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Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine Krankheit, die meist den Darm betrifft und dort zu einer chronischen Entzündung führt. Symptome wie anhaltender Durchfall und Bauchschmerzen weisen darauf hin


Morbus Crohn tritt am häufigsten im letzten Dünndarm- sowie im ersten Dickdarmabschnitt auf. Durch eine Entzündung wird die Darmschleimhaut verletzt

Was ist Morbus Crohn?

Morbus Crohn zählt wie die Colitis ulcerosa zu den chronisch entzündlichen Darmkrankheiten. Die Crohn-Krankheit kann prinzipiell in jedem Abschnitt des Verdauungstrakts auftauchen – vom Mund bis zum After. Meist ist jedoch das Ende des Dünndarms (Ileum) oder der obere Abschnitt des Dickdarms (Kolon) betroffen. Mediziner sprechen zum Beispiel von einem „Morbus Crohn mit Ileozökalbefall“ wenn der letzte Abschnitt des Dünndarms und gleichzeitig der Blinddarm (Zökum) betroffen sind. Eine „Colitis Crohn“ liegt vor, wenn sich Teile des Dickdarms oder das gesamte Kolon entzündet haben.

Bei Morbus Crohn kann sich – im Gegensatz zur Colitis ulcerosa – nicht nur die Darmschleimhaut oberflächlich entzünden, sondern es sind teils auch tiefere Schichten der Darmwand erkrankt. Welche Ursachen dazu führen, konnten Wissenschaftler bislang noch nicht genau klären. Da die Krankheit jedoch in Familien gehäuft vorkommt, spielt eine genetische Veranlagung wohl eine Rolle. Nach heutiger Kenntnis führen einzelne Krankheitsgene dazu, dass Morbus Crohn häufiger auftritt. Daneben begünstigen Umweltfaktoren die Krankheit: Raucher haben zum Beispiel ein höheres Risiko. Psychische Belastungen lösen den Morbus Crohn nicht aus, können aber den Verlauf ungünstig beeinflussen. Kommen verschiedene Faktoren zusammen, scheint sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper zu richten und im Darm eine dauerhafte Entzündung hervorzurufen. "Falsche" Ernährung ist dagegen weder für das Entstehen der Darmkrankheit noch für die Schübe verantwortlich.



Unser Experte: Professor Dr. Jörg Hoffmann, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Diabetologie, Rheumatologie und Palliativmedizin

Die Erkrankung macht sich vorwiegend in jungen Jahren bemerkbar. So liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Grundsätzlich kann Morbus Crohn aber auch erst bei älteren Menschen auftreten. Die Darmkrankheit verläuft in Schüben – es gibt also Zeiten, in denen sie Beschwerden bereitet, und Zeiten, die symptomfrei verlaufen.

Wie sehen die Symptome aus?

Zu den typischen Symptomen, die auf Morbus Crohn hinweisen, zählen Durchfall, der über viele Wochen anhält, und Bauchschmerzen. Patienten beschreiben diese oft als krampfartig, die Schmerzen treten vermehrt im rechten Unterbauch auf. Auch ein ungewollter Gewichtsverlust zählt zu den Anzeichen. Die Symptome variieren jedoch von Mensch zu Mensch und hängen unter anderem davon ab, welchen Abschnitt des Verdauungstrakts die Krankheit betrifft. Zudem ähneln die Beschwerden denen der Colitis ulcerosa. Entzündungen außerhalb des Darmes, zum Beispiel Gelenkschmerzen (sogenannte extraintestinale Manifestationen), treten auch häufig auf und können manchmal das erste Symptom darstellen.

Die Diagnose zu stellen, fällt oft nicht leicht. Der Arzt nimmt dafür verschiedene Untersuchungen vor. Er bestimmt zum Beispiel Entzündungsstoffe im Blut, untersucht den Bauch mit einem Ultraschallgerät, führt eine Darmspiegelung durch und entnimmt Gewebeproben.

Wie lässt sich Morbus Crohn behandeln?

Die Therapie zielt in erster Linie darauf ab, den Entzündungsprozess zu unterbinden. Während eines akuten Krankheitsschubs kommen Medikamente wie Kortison oder spezielle Entzündungshemmer zum Einsatz. Treten wiederholt Schübe auf, muss der Patient meist spezielle Arzneimittel dauerhaft einnehmen, um einen erneuten Schub zu verhindern. Auch die Ernährung spielt eine Rolle, besonders bei Kindern und bei Untergewicht. Viele Patienten vertragen zum Beispiel keine ballaststoffreichen Lebensmittel, da sie blähen. Leiden Menschen mit Morbus Crohn länger unter Durchfall, können sie wichtige Nährstoffe und Vitamine nicht mehr aufnehmen. Diese müssen dann gezielt zugeführt werden. Manchen Erkrankten bleibt zudem eine Operation nicht erspart. Insbesondere dann, wenn Morbus Crohn zu negativen Begleiterscheinungen wie Fisteln (mehr dazu im Kapitel Symptome) oder gar einem Darmverschluss führt.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Ulrike Möhle
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www.apotheken-umschau.de; 23.05.2011, aktualisiert am 27.06.2013
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Ulrike Möhle

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