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Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö)

Wenn die Periode ausbleibt, hat das oft natürliche Ursachen: eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre. Aber auch Stress, körperliche Belastungen, Essstörungen und hormonelle Probleme können dahinterstecken


Nicht schwanger, und trotzdem bleibt die Periode aus: Sehr schlanke und sportlich extrem aktive junge Frauen haben manchmal damit zu tun

Stellt sich die Monatsblutung nicht wie gewohnt ein, gibt es je nach Lebensphase und Alter einer Frau natürliche Gründe dafür. Eine Schwangerschaft kündigt sich durch das Ausbleiben der Periode an. Stillende Mütter haben oft länger keine Menstruation oder Menses. Mit dem Ende der fruchtbaren Jahre, nach der Menopause, kommen die Blutungen schließlich ganz zum Erliegen.

Dirigenten des weiblichen Zyklus sind eine Reihe von Hormonen und Hormongruppen. Ihr Wechselspiel bestimmt den Ablauf der monatlichen Blutungen. Doch das fein eingestellte Zusammenwirken unterliegt verschiedensten Einflüssen und gerät mitunter ungeplant aus dem Takt.

Was Frauen aus dem Monatsrhythmus bringt

Eine ausbleibende Regelblutung, Mediziner sprechen von Amenorrhö, kann also auch eine Menstruationsstörung sein, so wie beispielsweise Zwischenblutungen oder übermäßig heftige Regelschmerzen. Sie zeigt dann an, dass körperlich und/oder seelisch etwas nicht stimmt. Einige Frauen erleben eine Amenorrhö bisweilen in Zeiten, in denen sie sich besonders unter Druck fühlen, beruflich oder privat. Einschneidende Erlebnisse, tiefgreifende Sorgen, Trauerphasen wirken auch auf körperliche Vorgänge. Die Psyche beeinflusst die Aktivität von Nerven und ihr Zusammenspiel mit den Hormonen.



Blick auf die Waage: Deutliches Untergewicht hat Einfluss auf die Periode

Frauen, die sich körperlich zu viel zumuten, etwa extrem Leistungssport betreiben, bekommen häufiger ihre Periode nicht. Zudem reagieren Hormone und Nerven empfindlich auf ausgeprägte Gewichtsveränderungen: auf starkes Übergewicht und Fettleibigkeit, aber vor allem auf erhebliche Gewichtsabnahme. So ist eine ausbleibende Monatsblutung eine der körperlichen Folgen von Magersucht. Eine Amenorrhö tritt aber auch bei übergewichtigen Frauen auf, häufig im Zusammenhang mit bestimmten hormonellen Erkrankungen.

Unterschiedliche hormonelle Erkrankungen, ein Mangel an weiblichen oder ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen gehören zu den krankhaften Auslösern. Damit verbunden sind Ursachen wie Erkrankungen im Gehirn, in den Eierstöcken, Tumore oder Autoimmunerkrankungen. Ebenso können Fehlbildungen und Schäden an den Geschlechtsorganen oder einige Medikamente Zyklusstörungen auslösen (siehe unten „Überblick über mögliche Ursachen einer ausbleibenden Regelblutung“).

Im Mittelpunkt: Gehirn, Eierstöcke und Hormone

Verschiedene Bereiche im Gehirn steuern die Aktivität der Geschlechtshormone, die den Menstruationszyklus bestimmen. Die wichtigsten Produktionsorte für die zuständigen Hormone sind der Hypothalamus im Zwischenhirn (Hormon GnRH), die mit ihm verbundene Hirnanhangdrüse oder Hypophyse (Hormone FSH, LH) und die Eierstöcke (Östrogene, Progesteron, Androgene).


Der weibliche Monatszyklus

  • Menschliches Gehirn (Schematische Darstellung)

    Zu Beginn eines Menstruationszyklus regt das Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) das Wachstum einzelner Eizellen im Eierstock an. FSH entsteht in der Hirnanhangdrüse oder Hypophyse unter der rhythmischen Regie eines Hormons mit Namen GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon). Dessen Ursprungsort ist wiederum der Hypothalamus, ein Areal im Zwischenhirn, das für viele unwillkürlich ablaufende Körpervorgänge wie Kreislauf, Durst, Hunger, Schlaf und Wärmehaushalt zuständig ist. Hier sind auch Reize aus anderen Teilen des Gehirns zugeschaltet. Äußere Eindrücke, seelisches Erleben, körperliche Veränderungen wirken somit auf das GnRH und die nachfolgenden Hormonfunktionen ein.

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  • Weibliche Geschlechtsorgane

    Von den Eizellen erreicht nur eine die volle Reife. In der Hülle, die die Eizellen umgibt (Hülle und Eizelle zusammen heißen Follikel), werden die Östrogene produziert. Unter ihrem Einfluss baut sich die Schleimhaut der Gebärmutter auf. Damit ist diese bereit für das befruchtete Ei. Die Hirnanhangdrüse schüttet dann auf Kommando der Östrogene das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) aus. Es veranlasst die reife Eizelle vom Eierstock in den Eileiter zu wandern. Zurück bleibt die leere Hülle, die sich zum Gelbkörper umwandelt und nun vermehrt das Gelbkörperhormon Progesteron sowie ebenfalls Östrogene bildet. Daraufhin nehmen die Konzentration von FSH und LH und die Wirkung von GnRH ab. Findet keine Befruchtung statt, wird die Gebärmutterschleimhaut zusammen mit Blut ausgestoßen. Die Progesteronmenge geht zurück, GnRH, FSH und LH kommen wieder auf den Plan. Der Zyklus beginnt von neuem (siehe auch die folgende Grafik im Haupttext).

