Bauchschmerzen – Was kann es sein?

Bauchschmerzen sind oft harmlos und vergehen wieder. Mitunter bereiten sie aber auch richtig Probleme. Mehr über die Ursachen. Mit Bauchschmerz-Check

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 04.10.2016

Spurensuche: Bei Bauchschmerzen liefert mitunter die Stelle, wo es wehtut, ein Indiz

W&B/ Martin Ley

Bauchschmerzen sind ein sehr allgemeines Symptom. Ursächlich kommt etliches von dem infrage, woran der Mensch erkranken kann. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Ursachen.

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden

Meistens sind die Auslöser harmlos und bald gefunden: eine üppige Mahlzeit, ein Gläschen zu viel am Abend, die Menstruation. Manchmal war es eine verdorbene Speise oder es ist die "Magen-Darm-Grippe", etwa wenn Erbrechen und Durchfall dabei sind. Machen diese Beschwerden im näheren Umfeld die Runde, ist das ein starkes Verdachtsmoment für einen Magen-Darminfekt als lebensmittelbedingte Erkrankung.


Mitunter ist die Diagnose komplizierter. Denn viele Krankheiten, die sich in Organen nahezu der gesamten oberen Körperhälfte – vom Kopf bis zur Leistengegend – abspielen, können auch für Bauchschmerzen verantwortlich sein. Nicht einfacher wird es dadurch, dass bei drohender Lebensgefahr schnell und gezielt gehandelt werden muss. Das kann – muss aber keineswegs immer – eine (Not-)Operation bedeuten.

nach obenBauchschmerzen: Meist ist ein Bauchorgan schuld

Am häufigsten entstehen Bauchschmerzen in den VerdauungsorganenMagen, Darm, Gallenblase, Gallengang, Bauchspeicheldrüse. Gelegentlich verursacht eine geschwollene Leber ein Druckgefühl im Oberbauch. Im Gegensatz zu angrenzenden Strukturen, etwa die Leberkapsel, ist die Leber selbst eher nicht schmerzempfindlich.

Der Bauch beherbergt aber noch mehr, nämlich die Milz, Blutgefäße, Nerven, die Nieren, die weiter hinten, zum Rücken hin liegen, Lymphorgane wie Lymphknoten und Lymphgefäße, sodann das Bauchfell. Die Harnwege, beginnend mit den Harnleitern, die rechts und links vom Nierenbecken abgehen, ziehen bis zum Unterbauch (auch: sogenanntes kleines Becken). Dort treten sie in die Harnblase ein. Im kleinen Becken finden sich zudem die inneren Geschlechtsorgane. Bei Frauen sind das Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter, bei Männern Prostata, Samenblasen und Samenleiter. Auch für den Enddarm nebst Mastdarm gibt es noch Platz.

Alle diese Organe kommen, wenn auch nicht gleich häufig, als Ausgangspunkt von Bauchschmerzen infrage. Mehr dazu weiter unten in den Abschnitten "Bauchschmerz-Check" und "Akuter Bauch".

Schließlich können Muskeln, Sehnen oder Nerven der Bauchwand eine Quelle von Bauchschmerzen sein. Letzteres zum Beispiel kommt beim sogenannten Bauchwandschmerz vor. Der häufig rechts im Oberbauch, sehr punktuell und an derselben Stelle als dumpf oder stechend verspürte Schmerz wird durch gereizte Nerven, die in der Bauchwand verlaufen, vermittelt. Die Reizung kann durch einen erhöhten Druck im Bauch, Druck von außen oder eine anatomisch bedingte Einklemmung entstehen. Weitere Symptome: Im Liegen ist der Schmerz meist geringer als im Sitzen. Anspannen der Bauchdecke, ebenso eng anliegende Kleidung, Husten, Lachen oder körperliche Aktivität können ihn verstärken. Ein paar einfache Untersuchungstechniken helfen dem Arzt bei der Einordnung des Beschwerdebildes. Teilweise werden Injektionen eines Betäubungsmittels, eventuell auch wiederholt oder kombiniert mit Kortison, empfohlen. Einige Patienten haben jedoch weiterhin Schmerzen. Wenn sich trotz gründlicher Untersuchung und Beobachtung durch den Arzt keine körperliche Ursache ergibt, kann eine chronische Schmerzstörung vorliegen. Hier haben psychologische Behandlungsverfahren wie zum Beispiel Verhaltenstherapie ganz klar Vorrang vor anderen Therapien. Verfahren zur Ausschaltung von Bauchwandnerven mit Injektionen oder chirurgischen Eingriffen werden derzeit kontrovers diskutiert.

nach obenVermeintliche Bauchschmerzen? Auf Begleitsymptome achten

Manchmal liegt die Ursache von "Bauchschmerzen" gar nicht im Bauch. Mögliche Quellen reichen vom Herz über Atemorgane oder die Hauptkörperschlagader (Aorta, hier: der im Brustkorbe verlaufende Abschnitt) bis zur Psyche. Neben in den Bauch ausstrahlenden Schmerzen können hier andere, mitunter dramatische Symptome bessere Hinweise geben.

Beispiel Herzinfarkt: Leitsymptom ist ein anhaltender Brustschmerz, der unter anderem in den Oberbauch ausstrahlen kann. Allerdings sind die Symptome bei einem Herzinfarkt nicht immer eindeutig. Ein atemabhängiger Brustschmerz, meist begleitet von Fieber, kann auf eine Rippenfellentzündung oder Herzbeutelentzündung hindeuten. Während Fieber für einen Herzinfarkt nicht typisch ist, kann zum Beispiel Atemnot in allen drei Fällen als Begleitsymptom auftreten.

Lungenentzündungen sind ebenfalls Erkrankungen des Brustraums. Zu den Leitsymptomen gehören je nach Art der Erkrankung Husten, Fieber, Schmerzen beim Atmen, eventuell auch Atemnot und verfärbter Auswurf. Das Allgemeinbefinden ist unterschiedlich schwer beeinträchtigt. Zudem kann eine Lungenentzündung manchmal Schmerzempfindungen im Oberbauch auslösen. Das gilt ebenso für einen Pneumothorax – ein Lungenkollaps bei Eintritt von Luft in den Lungenfellspalt –, und eine Lungenembolie. Bei dieser Erkrankung verstopft ein Blutgerinnsel ein Lungengefäß. Sie kann nahezu unbemerkt bleiben, manchmal jedoch schwerwiegend verlaufen. Das Zwerchfell, ein flacher, kuppelförmiger Muskel, trennt den Brust- und Bauchraum voneinander. Krankhafte Veränderungen des Zwerchfells führen eher zu Schmerzen im Brust- als im Bauchbereich. Letzteres ist aber nicht ausgeschlossen, es kommt beispielsweise vereinzelt bei Geschwulstbildungen vor.

Auch Stoffwechselerkrankungen, etwa ein entgleister Typ-1-Diabetes, oder hormonelle Störungen wie eine Addison-Krise, Sonderform einer Nebennieren-Unterfunktion, verursachen mitunter erhebliche Schmerzen im Bauch. Schließlich kommen bestimmte Systemerkrankungen als Auslöser infrage. Bei einer Systemerkrankung erkrankt Gewebe, das in vielen Organen vorkommt, etwa Bindegewebe. Das kann zu vielfältigen Beschwerden führen. Ein Beispiel ist der systemische Lupus erythematodes.

