Prüfen Sie immer zuerst Faktoren wie ein zu warmes Schlafzimmer, zu hohe Luftfeuchtigkeit, eine zu dicke Zudecke und andere Lebensgewohnheiten, die auch Schlafstörungen verursachen können. Das sind die häufigsten Gründe für nächtliche Schwitzattacken. Wenn Sie den Eindruck haben, dass das Auftreten von Nachtschweiß mit der Einnahme eines Medikaments in Verbindung steht, dann wenden Sie sich in jedem Fall an Ihren Arzt. Gehen Sie mit ihm die Arzneimittel durch, die Sie ständig oder gelegentlich einnehmen. Setzen Sie kein Medikament, das der Arzt Ihnen verschrieben hat, ohne Rücksprache einfach ab.
Nachtschweiß kommt als Nebenwirkung vor allem bei Medikamenten vor, die das vegetative Nervensystem, hier sowohl den sympathischen wie den parasympathischen Teil, und den Stoffwechsel beeinflussen oder die Körpertemperatur senken (siehe auch Kapitel „Was uns ins Schwitzen bringt“). Bei einigen Arzneistoffen treten solche unerwünschten Effekte nur auf, wenn sie nicht verschreibungsgemäß und über lange Zeit eingenommen werden. Bei anderen gehören die Schwitzattacken zu einer anfänglichen, vorübergehenden Erscheinung. Jeder Betroffene reagiert zudem sehr unterschiedlich. So können fast alle Mittel gegen Depressionen zu vermehrtem Schwitzen, vor allem nachts, führen, aber nur zehn bis 20 Prozent der Patienten haben dann auch tatsächlich damit zu tun.
Medikamente, die möglicherweise Nachtschweiß verursachen (Auswahl)
Es kann mitunter sinnvoll sein, dass der Arzt ein anderes, gleichwertiges Mittel verschreibt beziehungsweise die Dosierung anpasst. Manchmal müssen Arzt und Patient auch den Nutzen einer Behandlung gegenüber den unerwünschten Wirkungen abwägen. Dann lässt sich unter anderem mit einem gesunden Lebensstil und angepassten Schlafgewohnheiten dem übermäßigen Schwitzen teilweise gegensteuern (siehe dazu Kapitel „Therapie, Selbsthilfe“).
Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de;
15.12.2009, aktualisiert am 27.10.2011
Bildnachweis: Creatas/ RYF
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