Ursachen: Was passiert beim Schlaganfall im Körper?
Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Minderversorgung des Gehirns mit Blut. Die Gehirn-Zellen werden so nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Sie drohen abzusterben. Das betroffene Gehirnareal kann seine Funktion nicht mehr erfüllen, was die Störung bestimmter Gehirn- und Nerven-Funktionen (siehe Symptome) zur Folge hat.
Man unterscheidet zwei Haupt-Ursachen der Gehirn-Minderdurchblutung:
Meist sind Blutgefäße „verstopft“, beispielsweise durch Arteriosklerose oder einen Embolus (verschlepptes Blutgerinnsel). Hier spricht man vom ischämischen Schlaganfall. Seltener kommt der hämorrhagische Schlaganfall vor, dessen Ursache eine Gehirnblutung ist.
Risikofaktoren: Wer ist Schlaganfall-gefährdet?
Menschen ab 60 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Aber auch junge Menschen sollten die Symptome ernst nehmen und umgehend von einem Arzt abklären lassen. Wachsam sollte vor allem sein, wer einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufweist: Arteriosklerose (siehe Ursachen), hoher Blutdruck, hoher LDL-Cholesterinspiegel, hoher Homozysteinspiegel, Diabetes, Übergewicht, Rauchen, Einnahme der Antibabypille (insbesondere in Verbindung mit Rauchen) und ein Schlaganfall bei Verwandten ersten Grades vor dem 66. Lebensjahr. Auch bestimmte Herzerkrankungen und Thromboseneigung begünstigen einen Schlaganfall.
Symptome: Wie äußert sich ein Schlaganfall?
Je nach betroffenem Gehirnareal variieren Symptome und Schweregrad: Während beim einen lediglich der Mundwinkel etwas hängt, kann der andere schlagartig nicht mehr sprechen, sieht nichts mehr oder kann Arm oder Bein nicht mehr bewegen. Typischerweise treten die Beschwerden einseitig auf. Dauern derartige Symptome nur kurz und bilden sich vollständig zurück, spricht man vom Schlaganfall-Vorboten TIA, der auch bei jungen Menschen einer umgehenden ärztlichen Abklärung bedarf. (siehe Symptome)
Prävention: Wie beugt man dem Schlaganfall vor?
Viele der genannten Ursachen kann man durch eine gesunde Lebensweise vermindern oder sogar beseitigen. Bewegung, Übergewichts-Reduktion sowie eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, frischem Obst und Gemüse sind wichtige Elemente. Bei vielen Grunderkrankungen sind auch Medikamente nötig. Nehmen Sie diese unbedingt regelmäßig wie vom Arzt verordnet ein.
Therapie: Wie wird der Schlaganfall behandelt?
In der Notfall-Therapie versucht der Notarzt, Atmung, Kreislauf und Bewusstsein wieder herzustellen. Dazu gibt er Sauerstoff und kreislaufstabilisierende Medikamente, und stellt Blutdruck und Blutzucker ein. In der Klinik wird dann ein Notfall-Computertomogramm (CT, Computertomographie) gemacht, um über die weitere Therapie zu entscheiden. Je nach Ursache wird die Blutung gestoppt oder die Gefäßverstopfung gelöst, dabei kommen Medikamente (Lyse) oder auch eine Operation in Frage. Wichtig für den Therapieerfolg ist auch die frühe Rehabilitation in der Klinik.