Drucken

Schilddrüse – wenn sie außer Kontrolle gerät

Ist die Hormonproduktion gestört, kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion kommen


Ist die Schilddrüse vergrößert, lässt sich dies oft ertasten

Die Schilddrüse spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Sie bildet die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) sowie Kalzitonin. Das Hormon TSH (Thyreotropin) reguliert die Ausschüttung von T3 und T4.

Produziert das kleine Organ nicht mehr genügend T3 und T4, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese äußert sich mit Symptomen wie Gewichtszunahme, schnelles Frieren und Abgeschlagenheit.


Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) werden zu viele Schilddrüsenhormone – T3 und T4 – gebildet. Anzeichen sind unter anderem Gewichtsverlust, übermäßiges Schwitzen und Ruhelosigkeit.

Vergrößerte Schilddrüse: Der Kropf

Vergrößert sich die Schilddrüse, schwillt an oder bildet Knoten, nennen Mediziner das Kropf oder Struma. Diese kann mit einer Schilddrüsenüber- als auch -unterfunktion verbunden sein.

Ein Verfahren zur Untersuchung der Schilddrüse ist die sogenannte Szintigrafie. Mithilfe eines radioaktiven Medikamentes lassen sich dabei Rückschlüsse auf die Funktion einzelner Schilddrüsenbereiche ziehen. Kleinere Schilddrüsenareale mit gesteigerter Funktion werden auch als „heiße Knoten“ bezeichnet. Solche, die keine oder nur wenig radioaktive Substanz aufnehmen, als „kalte Knoten“. Diese können in seltenen Fällen auf Schilddrüsenkrebs hindeuten.

Auch Autoimmunkrankheiten können die Schilddrüse bertreffen

Auch sogenannte Autoimmunkrankheiten betreffen die Schilddrüse. Dabei greift das körpereigene Immunsystem das Organ an. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis führt dies zu einer chronischen Entzündung. Morbus Basedow geht oft mit einer Schilddrüsenüberfunktion und Augensymptomen einher.

Die Schilddrüse braucht Jod, um die Schilddrüsenhormone bilden zu können. Da der Körper Jod nicht selbst bildet, muss es in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden.




Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Schilddrüse

rechter Seitenlappen Isthmus Kehlkopf Luftröhre linker
Seitenlappen
Pyramidenlappen Pyramidenlappen Schildknorpel Isthmus Rechte Halsschlagader Innere rechte
Hals-/Drosselvene
Läppchen mit Follikeln

Das Schilddrüsengewebe wird durch Bindegewebshäutchen in unterschiedlich große Läppchen untergliedert. In diesen Bindegewebshäutchen verlaufen sehr viele Blutgefäße, um die starke Durchblutung der Drüse, die direkt aus der Halsschlagader mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird, sicherzustellen. Das verbrauchte Blut wird unter anderem über die linke und rechte Hals- bzw. Drosselvene wieder abgeführt. Die Bildung und Speicherung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) erfolgt in kleinen bläschenförmigen Follikeln.

Der Isthmus (gr. schmaler Zugang) verbindet die Seitenlappen miteinander. Nur bei etwa jedem fünften Menschen befindet sich hier noch ein weiterer Lappen, der nach oben zum Schildknorpel zieht und als Pyramidenlappen bezeichnet wird.

In den Läppchen der Schilddrüse liegen die hormonproduzierenden Zellen. Den Hauptteil des Schilddrüsengewebes bilden so genannte Follikel, ungleichmäßig gestaltete Bläschen, die die beiden jodhaltigen Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin bilden und speichern. Das Hormon Kalzitonin wird dagegen von C-Zellen gebildet, die eingestreut zwischen den Follikeln liegen. Es reguliert zusammen mit anderen Hormonen den Kalziumhaushalt des Körpers mit dem Ziel, den Kalziumspiegel im Gewebe konstant zu halten: Bei Bedarf wird Kalzium vermehrt in den Knochen eingebaut und damit der Kalziumspiegel im Blut gesenkt oder über die Niere vermehrt ausgeschieden. Gegenspieler des Kalzitonins ist das Parathormon aus den Nebenschilddrüsen, das Kalzium aus den Knochen freisetzt und dadurch den Kalziumspiegel im Blut erhöht.

Schilddrüsenerkrankungen

Schilddrüsenüberfunktion

Bei der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert das Organ zu viele Schilddrüsenhormone »

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) entsteht im Körper ein Mangel an Schilddrüsenhormonen »

Morbus Basedow

Bei der Basedow-Krankheit kommt es zur Schilddrüsenüberfunktion und oft auch zu Augensymptomen »

Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse »

Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) ist ein seltener bösartiger Tumor in der Schilddrüse »

Hyperparathyreoidismus (HPT)

Eine Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen, bei der zu viel Parathormon produziert wird  »

www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 12.06.2013,
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

Wissens-Test

Wie sind Ihre Schilddrüsenwerte?

Symptome-Check

Schwellung am Hals

Mehr zu möglichen Ursachen, Diagnose und Therapie  »

Übermäßiges Schwitzen

Hinter einer erhöhten Schweißproduktion können viele Ursachen stecken »

Zittern

Zittern hat viele Ursachen: Schilddrüsenstörungen gehören auch dazu »

Müdigkeit

Welche Gründe ständiges Müdesein haben kann »

Heißhunger

Heißhungerattacken können harmlos, aber auch krankhaft sein »

Gewichtsverlust

Viele Ursachen sind möglich, keineswegs nur bösartige  »

Aktuelle Fragen zu Therapien

Schilddrüse: Wird zu oft operiert?

In manchen Fällen sind Medikamente ausreichend »

Radioiodtherapie (RIT)

Radioaktives Iod soll fehlerhafte Zellen der Schilddrüse beseitigen »

Alle Spezials im Überblick

Unsere Spezials informieren ausführlich und kompetent – von A wie Augen bis Z wie Zahngesundheit  »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages