Auf die Dosis kommt es an: Schmerz- und andere Arzneimittel nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt einnehmen
Da giftige Substanzen auf den Stoffwechsel im Innenohr oder über einige Nervenfunktionen schädigend wirken, sind zumeist beide Ohren betroffen. Auf einem Ohr angewandte Ohrtropfen zum Beispiel können allerdings mitunter auch zu einer einseitigen Schädigung führen.
Symptome: Die Betroffenen hören meist auf beiden Ohren schlechter, in der Regel anfangs die höheren Töne. Dazu kommen Sprachverständnisschwierigkeiten und Tinnitus. Ist das Gleichgewichtsorgan mit angegriffen, treten Gleichgewichtsstörungen, ein allgemeines Unsicherheitsgefühl auf, sowie Wahrnehmungsstörungen. Diese äußern sich in dem Eindruck, dass die Umgebung oder bestimmte Gegenstände wackeln oder zittern.
Diagnose und Therapie: Die Krankengeschichte und die Symptome sind wichtige Helfer bei der Suche nach den verantwortlichen Auslösern. Hörtests zeigen eine beidseitige Schallempfindungsschwerhörigkeit. Der Arzt wird eine Innenohrentzündung sowie andere Nervenschädigungen ausschließen. Die Behandlung zielt darauf ab, auslösende Faktoren zu beseitigen und die Innenohrfunktion zu stärken.
– Medikamente
Ob ein Arzneimittel im Innenohr eine giftige (toxische) Wirkung entfaltet, hängt meist nicht nur davon ab, um welches Präparat es sich handelt, sondern in welcher Menge und wie lange es eingenommen wird. Medikamentenmissbrauch, zum Beispiel von Schmerz- oder Beruhigungsmitteln spielt hier nicht selten eine Rolle, aber auch der allgemeine Gesundheitszustand sowie schon bestehende Innenohrschäden haben einen Einfluss.
Die infrage kommenden Mittel sollten deshalb immer unter Kontrolle eines Arztes eingenommen werden. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Schwerhörigkeit mit der Einnahme eines bestimmten Medikaments aufgetreten ist, unterbrechen Sie die Behandlung nicht einfach, sondern sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Meist vergehen die Beschwerden, wenn das Mittel abgesetzt oder die Dosis verändert wird. Es kann auch mitunter angebracht sein, das Präparat zu wechseln.
Zu den Medikamenten, die eine rückbildungsfähige Innenohrschwerhörigkeit auslösen können, gehören bestimmte Schmerz- und Rheumamittel wie Acetylsalicylsäure und nicht steroidale Antirheumatika. Studien zufolge kommt es dabei aber sehr auf die Einnahmedauer und die Dosierung an.
Weitere Arzneistoffe mit möglichen Auswirkungen auf das Gehör sind sogenannte Schleifendiuretika (Mittel zur Ausschwemmung von Wasseransammlungen im Körper), Malariamittel, hier vor allem Chinin, sowie Zytostatika wie Cisplatin oder Carboplatin zur Behandlung von bösartigen Tumoren.
Dauerhafte Hörschäden können sich unter einer Behandlung mit bestimmten Antibiotika, den Aminoglykosiden, einstellen. Hier werden die Ärzte während der Therapie regelmäßig die Nieren und die Innenohrfunktion kontrollieren, um gleich auf eventuell auftretende Störungen reagieren zu können.
– Schadstoffe
Toxisch wirken vor allem chemische Substanzen in Farben, Lösungsmitteln und Baustoffen, Substanzen wie Kohlenmonoxid, Schwefelkohlenstoff, Methylalkohol sowie Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Kadmiumverbindungen. Auch Schimmelpilze gehören in die Liste schädigender Stoffe.
Gefährdet sind vor allem Menschen, die beruflich solchen Stoffen intensiver und langfristig ausgesetzt sind. Es ist daher unerlässlich, Arbeitsschutzmaßnahmen einzuhalten und bei auftretenden Hörproblemen einen Arzt aufzusuchen. Auch privat ist es wichtig, wo immer es geht, auf Schadstoffe zu verzichten, etwa lösungsmittelfreie Farben und Lacke zu verwenden und veraltete, bleihaltige Wasserleitungen zu sanieren.
– Alkohol, Nikotin, Drogen
Alkohol wirkt auf die Nervenzellen im Gehirn und im Innenohr. Schwindel ist eine bekannte unmittelbare Folge von übermäßigem Alkoholgenuss. Durchblutungsstörungen und Gefäßschäden durch dauerhaften Missbrauch von Alkohol beeinträchtigen ebenfalls die Funktion der Sinnesorgane im Innenohr. Das gilt ebenso für Drogen, die in den Nervenstoffwechsel im Gehirn eingreifen, wie Heroin oder Kokain.
Schädlich für das Gehör ist auch das Rauchen. Mit jedem Zug an einer Zigarette gelangen Nikotin und zahlreiche andere Giftstoffe in den Körper, die auf das Gefäß- und Nervensystem wirken. Dazu kommen aus dem Tabakrauch Kohlenmonoxid und Teerstoffe. Die Lungen und andere Organe werden oft folgenreich belastet, die Durchblutung wird nachhaltig beeinträchtigt. Auch das führt zu Schäden in vielen Körperfunktionen, Hör- und Gleichgewichtssystem nicht ausgenommen.
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13.09.2005, aktualisiert am 26.03.2012
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