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Blut im Urin (Hämaturie)

Ist der Harn rötlich verfärbt, heißt es aufmerksam werden. Blut im Urin muss immer ein Arzt abklären. Die Ursachen liegen oft bei Harnwegen, Nieren oder Prostata


Urinprobe mit Teststreifen: Eine veränderte Urinfarbe kann harmlose, aber auch krankhafte Ursachen haben

Wie kommt das Blut in den Urin?

Beunruhigend ist es immer, wenn der Urin plötzlich nicht mehr gelb, sondern rot kommt. Doch manchmal ist der Grund schnell gefunden, der Rote-Beete-Salat zum Mittagessen, der Nachtisch mit dem Heidelbeerkompott. Es gibt Speisen, die färben nicht nur die Zunge rot oder blau, sie hinterlassen auch vorübergehend Farbspuren im Harn. Das hat nichts mit Blutbeimengungen zu tun. Ein, zwei Toilettengänge später hat der Urin dann wieder seine normale Farbe. Die reicht von hell- bis dunkelgelb. Auch einige Medikamente können die Harnfarbe verändern.

Blut im Urin dagegen bedeutet, dass sich vermehrt rote Blutkörperchen in der Ausscheidungsflüssigkeit befinden. Mediziner sprechen von Hämaturie. Der Urin nimmt dann einen rötlichen Ton an, der von fleischfarben, rosa oder hellrot bis kräftig rot gehen kann. Blutiger Harn hat sehr häufig krankhafte Ursachen. Manchmal bleibt allerdings der Grund für die Hämaturie trotz eingehender Untersuchungen unklar.

Die Mehrzahl der festgestellten Ursachen ist gutartig. Verfallen Sie daher nicht in Panik, wenn Sie bemerken, dass der Urin verändert aussieht, etwa rötlich verfärbt ist oder Blutspuren aufweist. Ziehen Sie aber den Arzt hinzu, um nötige Untersuchungen zeitnah in Angriff zu nehmen. Meist gibt es hinterher Entwarnung.



Grafik 1: Sie zeigt, wie die Niere aufgebaut ist und wie der Urin über den Harnleiter in Blase und Harnröhre gelangt. Ein Klick auf die Lupe links oben öffnet das ganze Bild

Der Urin oder Harn ist das Filterprodukt aus den Nieren. Diese reinigen fortwährend das durch sie hindurchfließende Blut. Dazu pressen sie ihm wie ein Filter Stoffwechselprodukte, Schadstoffe, Salze und Wasser ab. Blutzellen und Eiweiße verbleiben normalerweise im Blut. Ein Großteil des für den Körper notwendigen Wassers und der benötigten Salze kehrt ebenfalls wieder in den Kreislauf zurück. Das restliche Konzentrat, der Urin, fließt aus dem Nierenbecken in den Harnleiter und die Harnblase. Von dort aus wird er nach Bedarf über die Harnröhre nach außen abgegeben und so entsorgt (siehe Grafik).

Kommt es an den "Filterstationen" in der Nierenrinde zu Störungen, können vermehrt rote Blutkörperchen in den Urin gelangen. Nierenerkrankungen sind hier mögliche Auslöser. Auch feinste Verletzungen der Schleimhaut im unteren Harntrakt durch mechanische Reize, etwa Erschütterungen beim Leistungssport (Marathonläufer), oder eine vermehrte Gefäßdurchlässigkeit bei körperlichem Stress können dazu führen, dass Blutkörperchen in den Urin übertreten (siehe unten).

Ebenso führen in den Harnleitern und in der Harnblase mitunter Entzündungen, Verletzungen oder Gewebswucherungen zu Blutungen, die sichtbare Spuren im Urin hinterlassen. Der Fachbegriff für deutlich zu erkennende Veränderungen ist Makrohämaturie.

Manchmal sind die Blutanteile im Urin auch so geringfügig, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind (Fachbegriff: Mikrohämaturie). Der Arzt entdeckt die roten Blutkörperchen dann oft nur bei Urinuntersuchungen im Labor, etwa im Rahmen einer Routinekontrolle (siehe mehr dazu im Beitrag "Urinuntersuchungen").

Wo liegen die Ursachen für blutigen Harn?

Als Ursachen für blutigen Urin kommen vor allem Erkrankungen der Niere und der Harnwege infrage, bei Männern zudem Prostataveränderungen, bei Frauen mitunter auch Gewebswucherungen im Gebärmutterbereich (Endometriose). Eine weitere auslösende Rolle können Blutgerinnungsstörungen, gerinnungshemmende Medikamente sowie bestimmte Infektionskrankheiten spielen. Verantwortlich sind mitunter Stoffwechselstörungen wie Diabetes und einige seltene Systemerkrankungen wie die Granulomatose mit Polyangiitis (früher: Wegener Granulomatose genannt; siehe weiter unten "Überblick über mögliche Ursachen von Blut im Urin").