In der Schwangerschaft sind neben "normalen" Ursachen für Bauchschmerzen wie etwa Magen-Darmverstimmungen oder kurz vor dem (errechneten) Geburtstermin einsetzenden natürlichen Eröffnungswehen spezielle Krankheitsbilder möglich (siehe Abschnitt ganz unten).

Zu Psyche und Bauchschmerzen, eigentlich ein eigenes Thema, siehe in den Abschnitten "Bauchweh bei Kindern" und "Medizinische Erstversorgung" .


nach obenBauchweh bei Kindern

Bei Kleinkindern sind Bauchschmerzen die häufigsten Schmerzen überhaupt und dazu noch schwierig einzuschätzen, denn die Kleinen beziehen vieles auf den Bauch und können den Schmerz nicht anders beschreiben. Oft weist der Bauchschmerz auf eine Erkrankung hin, die gar nichts mit dem Bauch zu tun hat, etwa eine Mittelohrentzündung, Mandelentzündung oder eine andere Kinderkrankheit. Auch bei einer beginnenden Lungenentzündung klagen Kinder häufig über Schmerzen im Bauch.

Außerdem können Bauchschmerzen eine Reaktion auf verschiedene psychische Belastungen sein, etwa Angst und Stress. Andererseits kann es auch wirkliches Bauchweh sein, was nichts über die Harmlosigkeit oder Schwere aussagt. Zu viel Eis geschleckt, den Magen verdorben, Blähungen – in der Regel vergeht das mit diesen eher harmlosen Ursachen verbundene Zwicken bald wieder.

Zu den ernsthaften Ursachen gehören zum Beispiel Blinddarmentzündungen.

Lebensmittelunverträglichkeiten wie Intoleranz von Milchzucker oder Fruchtzucker oder auch Gluten (ein Weizeneiweiß, das Krankheitsbild heißt Zöliakie, mehr dazu unten im Abschnitt "Bauchschmerz-Check: Schmerzen im ganzen Bauch") können schon von Kindesbeinen an Probleme bereiten.

Infrage kommen bei Kindern und Jugendlichen aber auch sogenannte funktionelle Bauchschmerzen. Sie umfassen vier Formen: 

  • "Kindliche funktionelle Bauchschmerzen" beziehungsweise "Kindliches funktionelles Bauchschmerzsyndrom": Bauchschmerzen treten in beiden Fällen mindestens einmal pro Woche innerhalb von mindestens zwei Monaten auf, bevor der Arzt die Diagnose stellt. Beim Bauchschmerzsyndrom leiden die Kinder außerdem unter Beschwerden wie Gliederschmerzem, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen und sind dadurch in ihrer Alltagsaktivität beeinträchtigt. Die Diagnsoe beinhaltet auch, dass eine jegliche organbezogene Ursachen ausgeschlossen wurde.
  • Auf ein Reizdarmsyndrom verdächtig sind Bauchschmerzen, die sich in Verbindung mit dem Stuhlgang bessern und die aber auch von veränderten Stuhlgewohnheiten (Wechsel von Beschaffenheit und Häufigkeit) abhängen können.
  • Schmerzen ohne organische Ursache speziell im Oberbauch heißen funktionelle Dyspepsie.
  • Manche Kinder plagt eine sogenannte Bauchmigräne, also eine Migräne, die sich vor allem mit Bauchsymptomen bemerkbar macht. Kennzeichen: anfallartige Bauchschmerzen in der Nabelgegend, die mindestens eine Stunde anhalten, mit zwei oder mehr der folgenden Begleitsymptome: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Blässe und Lichtempfindlichkeit. Das heißt also: Kopfschmerzen können, müssen aber nicht dabei sein.

Die Ursachen funktioneller Bauchschmerzen sind teilweise unklar, gelten jedenfalls als vielfältig. Mitbeteiligt sind vorausgegegangene Darminfekte, veränderte Reaktionsmuster von Darmnerven und entsprechender Hirnareale sowie erbliche Faktoren.
Die Therapie berücksichtigt unter anderem auch Probleme wie zum Beispiel Verstopfungsneigung (dagegen kann Macrogol helfen) und Blähungsneigung. Als entkrampfendes Mittel kann verkapseltes Pfefferminzöl infrage kommen. Eine Umstellung der Ernährung ist nur Nahrungsmittelunverträglichkeit sinnvoll, sonst nicht, vorausgesetzt die Kost ist ausgewogen und altersgerecht. Bei einem Reizdarmsyndrom nach einem Daminfekt setzen Äerzte mitunter Probiotika ein. Auch psychologische Maßnahmen, bei denen auch die Eltern eingebunden werden können, gehören bei funktionellen Magen-Darmbeschwerden zum Behandlungskonzept.

Schon die Allerkleinsten müssen erfahren, was es heißt, wenn der Bauch rebelliert. Beispiel Dreimonatskoliken, eine schwierige Lebensphase für viele Säuglinge. Die Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose, das heißt, dass der Kinderarzt keine andere Ursache festgestellt hat. Mehr dazu im Beitrag "Dreimonatskoliken" auf unserem Partnerportal www.baby-und-familie.de


nach obenBauchschmerzen: Wann zum Arzt?

Immer dann, wenn man den Eindruck hat, dass über das zunächst harmlos erscheinende Symptom hinaus etwas nicht stimmt oder eine ansteckende Magen-Darminfektion in Umlauf ist. Kurzfristig bei ungewöhnlichem Unwohlsein, wenn dieses, wie der Bauchschmerz selbst, nach ein bis zwei Tagen nicht weichen will. Sofort – das heißt den Arzt oder Notarzt einschalten – wenn Bauchschmerzen sehr stark sind oder rasch zunehmen und möglichst entspannte Körperhaltungen die Pein kaum noch lindern helfen ("akuter Bauch", siehe Abschnitt unten).

! Achtung: Treten Sie bei starken Bauchschmerzen keine Flug- oder Überseereise auf dem Schiff an.

Und bei (weiteren) Alarm- oder Notfallsymptomen wie nachfolgend gelistet sollten Sie ebenfalls unverzüglich den Arzt oder Kinderarzt beziehungsweise Notarzt alarmieren:

  • Anhaltendes oder wiederholtes Erbrechen; Erbrechen von Blut, von schwarz Gefärbtem ("Kaffeesatz") oder gar von Stuhl
  • Blutiger Durchfall
  • Stuhl, der schwarz wie Teer aussieht
  • Stuhl- oder Urinblockade
  • Stark aufgetriebener Bauch
  • Plötzliche Blutung aus der Scheide oder Harnröhre
  • Hohes Fieber (je nachdem, wie Sie Fieber messen, ab 38,5 ° bis 39 °Celsius), Schüttelfrost
  • Kreislaufschwäche oder Ohnmacht; kaltschweißige, blasse, fahle oder bläulich-violette Haut und Lippen
  • Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen

nach obenDiagnose bei Bauchschmerzen

Zuerst gilt es zu erkennen, ob ein Notfall vorliegt. Hinweise ergeben sich aus der Prüfung der sogenannten Vitalzeichen – Kreislauf, Atmung, Bewusstsein – und weiteren Alarmsymptomen (siehe Liste oben).


