In Stress zu geraten, ist überlebenswichtig. Denn bei Gefahr reagieren wir automatisch mit einer Gesamt-Mobilmachung, die uns – evolutionsbiologisch bedingt – auf Kampf oder Flucht vorbereitet: Der Puls beschleunigt sich, der Blutdruck schnellt nach oben, die Pupillen erweitern sich, die Muskeln spannen sich an. Der Körper schüttet Stresshormone aus und stellt in Sekundenbruchteilen zusätzliche Energie zur Verfügung.
Da wir aber nicht mehr in der Steinzeit leben, sind Flucht oder Angriff insbesondere am Arbeitsplatz, keine angemessene Reaktion. Damit entfällt das Ventil, um aus dem inneren „Dampfkessel“ Druck entweichen zu lassen. Der Körper gerät in einen dauerhaften Alarmzustand (chronischer Stress). Jeder Dritte in Deutschland leidet permanent an Stress-Symptomen. Und bei Dauerstress kann es zum sogenannten Burnout kommen. Stress hat sich, so eine repräsentative Studie der UNO, zu einer Epidemie entwickelt.
Die Ursachen von Stress sind ebenso vielfältig wie der Umgang mit ihm. „Entscheidend ist, wie ein Mensch eine bestimmte Situation bewertet: ob als Herausforderung (positiver Stress) oder Überforderung (negativer Stress)“, meint Angelika Wagner-Link, Expertin für Stressbewältigung.
Lässt sich der Stress nicht vermeiden oder abbauen, helfen Entspannungstechniken, ein Anti-Stress-Training, pflanzliche Medikamente oder eine Auszeit.