Durch Verletzungen im Bereich von Niere und Harnwegen entstehen Wunden und Risse, die neben Schmerzen zu blutigem Urin und Blasenentleerungsstörungen führen können. Auch Fremdkörper, die in die Harnröhre gelangen, bereiten Schmerzen, Blutabgänge und möglicherweise einen Harnstau. Dauerkatheter begünstigen ebenfalls Reizungen und Entzündungen der Harnwege. Nach einer Katheterentfernung treten manchmal Nachblutungen auf, die oft kaum oder keine Schmerzen verursachen.

Es kann allerdings auch passieren, dass gesunde Menschen, die sich extrem körperlich anstrengen, sichtbares Blut mit dem Urin ausscheiden, zum Beispiel Jogger oder Marathonläufer. Deshalb nennen Fachleute diese Form von leicht blutigem Urin auch "Jogger-Hämaturie" oder "Sport-Hämaturie". Häufiger noch kommt es hier aber wohl vor, dass sich nur wenige rote Blutkörperchen im Urin befinden (Mikrohämaturie). Das fällt normalerweise gar nicht auf, sondern wird meist nur bei einer gezielten Untersuchung entdeckt, die der Arzt aus einem anderen Grund veranlasst hat. Auch ein Selbsttest mit Teststreifen kann ein auffallendes Ergebnis anzeigen. Manchmal sind auch Spuren von Eiweiß mit dabei. In der Regel verschwindet der hier harmlose Befund nach ein bis zwei, höchstens 72 Stunden wieder.

Frauen bemerken manchmal während der Periodenblutung auch Blutbeimengungen im Urin. Das kann mitunter, aber nicht immer, krankhafte Ursachen haben (siehe unten, Abschnitt "Spezielle Ursachen bei Frauen"). In der Regel sind dann gesonderte Harnuntersuchungen notwendig. Denn der Arzt kann in diesem Fall die normalerweise aus dem Mittelstrahlurin (der zweiten Urinportion) gewonnenen Proben nicht verwerten.


Roter Urin heißt nicht immer Blut im Urin

Bei einigen Krankheitsbildern sind es nicht die überzähligen roten Blutkörperchen, die den Urin rot verfärben. Im Unterschied zur Hämaturie (Blut im Urin) findet sich bei der Hämoglobinurie übermäßig viel roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) im Harn. Die Ursachen hierfür sind häufig erblich bedingte Formen von Blutarmut, Unverträglichkeitsreaktionen bei Bluttransfusionen, Allergien oder fehlgeleitete Abwehraktivitäten des Körpers (Autoimmunkrankheiten, zum Beispiel die sogenannte Wärme- oder Kältehämoglobinurie).

Ein Sonderfall ist die sogenannte Marsch-Hämoglobinurie. Dabei tritt unter massiven körperlichen Anstrengungen (Soldaten, Läufer) roter Blutfarbstoff aus roten Blutkörperchen aus und geht in den Urin über. Dieser verfärbt sich rötlich-bräunlich. Die Veränderung ist an sich harmlos und führt auch nicht zu weiteren Beschwerden. Dennoch sollte ein Arzt die genauen Umstände abklären.

Roter Urin ohne Blut kann auch bei einer Porphyrie auftreten. Porphyrien sind seltene, häufig angeborene Stoffwechselerkrankungen. Auslöser ist zudem manchmal eine Hepatitis C.

Muskelschäden, etwa nach Verletzungen, sind mitunter verantwortlich, wenn Muskeleiweiß in die Blutbahn und in den Urin gelangt. Es färbt den Harn rot (Myoglobinurie).

Blut im Urin: Wann zum Arzt?

Gehen Sie immer zum Arzt, wenn Sie bemerken, dass der Urin rötlich verfärbt ist. Er kann dabei unterschiedliche Rotschattierungen aufweisen und klar oder trüb erscheinen. Lassen Sie sich in jedem Fall untersuchen, auch wenn Sie sonst weder Schmerzen noch andere Beschwerden haben. Erste Auskunft gibt ein Schnellteststreifen. Je nach Ergebnis schließt der Arzt weitere Urin- und/oder Blutuntersuchungen an (siehe auch unten "Diagnose"). Es ist wichtig, dass er noch während einer mutmaßlichen Blutungsphase beginnen kann, das Krankheitsbild abzuklären. Manchmal sind die Blutspuren im Urin die ersten einzigen Hinweise auf eine Erkrankung. Dies ist mitunter zum Beispiel bei Blasenkrebs der Fall.

Bei vielen ursächlichen Krankheitsbildern kommen aber noch weitere Symptome dazu. Das können Schmerzen im Unterbauch, Brennen beim Wasserlassen, ein verstärkter oder verminderter Harndrang, eine geringere oder größere Urinmenge, Bauchkrämpfe oder Koliken, Rückenschmerzen, Fieber sein.