Arztgespräch


Ganz wichtig für die Diagnose sind Angaben des Patienten zu seiner Krankengeschichte und zu den aktuellen Schmerzen (Anamnese). Was Arzt vor allem interessiert: Waren die Schmerzen plötzlich da (akut) oder oder setzten sie allmählich ein (subakut)? Bestehen sie schon länger und sind eher gleichförmig? Oder treten sie häufiger und dabei attackenartig auf (beides sind Formen chronischer Schmerzen)? Hängen sie mit bestimmten Körperbewegungen, enger Kleidung oder dem Essen zusammen? Wie ist der Schmerzcharakter: krampfartig, stechend, schneidend, bohrend, dumpf? Und: Bestehen noch andere Beschwerden, etwa Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung? Und bei Frauen im gebärfähigen Alter: Ist die Betroffene schwanger oder hat vor kurzem entbunden?

Ein Nüchternschmerz im Oberbauch, etwa nachts und morgens, kann auf ein Geschwür des Zwölffingerdarms hinweisen. Manchmal strahlen Bauchschmerzen in die Seite – Taille oder Flanke – aus, so etwa bei einer Nierenkolik oder einer Schädigung der Hauptschlagader im Brust-Bauchbereich. Bei einer Gallenkolik oder Zwerchfellreizung können Schmerzen bis zur Schulter verspürt werden.

Körperliche Untersuchung

Hier steht natürlich vor allem der Bauch im Mittelpunkt. Der Arzt schaut hier nach Narben und Schwellungen, etwa in der Leiste, und nach auffallenden Hautveränderungen. Mit dem Stethoskop hört er den Darm ab und beurteilt so die Darmfunktion. Falls der Betroffene das Abtasten des Bauches toleriert, die Bauchdecke sich also nicht schmerzbedingt extrem anspannt, kann der Arzt sich ein Bild davon machen, ob eine Überblähung, eine tastbare Veränderung oder eventuell Bauchwasser vorhanden ist.

Lässt sich bei der Tastuntersuchung punktuell ein Schmerz auslösen, kann dies für eine bestimmte Ursache sprechen. So ist für eine Blinddarmentzündung der Druck- und Loslass-Schmerz als Zeichen der Bauchfellreizung im rechten, mitunter auch im mittleren Unterbauch typisch, aber nicht unabdingbar. Bei einer ausgeprägten entzündlichen Divertikelkrankheit des Darms (siehe unten, Abschnitt "Bauchschmerz-Check: Gesamter Bauch", Stichwort Divertikulitis) können dieselben Phänomene vor allem im linken Unterbauch auftreten.

In der Regel untersucht der Arzt auch Herz und Lungen, die mitunter als mögliche Schmerzquellen außerhalb des Bauchraumes, aber mit Ausstrahlung in den Bauch, infrage kommen. Ferner wirft er einen Blick auf das Augenweiß, die Haut (Gelbverfärbung (Gelbsucht, medizinisch Ikterus)?) und die Zunge (Austrocknung der Schleimhäute? Krankhafte Veränderungen?). Auch die Prüfung von Blutdruck, Puls und Gefäßen allgemein, sodann orientierend der Muskelkraft und Reflexe gehört zur Basisuntersuchung.

Medizinische Erstversorgung

Je nach Diagnose oder Verdachtsdiagnose übernimmt der zuständige Arzt – etwa ein Facharzt für Innere Medizin beziehungsweise Gastroenterologie (Facharzt für Magen- Darmerkrankungen), ein Chirurg, Urologe, Frauenarzt (Gynäkologe) oder Gefäßspezialist – die weitere Betreuung des Patienten. Verschiedene Möglichkeiten kommen infrage: eine ambulante Betreuung, Überwachung in der Klinik, eine intensivmedizinische Behandlung, ein Eingriff.

Im Vorfeld geben technische Verfahren wie Blutanalysen, ein EKG (Elektrokardiogramm, Herzstromkurve) und eine Sonografie (Ultraschall-Untersuchung) weiteren Aufschluss. Bei Bedarf schließen sich spezielle Diagnosemaßnahmen an, etwa möglichst frühzeitig eine Computertomografie (CT) des Bauchraums (ersetzt die Röntgenübersichtsaufnahme des Bauches heute weitgehend), oder ein CT des Brustraums. Bei einer akuten Blutung des Magen-Darmtraktes sind meist eine endoskopische Untersuchung (Spiegelung) oder eine Gefäßdarstellung (Angiografie, zum Beispiel mittels CT oder Magnetresonanztomografie, MRT) angezeigt.

Lässt sich nach sorgfältiger Untersuchung kein krankhafter Befund erheben und ist der oder die Betroffene stabil, wird der Hausarzt ihn oder sie medizinisch weiter beobachten und bei wiederholten Beschwerden erneut untersuchen (lassen). Bleibt auch dies ergebnislos, ist gegebenenfalls fachpsychologischer Rat gefragt.


nach obenBauchschmerz-Check: Schmerzen im ganzen Bauch

Für die wenigsten Erkrankungen der Bauchorgane gibt es eine einzige, typische Schmerzlokalisation. Zwar können einige der nachfolgend genannten Krankheitsbilder mehr oder weniger an einer bestimmten Stelle im Bauch Beschwerden bereiten. Doch verlagern sich die Schmerzen mitunter auch oder werden phasenweise überall im Bauch empfunden. Manche Krankheitsbilder können sich von vornherein als akuter Bauch (siehe unten) äußern oder in diesen übergehen.

  • Bei einer Magen-Darminfektion (Gastroenteritis) oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treten Schmerzen zwar häufiger im mittleren und unteren Bauch auf, können aber auch ohne besonderen Schwerpunkt im gesamten Bauch verspürt werden. Es kann hier außerdem zu Durchfällen kommen, die nicht selten auch schleimig oder blutig sind. Auf Bauchschmerzen im Rahmen von Tropenkrankheiten geht dieser Beitrag nicht ein. Über Wurmerkrankungen, zum Beispiel Infektionen mit dem Fuchs- oder Hundebandwurm, lesen Sie hier mehr, zu Typhus im gleichnamigen Ratgeber.
  • Schmerzen bei einer Divertikulitis (entzündete Divertikel; das sind Schleimhautausstülpungen in Muskellücken der Darmwand), bei Verengung des Darmes, beim Reizdarmsyndrom oder schlicht infolge von Blähungen betreffen ebenfalls mitunter den gesamten Bauch. Sie können sich aber auch auf den Mittelbauch oder Unterbauch konzentrieren.
  • Der gesamte Bauch schmerzt teilweise erheblich bei einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis), ebenso in sich wiederholenden Phasen bei einer chronischen Pankreatitis (siehe dazu jeweils weiter unten, "Notfall: Akuter Bauch"). Schwerpunktmäßig kommt hier aber auch der Oberbauch als Schmerzlokalisation in Betracht. Die meist deutlichen Schmerzen breiten sich oft gürtelförmig aus.
  • Schmerzen, die bei krankhaften Veränderungen der Hauptschlagader (Aorta) auftreten, entwickeln sich meist plötzlich. Sie können sehr ausgeprägt sein oder sogar als vernichtend empfunden werden. Je nachdem, wo der Gefäßschaden liegt, werden sie im Brustraum und Rücken, im Oberbauch oder tief im Inneren des Bauches empfunden. Mehr dazu unten bei "Schmerzen in Bauchmitte, am Nabel" und im Abschnitt "Notfall: Akuter Bauch".
  • Eine Bauchfellreizung oder -entzündung (Peritonitis) verursacht je nach Auslöser entweder an bestimmten Stellen oder überall im Bauch deutliche Schmerzen, in Richtung akuter Bauch (siehe dort). Letzteres kann zum Beispiel bei einer Stoffwechselkrise durch einen entgleisten Diabetes passieren.
  • Auch die Bauchschmerzen bei erblichen Erkrankungen wie das familiäre Mittelmeerfieber betreffen oft den gesamten Bauch. Übergänge zum akuten Bauch sind ebenfalls möglich.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten wie Unverträglichkeit von Milchzucker oder Fruchtzucker sind in unterschiedlichem Ausmaß durch Beschwerden wie krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen, gegebenenfalls Durchfall und Übelkeit kurze Zeit nach dem Verzehr von Lebensmitteln gekennzeichnet, die den entsprechenden Zucker enthalten.

