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Brennen beim Wasserlassen

Die häufigste Ursache für Brennen beim Wasserlassen ist eine Infektion im Bereich der Harnwege. Auch bei der Reizblase kommt das Symptom vor


Brennen beim Wasserlassen und der Drang zur Toilette sind oft die zwei Seiten desselben Übels

Vor allem Frauen machen oft Bekanntschaft mit diesem Symptom: Sie erkranken nämlich öfter als Männer an einer Blasenentzündung, welche neben anderen Beschwerden wie häufiger Harndrang, auch nachts, Schmerzen im Unterleib, verfärbter oder anders als üblich riechender Urin typischerweise oft auch Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen zur Folge haben kann. Medizinische Fachbegriffe hierfür sind: Dysurie oder Algurie, sowie Tenesmen für krampfartige Blasenschmerzen.

Häufigste Ursache: Infektionen

Infektionen der Harnwege sind insgesamt die häufigste Ursache für Brennen beim Wasserlassen. Diese Infektionen können durch Bakterien, Pilze und selten auch durch Viren oder Parasiten verursacht sein. Vor allem wenn die unteren Harnwege, zu denen Blase und Harnröhre zählen, betroffen sind, kommt es zu Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Bei Infektionen der oberen Harnwege sind die unteren oft mitbeteiligt, so dass dieses Symptom ebenfalls vorkommen kann. Daneben können bei Infektionen der oberen Harnwege Fieber und Schüttelfrost sowie Schmerzen im Flanken- oder Unterleibsbereich auftreten.

Entzündungen und Verletzungen


Brennen beim Wasserlassen ist manchmal jedoch auch im Rahmen von Entzündungen der Harnwege möglich, die nicht durch Infektionen bedingt sind, sondern durch andere Reize. So kann zum Beispiel eine Bestrahlung der Beckenregion zu einer strahlenbedingten Blasenentzündung (radiogene Zystitis) führen. Auch als Nebenwirkung mancher Medikamente oder bei Blasensteinen kann eine Entzündung der Harnwege entstehen.

Eine Verletzung im Bereich der unteren Harnwege kann ebenfalls zur Folge haben, dass das Wasserlassen unangenehm brennt.

Geschlechtsspezifische Ursachen

Es gibt jedoch auch geschlechtsabhängige Ursachen für dieses Symptom. So kann bei Frauen unter Umständen eine Entzündung der Scheide (Kolpitis oder Vaginitis) dahinter stecken. Typischerweise tritt bei einer Scheidenentzündung das Brennen jedoch eher im Bereich der Scheide auf, und es sind weitere Symptome wie Ausfluss vorhanden. Dieser kann unter anderem auf eine beim Sex übertragene Erkrankung beziehungsweise Geschlechtskrankheit hindeuten.

Eine Entzündung der Schamlippen und der Scheide (Vulvovaginitis) kann neben Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Jucken auch Beschwerden beim Wasserlassen auslösen. Frauen nach den Wechseljahren leiden manchmal an einer durch den Mangel an weiblichem Geschlechtshormon verursachten Vulvovaginitis.

Auch eine Gebärmuttersenkung mit Verlagerung der Blase (Zystozele) bereitet nicht selten Probleme im Harnwegs- und Intimbereich, darunter Infektionen und Brennen beim Wasserlassen.

Bei Männern kommt eine Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis) infrage. Weitere Beschwerden, die bei einer Prostatitis auftreten können, sind zum Beispiel Schmerzen im Genitalbereich oder beim Samenerguss. Beim Mann legt Ausfluss – ein nicht normales Sekret aus dem Penis – ebenfalls eine sexuell übertragene Infektion nahe.

Tumore

Manchmal kann auch ein Tumor der Harnwege für Brennen beim Wasserlassen verantwortlich sein. Insbesondere wenn sich das Symtom durch keine der oben genannten Ursachen erklären lässt oder wenn – gerade bei älteren Menschen – weitere Warnzeichen wie Blut im Urin auftreten, die ebenfalls für eine Geschwulst sprechen, sollte dies in Betracht gezogen werden.

Reizblase

Brennen beim Wasserlassen kann auch ein Symptom einer Reizblase sein. Diese Bezeichnung steht für eine Kombination aus verschiedenen Krankheitszeichen (häufiger Harndrang bei geringer Urinmenge, teilweise einhergehend mit Schmerzen oder Harninkontinenz). Dieses Krankheitsbild kann zum einen aufgrund ganz unterschiedlicher Störungen wie zum Beispiel einer interstitiellen Zystitis oder eines oberflächlichen Blasentumors auftreten. Man spricht dann von einer sekundären Reizblase.

Bei der interstitiellen Zystitis handelt es sich um eine schmerzhafte chronische Harnblasenentzündung, bei der keine Keime als Ursache nachweisbar sind. Was genau hinter diesem Krankheitsbild steckt, ist noch nicht endgültig geklärt.

Neben der sekundären gibt es aber auch die primäre Reizblase, bei der sich trotz aller diagnostischen Bemühungen keine greifbare Ursache für die Symptome finden lässt. Diese primäre Reizblase ist eine Ausschlussdiagnose. Das heißt bevor sich der Arzt auf das Vorliegen dieser Erkrankung festlegt, sollte er anhand von geeigneten Untersuchungen alle anderen möglichen Ursachen ausschließen können.

Die Behandlung einer Reizblase ist nicht immer leicht, vor allem, wenn sich keine konkrete Ursache festmachen lässt. Je nach Hintergrund der Erkrankung gibt es aber verschiedene Therapieansätze. Sie reichen von operativen Eingriffen (zum Beispiel bei sekundärer Reizblase infolge eines oberflächlichen Blasentumors) über Medikamente, Entspannungsverfahren und Übungen für den Beckenboden bis hin zu einer Verhaltenstherapie, etwa Blasenentleerungstraining. Betroffene können gegebenenfalls auch ausprobieren, ob es ihnen hilft, wenn sie – teilweise wassertreibende – Reizverstärker wie Kaffee, Colagetränke, Alkohol und scharfe Gewürze meiden.


Fachliteratur für diesen Ratgeber:

AWMF: Brennen beim Wasserlassen, Leitlinie 05/2009. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-001l_S3_Brennen_beim_Wasserlassen_2011-04.pdf (abgerufen am 19.11.2013)


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Comstock Images

www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 20.11.2013, erstellt am 01.02.2009
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Comstock Images

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