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Der weibliche Monatszyklus. Ein Klick auf die Lupe oben links im Bild zeigt die ganze Grafik

Im Zusammenhang mit einer ausbleibenden Regelblutung kann zudem das Hormon Prolaktin bedeutend sein. Es stammt ebenfalls aus der Hypophyse und steht unter anderem unter dem Einfluss der Schilddrüsenhormone. Prolaktin beeinflusst die Milchgänge in der weiblichen Brust und die Muttermilchbildung. Eine zu hohe oder zu niedrige Prolaktinausschüttung wirkt sich auf das Hormon GnRH aus und damit auf die Funktion der Eierstöcke.

Ungleichgewichte auf all diesen Ebenen können ein Aussetzen der Periode bewirken. Das gilt vor allem für Einflüsse direkt auf den Hypothalamus und die Hirnanhangdrüse. Wenn die Eierstöcke nicht richtig funktionieren, ein Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen herrscht, läuft der Zyklus nicht mehr geregelt ab. Den planmäßigen Blutungsabgang behindern zudem manchmal Erkrankungen der Gebärmutter oder der Scheide.

Andere Hormonstörungen, etwa eine Unterproduktion von Schilddrüsenhormonen, beeinflussen ebenfalls den Regelkreis der Geschlechtshormone. Eine Amenorrhö kann die Folge sein. Zudem wirken psychische Belastungen über den Hypothalamus auf die Eierstockaktivitäten. Ist der Körper mit Nährstoffen unterversorgt, etwa bei einer Magersucht oder bei bestimmten Verdauungskrankheiten, leiden auch die hormonproduzierenden Organe unter dem Mangel.

Mitunter sind Medikamente für Menstruationsstörungen verantwortlich (siehe unten „Überblick über mögliche Ursachen für das Ausbleiben der Regelblutung“). Manchmal lässt sich jedoch auch keine konkrete Ursache finden (idiopathische Amenorrhö).

Bleiben die Menses bei einer Frau, die vorher mehr oder minder normale Menstruationszyklen hatte, länger als drei Monate aus, sprechen Mediziner von einer sekundären Amenorrhö.

Wenn die Regel gar nicht erst eintritt: primäre Amenorrhö

Junge Frauen, die bis zum Ende des 16. Lebensjahrs überhaupt keine Periode bekommen, leiden an einer primären Amenorrhö. Hier liegen die Ursachen zumeist in angeborenen Störungen. Das können Chromosomenvarianten sein, die zum Beispiel eine Fehlentwicklung der Geschlechtsorgane und der Produktion der Geschlechtshormone zur Folge haben. Es gibt unterschiedliche Formen der Intersexualität (Hermaphroditismus, "Zwitter"), die zu verschiedenen Entwicklungsproblemen führen. Auch Autoimmunerkrankungen und Tumoren im Kindesalter kommen als Ursachen für eine primäre Amenorrhö infrage.



Gespräch mit der Frauenärztin: Sie wird die nötigen Untersuchungen einleiten

Wann zum Arzt?

Suchen Sie immer Ihren Frauenarzt auf, wenn

  • die Periode nicht wie üblich einsetzt und eine Schwangerschaft möglich ist,
  • Sie selbst eine Schwangerschaft ausschließen können, die Regel jedoch dreimal hintereinander ausgeblieben ist,
  • Sie keine Blutungen mehr haben, seitdem Sie ein bestimmtes Medikament einnehmen,
  • die Regel ausbleibt, nachdem Sie ein Verhütungsmittel wie die Pille abgesetzt haben,
  • Sie nach einer Operation oder anderen Behandlung keine Menses mehr haben, insbesondere, wenn der Arzt Sie vorher nicht über diese mögliche Folge aufgeklärt hatte,
  • mit dem Ausbleiben der Periode Beschwerden auftreten wie Unterleibsschmerzen, Durchfall, Schmerzen beim Sex, Schmerzen in den Brüsten, milchige Absonderungen aus einer oder beiden Brüsten, Gewichtsverlust
  • Sie zusätzlich zu der Menstruationsstörung körperliche Veränderungen an sich feststellen, zum Beispiel eine stärkere Körperbehaarung oder Haarausfall (etwa „Geheimratsecken“), eine ungewohnt tiefe Stimme, Hautausschläge oder andere Hautveränderungen, deutliches Übergewicht.

Bei Jugendlichen: Bekommt ein Mädchen die Periode auch nach dem 16. Geburtstag noch nicht, sollte sie zusammen mit ihren Eltern oder einem vertrauten Menschen zum Frauenarzt gehen.