Überblick über mögliche Ursachen von Blut im Urin



Blasenentzündung: Frauen trifft es häufiger

– Erkrankungen an Harnröhre, Blase und Harnleiter

  • Blasenentzündung, Harnröhrenentzündung: Über die Harnröhre können Erreger wie Bakterien in die Harnblase eindringen, die Blasenwand reizen und Entzündungen auslösen. Vor allem Frauen leiden häufiger darunter, da ihre Harnröhre kürzer als bei Männern ist und Bakterien so schneller einwandern.
    Typische Symptome sind teils krampfartige, brennende Schmerzen beim Wasserlassen und verstärkter Harndrang, dabei geht aber oft nur wenig Urin ab. Dazu kommen Unterleibsschmerzen, trüber und manchmal blutiger Urin. Bei einer Harnröhrenentzündung ist auch Ausfluss aus der Harnröhre möglich.
    Es gibt allerdings auch nicht bakterielle Entzündungen der Blase, wie etwa die chronisch-interstitielle Zystitis, an der ebenfalls überwiegend Frauen erkranken. Ausführliche Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie von Blasenentzündungen finden Sie im Ratgeber "Blasenentzündung (akute Zystitis)", zu Harnröhrenentzündungen im Ratgeber "Harnröhrenentzündungen (Urethritis)".
  • Blasensteine, Harnleitersteine: Aus Kristallen und anderen Harnbestandteilen bilden sich unter bestimmten Bedingungen Harnsteine. Das geschieht vor allem in der Niere (siehe unten), mitunter auch in der Blase. Nierensteine können mit dem Harn in den Harnleiter, in die Blase und manchmal in die Harnröhre gelangen und sich dort festsetzen. Zu den Hauptrisikofaktoren gehören Gicht und andere Stoffwechselleiden, häufige Harnwegsinfekte und Harnabflussstörungen. Mitunter können auch verschiedene Darmerkrankungen Steine in den ableitenden Harnwegen begünstigen.
    Wenn Harnsteine nicht mit dem Urin ausgeschwemmt werden, sondern hängen bleiben, reizen sie die Schleimhäute von Harnleiter oder Blase und verursachen oft erhebliche kolikartige Schmerzen im Unterbauch. Je nach Lage des Steins schmerzt es auch im Rücken, in den Flanken, den Leisten, im Penis beziehungsweise in den Schamlippen. Bei Blasensteinen haben die Betroffenen oft plötzlich starken Harndrang, es geht aber nur wenig Urin ab. Blut im Urin ist neben den Schmerzen ein Leitsymptom.
    Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Blasensteinen gibt der Ratgeber "Blasensteine und ihre Behandlung".
  • Blasen-Bilharziose: Die auch Schistosomiasis genannte Infektionskrankheit ist vor allem in den Tropen verbreitet. Die Erreger sind Saugwürmer, deren Larven sich in Gewässern befinden, manchmal auch hierzulande in Badeseen. Die Larven gelangen über die Haut in die Blutgefäße von Darm oder Harnblase und entwickeln sich dort zu Würmern weiter.
    Die Krankheitszeichen beginnen mit einem Hautausschlag. Fieber, Husten, Bauchschmerzen und Durchfall folgen. Ist die Blase befallen, kommt es zu Blasenentzündungen und blutigem Urin.
    Wie die Infektion abläuft, welche Symptome es gibt und wie die Erkrankung behandelt werden kann, erfahren Sie im Ratgeber "Bilharziose (Schistosomiasis)".
  • Divertikel, Polypen in Harnröhre und Harnblase: Blasendivertikel sind sackartige Ausbuchtungen an der Blasenwand. Sie können angeboren sein oder entstehen, wenn die Blase verstärkt unter Druck gerät und sich schlechter entleert, etwa durch eine verengte Harnröhre oder eine vergrößerte Prostata. Auch Operations- oder Verletzungsfolgen kommen als Auslöser infrage. Beschwerden sind häufig Schmerzen beim Wasserlassen und erhöhter Harndrang. Blut im Urin weist auf eine zusätzliche Blasenentzündung hin. Auch an der Harnröhreninnenwand können sich selten einmal Divertikel bilden.
    Polypen sind meist gutartige Wucherungen in der Harnröhre oder Blase. Sie sind mitunter der Grund für einen blutigen Urin. Weitere Symptome bei Harnröhrenpolypen sind oft Probleme mit dem Wasserlassen.
  • Blasenkrebs, Harnröhrenkrebs, Harnleiterkrebs: Eine bösartige Tumorerkrankung kommt deutlich häufiger in der Blase vor, seltener in Harnleitern und Harnröhre. Männer im höheren Alter sind öfter betroffen als Frauen. Ein wichtiger Risikofaktor ist das Rauchen. Gefährdet sind zudem Menschen, die beruflich über längere Zeit mit bestimmten chemischen Stoffen zu tun haben, vor allem in der Farb-, Aluminium- und Textilindustrie, aber auch im Friseurhandwerk.
    Blut im Urin ist vielfach das erste und einzige Symptom für ein Blasenkarzinom. Manchmal kommen Blasenkrämpfe, häufiger Harndrang und verringerte Urinmengen dazu.
    Zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie informiert Sie ausführlich der Ratgeber "Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom)".


