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Reizdarmsyndrom
Therapie

Da die Ursachen des Reizdarmsyndroms nicht genau bekannt sind, zielt die Behandlung in erster Linie darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Hilfreich können eine Umstellung der Ernährung, die symptomatische Behandlung der Beschwerden mit Medikamenten sowie psychisch unterstützende Maßnahmen sein


Wer zu Blähungen neigt, sollte lieber darauf verzichten: Zwiebeln können die Gasbildung im Darm begünstigen

Eine ursächliche Behandlung des Reizdarmsyndroms gibt es nicht. Viele Patienten ermöglicht es bereits die Erkenntnis, dass sie zwar an unangenehmen Beschwerden, aber keiner bedrohlichen Erkrankung leiden, gelassener mit ihren Symptomen umzugehen.

Andererseits ist die Diagnose Reizdarmsyndrom für manche auch in gewisser Weise unbefriedigend, da keine ursächliche Behandlung und damit keine Heilung möglich ist. Dennoch gibt es einige therapeutische Maßnahmen, die beim Reizdarmsyndrom helfen können. Hierzu zählen:


Eine Umstellung der Ernährung:

  • Sorgen Sie für regelmäßige Mahlzeiten, zum Beispiel sind fünf kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt besser verträglich als ein üppiges Abendessen.

 

  • Nehmen Sie sich Zeit beim Essen – schlingen Sie nichts eilig herunter, nehmen Sie kleinere Bissen und kauen Sie gründlich.

 

  • Trinken Sie Alkohol nur in Maßen; wenn Sie alkoholische Getränke nicht vertragen, lassen Sie diese ganz weg.

 

  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, am besten eineinhalb bis zwei Liter am Tag. Achtung: Wer an einer Herz- oder Nierenschwäche leidet, sollte darüber zuvor mit seinem Arzt sprechen!

 

  • Ballaststoffe: Während eine ballaststoffreiche Ernährung bei Verstopfung hilfreich sein kann, können Ballaststoffe, insbesondere frisches Obst und Gemüse, in größeren Mengen Blähungen verursachen. Reizdarmpatienten, die stark unter Blähungen leiden, können daher versuchen, ob es ihnen Erleichterung bringt, die Ballaststoffmenge zu reduzieren und sich auf etwa drei Portionen frisches Obst am Tag zu beschränken.

 

  • Bestimmte Lebensmittel können Blähungen verstärken. Dazu zählen unter anderem Zwiebeln, Lauch und Hülsenfrüchte wie Bohnen. Es kann helfen, versuchsweise auf diese Nahrungsmittel zu verzichten oder ihren Konsum zu reduzieren.

 

  • Achtung: Verzichten Personen mit Reizdarm auf Lebensmittel, weil sie diese nicht vertragen, sollten sie sich gegebenenfalls einer Ernährungsberatung unterziehen. Denn durch den Verzicht können wichtige Nährstoffe wegfallen, die eventuell durch den vermehrten Konsum anderer Lebensmittel  oder ähnliche Maßnahmen ausgeglichen werden können.

 



Einfaches Hilsmittel: Wärme kann Bauchschmerzen lindern

Medikamente und unterstützende Maßnahmen:

 

  • Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich ausreichend Erholungspausen.

 

  • Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelrelaxation helfen, Stress zu bewältigen und zur Ruhe zu kommen.

 

  • Lokale Wärmeanwendungen können bei Bauchschmerzen helfen, zum Beispiel in Form einer Wärmflasche. Doch Vorsicht: Diese sollte nicht zu heiß gemacht werden und niemals direkt auf die Haut gelegt werden. Ansonsten besteht Verbrennungsgefahr!

 

  • Gegen Blähungen helfen auch pflanzliche Mittel zum Beispiel Kümmel, Fenchel oder Anis in Form von Tees etc. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten!

 

  • Bestimmte Medikamente können kurzfristig eingenommen werden, um Beschwerden für einen gewissen Zeitraum zu lindern: Dazu zählen zum Beispiel Schmerzmittel und krampflösende Medikamente gegen die Bauchkrämpfe,  Abführmittel (Laxanzien) bei Verstopfung oder Mittel gegen Durchfall. Diese Medikamente sollten allerdings nicht dauerhaft oder zu häufig eingenommen werden! Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten!

 

  • In einigen Fällen haben sich niedrig dosierte Antidepressiva als hilfreich erwiesen. Diese Medikamente wirken auf das Nervensystem des Darms und können helfen, die Symptome zu lindern.

 

  • Auch psychologische Verfahren wie eine kognitive Verhaltenstherapie, eine psychodynamische Therapie oder darmbezogene Hypnose können helfen. Welches Verfahren das geeignete ist, hängt hier stark vom einzelnen Patienten ab.


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www.apotheken-umschau.de; 29.08.2005, aktualisiert am 25.07.2011
Bildnachweis: W&B/Brigitte Sporrer, Stockbyte/RYF

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