Diagnose und Behandlung liegen meist beim Frauenarzt (siehe auch unten „Diagnose“). Je nach Verdacht zieht er gegebenenfalls weitere Fachärzte hinzu. Das können ein Spezialist für hormonelle Erkrankungen (Endokrinologe), für erbliche Störungen (Humangenetiker) oder ein Psychiater und Psychotherapeut sein.

Überblick über mögliche Ursachen für eine ausbleibende Regelblutung

(Ausführliche Informationen zu den einzelnen Auslösern beziehungsweise Krankheitsbildern erhalten Sie, wenn Sie auf die markierten Links klicken.)

Ursachen, die natürlichen Körpervorgängen entsprechen (physiologische Ursachen)



Steuerzentren im Gehirn: Die Hormone von Hypothalamus (3) und Hirnanhangdrüse (2) wirken auf die Eierstöcke (1). Das ganze Bild zeigt sich, wenn Sie auf die Lupe links oben klicken

Hormonelle Störungen, die vom Gehirn ausgehen

Von Bedeutung hier: körperlich-psychische Belastungen, psychische Erkrankungen, Erkrankungen im Gehirn, seltene Erkrankungen nach der Schwangerschaft

– Körperlich-psychische Belastungen, psychische Erkrankungen

Sie gehören zu den Hauptursachen einer Amenorrhö und beeinflussen die Hormone im Bereich des Hypothalamus und der Hirnanhangdrüse (siehe oben und Bild links). Betroffen sind häufig die Aktivitäten des Hormons GnRH und damit die Funktion von FSH und LH. Die Eierstöcke können in der Folge ihre Aufgaben nur unvollständig oder nicht mehr erfüllen.

  • Stress, seelische Probleme
  • Leistungssport, extreme körperliche Anstrengungen, oft in Verbindung mit Untergewicht
  • Abmagerungskuren, Mangelernährung
  • Magersucht, Bulimie
  • Psychosen

– Erkrankungen im Gehirn

Infektionen, Tumore, fehlgesteuerte Immunreaktionen können die Steuermechanismen im Hypothalamus und/oder in der Hirnanhangdrüse durcheinanderbringen. Das kann eine Unterfunktion der Eierstöcke und einen Mangel an Geschlechtshormonen (Hypogonadismus) auslösen.

  • Gehirnentzündungen, Gehirntumore, Verletzungen: Sie führen neben anderen Symptomen mitunter auch zu Menstruationsstörungen, etwa dem Ausbleiben der Periode, wenn sie sich im Hypothalamus ausbreiten beziehungsweise auf diesen Hirnbereich übergreifen. Ebenso kann die Hirnanhangdrüse in Mitleidenschaft gezogen werden. Lesen Sie mehr zum Beispiel im Ratgeber Gehirntumore.
  • Gutartige Tumoren der Hirnanhangdrüse (Hypophysenadenome): Sie können erblich bedingt und Ursache für eine primäre, aber auch für eine sekundäre Amenorrhö sein. Oft sind sie sehr klein und verursachen keine Beschwerden. Manchmal wachsen Hypophysentumore aber auch in kurzer Zeit sehr stark. Dann rufen sie unterschiedliche Symptome hervor, je nachdem in welchem Teil der Hirnanhangdrüse sie sich befinden. Andere nachgeordnete Hormonkreise, etwa die Nebennierenrindenhormone, geraten häufig ebenfalls aus dem Gleichgewicht. Eine ausbleibende Regelblutung ist eine häufige Folge.
    – Das Prolaktinom ist ein Tumor der Hirnanhangdrüse, der unkontrolliert Prolaktin bildet. Dieses Hormon regt den Milchfluss an. Die Folge ist eine Überproduktion (Hyperprolaktinämie), die bei Frauen die Funktion der Eierstöcke oder bei Männern die der Hoden beeinträchtigt. Mitunter wächst der Tumor gerade in der Schwangerschaft.
    Symptome
    : Die Brüste sondern Milch beziehungsweise eine milchige Flüssigkeit ab, auch unabhängig von der Stillzeit. Die Periode bleibt aus, vor allem nach einer Schwangerschaft oder nach dem Absetzen eines östrogenbetonten Verhütungsmittels. Manchmal kommt es zu Regelblutungen, die allerdings nur in großen Abständen einsetzen. Unfruchtbarkeit ist möglich, ebenso im Laufe der Erkrankung eine Vermännlichung (Hirsutismus). Die betroffenen Frauen entwickeln eine eher männliche Körperbehaarung und Hautprobleme wie Akne.

