Sodbrennen

Sodbrennen kann mehrere Ursachen haben, zum Beispiel eine Refluxkrankheit. Schlimm sind mitunter die Folgeerkrankungen
von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 26.07.2017

Ein Kaffee zu viel: Das Brennen steigt vom Oberbauch oder unteren Brustbereich bis zum Hals auf

W&B/Martin Ley

Sodbrennen: Übersicht

Der fette Sonntagsbraten und ein Gläschen zu viel – wer kennt nicht die Beschwerden danach: Es drückt im Magen, brennt in der Brustbeingegend, mitunter bis in den Rachen hinauf. Oft kommt etwas Säure mit hoch, manchmal sogar ein Teil der "halbverdauten" Speise, vor allem, wenn der Gürtel zu eng sitzt oder man sich bückt. Das unangenehme Sodbrennen, das so ein Reflux (lateinisch für "Rückfluss") auslöst, legt sich häufig schnell wieder. Das Ganze ist also ein physiologischer Reflux.

Am besten hilft ein Verdauungsspaziergang, das Mittagsschläfchen weniger. Denn sich flach hinlegen verstärkt Brennen und Aufstoßen nur. Wer einem üppigen Essen dann ein paar Tage mit leichter Kost (fettarm, kein Alkohol) folgen lässt, hat meist keine Probleme mehr.

Manche Menschen verspüren Sodbrennen aber auch, wenn sie länger nichts essen und richtig hungrig sind. Anderen wiederum schlagen Stress und Kummer auf den Magen und fördern den schmerzenden Rückfluss. Einige leiden weniger unter brennenden Schmerzen, sondern sind heiser, müssen sich häufig räuspern oder – vor allem morgens – immer wieder husten. Sodbrennen ist auch für viele Schwangere ein Problem, wenn das Kind auf den Magen drückt, meistens im letzten Drittel der Schwangerschaft. Außerdem wirken sich die erhöhten Hormonspiegel auf die Elastizität vieler Gewebe aus. So wird auch der Schließmuskel an der Speiseröhre etwas "lockerer" (siehe Grafik).

svg1GesunderMagenDer Schließmuskelverhindert das Aufsteigen der MagensäureFunktionsstörung des SchließmuskelsSpeiseröhreSodbrennenMagensäure

Rückfluss von Magensäure?
Wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, sind häufig saures Aufstoßen und Sodbrennen die Folgen. Im Extremfall kann saurer Mageninhalt bis in den Rachen gelangen. Reizung der Schleimhaut in den Atemwegen mit Atembeschwerden nachts, morgendlicher Reizhusten, Halsschmerzen und schlechter Geschmack im Mund gehören dann zu den möglichen Beschwerden (mehr dazu auch weiter unten und im Kapitel "Refluxkrankheit").

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Sodbrennen: Was hilft, wann zum Arzt?

Stellt sich Sodbrennen nur ganz gelegentlich ein und kommen keine anderen Beschwerden dazu, gilt es meist als harmlos. Dann heißt es vor allem: Fette und süße Speisen sowie Getränke meiden, die den Magen reizen, sich bequem kleiden, Stress abbauen. Manchmal helfen zusätzlich Antazida, säurebindende Medikamente. Sie sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, sind aber nur dazu geeignet, vorübergehende Beschwerden kurzfristig zu behandeln. Das gilt ebenso für zwei der sogenannten Protonenpumpenhemmer, die manchmal bei stärkerem Sodbrennen angezeigt sein können. Nehmen Sie jedoch auch rezeptfreie Magensäurehemmer grundsätzlich nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.

Wer regelmäßig mit Sodbrennen oder unklarem Reizhusten zu tun hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn wenn ein Reflux nicht angemessen behandelt wird, können sich die Beschwerden verschlimmern und ernstere Störungen nach sich ziehen.

Sodbrennen ist das Hauptsymptom für eine Rückflusskrankheit, in der Fachsprache gastroösophageale Refluxkrankheit genannt. Sehr oft kommt Aufstoßen von saurem Magensaft dazu. Auch Aufstoßen ohne Säure ist möglich. Stellt sich Sodbrennen häufig, mindestens einmal in der Woche, ein, ist meist eine Refluxkrankheit die Ursache. Leitsymptom und Krankheit sind dabei so eng miteinander verbunden, dass sie oft gleichgesetzt werden.

Hauptursachen von Sodbrennen (Überblick)

Lebensstil

  • Üppige, süße, fette, saure Speisen, Alkohol, koffeinhaltige Getränke, Rauchen
  • Nervosität, Stress, seelische Belastungen
  • Enge Kleidung
  • Übergewicht

Krankhafte Ursachen oder Folgeerkrankungen

  • Gastroösophagealer Reflux – Refluxkrankheit
  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Verkrampfung des Schließmuskels der Speiseröhre (Achalasie)
  • Speiseröhrendivertikel
  • Barrett-Ösophagus
  • Speiseröhrenkrebs
  • Reizmagen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Magengeschwür
  • Magenkrebs
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Weitere Erkrankungen
  • Medikamente (bestimmte Herz-, Blutdruck- und Asthmamittel, hormonelle Verhütungsmittel)

Eine Refluxkrankheit kann, muss aber nicht zu einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) führen. Wird sie nicht behandelt, können sich Geschwüre und Vernarbungen bilden. Ein Barrett-Ösophagus ist eine mögliche Komplikation hiervon, bei Männern doppelt so häufig wie bei Frauen. Das Gewebe verändert sich entzündlich und entwickelt Merkmale einer Krebsvorstufe. Die Krebsgefahr ist somit erhöht.

Wie es zu Sodbrennen kommt, zeigt das nächste Kapitel auf. Die weiteren Abschnitte geben einen Überblick über die wichtigsten Krankheiten, die einmal Sodbrennen auslösen und zum anderen infolge chronischer Refluxbeschwerden entstehen können (siehe Kapitellinks oben am Anfang des Textes und am Ende der Seite).

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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