  • Zöliakie: Ein Eiweiß im Weizen namens Gluten, genauer sein Bestandteil Gliadin, löst bei den Betroffenen eine Entzündung des Dünndarms aus. Je nachdem, wie stark die Schleimhaut dadurch geschädigt ist, kommt es zu mehr oder weniger deutlichen Beschwerden. Dazu gehören Bauchschmerzen, chronische Durchfälle, Blähungen, fettige Stühle, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust. In der Folge sind Mangelerscheinungen, darunter Blutarmut und Skelettschäden möglich. Kinder können Entwicklungsstörungen erleiden. Die stark erblich geprägte Krankheit beziehungsweise Krankheitsveranlagung besteht im Prinzip lebenslang. Neben dem Darm können auch andere Organe Probleme bereiten. Mitunter tritt Zöliakie auch zusammen mit anderen (Auto-)immunkrankheiten auf, etwa Typ-1-Diabetes. Sie kann in jedem Lebensalter vorkommen und bessert sich durch eine streng glutenfreie Diät maßgeblich. Zum Nachlesen, auch über Diagnose und Therapie: Ratgeber "Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)".

  • Weizenunverträglichkeit: Weizenallergie und Weizensensitivität (auch: Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität): Ähnlich wie die Zöliakie ist die Weizenallergie eine immunologische Störung. Hier bildet das Immunsystem jedoch typisch-allergische Antikörper, die sich gegen verschiedene Eiweiße im Weizen richten. Zu den Symptomen siehe nachfolgend unter Nahrungsmittelallergie. Die Weizensensitivität ist nicht allergisch oder (auto-)immunologisch bedingt. Allerdings wird das Immunsystem "aktiviert", was zu einer gewissen Intoleranz führt. Die Beschwerden sind ähnlich wie bei einer Zöliakie, wobei auch hier zusätzlich Symptome auftreten können, die nicht dem Darm direkt zuzurechnen sind, etwa Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine gewisse gereizte Überaktivität. Als Therapie empfohlen: eine glutenfreie Diät, die aber nicht so streng sein muss wie bei der Zöliakie.
  • Nahrungsmittelallergien können verschiedene Reaktionen des Körpers auslösen, darunter diffuse, überall im Bauch spürbare Schmerzen. Eventuell treten auch Erbrechen und Durchfall auf. Relativ typisch bei einer allergischen Reaktion: Die Beschwerden beginnen oftmals schon beim Kontakt mit dem verantwortlichen Auslöser. Dabei kommt es zu pelzigen, geschwollenen Lippen und einem pelzigen Gefühl an der Mundschleimhaut, vielleicht Fließschnupfen und Augentränen. Auch Hautveränderungen wie bei Nesselsucht mit Juckreiz sind möglich, eventuell sogar Asthmaanfälle, selten ein Schockzustand.

nach obenBauchschmerz-Check: Schmerzen im Oberbauch

  • Magenerkrankungen wie Magenschleimhautentzündung, Reizmagen oder ein Magengeschwür stecken sehr häufig hinter Schmerzen im Oberbauch. Nicht von ungefähr heißt diese Körpergegend auch Magengrube. Schmerzen in dieser Körpergegend, die sofort nach dem Essen oder unabhängig davon auftreten und ständig vorhanden sind, können ein Magengeschwür anzeigen. Gelegentlich stellt der Arzt anlässlich der Oberbauchschmerzen die seltene "Riesenfalten-Erkrankung" (Morbus Ménétrier) des Magens fest.
  • Krankheiten des Zwölffingerdarms – ein Zwölffingerdarmgeschwür oder eine Zwölffingerdarmentzündung – stehen bei dieser Schmerzlage ebenfalls zur Diskussion. Auf ein Zwölffingerdarmgeschwür zum Beispiel können Beschwerden bei nüchternem Magen (nachts, frühmorgens) hindeuten, die sich nach dem Essen bessern.
  • Darmverengung, Lympherkrankung: Mitunter steckt eine Verengung des Dünndarms (Stenose), etwa durch eine Darmentzündung wie Morbus Crohn oder Geschwulsterkrankung hinter wiederholten Oberbauchschmerzen. Selten ist eine Erkrankung des Lymphsystems verantwortlich. Mögliche Begleitsymptome können je nach Lage der Engstelle zum Beispiel Verstopfungstendenz und wiederholtes Erbrechen in bestimmtem zeitlichen Abstand zum Essen sein und hängen ansonsten von der Grunderkrankung ab.
  • Lebererkrankheiten, von Entzündungen über eine Leberschwellung infolge anderer Krankheiten bis hin zu einem Leberabszess, können sich unter anderem mit einem Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch bemerkbar machen.
  • Insbesondere rechts im Oberbauch lokalisierte Beschwerden lassen an eine Lebererkrankung denken, zum Beispiel eine Leberentzündung (Hepatitis). Oder es liegt eine Gallenwegserkrankung vor, etwa eine Gallenblasenentzündung. Häufig sind Gallensteine die Ursache. Der Schmerz bei einer Gallenkolik ist anhaltend, kann Stunden dauern und bis in die rechte Schulter ausstrahlen. Übelkeit, Brechreiz oder Erbrechen, Schweißausbrüche, eventuell auch Gelbsucht kommen häufig dazu. Auch bei Erkrankungen der Leber und des rechten Zwerchfells können Schmerzen in der rechten Schulter auftreten.

    Nach einer Gallenblasenoperation bestehen Beschwerden hier gelegentlich weiter fort oder treten wieder auf.

    Auch ein Gallenstein, der den Gallengang blockiert, kommt ursächlich infrage. Häufig kommt es dabei auch zu Rückenschmerzen mit Betonung der rechten Seite, außerdem zu einer Gelbsucht.

    Da eine Blinddarmentzündung anfangs manchmal "Versteck spielt", können entsprechende Schmerzen zunächst rechts oben anstatt, wie sonst der Fall, rechts unten im Bauch auftreten. Auch in der Spätschwangerschaft ist das wegen der Enge im Bauch möglich. Ansonsten wandert der Schmerz meist doch noch in den rechten Unterbauch.

    Manchmal bereitet auf der rechten oberen Bauchseite eine Geschwulst an der rechten Dickdarm (Grimmdarm-)biegung Beschwerden.
  • Links im Oberbauch sitzt die Milz. Mit Erkrankungen dieses Organs verbundene Schmerzen spielen sich meist in diesem Körperwinkel ab. Sie können über die linke Körperseite in die linke Schulter, aber auch in den übrigen Bauch ausstrahlen. Mehr dazu weiter unten unter "Akuter Bauch".