    – Bei der Akromegalie verursacht der Tumor im Hypophysenvorderlappen eine Überproduktion von Wachstumshormon.
    Symptome
    : Zunächst werden Hände und Füße größer, die Gesichtszüge gröber. Zyklusstörungen mit Amenorrhö, Kopfschmerzen, übermäßiges Schwitzen, Sehstörungen, Müdigkeit, Lähmungserscheinungen und Gelenkschmerzen sind weitere häufige Beschwerden. Auch nehmen die Betroffenen an Gewicht zu.
  • Erblich bedingte Tumore der Hirnanhangdrüse und anderer hormonbildender Organe (MEN-1, Wermer-Syndrom): Bestimmte Tumorarten entwickeln sich gleichzeitig in der Hirnanhangdrüse und in weiteren Hormondrüsen. Die Krankheitsbilder sind vielfältig. Ist die Hirnanhangdrüse mit betroffen, kann sie ihre Funktion ganz oder teilweise einbüßen und damit eine primäre oder sekundäre Amenorrhö verursachen (siehe nachfolgend). Auch eine Überproduktion von Prolaktin (siehe Prolaktinom) oder Wachstumshormon (Akromegalie) mit den entsprechenden Symptomen ist möglich.
  • Funktionsverlust des Vorderlappens der Hirnanhangdrüse (Hypopituitarismus): Unterschiedliche Tumore, Strahlentherapien, Infektionen wie eine Tuberkulose oder eine Gehirnentzündung können die Hirnanhangdrüse direkt schädigen. Mitunter ist eine Durchblutungsstörung nach der Geburt verantwortlich (siehe unten: Sheehan-Syndrom). Auch Autoimmunerkrankungen und Genveränderungen kommen als Ursachen für die Funktionseinbußen infrage. Dabei fallen zunächst vor allem die Hormone FSH und LH sowie das Wachstumshormon aus.
    Symptome
    : Die Periode bleibt aus oder setzt gar nicht erst ein (primäre Amenorrhö bei angeborenen Störungen). Sexuelle Unlust, Haarausfall im Geschlechtsbereich, Knochenschwund (Osteoporose) sind mögliche Symptome. Auch die Prolaktinproduktion kann gestört sein.

– Seltene Erkrankungen nach der Geburt

  • Sheehan-Syndrom (postpartaler Hypopituitarismus): Wenn eine Geburt mit starken Blutungen einherging, kann dadurch auch die Durchblutung in Teilen der Hirnanhangdrüse gestört oder gar unterbrochen sein. Das führt dazu, dass auch andere Hormondrüsen nicht mehr richtig funktionieren. Die Ausfälle erfassen die Eierstöcke, die Nebennierenrinde, die Schilddrüse.
    Symptome: Die Milchbildung ist gehemmt, der Blutdruck sinkt ab, Unterzuckerungen sind möglich, die Regelblutung bleibt aus.
  • Chiari-Frommel-Syndrom: Hier ist das Zusammenspiel der Hormone im Hypothalamus und in der Hirnanhangdrüse gestört. Die Eierstöcke können deshalb nicht mehr richtig funktionieren, die Gebärmutter bildet sich zurück. Die Ursache für ein Chiari-Frommel-Syndrom ist häufig ein winziger Tumor im Vorderlappen der Hirnanhangdrüse (siehe „Tumore der Hirnanhangdrüse“).
    Symptome: Die Muttermilch fließt auch nach dem Abstillen weiter, die Regel setzt nicht wieder ein.

Hormonstörungen durch Erkrankungen der Eierstöcke

Die Eierstöcke produzieren Östrogene, einen Teil der Androgene (männliche Geschlechtshormone) und das Gelbkörperhormon Progesteron. Das geschieht in einem sensiblen Wechselspiel mit den Hormonen des Hypothalamus und der Hirnanhangdrüse. Ein Zuwenig oder Zuviel der voneinander abhängigen Hormone stört den Regelkreis erheblich. Einmal beeinträchtigen Veränderungen im Gehirn die Eierstockfunktion (siehe oben). Wenn die Eierstöcke, in der Fachsprache Ovarien, selbst erkranken, kann das ebenfalls weitreichende hormonelle Ungleichgewichte auslösen.

  • Eierstocktumoren: Es gibt gutartige Tumorarten und unterschiedliche Formen von Eierstockkrebs. Häufig entwickeln sich Tumore in den Eierstöcken, ohne deutliche Beschwerden zu verursachen.
    Symptome: Unterleibsschmerzen, sichtbare Vorwölbungen im Unterbauch, Kreuzschmerzen können Anzeichen sein. Zu einem Ausbleiben der Periode führen vor allem stark wachsende Geschwülste, die Eierstockgewebe zunehmend verdrängen oder zerstören. Blutungen außerhalb der Regel treten zum Beispiel auf, wenn ein Tumor aufbricht. Erneute Blutabgänge nach der Menopause sind ein Warnzeichen.
    Zudem haben bestimmte Tumorarten, die Geschlechtshormone produzieren, zum Beispiel Androgene, nicht selten eine Amenorrhö zur Folge.
  • Schäden an den Eierstöcken: Chirurgische Eingriffe, Bestrahlungen und Chemotherapie zur Krebsbehandlung zerstören mitunter Eierstockgewebe unwiederbringlich. Auch nach einer Entfernung der Eierstöcke ist ein normaler Zyklus nicht mehr möglich.
  • Vorzeitige Wechseljahre (Klimakterium praecox, prämature Menopause): Dazu kommt es, wenn die Eierstöcke bei einer Frau im Alter unter 40 Jahren dauerhaft ihre Funktion einstellen. Neben Eingriffen wie Krebsbehandlungen können autoimmunologische Vorgänge, Rauchen, Stress, psychische Störungen, ausgeprägtes Untergewicht (siehe oben unter „Hormonelle Störungen, die vom Gehirn ausgehen – Magersucht“) vorzeitige Wechseljahre auslösen. Ebenso haben mitunter andere Hormonerkrankungen wie Schilddrüsenstörungen Einfluss (siehe unten und im Ratgeber Schmerzen beim Sex – Ursachen bei Frauen: Körperliche Ursachen – Vorzeitiges Klimakterium).
  • Angeborene Fehlbildungen und Funktionsstörungen, erblich bedingtes Eierstockversagen: Aufgrund erblicher Störungen sind die Eierstöcke manchmal nicht vollständig entwickelt oder fehlen ganz. Folgen sind eine primäre Amenorrhö, eine unvollkommene sexuelle Entwicklung und häufig Wachstumsstörungen. Bei manchen Frauen funktionieren die Eierstöcke zunächst, Monatsblutungen setzen ein. Doch aus ererbten, autoimmunologischen oder unbekannten Gründen sind Gleichgewicht und Kommunikation zwischen den Hormonen in den Eierstöcken gestört (etwa beim Resistant-ovary-Syndrom). Dabei sind die Eierstöcke eigentlich intakt, reagieren aber nicht auf die Kommandos des Steuerhormons FSH. Die Regel bleibt aus, das Eierstockgewebe geht zurück.