Grafik 2: Die Nieren mit Harnleitern und Harnblase beim Mann

– Erkrankungen der Nieren

  • Nierenbeckenentzündung: Bakterien und andere Erreger können bei einer Blasenentzündung über den Harnleiter ins Nierenbecken aufsteigen und dort ebenfalls Entzündungen in Gang setzen. Manchmal dringen sie auch auf dem Weg über das Blut in das Nierenbecken ein.
    Wie bei der Blasenentzündung haben die Betroffenen oft Schmerzen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang mit nur spärlich abgehendem, auch blutigem Urin, dazu Schmerzen in einer Körperseite. Möglich ist aber auch hohes Fieber, das ohne die genannten Symptome plötzlich einsetzt. Es geht dann oft mit Schüttelfrost und ausgeprägtem Krankheitsgefühl einher.
    Lesen Sie mehr zum Verlauf einer akuten und chronischen Pyelonephritis, so der medizinische Ausdruck, zu Ursachen, Symptomen und Therapie im Ratgeber "Nierenbeckenentzündung".
  • Nierenentzündung: Hier erkranken die Gefäßknäuel in der Nierenrinde (Glomeruli, Bestandteile der Nierenkörperchen, siehe auch Grafik 1 oben), an denen das Blut gefiltert und die erste Stufe des Harns gebildet wird. Bakterielle Infektionen oder autoimmunologische Vorgänge (siehe unten "Lupusnephritis") können die Entzündung auslösen. Mitunter entzünden sich auch die Harnkanälchen und das sie umgebende Gewebe aufgrund allergischer Reaktionen.
    Beschwerden zeigen sich oft erst, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Ein blutig-bräunlicher oder getrübter, schäumender Urin gibt manchmal erste Hinweise, ebenso eine geringer oder stärker werdende Urinmenge. Schmerzen in den Flanken, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen können weitere Anzeichen sein. Der Blutdruck kann ansteigen.
    Wissenswertes zu diesen Entzündungsformen finden Sie im Ratgeber "Nierenentzündung (Interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis)".
  • Nierensteine (Nephrolithiasis): In den Hohlräumen der Niere können sich Kristalle und andere Bestandteile zu steinartigen Gebilden verdichten (siehe auch oben Abschnitt "Blasensteine, Harnleitersteine"). Vor allem sehr kleine Steine bereiten lange Zeit keine Probleme. Sie gehen häufig mit dem Urin ab, ohne dass Schmerzen auftreten. Blut im Urin weist manchmal darauf hin. Wenn sich jedoch größere Gebilde oder Bröckel lösen und im Harnleiter festsetzen, verursachen sie eine Nierenkolik. Heftige Schmerzen an der Flanke, im Rücken und Unterbauch, häufig blutiger Urin, Übelkeit und Erbrechen sind dann typische Anzeichen.
    Genauere Informationen dazu gibt Ihnen der Ratgeber "Nierensteine (Nephrolithiasis, Urolithiasis)".
  • Nierenvenenthrombose: Wie in anderen Venen kann sich auch in der Nierenvene ein Blutgerinnsel bilden und den Blutstrom behindern beziehungsweise unterbinden. Entzündungen, durch Diabetes mellitus bedingte Nierenleiden, Tumore und Verletzungen gehören zu den möglichen Ursachen. Nicht immer gibt es seitens der Niere Symptome. Manchmal sind Schmerzen in den Flanken, Fieber und Blut im Urin Zeichen dafür.
  • Niereninfarkt: Verstopft ein Blutgerinnsel die Nierenarterie, ist das umgebende Nierengewebe unterversorgt und stirbt ab. Die Niere arbeitet nur mehr eingeschränkt. Die Ursachen sind vielfältig. Oft ist ein Blutpfropfen verantwortlich, der sich von einem Blutgerinnsel im Herzen gelöst hat und in die Nierenarterie vorgedrungen ist. Das kann zum Beispiel bei Vorhofflimmern geschehen. Aber auch eine Arteriosklerose, Verletzungs- und Operationsfolgen oder Gefäßentzündungen sind mögliche Gründe für den Gefäßverschluss. Ebenso wirkt sich eine Nierenvenenthrombose bisweilen ähnlich ungünstig auf die Durchblutung aus.
