Die Psyche
Psoriatiker leiden häufig nicht am meisten unter den Krankheits-Symptomen oder den Nebenwirkungen der Medikamente. Für viele, so das Robert Koch-Institut, sei vielmehr „die empfundene Stigmatisierung die schwerwiegendste Krankheitsfolge.“
So äußerten bei einer Befragung zur Lebensqualität Patienten mit Psoriasis, die zusätzlich Diabetes, Asthma bronchiale oder Bronchitis hatten, dass sie diese Erkrankungen im Vergleich zur Psoriasis als deutlich weniger belastend empfinden. Betroffene geraten oft in einen Teufelskreis: Sie fühlen sich durch die Krankheit entstellt, ihr Selbstwertgefühl ist gestört – der dadurch ausgelöste Stress verschlimmert die Hauterscheinungen, worauf viele Patienten mit Depressionen, sozialer Isolation oder Alkoholmissbrauch reagieren; auch Partnerschaftsprobleme sind bei Psoriatikern häufig.
Insbesondere junge Menschen mit Psoriasis befürchten bei den ersten Hautveränderungen, von ihren Freunden und Bekannten plötzlich wie Aussätzige behandelt zu werden – obwohl die Erkrankung definitiv nicht ansteckend ist. Entscheidend ist dabei oft, ob „sensible Regionen“ wie das Gesicht oder der Genitalbereich betroffen sind. Auch anhaltender Juckreiz kann ein erhebliches Problem sein.
Die Erfahrung vieler Ärzte spricht dafür, dass hier Methoden wie Psychoanalyse, Verhaltenstherapie oder Entspannungsmethoden hilfreich sein können. Die bessere seelische Ausgeglichenheit kann auch dazu beitragen, die Hauterscheinungen zu verringern. Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen – etwa in Selbsthilfegruppen – kann das Leiden lindern (siehe Wissenswertes).
Hilfreich ist oft, für sich herauszufinden, was einen Psoriasis-Schub auslöst und ob Möglichkeiten bestehen, diese Risikofaktoren zu umgehen oder zu begrenzen (siehe Ursachen und Risikofaktoren).
Rauchen: Lässt die Haut nicht nur schneller altern, sondern begünstigt wohl auch eine Schuppenflechte
Gesund leben
Wer sich gesund ernährt, nicht raucht, nur maßvoll Alkohol konsumiert und bei Normalgewicht seine Fitness nicht vernachlässigt, der stärkt Körper und Seele, hat ein robusteres Immunsystem und gilt als weniger anfällig für Psoriasis-Schübe.
So zeigen wissenschaftliche Studien: Psoriasis ist bei Rauchern im Durchschnitt schwerer ausgeprägt als bei Nichtrauchern. Und: Menschen, die täglich 15 Zigaretten oder mehr rauchen, haben gegenüber dem Bevölkerungs-Durchschnitt ein dreimal so hohes Risiko, eine Psoriasis zu entwickeln. Ebenso gilt, dass bei männlichen Patienten mit Psoriasis ein überdurchschnittlich hoher Alkoholkonsum auffällt.
Ernährung
Tipps für Psoriasis-Diäten gibt es viele: Da wird zum Beispiel empfohlen Speisen zu meiden, welche Linolsäure oder Gamma-Linolensäure als Vorstufen der Arachnidonsäure enthalten (vor allem Fleisch und Wurstwaren vom Schwein, aber auch Rindern oder Kälbern) und statt dessen Geflügelfleisch zu essen oder mehr Vitamin D, Fischöl oder Zink aufzunehmen. Experten kritisieren jedoch, dass über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Schuppenflechte zwar viel geschrieben, aber wenig geforscht werde. Nach dem Stand der wissenschaftlichen Literatur seien es vergleichsweise wenig Patienten, die auf bestimmte Nahrungsmittel mit einer Verschlechterung ihrer Erkrankung reagierten. Deshalb könne umgekehrt eine spezielle Ernährung auch nicht empfohlen werden. Erwiesen sei jedoch, dass bei einer Verschlechterung des Zustands infolge von Überernährung und Übergewicht bei einer späteren Gewichtsreduktion wieder eine Verbesserung des Krankheitsbildes eingetreten sei.
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13.09.2005, aktualisiert am 21.01.2011
Bildnachweis: BrandXPictures/ RYF, PhotoDisc/RYF
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