Wichtig ist vor allem, die entzündete Region zunächst zu schonen, um sie nicht noch weiter zu reizen. Eine vorübergehende Ruhigstellung – eventuell mit einer Schiene oder einem Verband – verhindert, dass der bereits entzündete Schleimbeutel durch Bewegung weiter belastet wird. Eine Ruhigstellung sollte aber nicht zu lange dauern, da es sonst zu anhaltenden Bewegungseinschränkungen kommen kann.
Die Anwendung von kühlenden Salben und Gelen, Kältepacks oder Eis trägt dazu bei, dass der entzündete Schleimbeutel abschwillt. Achtung: Kältepacks oder Eis nicht direkt auf die Haut legen, da sonst Erfrierungen drohen, und jeweils nicht länger als 15 Minuten anwenden. Die Kältepackungen können stündlich wiederholt werden.
In Absprache mit dem Arzt können nicht verschreibungspflichtige entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac eingenommen werden. Sie lindern die Schmerzen und bekämpfen die Entzündung. Dabei auf Kreislauf– und Magenunverträglichkeiten achten.
Ist die akute Entzündung abgeklungen, und der Schleimbeutel weiterhin – zum Beispiel über der Ellbogenspitze – wie ein Wasserkissen zu tasten, kann es nötig sein, die Flüssigkeit abzusaugen (Punktion). Mit einer Spritze entfernt der Arzt etwa 5 bis 20 Milliliter Flüssigkeit und spitzt Kristallkortison in den leeren Schleimbeutel. Anschließend wird ein Druckverband angelegt, damit sich der Schleimbeutel nicht wieder auffüllt. Gelangen bei der Punktion Krankheitserreger in den Schleimbeutel, kann das zu einer bakteriellen Entzündung führen. Deshalb muss der Arzt sehr sorgfältig auf sterile Arbeitsbedingungen achten.
Eine bakterielle Schleimbeutelentzündung behandelt der Arzt durch eine operative Öffnung des Schleimbeutels (Schnitt) mit anschließender Ableitung der Flüssigkeit (Drainage). Zudem verordnet er in solchen Fällen in der Regel Antibiotika. Eher selten ist es notwendig, den Schleimbeutel ganz zu entfernen. Haben Grunderkrankungen, beispielsweise Arthritis, Gicht, Tuberkulose oder Gonorrhö eine Schleimbeutelentzündung begünstigt oder ausgelöst, so richtet sich die Therapie zusätzlich an der Behandlung dieser Grundkrankheiten aus.
Wird eine Schleimbeutelentzündung chronisch, hält sie also länger als etwa drei bis sechs Wochen an, kann es nötig sein, den Schleimbeutel im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffs zu entfernen (Exstirpation). Das ist aber auch mit nachfolgender Ruhigstellung, eventuell Drainage, Kompressionsverband und Antibiotikagabe verbunden.
Ist die Schleimbeutelentzündung ausgeheilt, können folgende Maßnahmen hilfreich sein, um vorzubeugen:
Dehn- und Kräftigungsübungen stärken die Muskulatur und tragen so dazu bei, das Gelenk zu schützen und zu stabilisieren. Dadurch wird die Belastung des umgebenden Gewebes reduziert.
Wer bei der Arbeit, beim Sport oder in der Freizeit sich wiederholende, einseitige Bewegungen ausführt, sollte diese Tätigkeit gelegentlich durch kurze Pausen unterbrechen, damit sich das Gewebe erholen kann.
Besonders beanspruchte Partien am besten abpolstern: Fliesenleger sollten beispielsweise Knieschützer benutzen, Menschen mit sitzender Tätigkeit gepolsterte Stühle, bei PC-Arbeiten schützen entsprechende Polsterunterlagen für den Unterarm (mousepads).
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13.09.2005, aktualisiert am 27.09.2011
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer, W&B/Winfried Fischer
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