    Symptome eines Niereninfarkts können wenig ausgeprägt sein, vor allem, wenn der Infarkt sehr klein ist. Manchmal treten Schmerzen in den Flanken, eventuell Fieber und Übelkeit auf, ebenso Blut im Urin und Bluthochdruck.
  • Nierentuberkulose: Tuberkuloseerreger können sich nicht nur in der Lunge festsetzen, sondern über die Blut- und Lymphbahnen noch andere Organe, etwa die Niere, befallen. Manchmal überleben sie dort auch nach ausgeheilter Ersterkrankung und werden erst nach Jahren wieder aktiv. Gefährdet sind jedoch in erster Linie nur Menschen, die ein geschwächtes Abwehrsystem haben. Die Symptome einer Nierentuberkulose sind oft wenig kennzeichnend. Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie Blut im Urin sind mögliche Beschwerden.
  • Nierenverletzungen durch Unfälle, Stöße von außen, aber auch durch operative Eingriffe führen neben Schmerzen oft auch zu blutigem Harn.
  • Nierenzysten, Zystennieren: Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume. Sie können sich unter anderem in der Niere bilden. Hier enthalten sie das erste Harnfiltrat. Oft rufen sie keine Beschwerden hervor. Manchmal brechen Nierenzysten auf und verursachen dann Schmerzen und Blut im Urin.
    Ist dagegen von Zystennieren die Rede, handelt es sich um eine schwere, in der Regel angeborene und/oder vererbbare Nierenerkrankung. Sie tritt manchmal schon bei Kindern, häufiger aber im Erwachsenenalter auf. Hier bilden sich große Zysten, deren Durchmesser mehrere Zentimeter haben kann, in den Nieren. Die Wucherungen führen zu häufigen Entzündungen, verdrängen gesundes Nierengewebe und schränken damit die Nierenfunktion immer mehr ein, bis hin zum Nierenversagen. Mögliche Symptome sind Schmerzen in der Flanke auf einer oder auf beiden Seiten, Blut im Urin, Müdigkeit, Bluthochdruck.
    Näheres dazu können Sie im Ratgeber "Zystennieren (polyzystische Nierenerkrankung)" nachlesen.
  • Nierenpapillennekrose: Blut im Urin, Schmerzen in den Flanken und Fieber sind auch kennzeichnende Symptome, wenn Nierenpapillen, spezielle Teile des Nierengewebes, erkranken und schließlich untergehen (siehe auch Grafik 1 oben). Die entzündlichen Veränderungen können als Folge einer diabetischen Nierenerkrankung oder von Durchblutungsstörungen in der Niere entstehen. Als Ursachen kommen zudem Schmerzmittelmissbrauch oder eine bestimmten Form der Blutarmut, die Sichelzellanämie infrage.
  • Nierentumore: Die häufigste Krebserkrankung der Niere ist das Nierenzellkarzinom. Im Nierengewebe kommt es zu unkontrollierten Wucherungen. Die Krebszellen können von der Niere aus auch in andere Organe vordringen. Als Risikofaktoren gelten Rauchen, fettreiche Ernährung, Übergewicht, längere Schadstoffeinwirkung wie beispielsweise Cadmium. Nachteilig wirken zudem eine chronische Nierenschwäche, eine familiäre Veranlagung sowie seltene Erbkrankheiten. Nierenzellkrebs entwickelt sich meist unbemerkt. Oft stellt der Arzt den Tumor nur zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung der Niere fest. Mögliche Symptome sind im Verlauf der Erkrankung Blut im Urin und mitunter Schmerzen in der Flanke. Auch Fieber, Gewichtsverlust und Blutarmut können auftreten. Umfassende Informationen liefert der Ratgeber "Nierenzellkrebs".
    Blut im Urin ohne weitere Schmerzen ist auch ein typisches Symptom für einen bösartigen Tumor im Nierenbecken. Ein Nierenbeckenkarzinom verursacht später dann bisweilen zusätzlich Flankenschmerzen und wiederholte Harnwegsinfektionen.
    Ein Tumor der Niere, der vorwiegend bei kleineren Kindern im Alter von zwei bis vier Jahren vorkommt, ist das Nephroblastom oder Wilms-Tumor. Er ist erblich bedingt. Mitunter ist eine Schwellung zu tasten. Bauchschmerzen, blutiger Urin, Fieber, Erbrechen können weitere Anzeichen sein.