PCOS: Oft zeigen sich kleine Blasen in den Eierstöcken

Hormonstörung vielschichtigen Ursprungs: Das polyzystische Ovarsyndrom (PCO-Syndrom)

Wie es zu dieser komplizierten, aber gar nicht so seltenen Hormonerkrankung kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Auch ist unter Fachleuten noch umstritten, von wo aus die Erkrankung letztendlich ausgeht. Die Hormonbildung ist sowohl in den Eierstöcken, als auch in anderen Hormonsystemen gestört. Die Eierstöcke weisen häufig im Ultraschallbild kleine zystenähnliche Blasen auf. Ein Eisprung findet nur selten oder gar nicht statt. Die betroffenen Frauen haben einen Überschuss an männlichen Sexualhormonen (Androgenen). Auch erkranken sie leicht an Diabetes mellitus. Denn die Hormonproduktion in den Eierstöcken ist eng mit den Aktivitäten des Hormons Insulin verbunden.
Symptome
: Menstruationsstörungen mit unregelmäßiger oder ganz ausbleibender Regelblutung, Haarausfall am Kopf, aber männliche Behaarung im Gesicht und am Körper, Akne, Unfruchtbarkeit, Übergewicht.

Mehr zu diesem vielschichtigen Krankheitsbild erfahren Sie auf www.baby-und-familie.de „PCOS – häufiger Grund für Unfruchtbarkeit“ und auf www.diabetes-ratgeber.net „Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)“.



Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Hormonstörungen, die von anderen Hormondrüsen ausgehen

Eine wichtige Rolle spielen hier die Schilddrüsenhormone und die Hormone aus der Nebennierenrinde, die Glukokortikoide und Androgene (männliche Geschlechtshormone). Sie stehen in einem engen Wirkungskreis mit den Hormonen aus der Hirnanhangdrüse, aus dem Hypothalamus und den weiblichen Geschlechtshormonen (siehe oben). Auch Diabetes mellitus kann über das zentrale Zuckerstoffwechselhormon Insulin eine Rolle spielen.

– Schilddrüsenerkrankungen

  • Schilddrüsenüberfunktion: Menstruationsstörungen sind bei unterschiedlichen Schilddrüsenerkrankungen möglich. So kann die Regelblutung ausbleiben, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone freisetzt, also bei einer Überfunktion. Eine autoimmunbedingte Form der Schilddrüsenüberfunktion ist die Basedow-Krankheit. Autoimmun bedeutet, dass das Immunsystem eigenmächtig gegen den Körper aktiv wird.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Auch bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kommt es zu Zyklusunregelmäßigkeiten. Erkrankte Frauen verlieren oft ihre sexuelle Lust und haben Probleme, schwanger zu werden. Eine häufige Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung, die Hashimoto-Thyreoiditis. Zudem können chirurgische Eingriffe und Behandlungen an der Schilddrüse wie eine Radiojodtherapie ihre Funktion beeinträchtigen. Mitunter führen Erkrankungen der Hirnanhangdrüse (zum Beispiel ein Hypopituitarismus, siehe oben) oder im Hypothalamus, etwa Tumore, über die hormonellen Verschaltungen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse und anderer Hormondrüsen.


Die Nebennieren: Sie sitzen wie Kappen oben auf den Nieren

– Funktionsstörungen der Nebennierenrinde

Wichtige Hormone der Nebennierenrinde sind die Glukokortikoide. Zudem bildet dieser äußere Bereich der Nebennieren, die wie Hütchen oben auf den Nieren sitzen, einen Teil der männlichen Geschlechtshormone, der Androgene. Die Steuerzentrale für die Ausschüttung der Nebennierenrindenhormone liegt ebenfalls im Hypothalamus und nachgeordnet in der Hirnanhangdrüse. Deshalb wirken sich Erkrankungen in diesen Bereichen auch auf die Drüsenfunktion der Nebennierenrinde aus. Zudem kommen Medikamente, Tumore, Immunkrankheiten sowie angeborene Störungen als Auslöser für krankhafte hormonelle Verschiebungen infrage.