    Innerer Eingeweidebruch
    (Hiatushernie, Gleitbruch): Im (linken) Oberbauch kann ein neben den Speiseröhrenausgang verlagerter Teil des Magens für Missempfindungen wie ein Druckgefühl nach dem Essen und Bauchschmerzausstrahlungen sorgen. Leitsymptome sind aber Sodbrennen und Schluckbeschwerden.

    Bei krankhaften Veränderungen des linken Zwerchfells können Schmerzen vom linken Oberbauch auch bis zur linken Schulter ausstrahlen.

    Erkrankungen der Nieren können ebenfalls auf einer Körperseite – links wie rechts – Schmerzsignale in den Oberbauch und Rücken aussenden.

    Bei Krankheiten der Bauchspeicheldrüse wie Entzündungen und Zystensie führen nicht selten auch zu Rückenschmerzen – breiten sich die meist ausgeprägten Bauchschmerzen weit nach links oder rechts, sozusagen gürtelförmig, im Oberbauch aus. Im Verlaufe einer Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung gehören Schmerzen im Oberbauch und Rückenschmerzen ebenfalls zu den möglichen Beschwerden.

    Gelegentlich macht sich eine Geschwulst an der linken Biegung des Dickdarms (auch Grimmdarm) mit einem Druckgefühl oder Schmerzen im linken Oberbauch bemerkbar.
  • "Am Rande": Außerdem ist der Oberbauch eine mögliche Lokalisation der Gürtelrose (Herpes zoster). Die stets einem bestimmten Hautgebiet auf einer Körperseite zugeordneten, oft extrem unangenehmen Nervenschmerzen – keine Bauchschmerzen! – gehen den typischen Hautbläschen meist zwei bis drei Tage voraus.

    Zum Bauchwandschmerz siehe oben (Abschnitt: "Bauchschmerzen – meist ist ein Bauchorgan schuld").

    Was Seitenstechen ist, lesen Sie unter "Seitenstechen? Das hilft!".

Bauchschmerz-Check: Schmerzen in Bauchmitte, am Nabel

  • Nabelbruch (Nabelhernie): Ein Bruch im Bereich der Bauchwand ist eine Ausstülpung von Gewebe (Bruchsack) durch eine Schwachstelle oder Lücke (Bruchpforte). Verdächtig in der Richtung ist zum Beispiel eine Vorwölbung am Nabel. Ein Nabelbruch ist per se meist schmerzlos. Klemmt er sich aber ein, wird er zum Notfall und muss sofort operiert werden. Auch Nabelbrüche, die Schmerzen bereiten oder größer werden, sollten Erwachsene entfernen lassen, im letzteren Fall, um beispielsweise Schädigungen enthaltener Organanteile zu vermeiden.
  • "Nabelkoliken": Schmerzen um den Nabel herum, bei denen sich nach sorgfältiger Untersuchung keine körperliche Ursache finden lässt. Daher nennen Kinderärzte die Beschwerden heute funktionell. Infrage kommt hier zum Beispiel eine Bauchmigräne. Mehr dazu oben im Abschnitt "Bauchweh bei Kindern".
  • Reizdarmsyndrom und die seltene intestinale Pseudoobstruktion: Schmerzen bei diesen Erkrankungen, die oft als "Darmkrämpfe" empfunden werden, finden sich oft im mittleren Bauch. Sie können aber auch in wechselnde Richtungen gehen. Die intestinale Pseudoobstruktion ist eine Art Stillstand von Teilen des Darms und betrifft meist den Dünndarm. Es gibt erbliche Ursachen, dann tritt das Problem meistens schon nach der Geburt auf. Darüber hinaus sind Menschen im höheren Lebensalter betroffen. Ursachen sind dann meist andere Erkrankungen, die Muskeln und Nerven des Darms in Mitleidenschaft ziehen. Zu den Leitbeschwerden der Darmerkrankung gehören Bauchschmerzen, Übelkeit, Verstopfung und Völlegefühl bis hin zu einer Darmlähmung (siehe unten: "Notfall: Akuter Bauch"). Andererseits kommen auch Durchfälle und Gewichtsverlust vor.
  • "Verwachsungen" am Dünndarm führen häufig einige Stunden nach der Nahrungsaufnahme zu krampfartigen Beschwerden in der Bauchmitte, eventuell auch zu Erbrechen. Eine mögliche Lokalisation hier ist aber auch der Oberbauch (siehe oben).
  • Eine (beginnende) Blinddarmentzündung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder eine Verengung des Darms bereitet manchmal in der Nabelgegend Schmerzen.
  • Auch die Hauptschlagader (Aorta) entpuppt sich wie bereits erwähnt ab und zu als Quelle von Schmerzen im Bauch – in der Mitte oder auch im gesamten Bauch. Die Aorta, das größte Gefäß des Körpers, verläuft im Brust- und Bauchraum. Manchmal weitet es sich. Ein solches Aneurysma betrifft am häufigsten den Abschnitt im Bauch unterhalb des Abgangs der Nierenarterien. Das Bauchaortenaneurysma tritt bei etwa einem Prozent der Bevölkerung auf. Zu den Hauptrisikofaktoren gehören Rauchen, Arteriosklerose und Bluthochdruck. Bei Männern, die zu hohen Blutdruck haben, steigt das Risiko für ein Bauchaortenaneurysma schon auf etwa zehn Prozent. Symptome: Ein Aneurysma der Bauchschlagader ist meistens symptomarm. Mitunter treten Bauchschmerzen, eventuell auch zur Körperseite (Flanke) hin, auf. Wenn die Gefäßaussackung sehr groß ist, lässt sie sich manchmal als pulsierende "Geschwulst" im Bauch tasten. Mögliche Komplikationen sind ein Riss oder die Bildung von Blutgerinnseln, die sich von der inneren Aortenwand lösen und mit dem Blutstrom in eine andere Ader gelangen können. Der Vorgang heißt Embolie. Insbesondere der akute Riss ist ein lebensbedrohlicher Notfall (siehe unten: "Notfall: Akuter Bauch"). Doch auch die Embolie bedeutet je nach Lage eine ernsthafte Komplikation.

nach obenBauchschmerz-Check: Schmerzen im Unterbauch

  • Typisch Blinddarm? Schmerzen im Unterbauch (rechts, manchmal auch mehr in der Mitte) sind charakteristisch, wenn auch nicht beweisend für eine Blinddarmentzündung. Immerhin kommen auch Divertikelentzündungen (links, manchmal auch rechts) als Schmerzursache infrage (zur Divertikelkrankheit / Divertikulitis siehe weiter oben, Abschnitt "Gesamter Bauch").
  • Harnwege und innere Fortpflanzungsorgane gehören ebenfalls zum Unterbauch. Kein Wunder, dass beispielsweise Blasenentzündungen hier verspürt werden. Sie betreffen häufiger Frauen als Männer. Neben Unterleibsschmerzen gehören Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Veränderungen des Urins zu den Symptomen.