Grafik 3: Die Prostata liegt direkt unter der Blase (Ein Klick auf die Lupe links oben vergrößert das Bild)

– Probleme speziell beim Mann

  • Prostataentzündung (Prostatitis): Die Prostata, zu deutsch Vorsteherdrüse, kann akut oder chronisch entzündet sein. Häufig sind Bakterien verantwortlich, vor allem für akute Entzündungen. Sie breiten sich meist über die Harnwege auf die Prostata aus. Vor allem jüngere Männer mit häufigen sexuellen Kontakten sind davon betroffen. Die akute Prostatitis beginnt oft mit Fieber und einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Schmerzen am Damm sowie Harn- und Stuhldrang und Ausfluss sind weitere Symptome. Blut im Urin weist auf die gleichzeitig bestehende Harnröhrenentzündung hin.
    Über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der verschiedenen Krankheitsbilder informiert Sie eingehend der Ratgeber "Prostataentzündung (Prostatitis)".

    Vermehrte Harnwegsinfekte können außerdem im Rahmen einer gutartigen Prostatavergrößerung auftreten. Neben Problemen beim Wasserlassen fällt dann manchmal auch blutiger Urin auf.
  • Samenblasenentzündung: Bei einer Prostataentzündung kann sich manchmal die Samenblase entzünden. Anzeichen hierfür können Schmerzen nach dem Sex und beim Wasserlassen, Unterleibsschmerzen sowie Blut im Urin und im Sperma sein.
  • Prostatavarizenblutung: Auch aus Prostatavenen entstehen mitunter Krampfadern (Varizen). Blut im Urin ohne weitere Schmerzen und ohne Harnwegsprobleme kann ein Zeichen für Blutungen aus solchen Krampfadern sein.
  • Prostatakrebs: Ein bösartiger Tumor der Prostata entwickelt sich oft über einen längeren Zeitraum, ohne Beschwerden zu bereiten. Früherkennungsuntersuchungen sind deshalb für Männer besonders wichtig. Mögliche späte Symptome sind Probleme beim Wasserlassen, Blut im Urin und/oder im Sperma, Schmerzen im Beckenbereich, Potenzstörungen. Wenn Sie auf den Ratgeber "Prostatakrebs (Prostatakarzinom)" klicken, erfahren Sie Genaueres zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie.

    Zu Blutungen, die mit dem Urin abgehen, kann es darüber hinaus nach einer Entnahme von Prostatagewebe zur feingeweblichen Untersuchung (Prostatabiopsie), etwa bei Krebsverdacht, kommen.

– Spezielle Ursachen bei Frauen

  • Endometriose: Blut im Urin oder Stuhl weist manchmal zusammen mit Unterbauchschmerzen, Zwischenblutungen, starker und schmerzhafter Regelblutung darauf hin, dass sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter angesiedelt hat.
    Welche Beschwerden eine sogenannte Endometriose noch verursachen kann, wie es dazu kommt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, können Sie im Ratgeber "Endometriose" nachlesen.

Blutkrankheiten

  • Blutgerinnungsstörungen: Sie können unterschiedliche Ursachen haben und zu Blutungen in unterschiedlichen Körperbereichen führen. Dazu gehören Einblutungen in die Haut, in Muskeln und Gelenke. Auslöser für Gerinnungsprobleme, die auch mit Blutabgängen im Urin einhergehen, sind mitunter Medikamente wie Gerinnungshemmer (siehe unten) oder bestimmte Antibiotika. Ein Mangel an Vitamin K verstärkt unter anderem die Blutungsneigung. Leber- und Nierenerkrankungen spielen hier eine ursächliche Rolle. Ebenso können einige Systemerkrankungen beziehungsweise Autoimmunerkrankungen zu Gerinnungsstörungen führen.


Fehler im Abwehrsystem: Müdigkeit, schmerzende Gelenke und Gewichtsverlust können darauf hinweisen

– Systemerkrankungen, Autoimmunerkrankungen

Systemerkrankung bedeutet, dass die Krankheitsprozesse sich auf mehrere Organe und/oder bestimmte Körpergewebe erstrecken. Die Ursachen sind meist unbekannt, oft stecken autoimmunologische Vorgänge dahinter. Bei einer Autoimmunerkrankung richten sich die eigenen Abwehrkräfte teilweise gegen den Körper selbst. Dabei können zum Beispiel die Gelenke und/oder mehrere Organsysteme erkranken. Blut im Urin tritt neben anderen Symptomen vor allem auf, wenn die Systemerkrankung auch die Nieren erfasst. Das ist zum Beispiel bei der sogenannten Lupusnephritis oder bei bestimmten entzündlichen Gefäßerkrankungen der Fall.

  • Lupusnephritis: Der systemische Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung. Die körpereigenen Abwehrmechanismen greifen hier vor allem die Haut und viele innere Organe an, unter anderem auch die Nieren. Schmetterlingsförmige Hautausschläge im Gesicht sind typisch und haben der Erkrankung ihren Namen gegeben ("Wolfsgesicht", das lateinische Wort für Wolf ist lupus). Schmerzen und Schwellungen an Händen und anderen Gelenken, Fieber, Müdigkeit, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit sind weitere mögliche Anfangssymptome. Wenn im Verlauf der Erkrankung die Nieren erkranken, können Blut im Urin, Schwellungen sowie Flankenschmerzen und eine veränderte Urinmenge Hinweise darauf sein.
    Wissenswertes zu dieser Erkrankung finden Sie im Ratgeber "Lupus erythematodes (LE)".
  • Panarteriitis nodosa: Die seltene entzündliche Gefäßerkrankung betrifft kleine und mittlere Arterien unterschiedlicher Organe und in der Folge auch das umgebende Gewebe. Entsprechend vielfältig sind daher die Symptome. Sind die Nierengefäße betroffen, zeigt sich das häufig in blutigem Urin, geschwollenen Beinen und Bluthochdruck.
  • Granulomatose mit Polyangiitis (Wegener-Granulomatose): Bei dieser Gefäßentzündung erfassen die Gewebsveränderungen vor allem die Atemwege und die Nieren. Ödeme, Blut im Urin und Flankenschmerzen weisen auf erkrankte Nieren hin. Anfangsbeschwerden des durch fehlgeleitete Abwehrreaktionen bedingten Krankheitsbildes sind wiederholter Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Kopf- und Ohrenschmerzen, Schwerhörigkeit, im weiteren Verlauf auch Gewichtsabnahme. Eingehend informiert der Ratgeber "Granulomatose mit Polyangiitis (GPA)".
  • Purpura-Schoenlein-Henoch: Hier erkranken die kleinen Gefäße in unterschiedlichen Bereichen. Allergische und autoimmunologische Vorgänge kommen als mögliche Auslöser infrage. Betroffen sind besonders kleinste Hautgefäße. Kennzeichnend sind daher Blutflecken an verschiedenen Körperstellen, insbesondere an den Beinen, den Streckseiten der Arme und am Gesäß. Häufiges Nasenbluten und Gelenkschmerzen sind ebenfalls typisch für das Schoenlein-Henoch-Syndrom. Auch die Nieren oder der Darm können mit erkranken. Bauchschmerzen, Bluthochdruck, blutiger Urin und/oder Stuhl sind dann Zeichen dafür.
  • Goodpasture-Syndrom: Die körpereigene Abwehr richtet sich bei dieser Autoimmunerkrankung in erster Linie gegen die Lungenbläschen und die Nierenkörperchen (siehe oben "Nierenentzündung"). Es kommt dort zu chronischen Entzündungen. Blut im Urin, Husten mit blutigem Auswurf und Atemnot sind charakteristische Symptome.

– Medikamente

Blut im Urin zeigt sich mitunter als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel. Dazu gehören Blutgerinnungshemmer, die Ärzte zur Behandlung von Thrombosen und Embolien einsetzen (siehe oben "Blutgerinnungsstörungen"). Ob sich durch die Therapie eine mögliche Krankheit der Nieren oder ableitenden Harnwege entpuppt, die bisher nur mit nicht entdeckten Blutspuren im Urin einherging, wird ein Urologe abzuklären haben. In Abstimmung mit dem Hausarzt oder Spezialist, der die blutverdünnende Therapie durchführt, wird über das weitere Vorgehen entschieden.

Andere Medikamente können, über längere Zeit, häufig und/oder hochdosiert eingenommen, die Nieren angreifen. Blut im Urin weist manchmal darauf hin. Nierenschäden sind möglich bei einigen Antibiotika, wie Penicilline, Cefalosporine, Aminoglykoside oder Gyrasehemmer. Infrage kommen auch Schmerzmittel wie Paracetamol und andere nichtsteroidale Antirheumatika.



Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet auch den Bauch ab, um Schmerzen und Schwellungen nachzugehen

Diagnose: Die Ursache von blutigem Urin rasch abklären

Wer Blut im Urin bemerkt, wird sich in der Regel zuerst an seinen Hausarzt wenden. Dieser zieht je nach Verdacht einen Spezialisten hinzu. Das kann ein Facharzt für Erkrankungen der Harnwege und Geschlechtsorgane sein, also ein Urologe oder bei Frauen auch ein Gynäkologe. Für Nierenerkrankungen ist der Nephrologe zuständig. Vermuten die Ärzte eine Systemerkrankung hinter den Beschwerden, ist ein Internist, der sich entsprechend spezialisiert hat, der nächste Ansprechpartner. Er wird sich eng mit dem Nephrologen abstimmen.

Am Anfang steht das ausführliche Arzt-Patient-Gespräch. Hier geht es darum, genau zu beschreiben, wann und wie oft der Urin blutig erscheint, ob er nur leicht oder intensiv gefärbt ist. Aussagekräftig sind dazukommende Beschwerden, etwa Probleme beim Wasserlassen, Schmerzen, Fieber, Krankheitsgefühl oder sichtbare Blutspuren im Stuhl. Der Arzt wird mit seinem Patienten die Medikamente durchgehen, die dieser einnimmt, und auch Essens- und Alltagsgewohnheiten sowie das berufliche Umfeld ansprechen.

Es folgen eine eingehende körperliche Untersuchung sowie Blut- und Urintests im Labor. Der Urologe wird die Nieren, die Blase und bei Männern die Prostata mit Hilfe von Ultraschalltechniken genauer begutachten. Um Nierenbecken und Harnleiter betrachten zu können, setzen die Ärzte verschiedene weitere bildgebende Verfahren ein – von der Röntgenuntersuchung mit einem Kontrastmittel bis hin zu einer Computertomografie (CT) des Bauchbereichs. Das Kontrastmittel wird in eine Armvene geleitet, geht anschließend in den Harntrakt über und kontrastiert ihn, so dass er sich darstellen lässt. Daher der Name Ausscheidungsurogramm oder CT mit Ausscheidungsphase. Auch ein sogenanntes Angio-CT, eine Darstellung der Nierengefäße mittels CT, kommt manchmal als Untersuchungsmethode infrage. Allerdings gehen die Ärzte bei jüngeren Patienten, wenn möglich, eher zurückhaltend mit strahlungsintensiven Verfahren um. Bestehen eine Kontrastmittelallergie oder andere Erkrankungen, ist mitunter eine Magnetresonanztomografie oder auch eine nuklearmedizinische Untersuchung der Nieren angezeigt. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das es mittels bestimmter radioaktiv markierter Stoffe ermöglicht, Nierenfunktion und unterschiedliche Veränderungen zu erkennen. Bei speziellen Fragestellungen wird es auch mit einer CT kombiniert (PET-CT).

