbeobachtung des zu Untersuchenden ist nicht notwendig. Der Patient liegt auf einem Tisch, der automatisch durch die ca. 50 cm tiefe Röhre hindurchgeschoben wird. Während der Untersuchung, die nur wenige Minuten dauert, muss er ruhig liegen. Eine Computertomografie kann auch ambulant durchgeführt werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.04.2011
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