  • Cushing-Syndrom: Bei diesem Krankheitsbild ist aus unterschiedlichen Gründen der Kortisolspiegel im Blut zu hoch. Einmal bildet die Nebennierenrinde zu viel Kortisol, oft auch gleichzeitig vermehrt Androgene. Dahinter können sich zum Beispiel Störungen im Gehirn verbergen. Mitunter handelt es sich dabei um einen sehr kleinen Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophysenadenom, siehe oben). Auch hormonproduzierende Tumore in anderen Organen wie der Lunge sowie Tumore der Nebennieren selbst kommen als Auslöser für das sogenannte endogene Cushing infrage. Außerdem kann sich Alkoholsucht negativ auswirken. Die häufigste Ursache für ein Cushing-Syndrom ist allerdings eine bestimmte, meist langfristige Therapie mit Kortison oder dem übergeordneten Steuerhormon ACTH (Adrenokortikotropes Hormon). Das Cushing-Syndrom hat schwerwiegende Stoffwechselstörungen zur Folge.
    Symptome: An Gesicht, Nacken und Rumpf sammelt sich vermehrt Fett an. Dazu kommen Bluthochdruck, Diabetes, bei Frauen Menstruationsstörungen wie eine unregelmäßige oder ausbleibende der Periode und Vermännlichung, sexuelle Unlust, Potenzstörungen, Knochenschwund, Hautveränderungen, psychische Störungen.
  • Hyperandrogenämie anderer Ursache: Mit einer vermehrten Androgenausschüttung können neben dem Cushing-Syndrom auch Erkrankungen der Eierstöcke (PCO-Syndrom und Tumore, siehe oben) einhergehen. Weitere Ursachen sind Immunerkrankungen, Behandlungen mit männlichen Sexualhormonen (auch unerlaubtes Doping im Sport mit Anabolika) sowie Chromosomenabweichungen.
    Die Symptome eines erhöhten Spiegels männlicher Geschlechtshormone sind bei Frauen vermehrte Körperbehaarung mit einem männlichen Verteilungsmuster, zum Beispiel Bartwuchs, vermehrte Behaarung der Brust, am Bauch und im Schambereich bis zu den Oberschenkeln, Haarausfall am Kopf, Veränderungen an der Klitoris, tiefere Stimmlage, ausbleibende Menses.
  • Adrenogenitales Syndrom (AGS): Bei dieser erblichen Erkrankung ist ebenfalls die Kortisolbildung in der Nebennierenrinde gestört. Allerdings ist hier der Kortisolspiegel zu niedrig, weil bestimmte Enzyme fehlen. Dadurch fallen vermehrt bestimmte Hormonvorstufen an, die der Körper zu männlichen Geschlechtshormonen umwandelt. Manchmal wird auch zu wenig Aldosteron gebildet. Dieses Hormon regelt den Mineralstoffwechsel. Das hat einen Salzverlust zur Folge, der sich schon frühzeitig bei den betroffenen Säuglingen mit Durchfällen, Erbrechen und Austrocknung bemerkbar macht.
    Symptome eines adrenogenitalen Syndroms: Bei den Mädchen entwickelt sich die Klitoris übermäßig groß, die Menstruation setzt nicht ein (primäre Amenorrhö), auch nicht das Brustwachstum. Dazu kommen Wachstumsstörungen. Manchmal zeigen sich die Symptome auch erst in der Pubertät oder danach mit einer sekundären Amenorrhö (nicht klassisches postpuberales AGS).

– Erkrankungen der Nieren, Diabetes mellitus

  • Chronisches Nierenversagen (Niereninsuffizienz): Entzündungen oder ein Diabetes mellitus können neben anderen Ursachen für ein allmähliches Versagen der Nieren verantwortlich sein. Mit dem Funktionsverlust gehen unterschiedliche Symptome einher (siehe Ratgeber Nierenversagen). Im fortgeschrittenen Stadium sind auch die Geschlechtsorgane betroffen. Bei Frauen bleibt die Monatsblutung aus.
  • Diabetes mellitus: Frauen, die an Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2 leiden erleben mitunter, dass die Regelblutung nicht mehr einsetzt. Das kommt häufiger vor, wenn ihre Blutzuckerwerte schlecht eingestellt sind. Das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse unterstützt das Steuerhormon LH und kann damit den Regelkreis der Eierstockhormone verändern.

Ursachen in der Gebärmutter und Scheide

Es kann vorkommen, dass die Eierstöcke geregelt funktionieren, die Hormonproduktion ungestört abläuft und dennoch keine Periode eintritt. Die Blutung kann dann möglicherweise nicht abgehen, weil die Gebärmutter erkrankt ist oder es Hindernisse in der Scheide (Vagina) gibt.