Eine Blasenspiegelung (Urethrozystoskopie) hilft, Erkrankungen der Harnröhre (vor allem bei Männern) und Blase oder Verletzungen zu erkennen. Dazu gehören zum Beispiel Verengungen der Harnröhre, chronische Entzündungen, Divertikel (Aussackungen der Blasenwand), aber auch Tumoren. Computer- und Magnetresonanztomografie können bei Verdacht auf einen Tumor im Harnleiter, Nierenbecken oder der Niere die Diagnose absichern, ebenso feingewebliche Untersuchungen von Gewebeproben. Das Gewebe entnehmen die Fachärzte bei einer Spiegelung von Harnleiter und Nierenbecken. Die Untersuchung von Nierengewebe dient dazu, Nierenerkrankungen oder Nierentumore zu bestimmen. 

Eingehende Informationen zu den unterschiedlichen Untersuchungsschritten liefern Ihnen jeweils die einzelnen Krankheitsratgeber (siehe entsprechend Links oben in der Liste möglicher Ursachen).

Therapie von Blut im Urin: Ursächliche Krankheiten behandeln, Schäden vorbeugen

Im Vordergrund steht immer die Behandlung der Ursache. Nachdem zum Beispiel eine Blasenentzündung ausgeheilt ist, normalisiert sich auch der Urin, Schmerzen und Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen vergehen. Wie Fachmediziner die unterschiedlichen Krankheiten behandeln, die zu blutigem Harn führen können, zeigen die entsprechenden Krankheitsratgeber auf (siehe Links in der obenstehenden Ursachenliste). Mitunter gehören bestimmte Diäten und Ernährungsformen zur Behandlung, etwa bei verschiedenen Nierenerkrankungen.

Harnwege und Nieren gesund erhalten

Zu den Hauptrisikofaktoren für Nierenerkrankungen zählen Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Hier heißt es, zu hohe Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen. Vielfach gelingt das schon mit einer gesünderen Lebensweise. Denn ungünstige Ernährungsgewohnheiten, zu wenig körperliche Bewegung, Übergewicht, Rauchen sowie Stress fördern und verstärken Kreislaufprobleme, Gefäßschäden und Stoffwechselstörungen. Manchmal sind zusätzlich Medikamente notwendig, um Blutdruck und Blutzucker im Normbereich zu halten und die Nieren zu schützen.

Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige sportliche Aktivität und die nötige Entspannung zwischendurch stärken zudem die Abwehrkräfte und beugen so Entzündungen vor. Holen Sie sich Tipps im Spezial "Das Immunsystem: Wie der Körper uns vor Infektionen schützt".

Denken Sie auch daran, genügend zu trinken, um ihre Nieren zu entlasten, und entleeren Sie die Blase regelmäßig. Sprechen Sie jedoch im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt über die für Sie geeignete tägliche Trinkmenge, insbesondere wenn Sie herzkrank sind oder schon ein Nierenleiden haben.

Wie Sie häufigen Harnwegsinfektionen begegnen, können Sie auch in dem Ratgeber "Blasenentzündung (akute Zystitis)" im Kapitel: "Vorbeugen" nachlesen (siehe Link oben unter "Blasenentzündung"). Die richtige Intimpflege spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Speziell Frauen finden Informationen dazu im Ratgeber "Ausfluss bei der Frau", dort im Kapitel: "Therapie und Selbsthilfe". Wissenswertes zur Prostata haben wir im Spezial "Prostata" zusammengestellt.

 


Fachliteratur für diesen Ratgeber

Herold G et al.: Innere Medizin, Köln Gerd Herold 2014
Böhm M, Hallek M, Schmiegel W (Hrsg): Innere Medizin, begr. von Classen M, Diehl V, Kochsiek H, 6. Auflage, München Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2009
Zellweger T: Was tun bei Hämaturie? In: Schweizerisches Medizin Forum 2010;10(51-52):921-923

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Nicht-sichtbare Hämaturie. Leitlinie 09/2013, awmf-Register-Nr. 053/028. Online: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-028.html (Abgerufen am 22.01.2015)

Mayo Clinic Staff: Blood in urine (hematuria). 29. August 2014. Online: http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/blood-in-urine/basics/definition/CON-20032338 (Abgerufen am 21.01.2015)

Gross A J, Netsch Ch: Mikrohämaturie: Ein diagnostisches Dilemma. In: Der Allgemeinarzt, 2013; 35(18) 51-52. Online: http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1603888 (Abgerufen am 21.01.2015)

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Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.




Bildnachweis: PhotoDisc/RYF, W&B/ Martina Ibelherr, W&B/Martin Ley, BrandXPictures/ RYF, Thinkstock/Pixland, W&B/Jörg Kühn, W&B/Jörg Neisel

Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 29.01.2015,
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