    Weitere Ursachen von Unterleibschmerzen bei Frauen

  • Mitunter bemerken Frauen einen sogenannten Mittelschmerz. Der Mittelschmerz ist nicht krankhaft, sondern entsteht beim Eisprung, normalerweise in der Mitte des Monatszyklus. Dabei ist vorübergehend eine leichte Blut- und Schleimabsonderung aus der Scheide möglich.
  • Schmerzen im Zusammenhang mit der Menstruation bereiten in der Regel keine Probleme bei der Zuordnung. Eine weitere mögliche Ursache von Unterleibsbeschwerden sind Myome der Gebärmutter sowie Eileiter- und Eierstockentzündungen (Oberbegriff: Adnexitis). Oft damit verbunden sind schmerzhafte und unregelmäßige Monatsblutungen.
  • Zyklisch wiederkehrende Schmerzen können auch von Endometriose-Gewebe im Unterbauch ausgehen. Es kommt hier häufig auch zu Rückenschmerzen, Zwischenblutungen, Schmerzen beim Sex. Bei Darmendometriose sind zudem Blutungen aus dem Darm möglich.
  • Eine Gebärmutterentzündung ist erst dann wirklich schmerzhaft, wenn sie sich bis in die Wandmuskulatur ausgedehnt hat (mögliche Ursachen: zum Beispiel sexuell übertragene Infektionen, Infektionen nach Eingriffen wie Kürettage oder durch eine Spirale). Neben eher beschwerdearmen Verläufen kommen neben Unterleibsschmerzen auch Symptome wie Ausfluss und Fieber vor.

    Bei Männern
  • Bei Männern kann eine Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse), seltener eine Samenblasenentzündung, zum Beispiel neben Beschwerden beim Wasserlassen auch Unterbauchschmerzen verursachen.

    Und nochmal bei beiden Geschlechtern
  • Schmerzen im Genital- und Leistenbereich kommen bei Männern wie Frauen in Form von Harnleiterkoliken vor, wobei hier eine Schmerzausstrahlung bis in den Oberschenkel möglich ist. Mehr dazu in den Ratgebern "Nierensteine" und "Blasensteine".
  • Eher seitlich im Unterbauch verursachen mitunter auch eine Beckenvenenthrombose oder ein womöglich sich einklemmender Leistenbruch (Hernie) Beschwerden. Dieselbe Schmerzlokalisation kommt zudem bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, siehe auch oben im Abschnitt "Bauchschmerz-Check: gesamter Bauch") infrage.

    Weitere mögliche Schmerzphänomene im Unterbauch sind rechtsseitig Ausstrahlungen von der Gallenblase und vom Magen, linksseitig unter anderem entzündete Dickdarmdivertikel.

nach obenBauchschmerz-Check: Schmerzausstrahlung in den Bauch

  • Schmerzen bei Herzkranzgefäßerkrankungen – von einer Angina pectoris bei einer koronaren Herzkrankheit bis hin zum Herzinfarkt –, außerdem bei Herzbeutelentzündungen strahlen nicht selten in den Oberbauch aus oder werden hauptsächlich dort verspürt, manchmal auch mehr rechts oder links oben.
  • Die Rückfluss- oder Refluxkrankheit der Speiseröhre macht sich zwar meist im Brustraum unter dem Brustbein bemerkbar, vorzugsweise beim Liegen. Sie kann mit ihren Beschwerden aber auch den Oberbauch erreichen. Leitsymptom ist Sodbrennen.
  • Roemheld-Syndrom heißt eine Störung, die mit Druckgefühl im Oberbauch, vor allem aber mit Herzbeschwerden wie Herzstechen, Herzstolpern, eventuell auch Atembeklemmung einhergeht. Auslösend ist eine Überblähung des Magens oder von Darmanteilen im Oberbauch. Auch nach einer Anti-Reflux-Operation zwischen Speiseröhre und Magen (Fundoplicatio) können solche Beschwerden auftreten, vor allem nach Trinken kohlensäurehaltiger Getränke. Die Fundoplicatio ist ein bewährter Eingriff bei anders nicht beeinflussbaren Rückflussbeschwerden, lässt sich aber meist vermeiden.
  • Weitere Schmerzursachen im Brustraum, die auch auf den Oberbauch zielen: siehe ebenfalls oben, Abschnitt: "Vermeintliche Bauchschmerzen: Auf Begleitsymptome achten".

Akuter Bauch: Häufig ist eine Operation nötig

Thinkstock/Hemera

nach obenNotfall: Akuter Bauch

Ein akuter Bauch ist lebensbedrohlich. Kennzeichen sind häufig erhebliche Bauchschmerzen und eine bei der Tastuntersuchung stark angespannte, druckschmerzhafte Bauchdecke, die sich hart anfühlt. Diese Abwehrspannung weist auf eine Bauchfellreizung oder -entzündung hin (Fachbegriff: Peritonismus oder Peritonitis). Der Bauch ist oft aufgetrieben. Dazu kommen häufig Alarmsymptome wie beispielsweise anhaltende Übelkeit oder Erbrechen, Kreislaufschwäche, Schock, hohes Fieber. Die Betroffenen müssen notfallmäßig in einer Klinik behandelt werden.

  • Akute Bauchschmerzursachen im Bauch

Verdauungsorgane – viele mögliche Schmerzquellen

Durchbrechendes oder durchgebrochenes Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür (Perforation) und Bauchfellentzündung (Peritonitis);

Durchbruch eines entzündeten Darmabschnittes, zum Beispiel bei der Divertikelkrankheit und Bauchfellentzündung;

Bakterielle, eitrige Gastritis (seltene Form der Magenschleimhautentzündung, kommt zum Beispiel bei Immunschwäche vor);

Schwere Entzündung oder Vereiterung der Gallenblase;

Akute oder chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eventuell mit sogenannter Pseudozyste; die Gewebeveränderungen können auch Nachbarorgane wie den Zwölffingerdarm, den Gallengang, umgebende Blutgefäße und auch den Gang der Bauchspeicheldrüse selbst einengen;

Akute Lebererkrankung (Stauung, Entzündung, Abszess oder Platzen (Ruptur), beispielsweise bei Befall mit Amöben);

Akute Milzerkrankung (Milzinfarkt, Abszess, Riss). Mögliche Probleme hier sind ein Milzinfarkt, zum Beispiel infolge eines eingeschwemmten Blutgerinnsels in die Milzarterie, oder ein Milzriss (Ruptur) infolge einer Bauchverletzung. Bei starker Milzvergrößerung kann es spontan zu einer Ruptur kommen. Selten, aber im Prinzip möglich ist das zum Beispiel bei einer Infektionskrankheit wie das Pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose). Ein Milzriss kann infolge eines Blutungsschocks lebensbedrohlich sein. Bei der erblichen Sichelzellkrankheit sind unter anderem Schäden der Milz mit Bauchschmerzen und vielfältige Schmerzkrisen in den Genen "programmiert". Allerdings kann in schweren Fällen im Prinzip eine Stammzellverpflanzung helfen. Sie wird bislang hierzulande nur selten in wenigen, spezialisierten Zentren durchgeführt.

