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Hexenschuss
Komplikationen

Ein Hexenschuss ist immer für eine „Überraschung“ gut. Es kann sich eine akute Komplikation, ein chronischer Verlauf oder eine spezielle Krankheitsursache ergeben


Starke Rücken- und Beinschmerzen können auf einen Bandscheibenvorfall hinweisen

Bei einem „Hexenschuss“ sind folgende weitere Verlaufsmöglichkeiten möglich:

  • Das Schmerzereignis tritt nach einer mehrmonatigen schmerzfreien Phase erneut auf. Sind zwischen dem ersten und zweiten Mal mindestens sechs Monate vergangen, so ist von einem erneuten, akuten Hexenschuss auszugehen. Diese Annahme sollte man sicherheithalber anhand der Krankengeschichte, der Symptome und des klinischen Befundes vom Arzt überprüfen lassen.

 

  • Der Schmerz lässt nicht nach oder nimmt zu und strahlt ins Bein, bis in den Fuß oder die Zehen aus. Dort ist er mindestens so stark wie im Rücken. Es treten Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle auf, eventuell sogar eine Muskelschwäche oder Lähmung, etwa am Fuß (Fuß- oder Zehenheberschwäche, Unvermögen zum Zehenspitzenstand). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ernsthaftes Rückenproblem wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall vorliegt, ist sehr groß. Dann sind die Schmerzen nicht mehr nur funktionell, sondern strukturell bedingt, und es liegt ein komplizierter „Hexenschuss“ vor. Es muss unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden (siehe auch Kapitel „Ischias“).
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  • Die Schmerzen klingen nie richtig ab oder flackern immer wieder auf. Dieser Zustand zieht sich über zwölf Wochen hin, was bedeutet, dass die Kreuzschmerzen chronisch geworden sind: ein anderes Thema (mehr dazu unter Rückenschmerzen).

 

  • Es kommt im Zusammenhang mit heftigen Kreuz- und Lendenschmerzen zu akuten Lähmungen und Gefühlsstörungen der Beine; außerdem können die Blasen-, Mastdarm- und Sexualfunktion beeinträchtigt sein. Dieses „Kaudasyndrom“ ist ein Notfall, der sofort der Diagnostik und Therapie in einer neurochirurgischen Klinik bedarf.

 

  • Es liegt eine Ursache außerhalb des Rückens vor. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, aber es ist theoretisch möglich, dass Schmerzen, die eigentlich im Bauch- oder Beckenbereich entstanden sind, sich auf das Kreuz übertragen oder überwiegend dort wahrgenommen werden. Das kann zum Beispiel bei einer Infektion der Harnwege, bei einer Eierstockentzündung oder bei einem Einriss oder einer Ausbeulung in der Wand der Bauchschlagader (Aortenaneurysma) der Fall sein. Allerdings treten dann meistens noch weitere Symptome auf, je nach Ursache etwa Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber, starke Bauchschmerzen oder Schmerzen im Unterleib. Auch hier ist natürlich der Arzt gefragt, bei Kreislaufstörungen bis hin zum Schock oder bei einer unteren Querschnittlähmung – einige der möglichen Folgen bei einem Wandeinriss der Bauchschlagader oder als Verletzungsfolge – der Notarzt.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 31.10.2010
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Bananastock

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