Bereits mit der richtigen Hautpflege können Betroffene einiges tun, um die Symptome einer Rosazea zu mildern. Um die empfindliche Haut zu schonen, ist es hilfreich, nur milde, seifenfreie, pH-neutrale Waschlotionen oder Syndets für das Gesicht zu verwenden.
Auch bei der Auswahl der Kosmetika ist Vorsicht geboten. Es ist ratsam, die Inhaltsstoffe sorgfältig zu prüfen. Menthol und Kampfer sind Beispiele für Substanzen, welche Betroffene besser meiden sollten. Präparate, die Glycerin oder Silikonöl enthalten, werden meist gut vertragen. Um Schwellungen zu vermindern, sind Gesichtsmassagen empfehlenswert.
Auch anderen Faktoren, welche die Symptome der Rosazea verschlimmern, sollten Betroffene besser aus dem Weg gehen. Sie sollten auf Alkohol weitgehend verzichten, da er gefäßerweiternd wirkt. Auch von heißen Getränken und scharf gewürzten Speisen ist besser abzusehen. Bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Calciumantagonisten können die Gesichtsrötungen verstärken. Wenn Sie das Gefühl haben, dass eines Ihrer benötigten Arzneimittel eine solche Wirkung hat, sprechen Sie mit den behandelnden Ärzten darüber. Setzen Sie auf keinen Fall eigenmächtig Medikamente ab!
Starke Sonneneinstrahlung und Stress verschlimmern bei vielen Betroffenen ebenfalls die Symptome. So ist es ratsam, ausgiebige Sonnenbäder zu meiden und Sonnenschutzmittel mit einer Wirkung gegen UV-A und UV-B zu verwenden. Da der chronischen Sonneneinstrahlung eine wichtige Bedeutung in der Entstehung der Erkrankung zukommt, sollte der Lichtschutz ganzjährig eingehalten werden. Physikalische Lichtschutzfilter wie zum Beispiel Titandioxid oder Zinkoxid werden meist besser vertragen als chemische.
Um Stress zu bewältigen, gibt es viele Möglichkeiten. Neben individuellen Strategien eignen sich Entspannungsverfahren wie zum Beispiel Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training.
Für viele Betroffene stellen die Hautveränderungen der Rosazea ein kosmetisches Problem dar. Hautrötungen können mit speziellen Produkten abgedeckt werden (Camouflage). Besonders geeignet sind Produkte, die grüne Farbpigmente enthalten und damit optisch die Gesichtsrötungen abschwächen.
Meist wird eine Rosazea außerdem mit Medikamenten äußerlich und/oder innerlich behandelt. Am gängigsten ist der Einsatz des Wirkstoffes Metronidazol als Creme, Gel oder Lotion. Der Wirkmechanismus ist derzeit noch nicht völlig geklärt; wahrscheinlich wirkt Metronidazol entzündungshemmend. Ein weiteres gängiges Medikament zur Behandlung der Rosazea ist Azelainsäure. Dieser Wirkstoff hemmt ebenfalls die Entzündung und kann als Gel oder Creme auf die Haut aufgetragen werden.
Achtung: Rosazea sollte auf keinen Fall über längere Zeit mit kortisonhaltigen Präparaten behandelt werden, da sie zur Verschlimmerung des Hautbefundes führen.
Wenn durch die äußerliche Behandlung keine Besserung der Symptome eintritt oder eine schwerere Entzündung vorliegt, kann der Arzt zusätzlich bestimmte Antibiotika als oral einzunehmende Medikamente verordnen. Hierbei haben sich Tetracycline bewährt. Sie werden neuerdings in niedrigen Dosen, welche keinen Einfluss auf das Bakterienwachstum haben, empfohlen. Auf diese Weise sind sie wirksam bei der Rosazea und gut verträglich.
Retinoide, Abkömmlinge von Vitamin A, sind ebenfalls gegen die Entzündung wirksam und werden äußerlich und - in schweren Fällen - innerlich angewandt. Auch ein gering ausgeprägtes Rhinophym kann innerlich mit Retinoiden behandelt werden, da dadurch das Volumen reduziert wird. Allerdings gilt bei einer innerlichen Therapie, dass bei Frauen im gebährfähigen Alter eine Schwangerschaft unbedingt ausgeschlossen und eine sichere Verhütung gewährleistet sein muss, da der Wirkstoff Fehlbildungen beim Ungeborenen hervorrufen kann. Außerdem sind regelmäßige Blutuntersuchungen (Leberwerte, Blutfette) während der Behandlung erforderlich.
Eine Therapie mit Laser oder Blitzlampe kann helfen, die Hautrötungen und Gefäßerweiterungen zu verringern. Als Nebenwirkungen dieser Therapie sind Narben, helle oder dunkle Flecken auf der Haut sowie Schmerzen möglich. Abtragende Laser wie der CO2-Laser können auch zur Behandlung eines Rhinophyms verwendet werden. Der Nutzen einer photodynamischen Therapie (PDT) bei Hautrötungen und Gefäßerweiterungen der Rosazea ist bisher nicht erwiesen.
Bei einem Rhinophym oder anderen Wucherungen der Haut- und Talgdrüsen können auch chirurgische Maßnahmen wie die Abtragung mit dem Skalpell oder Kryochirurgie (Kältebehandlung) mit Flüssigstickstoff helfen.
Am schwierigsten sind die plötzlich auftretenden Gesichtsrötungen therapeutisch zu beeinflussen. Bisher ist es nicht gelungen, Wirkstoffe zu entwickeln, die bei allen Betroffenen zu einer geringeren Häufigkeit und Intensität der Gesichtsrötungen führen. Eine einfache, aber wirksame Möglichkeit, die Gesichtsrötungen zu beeinflussen, besteht in kalten Getränken oder Lutschen von Eisstücken.
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22.07.2009, aktualisiert am 25.06.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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