Akute Blinddarmentzündung mit Durchbruch oder Tendenz dazu, mit Abszess und / oder Bauchfellentzündung;

Bauchfellreizung oder -entzündung, zum Beispiel bei Nierenversagen oder entgleistem Diabetes;

Darmverschluss, in der Fachsprache mechanischer Ileus genannt: Im Bereich des Dünndarms kann der Verschluss durch Narbengewebe (sogenannte Bride), ab und zu durch einen Tumor, einen durchgebrochenen Gallenstein oder einen Dünndarmstein entstehen. Letzterer ist selten – gelegentlich Folge von Entzündungen oder "Verwachsungen". Ein innerer Eingeweidebruch mit Einklemmung und Abschnürung des Dünndarms gehört ebenfalls zu den Auslösern. Häufiger treten Verschlüsse im Bereich des Dickdarms auf. Ursachen sind Verengungen, ein Durchbruch oder Abszess bei Entzündungen, etwa im Zuge eines Morbus Crohn oder einer Divertikelkrankheit. Möglich auch, dass ein Tumor den Dickdarm blockiert. Mitunter ist ein Kotstein, Gallenstein oder ein um die Achse seiner "Aufhängung" verdrehtes Darmstück (Volvulus, bei Erwachsenen wiederum eher selten) schuld daran. Bei Säuglingen und Kleinkindern stülpt sich gelegentlich ein Stück vom Dünndarm und Blinddarm in den angrenzenden Dickdarm ein (Invagination).

Ein sogenanntes toxisches Megakolon droht bei hochakuten, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dabei bläht sich der erheblich entzündete und dadurch geschädigte Darm massiv auf. Das Risiko, dass es zu einem Darmdurchbruch mit einer Bauchfellentzündung und Schock kommt, ist groß.

Nach Operationen an den Verdauungsorganen können Komplikationen auftreten wie eine Darmlähmung, selten eine Bauchfellentzündung. Ob einer Darmlähmung Schmerzen vorausgehen, hängt vom Auslöser ab. Ein schmerzhafter Darmverschluss kann in eine Darmlähmung übergehen.

Blutgefäße: Entzündungen, akute Verschlüsse, Risse

Auch Entzündungen der Eingeweidearterien führen manchmal zu einem akuten Bauch. Solche Gefäßentzündungen können beispielsweise im Rahmen bestimmter immunologischer Erkrankungen, sogenannten Autoimmunerkrankungen, entstehen. Gefäße können sich infolge der Entzündung verengen oder verschließen. Dann kann es akut zu Durchblutungsstörungen des betroffenen Organs kommen – auch im Bauchraum.

Bei einigen Krankheiten des Herzens oder der Hauptkörperschlagader (Aorta) gelangt mitunter ein Blutgerinnsel in ein kleineres Eingeweidegefäß (eine Arterie, also Schlagader) und verstopft es. Seltener bildet sich ein Venenverschluss im Bauchraum. Der Fachbegriff bezüglich der Bauchgefäße lautet Mesenterialarterien- oder Mesenterialvenen-Verschluss. Mesenterium steht für das Gekröse.

Abflussstörungen in Lebervenen (Budd-Chiari-Syndrom), eher ein seltenes Krankheitsbild, verursachen ebenfalls akute Bauchsymptome.

Entwickelt sich in der Bauchschlagader (betrifft den im Bauchraum gelegenen Abschnitt der Hauptkörperschlagader) ein sehr kleiner Wandeinriss über längere Zeit, kann das symptomlos bleiben. Ganz anders der Riss (Ruptur) einer größeren Wandausbuchtung (Aneurysma): Leitsymptom hier ist ein extrem starker, als vernichtend empfundener Rücken- oder (Ober-)Bauchschmerz, dazu kommt bei innerem Blutverlust meist ein Kreislaufschock. Ähnliche Symptome können bei einem Herzinfarkt auftreten, obwohl sie hier ganz anders entstehen. Wie auch immer: Unverzüglich den Notarzt (Rettungsdienst, Notruf: 112) alarmieren!

Harn- und Geschlechtsorgane: Entzündung, Steine & Co.

Eine Nierenbeckenentzündung oder ein Nierenabszess, ein akuter Harnstau der Niere durch Steine oder andere Ursachen macht sich mit schmerzhaften "Koliken" bemerkbar, die vorübergehend auch den Darm lahmlegen können. Die Schmerzen werden häufig im Unterbauch bis hin zum äußeren Genitale, manchmal auch im Rücken empfunden. Dies gilt auch für einen Niereninfarkt – dazu kann es durch ein aus dem Herzen eingeschwemmtes Blutgerinnsel kommen –, oder für eine akute Überdehnung der Blase bei Harnverhalt. Dieser entsteht häufig durch ein mechanisches Abflusshindernis. So kann bei Männern eine stark vergrößerte Prostata die Blasenentleerung blockieren und zu einer äußerst schmerzhaften Überdehnung führen.

Bei Kleinkindern, Jungen und männlichen Heranwachsenden vermittelt mitunter eine Hodentorsion, also eine Drehung des Hodens nebst Samenstrang um die eigene Achse (Stiehldrehung), das Bild eines akuten Bauches.

Stiehldrehung des Eierstocks: Als eine weitere mögliche Schmerzquelle gilt eine Torsion des Eierstocks. Das kommt häufiger bei größeren Zysten oder einem Tumor des Eierstocks vor. Wenn ein solches Gebilde platzt, droht Lebensgefahr durch eine Blutung im Bauchraum (Notfall!). Ähnliche Komplikationen kann eine Eileiterschwangerschaft (siehe unten) verursachen.

Wenn die Bauchdecke selbst akut Probleme bereitet

Auch eine Blutung in der Sehnenhülle der Bauchwandmuskulatur ist in der Lage, einen extrem starken Druckschmerz insbesondere an der Bauchdecke auszulösen. Im Falle von äußeren Eingeweidebrüchen (= Hernien; bei Leistenhernien häufiger als bei Schenkelhernien) können Darmschlingen mit eingeklemmt werden. Dabei ist ein Darmverschluss möglich, ebenso eine starke Schädigung des Darms (siehe auch weiter oben: Nabelbruch).

  • Akute Bauchschmerzursachen außerhalb des Bauches


Vitalorgane: Herz, Lungen, Hauptschlagader
in Not?


Die nachfolgend genannten Erkrankungen treten nicht nur mit hochakuten Brustschmerzen, Kreislaufproblemen, Atemnot und schockartigen Symptomen in Erscheinung. Manchmal gehen sie auch mit Zeichen des akuten (Ober-)Bauches einher. Zu nennen hier:

Herzinfarkt, akute Herzschwäche (kann zu Bauchschmerzen durch Kapselspannung infolge einer Leberstauung führen);

Lungenembolie, Pneumothorax (Lungenkollaps bei Luft im Lungenfellspalt), schwere Lungenentzündung, Lungenfell- und Brustmittelfellentzündung (Mediastinitis);

Ähnlich verhält es sich gelegentlich bei manchen akuten Speiseröhrenerkrankungen und mitunter bei einer Aussackung (Aneurysma) der Brustaorta (Hauptschlagader im Brustbereich: Aorta thoracalis descendens) mit Einriss. Zudem sind hier Rückenschmerzen möglich.

Stoffwechsel- und Hormonkrisen: Am bekanntesten sind entgleiste Zuckerwerte

Diabetes, Nierenversagen: Akute Bauchschmerzen (Pseudoperitonitis, "chemische Peritonitis") bei entgleistem Typ-1-Diabetes (Ketoazidose) oder infolge Vergiftung des Körpers bei Nierenversagen (Urämie) können sich als akuter Bauch bemerkbar machen. Unter anderem kommt es dabei auch zu Übelkeit und Erbrechen.

Ausgeprägte Fettstoffwechselstörungen, etwa eine massive Erhöhung der Triglyzeridwerte im Blut, wirken sich mitunter ähnlich aus: Folge kann hier eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein, die zu einem akuten Bauch führt.

Akute Nebennierenschwäche (Nebennierenrinden-Insuffizienz): Eine andere mögliche Ursache von akuten Bauchschmerzen verbirgt sich in den allgemein wenig bekannten Nebennieren. Eine Nebennierenschwäche wie zum Beispiel die Addison-Krankheit beispielsweise kann sich manchmal krisenhaft zuspitzen. Dabei sind Symptome wie Brechreiz, starke Bauch- oder Flankenschmerzen, Ohnmacht und Schock möglich. Die Therapie besteht hier unter anderem im Ersatz der fehlenden Hormone.

Auch eine massive Überfunktion der Schilddrüse (thyreotoxische Krise) oder ein stark erhöhtes Kalzium im Blut (hyperkalzämische Krise) lösen neben anderen bedrohlichen Störungen mitunter einen akuten Bauch aus.

Bei einer bestimmten, akuten Form der Porphyrie mit Bezug zur Leber können wiederholt schwere akute Bauchschmerzen und neurologische Störungen auftreten. Porphyrien sind Stoffwechselstörungen, die einen Bestandteil des roten Blutfarbstoffes betreffen.

Bluterkrankungen, Infektionskrankheiten

Krankhafter Abbau der roten Blutkörperchen (Hämolyse, unter anderem bei Malaria) führt zu Blutarmut mit allgemeiner Schwäche, Müdigkeit, eventuell blasser Haut. Möglich sind auch akute, krisenartige Bauchschmerzen. Auslösend können Gerinnungsstörungen sein, zum anderen können Leber und Milz stark anschwellen. Das Augenweiß kann eine leicht gelbliche Färbung annehmen – Ausdruck einer beginnenden Gelbsucht. Sie entsteht, weil der Gallenfarbstoff Bilirubin vermehrt anfällt. Bilirubin ist ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin.

Bei einer Blutkrankheit wie der Sichelzellkrankheit können unter anderem innere Organe wie die Milz Schaden nehmen (siehe oben, Abschnitt "Schmerzursachen im Oberbauch"). Wiederum sind heftige Bauchkrisen die Folge.

Schwangerschaft: Die große Mehrzahl verläuft normal; nur selten treten Probleme auf

In der Schwangerschaft (mehr dazu auf unserem Partnerportal www.baby-und-familie.de) treten akute Bauchsymptome etwa als Folge einer Blinddarmentzündung, Gallen- oder Nierenkolik genauso häufig (oder selten) auf wie bei nicht schwangeren Frauen. Wenn eine Operation nötig ist, lässt sich die Schwangerschaft in der Regel aufrechterhalten.

Eine Besonderheit ist das sogenannte HELLP-Syndrom. Die aus dem Englischen abgeleitete Abkürzung setzt sich aus den Buchstaben für die Begriffe Hämolyse (Blutzerfall; (H)), erhöhte Leberwerte (EL) und niedrige Zahl der Blutplättchen (LP) zusammen. Das Krankheitsbild gehört zu den Gestosen. Das sind Erkrankungen, die nur in der Schwangerschaft auftreten. Oft entwickelt sich bei einer Gestose zum Beispiel ein Bluthochdruck. Beim Übergang der Gestose in ein HELLP-Syndrom – betroffen sind schätzungsweise etwa zwei bis sechs von tausend Schwangeren – kommt es zum Zerfall roter Blutkörperchen, Blutgerinnungsstörungen, Erbrechen, akuten Leberstörungen und starken Schmerzen im rechten Oberbauch. Es drohen Nierenversagen, ein Riss der geschwollenen Leber und Ablösung der Plazenta. Die einzige Therapie besteht in der vorzeitigen Entbindung per Kaiserschnitt.

Weitere schwangerschaftsbedingte Ursachen des akuten Bauches sind Fehlgeburten. Daneben kommen schwere Entzündungen der Gebärmutter, eventuell auch der Eierstöcke durch Infektionen nach einer normalen Entbindung oder Kaiserschnitt in Betracht. Platzt bei einer Eileiterschwangerschaft der Eileiter, geht dies mit starken, auf einer Seite oder im gesamten Unterbauch empfundenen Schmerzen einher. Es besteht Schockgefahr. Diese Komplikation ist jedoch deutlich seltener als ein natürlicher Abbruch der Schwangerschaft durch eine Fehlentwicklung beim Embryo oder eine Störung bei der Mutter.

nach obenBauchschmerzen: Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, den Umständen und dem Schweregrad der Symptome (siehe auch oben, Abschnitt "Bauchschmerzen: Wann zum Arzt?"). Bei leichten Beschwerden können pflanzliche Präparate und Tees Darmkrämpfe lösen helfen und die Verdauung unterstützen, etwa Pefferminz-, Kümmel-, Fenchel-, Anistee. Dazu gibt es Rat auch in Apotheken. Wämeanwendungen – von der Wärmflasche bis zum Kirschkernkissen – können guttun, solange beispielsweise keine entzündliche Erkrankung wie etwa ein entzündeter Blinddarm vorliegt.

Auch etwas Bewegung kann den Darm bei leichten Schmerzen "ablenken". Nehmen Sie kurzfristig leichte Kost zu sich, sofern der Appetit mitmacht. Trinken Sie aureichend Flüssigkeit, bei Fieber auch mehr als die im Allgemeinen empfohlenen rund 1,5 Liter. Selbsthilfemaßnahmen erstmal nur kurzfristig anwenden und bei fortbestehenden oder sich verschlimmernden Beschwerden zügig den Arzt hinzuziehen.

Ungewöhnlich schmerzhafte Regelblutungen und Zyklusanomalien, zum Beispiel Blutungen außerhalb der Regel, gehören vom Frauenarzt abgeklärt.

Beim akuten Bauch kommt es neben der Notfallhilfe auf die Entscheidung der Ärzte an, ob unverzüglich eine Operation angezeigt ist. Achtung: Nehmen Sie keine Schmerzmittel auf eigene Faust ein, essen und trinken Sie vorübergehend nichts mehr, bis der Notarzt entschieden hat, was zu tun ist.


nach obenRatgeber Bauchschmerzen: Fachliteratur

Herold G und Mitarbeiter: Innere Medizin, 2016, Köln Gerd Herold

HFH – Hausätztliche Fortbildung Hamburg (26. März 2013): Beratungsanlass chronische Bauchschmerzen. Online:

https://www.uke.de/institute/allgemeinmedizin/downloads/institut-allgemeinmedizin/HFH_Handout_Chronische_Bauchschmerzen_2013.pdf (Abgerufen am 30.09.2015)

Koop H, Koprdova S, Schürmann C: Chronischer Bauchwandschmerz. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 51-7. Online: DOI: 10.3238/arztebl.2016.0051 (Abgerufen am 05.02.2016)


Dazu Stellungnahme Prof. Dr. med. G E Feurle in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 113, Heft 29-30 vom 25. Juli 2016, S. 503

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie- Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS), gemeinsam mit der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG e.V.): S2k-Leitlinie Zöliakie. AWMF-Register Nr. 0212/021. Stand: 5–2014. Online: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-021l_S2k_Zöliakie_05_2014_01.pdf

Müller B und Sidler M für die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (SGPGHE): Funktionelle Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen – Ein Update. Paediatrica Vol. 25, Nr. 1, 2014

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Wichtig: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.




Bildnachweis: W&B/ Martin Ley, Thinkstock/Hemera

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