  • Schäden an der Gebärmutterschleimhaut: Operative Eingriffe in der Gebärmutter, etwa eine sehr weitgehende Ausschabung (Kürettage, Abrasio), können die Gebärmutterschleimhaut nachhaltig schädigen, so dass sie sich nicht mehr zyklusgemäß aufbauen kann. Die Monatsblutungen kommen auch zum Erliegen, wenn Entzündungen zu Verwachsungen in der Gebärmutter führen.
  • Genitaltuberkulose: Bei an Tuberkulose (Tbc) erkrankten Menschen, die sehr abwehrgeschwächt sind, breiten sich die Erreger in seltenen Fällen über die Blutbahn aus und befallen andere Organe. Auch die Geschlechtsorgane können betroffen sein und sich entzünden. Dadurch entstehen mitunter bleibende Schäden an Eileitern und Gebärmutterschleimhaut. In der Folge bleibt die Regel aus. Dies kommt heute aber nur selten vor, da Tbc in Deutschland keine sehr große Rolle mehr spielt und die Medikamente fortgeschrittene Stadien in der Regel verhindern.
  • Fehlbildungen, Verengungen: Ein geregelter Blutungsabgang ist zudem bei angeborenen Fehlbildungen von Gebärmutter und/oder Vagina nicht möglich. Eventuell staut sich dann in der Pubertät das Blut zurück und bildet eine Art Tumor. Das kann vor allem auch vorkommen, wenn bei Mädchen die Öffnung des Jungfernhäutchens fehlt, die Gebärmutter aber normal entwickelt ist. Neben der Amenorrhö haben die Betroffenen oft Unterleibsschmerzen, die von Monat zu Monat zunehmen. Auch kann es schwierig sein, Blase und Darm zu entleeren, und es treten unangenehme Blähungen auf.
    Weitere Ursachen sind Verengungen der Vagina oder des Gebärmutterhalses, etwa als Spätfolge von chirurgischen Maßnahmen wie einer Konisation.


Einige Arzneimittel beeinflussen auch den Monatszyklus

Medikamente, die ein Ausbleiben der Regelblutung bewirken können

Es sind vor allem Arzneimittel, die auf die weiblichen Geschlechtshormone und die damit verbundenen Hormonkreise einwirken.

  • Verhütungsmittel: Eine Rolle spielen in erster Linie hormonelle Verhütungsmittel wie die Drei-Monats-Spritze oder die sogenannte Minipille. Hier bleiben die monatlichen Blutungen mitunter ganz aus. Manchmal kommt das auch nach Absetzen der Pille vor. Durch die Hormonumstellungen kann es einige Monate dauern, bis der Zyklus wieder geregelt abläuft.
  • Androgene, Anabolika: Zu den Nebenwirkungen einer Therapie mit männlichen Sexualhormonen gehören bei Frauen mitunter Anzeichen einer Vermännlichung und ein Ausbleiben der Regel. Das ist insbesondere auch bei unerlaubtem Doping mit Anabolika möglich (siehe oben unter Hyperandrogenämie).
  • Krebsmittel: Hormonbehandlungen, etwa im Rahmen einer Brustkrebs- oder Gebärmutterkrebstherapie, bewirken eine vorzeitige Menopause und damit ein Versiegen der Blutungen. Ziel ist es, den Östrogeneinfluss zu senken. Aber auch bei der Gabe von Zystostatika, die das Krebswachstum stoppen sollen, kann eine Amenorrhö eintreten.
  • Kortisonpräparate: Bei einer länger andauernden Einnahme von Glukokortikoiden, also Kortisonpräparaten, sind Zyklusunregelmäßigkeiten und ausbleibende Menstruationsblutungen möglich (siehe auch oben unter Funktionsstörungen der Nebennierenrinde).
  • Psychopharmaka: Mittel gegen Depressionen, vor allem sogenannte trizyklische Antidepressiva, wirken auf die Prolaktinausschüttung und verursachen mitunter Milchabsonderungen der Brust und gelegentlich eine Amenorrhö (siehe auch oben unter Tumore der Hirnanhangdrüse, Hyperprolaktinämie). Unter der Therapie mit Neuroleptika, Mittel gegen Psychosen, bleibt manchmal die Periode aus. Das ist vor allem bei dem Wirkstoff Risperidon der Fall, den Ärzte zum Beispiel gegen Erregungszustände einsetzen.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Menstruation unregelmäßig oder gar nicht mehr eintritt, seit Sie ein bestimmtes Medikament einnehmen, setzen Sie das Mittel nicht selbsttätig ab und ändern Sie auch nicht die Dosis. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt darüber, der mögliche Änderungen in der medikamentösen Behandlung abwägen und einleiten wird.



Ultraschalluntersuchung der Geschlechtsorgane

Diagnose: Aufschlussreiche Untersuchungen

Wenn Ihre Periode öfter einmal ausbleibt oder länger als drei Monate nicht wieder einsetzt, sollten Sie den Frauenarzt aufsuchen. Er wird zunächst eine Schwangerschaft ausschließen. Wenn junge Frauen bis zu ihrem 16. Geburtstag überhaupt noch keine Regelblutung hatten, sollten sie sich ebenfalls an einen Frauenarzt wenden. Je nach Verdacht wird der Arzt möglicherweise einen Spezialisten für Hormonerkrankungen (Endokrinologe) oder für Erbkrankheiten (Humangenetiker) hinzuziehen.

Am Anfang steht ein eingehendes Gespräch mit dem Arzt. Wichtig ist es für ihn zu wissen, wie regelmäßig die Menstruationszyklen bisher verlaufen sind, ob es früher schon Probleme gab. Von Interesse sind unter anderem auch Ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Ihre private und berufliche Situation, seelische Belastungen, körperliche Aktivitäten. Der Arzt wird zudem nach schon bestehenden Erkrankungen, so sie ihm noch nicht bekannt sind, und neu aufgetretenen Beschwerden fragen. Sagen Sie ihm auch, welche Medikamente Sie einnehmen, ob Sie rauchen und regelmäßig Alkohol trinken.

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Der Arzt prüft dabei Unter- oder Übergewicht, die Körperbehaarung, die Brustentwicklung und mögliche auffällige Fettansammlungen. In der gynäkologischen Untersuchung begutachtet er die Geschlechtsorgane, meist auch mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung. Ein Abstrich von Sekret aus der Scheide und gegebenenfalls aus dem Gebärmutterhals gibt ersten Aufschluss über die aktuelle Hormonlage in den Eierstöcken und ob Östrogene und Progesteron im richtigen Verhältnis stehen.

Das Messen der Körpertemperatur morgens nach dem Aufwachen (Basaltemperatur) über einige Monate gibt weitere wichtige Hinweise auf mögliche Störungen. Sie tragen die Ergebnisse in eine Kurve ein, die der Arzt dann auswertet.

Je nach Verdacht schließen sich unterschiedliche Hormontests und Hormonanalysen an. Es geht dabei einmal darum, den Regelkreis der Östrogene beziehungsweise einen Östrogenmangel näher zu bestimmen. Detaillierte Analysen in dieser Richtung zeigen den Status und die Aktivität von Hormonen wie FSH, LH, Prolaktin sowie von Östrogenen, Progesteron, männlichen Geschlechtshormonen, Kortisol und anderen Hormonen auf.

Darüber hinaus können bildgebende Verfahren, etwa eine Computertomografie bestimmter Gehirnbereiche oder speziell eine Magnetresonanztomografie der Hirnanhangdrüse angezeigt sein. Manchmal sind feingewebliche Untersuchungen der Gebärmutterschleimhaut und eine Spiegelung der inneren Geschlechtsorgane (Laparoskopie, Pelviskopie) wegweisend.

Mit gezielten Blutuntersuchungen und Urintests kann der Arzt Hormon- und Stoffwechselstörungen in anderen Körperbereichen feststellen, zum Beispiel Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenierenrinde oder einen Diabetes.

Leidet die Patientin an einer Essstörung wie Magersucht oder an anderen psychischen Problemen, übernehmen in der Regel ein Psychiater und ein entsprechend spezialisierter Psychotherapeut die weitere Diagnose sowie die anschließende Behandlung.



Gehört mit zur Therapie: entspannen, zur Ruhe kommen

Therapie: Die Ursachen behandeln, Körper und Seele ins Lot bringen

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei Hormonstörungen können oft entsprechende Hormongaben und geeignete Medikamente Ungleichgewichte ausgleichen und helfen, den monatlichen Zyklus zu regulieren. Ausführliche Informationen zu den Therapiemöglichkeiten der verschiedenen Krankheitsbilder erhalten Sie, wenn Sie auf die weiterführenden Links in der Ursachenübersicht oben klicken. Tumore entfernen die Ärzte – so möglich – meist in chirurgischen Eingriffen. Bei bestimmten Fehlbildungen können ebenfalls Operationen auch in Verbindung mit Hormontherapien angezeigt sein.

Für Frauen, die eine Essstörung und eine verzerrte Körperwahrnehmung haben, kann häufig der Aufenthalt in einer speziellen Therapieeinrichtung hilfreich sein. Leistungssportlerinnen profitieren oft von einem individuell angepassten, sportpsychologischen Coaching. Seelische Probleme, übermäßiger Stress und Ängste lassen sich mit fachlicher Hilfe besser lösen. Scheuen Sie sich nicht, sich an einen Psychotherapeuten zu wenden, wenn der innere und äußere Druck zu groß wird. Entspannungstechniken und Stressmanagement entlasten zusätzlich.

Ausgewogenheit ist ein Schlüsselwort, wenn es um den weiblichen Zyklus geht. Eine gut ausbalancierte Lebensform unterstützt auch notwendige medizinische Therapien. Im Lot sein – das gilt für wesentliche Lebensbereiche und bedeutet: Sich gesund ernähren, regelmäßig körperlich aktiv sein, ohne zu übertreiben, soziale Kontakte pflegen, aber in den Alltag auch bewusst Phasen einbauen, in denen Sie sich entspannen und auf sich selbst besinnen können.


 

Fachliteratur und Fachredaktion

Breckwoldt, M., Kaufmann, M., Pfeiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Thieme Verlag 2008
Classen/Diehl/Kochsiek: Innere Medizin, Hrsg. Böhm, M., Hallek, M., Schmiegel, W., Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2009
Herold, Gerd, e.a.: Innere Medizin, Gerd Herold, 2012
www.pco-syndrom.de (www.apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten)

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 30.09.2014, erstellt am 20.03.2012
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