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Nierenversagen

Akutes Nierenversagen tritt plötzlich auf. Eine chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) entwickelt sich allmählich. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie


Die beiden Nieren liegen unterhalb des Zwerchfells rechts und links der Hauptschlagader (im Bild rot)

Die beiden Nieren sind lebenswichtige Organe des Menschen. Ihre Hauptaufgabe ist die Bildung von Harn (Urin). Über ihn scheidet der Körper bestimmte Stoffe aus. Lässt die Nierenfunktion langsam nach, spricht man von einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) oder einem chronischen Nierenversagen. Setzt die Urinproduktion dagegen sehr plötzlich aus, bezeichnet man dies als akutes Nierenversagen (ANV).

Die wichtigsten Aufgaben der Nieren sind:

  • Ausscheidung bestimmter Stoffwechselprodukte ("harnpflichtige Substanzen") und Arzneimittel
  • Regulierung des Wasserhaushalts
  • Regulierung des Salz-(Elektrolyt-)Haushalts
  • Regulierung des Säure-Basen-Haushalts
  • Umwandlung von inaktivem in aktives Vitamin D
  • Blutdruckregulation


Aufbau der Niere (Um das komplette Bild zu sehen, bitte auf die Lupe oben links klicken!)

So funktioniert die Niere

Die Nieren werden über die Nierenarterie mit Blut versorgt. Im Nierengewebe teilt sich die Arterie in immer kleinere Blutgefäße auf. Die kleinsten Blutgefäße mit dem geringsten Durchmesser heißen Glomeruli (lateinisch Glomus = Knäuel). Jede Niere besitzt in der Nierenrinde etwa eine Million dieser Gefäßknäuel.

Die Glomeruli sind umgeben von feinsten Harnkanälchen (Tubuli). Das Blut wird durch die Wand der Glomeruli gefiltert und als sogenannter Primärharn in die Harnkanälchen abgegeben. Pro Tag entstehen so etwa 180 Liter Primärharn.

In den anschließenden anatomischen Strukturen der Niere wird über mehrere Schritte der Endharn oder Urin gebildet. Er gelangt schließlich über Harnleiter, Harnblase und Harnröhre nach außen. Die ursprünglichen 180 Liter Primärharn werden auf etwa zwei Liter Urin täglich konzentriert.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Funktionieren mehr als 60 bis 70 Prozent der Glomeruli nicht mehr, kommt es zur eingeschränkten Nierenfunktion. Bestimmte Stoffe häufen sich im Blutkreislauf an, anstatt ausgeschieden zu werden. Als Nierenretentionswerte bezeichnet man Kreatinin und Harnstoff. Diese Stoffe sind selbst nicht schädlich. Ihre Konzentration im Blut gibt aber sehr gut Auskunft über die Höhe anderer harnpflichtiger, schädlicher Substanzen und erlaubt das Ausmaß der Nierenfunktionseinschränkung abzuschätzen.



Beratender Experte: Professor Dr. med. Michael Fischereder

Akutes und chronisches Nierenversagen

Ein akutes Nierenversagen entsteht im Laufe von Stunden bis Tagen. Es ist meist rückgängig zu machen, indem die Ursachen beseitigt werden.

Die chronische Niereninsuffizienz ist eine Erkrankung, die über Monate bis Jahre langsam fortschreitet. Häufige Ursachen sind Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Entzündungen in den Nieren. Ohne Therapie würde die chronische Niereninsuffizienz letztendlich zum Tod führen – sofern nicht die harnpflichtigen Substanzen sowie bestimmte Salze und überschüssiges Wasser aus dem Körper entfernt werden. Das geschieht mit Hilfe einer Nierenersatztherapie wie der Dialyse ("Blutwäsche") oder einer transplantierten Niere.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: Klinikum der Ludwig-Maximilians Universität, W&B/Ibelherr/Szczesny, W&B/Jörg Kühn
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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 09.07.2014,
Bildnachweis: Klinikum der Ludwig-Maximilians Universität, W&B/Ibelherr/Szczesny, W&B/Jörg Kühn

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